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Nier: Automata

Das Spiel erhielt weitgehend positive Bewertungen und erreichte überdurchschnittliche 89 von 100 Punkten auf der Bewertungsseite Metacritic, die Kritiken …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und Grundidee
  2. 2. Handlung und Enden
  3. 3. Spielwelt und Kampfsystem
  4. 4. Entwicklung, Musik und Veröffentlichung
  5. 5. Bewertungen und Verkaufszahlen

Einordnung und Grundidee

Nier:Automata ist ein Action-Rollenspiel von Platinum Games, das von Square Enix veröffentlicht wurde. Es spielt in einer postapokalyptischen Zukunft und verbindet Echtzeitkämpfe mit rollenspieltypischen Elementen, einer offenen Spielwelt und einer stark verzweigten Handlung. Im Mittelpunkt steht ein Stellvertreterkrieg zwischen Maschinen, die von außerirdischen Eindringlingen gebaut wurden, und den Androiden, die im Namen der überlebenden Menschheit kämpfen.

Die Geschichte spielt im Jahr 11945, also 8480 Jahre nach den Ereignissen des ersten Nier. Die Menschheit ist auf den Mond geflohen, nachdem fremdartige Wesen mit einer Armee aus Maschinen die Erde überfallen und das humanoide Leben fast vollständig vernichtet haben. Von einer Raumstation in der Erdumlaufbahn, dem „Bunker“, aus werden YorHa-Androiden in den Kampf geschickt. Sie sollen für die Menschen gegen die Maschinen kämpfen. Den Androiden ist dabei untersagt, wahre Namen zu tragen oder echte Gefühle zu besitzen.

Die Hauptfigur ist 2B, eine ruhige und gelassene Kampfandroidin des Modells YorHa B Nr. 2. Sie wird von 9S, einem Aufklärungsandroiden des Modells YorHa S Nr. 9, begleitet. 9S zeigt mehr Gefühle als andere Androiden. Eine weitere zentrale Figur ist A2, ein veralteter Prototypandroid der B-Linie, der meist schweigsam ist und häufig allein handelt. Zu den wichtigen Nebenfiguren gehören der Kommandant des Bunkers, die Zwillingsbrüder Adam und Eva, die friedliebende Maschinenfigur Pascal, die Androiden Devola und Popola, Emil aus dem ursprünglichen Nier, verschiedene Operatoren sowie die fliegenden Unterstützungsroboter „Pods“.

Handlung und Enden

Zu Beginn des 14. Maschinenkriegs erhalten 2B und 9S den Auftrag, ein Maschinenwesen der Goliath-Klasse in einer ehemaligen menschlichen Waffenfabrik zu zerstören. 9S wird schwer verwundet, unterstützt 2B jedoch noch mit seinem Aufklärungsfluggerät. Nachdem weitere Goliaths auftauchen, aktivieren die beiden die Selbstzerstörung. 9S kann zuvor 2Bs Daten auf den Computer des Bunkers übertragen, sodass ein neuer Körper mit ihren Erinnerungen hergestellt wird. Da 9S nicht mehr rechtzeitig gesichert werden kann, erinnert er sich beim nächsten Zusammentreffen nicht an die gemeinsame Mission.

Auf der Erde begegnen die Androiden Adam und Eva sowie Pascal, der eine Kolonie friedlicher Maschinen beschützt. Nach einem Angriff der Goliath-Maschinen wird eine unterirdische Höhle freigelegt. Dort finden 2B und 9S die toten Anführer der Alieninvasion. Adam und Eva haben sie getötet und wollen nun die Menschheit ausrotten. Die beiden Androiden besiegen Adam und Eva, doch diese entkommen. Später entdecken 2B und 9S ein freundliches Maschinenkönigreich im Wald. Der dort verehrte König ist lediglich eine Baby-Maschine; A2 erscheint und tötet sie. Der Kommandant erklärt A2 daraufhin zum gesuchten Androiden, nennt aber nicht den Grund für ihre Verfolgung.

Adam versucht, das letzte Geheimnis zu erforschen, das Menschen und Maschinen voneinander trennt: den Tod. Er entführt 9S, um 2B anzulocken. Vor dem Kampf trennt Adam sein Bewusstsein vom Maschinennetzwerk, damit er bei einer Vernichtung einen „richtigen“ Tod erlebt. 2B tötet ihn und bringt den schwer verletzten 9S in den Bunker zurück. Später scheitern Friedensverhandlungen zwischen Maschinen und Androiden. 9S hackt sich in das Maschinensystem ein und erfährt, dass die Menschheit bereits lange ausgestorben ist. Ihre angebliche Existenz auf dem Mond wird den Androiden nur vorgetäuscht, damit sie weiterhin einen Daseinszweck haben.

Nach Adams Tod infiziert Eva Maschinen mit einem Virus. Um Eva endgültig zu töten, muss 9S sich in dessen System hacken und ihn vom Netzwerk trennen. Dabei wird 9S selbst schwer verletzt. Er kopiert seine Gedanken jedoch noch rechtzeitig in eine nahe Maschine. Später greifen Maschinen die YorHa-Androiden mit einer EMP-Waffe an, die sie auf die Seite der Maschinen ziehen soll. Die Androiden werden zusätzlich durch einen Virus infiziert. Der Bunker wird zerstört, der Kommandant stirbt, und 2B sowie 9S entkommen getrennt zur Erde.

Das Virus befällt auch 2B. Sie trifft A2 und übergibt ihr ein Schwert, in dem ihre Erinnerungen gespeichert sind. A2 vernichtet 2B, während 9S dies aus der Ferne beobachtet. Danach stürzt 9S vor einem großen weißen Turm, der wie eine Rakete auf den Mond gerichtet ist. A2 erklärt, dass 2B eigentlich das Modell „2E“ ist. Ihre Aufgabe bestand darin, 9S jedes Mal zu töten, wenn er die Wahrheit über die Menschen und YorHa herausfand. Diese Ereignisse hatten sich bereits mehrfach ereignet.

Anschließend kann der Spieler zwischen verschiedenen Figuren wählen, die zu unterschiedlichen Enden führen. In Ende C besiegt A2 9S, heilt ihn vom Virus und opfert sich, um den weißen Turm zu zerstören. In Ende D töten sich A2 und 9S gegenseitig. Der Turm wird dabei zu einer Art Raumschiff, das Informationen über Maschinen und Androiden zu einem anderen Planeten trägt. Der Spieler entscheidet, ob 9S sich ihm anschließt. Nach Ende C oder D wird gefragt, ob die intakten Daten von A2, 2B und 9S zerstört werden sollen. Werden sie behalten, folgt Ende E mit einer Neukonstruktion der Androiden.

Spielwelt und Kampfsystem

Nier:Automata ist ein japanisches Rollenspiel in einer Open-World-Spielumgebung. Der Spieler steuert verschiedene Charaktere durch die Handlung und kann die Kamera jederzeit um 360 Grad drehen. Neue spielbare Charaktere werden mit jedem abgeschlossenen Abschnitt freigeschaltet. Das Spiel verbindet Actionelemente mit Rollenspielmechaniken und verwendet neben einer Nahkampforientierung auch einige Schusswaffen-Elemente. An gefundenen Waffen hängen außerdem „Waffengeschichten“, ein wiederkehrendes Element der Reihen Drakengard und Nier.

Die Kämpfe laufen in Echtzeit ab. Leichte Angriffe sind schnell, aber schwach; schwere Angriffe verursachen mehr Schaden, sind jedoch langsamer. Angriffen kann ausgewichen werden. Wird der Knopfdruck zeitlich korrekt ausgeführt, erhält der Charakter vorübergehend Unverwundbarkeit und kann einen besonders starken Gegenangriff starten. Ein „Pod“ ist ein fliegender Roboter, der auf Befehl angreift und dessen Angriffe angepasst werden können. Durch den Wechsel zwischen Waffentypen und Angriffen entstehen Kombinationsangriffe.

Bis zu vier Waffen lassen sich auf zwei Waffensets verteilen. Jedes Set enthält eine Nahkampf- und eine Fernkampfwaffe. Waffen können miteinander kombiniert werden, um Angriffsketten zu bilden. Das Chipsystem dient zur weiteren Anpassung der Spielfigur. Anzeigen verändernde Chips ergänzen Informationen im Interface, etwa eine Lebenspunkteanzeige. Plug-In-Chips verändern Fähigkeiten und können beispielsweise den Angriffsschaden oder die Verteidigungsstärke verbessern. Die Zahl der einsetzbaren Chips ist durch ein Lagersystem begrenzt.

Bei Händlern werden mit gesammelten Ressourcen und Geld Ausrüstungsgegenstände gekauft. Damit lassen sich Waffen und Fähigkeiten verstärken. Zu den Gegenständen gehören auch Verbrauchsgüter wie Energiebatterien. Gekaufte Köder ermöglichen es, Tiere kurzzeitig zu zähmen und auf ihnen zu reiten; auch während des Reitens können Gegnergruppen bekämpft werden.

Entwicklung, Musik und Veröffentlichung

Die Produktion begann 2014 und umfasste sechs Monate Vorproduktion. Leitender Entwickler war Yoko Taro, Produzent Yosuke Saito. Atsushi Inaba arbeitete als Koproduzent für Platinum Games, während Akihiko Yoshida die Hauptcharaktere gestaltete. Das Team wollte den Geist des ursprünglichen Nier bewahren, zugleich aber eine tiefere Handlung und ein flüssigeres Gameplay schaffen. Das Hauptthema bezeichnete es mit dem japanischen Wort „agaku“, das bedeutet, aus einer schlechten Situation herauszukämpfen.

Für das Kampfsystem wurde das System des ersten Nier mit Elementen aus Spielen von Platinum Games verbunden. Eine besondere Entwicklungsentscheidung war die geringe Konzentration feindlicher Einheiten. Dadurch sollte die verwüstete Welt mit ihrer stillen Schönheit stärker zur Geltung kommen. Die Umgebung wurde von Kazuma Koda, Yasuyuki Kaji und Shohei Kameoka zusammen mit Yoko gestaltet. Die Orte sollten so wirken, dass Spieler sie auch in der realen Welt besuchen würden. Trotz ihrer mechanischen Natur sollten die Charaktere lebendig erscheinen.

Keiichi Okabe und Keigo Hoashi komponierten die Musik; Okabe arbeitete dabei mit seiner Studioband Monaca. Die Stücke sind von klassischer Musik beeinflusst und übernehmen melancholische Elemente aus dem ersten Nier. Zugleich verwendet der Soundtrack mechanische und brutalere Themen. Wegen der offenen Welt entstanden mehrere harte und weiche Musikstücke, zwischen denen abhängig von Situation und Umgebung gewechselt wird. Emi Evans sang wie im Vorgänger; außerdem wirkten Shotaro Seo, Nicole und Nami Nakagawa mit. Das Sound-Design von Masato Shindo nutzte ein System, das den Widerhall in der jeweiligen Umgebung in Echtzeit bestimmt.

Das Spiel wurde auf der E3 2015 angekündigt und war damals zu 10 % fertig. Die ursprünglich für November 2016 geplante Veröffentlichung wurde wegen Sorgen über den kommerziellen Erfolg und konkurrierender Titel verschoben. Die zusätzliche Zeit diente der Verbesserung von Qualität und Gameplay-Balance. Die PlayStation-4-Version erschien in Japan am 23. Februar 2017, in Nordamerika am 7. März 2017 und in Europa am 10. März 2017. Die Windows-Version erschien weltweit am 17. März 2017 über Steam. Die Xbox-One-Version folgte weltweit am 26. Juni 2018, die Nintendo-Switch-Version am 6. Oktober 2022. Die limitierte Black Box Collector’s Edition enthielt unter anderem das Spiel, eine 2B-Figur, ein Artbook, Konzertmaterial, einen Downloadcode und eine Prequel-Novelle.

Bewertungen und Verkaufszahlen

Die erste spielbare Demo erschien am 22. Dezember 2016 für PlayStation-Plus-Mitglieder. Kritisiert beziehungsweise gelobt wurden vor allem das flüssige Kampfsystem, Ausweichmanöver mit starken Kontern, die gleichzeitige Steuerung der Hauptfigur und ihres Pods sowie ein Soft-Mode, in dem die künstliche Intelligenz Kämpfe übernehmen kann. Die Steuerung war vollständig anpassbar. Die Kamera wurde teilweise als gewöhnungsbedürftig beschrieben, weil in manchen Bereichen eine feste Perspektive vorgegeben wird. Die Demo überzeugte durch Geschichte und Grafik und weckte Interesse an der Vollversion. Für die PlayStation-4-Demo beziehungsweise die zugehörigen Wertungstabellen werden unter anderem 88,84 % bei GameRankings und 88/100 bei Metacritic genannt.

Nach der Veröffentlichung erhielt das Spiel überwiegend positive bis sehr positive Bewertungen. Metacritic errechnete aus 65 Kritiken 88 von 100 Punkten, GameRankings aus 34 Reviews 89 %. Im einleitenden Artikeltext wird außerdem ein Metacritic-Mittelwert von 89 von 100 Punkten genannt; die Angaben weichen daher geringfügig voneinander ab. Besonders hervorgehoben wurden die vielschichtige, düstere Handlung, die verschiedenen Perspektiven und Enden sowie die Beziehungen zwischen 2B, 9S und A2. Die Geschichte erschließt sich vollständig erst durch mehrfaches Durchspielen. Dabei werden auch neue Waffen, Chips und andere Gegenstände gefunden, wodurch sich die Gameplay-Elemente verändern.

Das Kampfsystem wurde im Vergleich zum Vorgänger als flüssiger und actionreicher bewertet. Positiv galten die zwei Waffensets, die Angriffskombinationen und Konter nach dem Ausweichen. Kritisch wurde die geringe Auswahl computergesteuerter Gegner gesehen: Obwohl die Maschinen markant und charmant seien, wiederholten sie sich mit der Zeit. Bosskämpfe blieben dagegen herausfordernd. Die Musik wurde durchweg besonders gelobt, weil sie die Situationen emotional unterstützt und gemeinsam mit der Handlung ein stimmiges Gesamtbild erzeugt.

In Japan wurden in der ersten Woche 198.542 Exemplare verkauft; damit erreichte das Spiel Platz 1 der wöchentlichen Charts und übertraf bereits die Verkaufszahlen des ursprünglichen Nier. Weltweit wurden bis Februar 2021 über 5,5 Millionen Einheiten verkauft, bis November 2022 sieben Millionen und bis April 2023 7,5 Millionen. Anfang 2025 wurden mehr als neun Millionen verkaufte Einheiten bekanntgegeben.

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