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NRW-Forum Düsseldorf
Das NRW-Forum Düsseldorf ist ein Ausstellungs- und Veranstaltungshaus im Düsseldorfer Ehrenhof mit den Schwerpunkten Fotografie, Pop und digitale Kultur.
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Profil und heutige Bedeutung
Das NRW-Forum Düsseldorf ist ein Ausstellungs- und Veranstaltungshaus im Düsseldorfer Ehrenhof. Seine Schwerpunkte sind Fotografie, Pop und digitale Kultur. Das Programm umfasst Gruppen- und Einzelausstellungen, Festivals und Workshops. Inhaltlich widmet sich das Haus weiterhin zeitgenössischen, überwiegend digitalen Themen.
Das Gebäude liegt nördlich der Düsseldorfer Altstadt zwischen dem Rhein und dem Hofgarten. In der Nachbarschaft befinden sich unter anderem die Tonhalle, der Kunstpalast, die Rheinterrasse und die Kunstakademie Düsseldorf.
Bis Ende 2013 wurde das NRW-Forum gemeinsam vom Land Nordrhein-Westfalen und der Landeshauptstadt Düsseldorf bezuschusst. Das Land beendete seine Kofinanzierung zum 31. Dezember 2013. Ab dem 1. Januar 2016 wurde das NRW-Forum als selbstständige Einrichtung in der Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH) geführt; Trägerin war die Landeshauptstadt Düsseldorf. Seit dem 1. Januar 2020 gehört das NRW-Forum zur Stiftung Museum Kunstpalast. Alain Bieber, seit dem 1. April 2015 künstlerischer Direktor, ist dort künstlerischer Leiter.
Vorgeschichte und Neugründung
Das Ehrenhof-Areal wurde anlässlich der GeSoLei-Ausstellung nach Plänen von Wilhelm Kreis in den Jahren 1925 bis 1926 errichtet. Das heutige Ausstellungsgebäude des NRW-Forums war zunächst für das Reichsmuseum für Gesellschafts- und Wirtschaftskunde bestimmt. Dieses wurde am 23. Juni 1928 eröffnet und verstand sich als neuer Typ eines Gegenwartsmuseums. An seinem technik-, wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Konzept war Oskar von Miller, der Gründer des Deutschen Museums, beteiligt. Die Geschäftsführerin war bis 1929 Marta Fraenkel.
Vom 9. Dezember 1951 bis zum Beginn der 1990er Jahre befand sich dort das Landesmuseum Volk und Wirtschaft. Als Technikmuseum stellte es das Wechselspiel von Mensch, Natur und Wirtschaft sowie von Arbeit und Freizeit dar und zeigte besonders Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen. Eine begehbare Steinkohlegrube im Untergeschoss war die wichtigste Attraktion.
Wegen mangelnder Akzeptanz und der damaligen Haushaltskrise der Stadt Düsseldorf drohten dem Museum die unmittelbare Schließung und möglicherweise der Verkauf des Gebäudes. Das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Düsseldorf entwickelten deshalb ein neues Konzept. Nach einer vollständigen Sanierung wurde das Haus am 9. Oktober 1998 als „NRW Forum Kultur und Wirtschaft“ wiedereröffnet. Die Kulturministerin des Landes, Ilse Brusis, nahm die Eröffnung vor; den Festakt begleitete eine programmatische Rede von Thomas Krens, dem Direktor des New Yorker Guggenheim Museums.
Die Infrastruktur wurde über einen Trägerverein gemeinschaftlich vom Land Nordrhein-Westfalen, der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Messe Düsseldorf, weiteren Institutionen und Düsseldorfer Unternehmen verantwortet. Die Ausstellungen wurden ausschließlich aus eigenen Einnahmen und durch Sponsoring finanziert. Außerdem wurde das Ausstellungs- und Veranstaltungsmanagement eines öffentlichen Ausstellungshauses erstmals langfristig von einem privaten Betreiber auf Grundlage eines Managementvertrags übernommen.
Ende der Landesförderung
Im September 2012 kündigte das Land Nordrhein-Westfalen an, Ende 2013 aus der Förderung auszusteigen. Die jährliche Zuwendung betrug 750.000 Euro. Als Begründung nannte das Land seinen Beitrag zur Konsolidierung des Landeshaushalts. Auch die Messe Düsseldorf stellte ihre Förderung ein. Daraufhin kündigten Werner Lippert und Petra Wenzel das Ende ihrer Tätigkeit an.
Zur Rettung des Forums gründete sich die Bürgerinitiative „Rettet das NRW-Forum“. Sie wollte als Kooperationspartner das Victoria and Albert Museum in London gewinnen; als Ansprechpartner wurde Martin Roth genannt. Die Stadt Düsseldorf scheute jedoch die Kosten einer solchen Zusammenarbeit. Anschließend wurde eine Angliederung an das Museum Kunstpalast mit dem Schwerpunkt Fotografie diskutiert.
Nach der Kommunalwahl 2014 bezeichnete der neu gewählte Oberbürgermeister Thomas Geisel den Ausstieg des Landes als „ungeschickt“. Er sprach sich für eine Weiterentwicklung des bisherigen Konzeptes aus, das eine Verbindung von Kultur und Wirtschaft sowie von bildender Kunst und Design vorsah.
Nach dem Ende der Landesförderung wurde das Haus zunächst als Ausstellungsraum für das Kunstfestival Quadriennale, das Photo Weekend und eine Tanzmesse genutzt.
Neues Konzept und digitale Themen
Ab 2015 übernahm Alain Bieber, zuvor ARTE-Journalist und Kurator, die künstlerische Leitung des NRW-Forums. Sein Vertrag wurde über das Jahr 2020 hinaus verlängert. Im Januar 2020 wurde das NRW-Forum in das Museum Kunstpalast eingegliedert.
Ein Beispiel für die neue inhaltliche Ausrichtung war die Ausstellung „Ego Update – die Zukunft der digitalen Identität“, die vom 19. September 2015 bis zum 16. Januar 2016 gezeigt wurde. Sie behandelte Selfies und Cyborgs sowie die Frage, wie sich Vorstellungen von Identität im digitalen Zeitalter verändern.
Vom 25. bis zum 27. Mai 2018 veranstaltete das NRW-Forum das Digitalfestival META Marathon. Die Beispiele zeigen die Verbindung des Hauses mit zeitgenössischen und digitalen Fragestellungen.
Architektur des Gebäudes
Das Gebäude gehört zum denkmalgeschützten Ehrenhof-Ensemble. Dessen architektonische Ursprünge reichen in die Zeit um 1900 zurück. Für die Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung von 1902 errichteten Albrecht Bender und Eugen Rückgauer den um einen Innenhof angelegten Kunstpalast, das erste Gebäude der heutigen Gruppe.
Die Düsseldorfer Bürohausgesellschaft erweiterte das Areal des Kunstpalastes in den Jahren 1925 bis 1926 nach Plänen von Wilhelm Kreis für die GeSoLei-Ausstellung. Zum neuen Ehrenhof-Ensemble gehörten nun auch ein Planetarium, das später als Rheinhalle und heute als Tonhalle Düsseldorf genutzt wird, die Rheinterrasse und das Reichsmuseum für Gesellschafts- und Wirtschaftskunde. Das spätere Landesmuseum Volk und Wirtschaft und seit 1998 das NRW-Forum nutzen dessen Ausstellungsgebäude.
Kennzeichnend für die Gebäude sind eine streng symmetrische Anordnung, archaisch-monumentale Formen und expressionistische Ziegelfassaden. Formal reduzierte Bauelemente sollten den Gesamteindruck bestimmen. Auch die neobarocke Fassade des Kunstpalastes wurde an die neuen Gebäude angepasst und mit einer schlicht-strengen Klinkerfassade ummantelt. Die Rheinfassade des NRW-Forums weist Anklänge an die von Peter Behrens 1909/1910 entworfene Villa Cuno auf.
Das Ensemble zählt neben dem Wilhelm-Marx-Haus und dem Deutschen Hygiene-Museum in Dresden zu den bedeutendsten Entwürfen von Wilhelm Kreis. An beiden Enden des eingeschossigen Baukörpers befinden sich „tempelartige Vorbauten“ beziehungsweise „tempelartige Eckpavillons“ im Stil des Neoklassizismus. Das Gebäude steht auf einem geneigten Sockel. Die darüberliegenden Fenster werden durch Werksteinsimse zu horizontalen Bändern zusammengefasst. An den Fassaden befinden sich außerdem Mosaike von Jan Thorn Prikker („Der Tag“) und Heinrich Nauen („Tanz“, Ausschnitt).
Ausstellungen und Einrichtungen
Das NRW-Forum Kultur und Wirtschaft zeigt wechselnde kontextuelle Ausstellungen zu ästhetischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Phänomenen der jeweiligen Zeit. Die Themen können angewandte Kunst, Design, Werbung, Architektur, Fotografie, Video und Mode umfassen.
In den ersten Jahren war auch das Deutsche Kunststoff Museum mit einer Dauerausstellung und Themenausstellungen im NRW-Forum vertreten.
Seit Juli 2019 beherbergt das Haus außerdem eine permanente Videolounge der Stiftung imai. Diese widmet sich der Sammlung, Restaurierung und Distribution von Video- und Medienkunst. Ebenfalls im NRW-Forum befindet sich das „IKS – Institut für Kunstdokumentation und Szenografie“ unter der Leitung von Ralph Goertz. Das Institut ist auf Dokumentarfilme und Trailer im Bereich der zeitgenössischen Kunst sowie auf die Entwicklung digitaler Formate spezialisiert.