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Messidor
Der Messidor (deutsch auch Erntemonat) ist der zehnte Monat des republikanischen Kalenders der Französischen Revolution. Er folgt auf den Prairial, …
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Grunddefinition und Einordnung
Der Messidor, deutsch auch Erntemonat, ist der zehnte Monat des republikanischen Kalenders der Französischen Revolution. Er folgt auf den Prairial und wird vom Thermidor abgelöst. Als erster Monat des Sommerquartals (mois d’été) gehört er zum zehnten Monat des französischen Revolutionsjahrs.
Der Messidor beginnt ungefähr am 19. Juni und endet ungefähr am 18. Juli. Ein Messidor-Monat umfasst 30 Tage. Für die genaue Umrechnung in den gregorianischen Kalender muss zusätzlich das republikanische Jahr berücksichtigt werden, da der Monatswechsel zwischen Juni und Juli liegt.
Tagesaufbau und Benennungsregeln
Wie alle Monate des Französischen Revolutionskalenders ist der Messidor in drei Dekaden mit jeweils zehn Tagen eingeteilt. Die Tage heißen Primidi, Duodi, Tridi, Quartidi, Quintidi, Sextidi, Septidi, Octidi, Nonidi und Décadi.
Die meisten Tage sind nach landwirtschaftlichen Pflanzen benannt. Eine Ausnahme bilden jeweils der 5. und der 10. Tag jeder Dekade: Der 5. Tag (Quintidi) trägt den Namen eines Haustiers, der 10. Tag (Décadi) den eines landwirtschaftlichen Geräts.
Die Tagesnamen des Messidor lauten:
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- Seigle (Roggen), 2. Avoine (Hafer), 3. Oignon (Zwiebel), 4. Véronique (Ehrenpreis), 5. Mulet (Maultier), 6. Romarin (Rosmarin), 7. Concombre (Gurke), 8. Échalottes (Schalotten), 9. Absynthe Absinthe (Wermut), 10. Faucille (Sichel).
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- Coriandre (Koriander), 12. Artichaut (Artischocke), 13. Giroflée Girofle (Gewürznelke), 14. Lavande (Lavendel), 15. Chamois (Gemse), 16. Tabac (Tabak), 17. Groseille (Johannisbeere), 18. Cesse (Platterbse), 19. Cerise (Kirsche), 20. Parc (Pferch).
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- Menthe (Minze), 22. Cumin (Kreuzkümmel), 23. Haricots (Bohnen), 24. Orcanète (Schminkwurz), 25. Pintade (Perlhuhn), 26. Sauge (Salbei), 27. Aïl (Knoblauch), 28. Vesce (Wicke), 29. Blé (Weizen), 30. Chalémie (Schalmei).
Einige Vorschläge von Fabre d’Églantine wurden nicht angenommen. Die vier klassischen europäischen Getreidearten Weizen, Roggen, Gerste und Hafer sollten nach seiner Idee jeweils einen Tag im Messidor erhalten. Gerste wurde jedoch in den Vendémiaire verschoben. Außerdem wollte d’Églantine neben das Maultier einen legendären Pferd/Kuh-Mischling namens „Jumart“ stellen; auch dieser Vorschlag wurde nicht akzeptiert.
Umrechnung in den gregorianischen Kalender
Die Umrechnungstafel ordnet die 30 Tage des Messidor den gregorianischen Kalenderdaten für die republikanischen Jahre I bis XIII zu. In den Jahren I bis VII entsprechen die Spalten den gregorianischen Jahren 1793 bis 1799. In den Jahren VIII bis XIII entsprechen sie den Jahren 1800 bis 1805.
Der 1. bis 12. Messidor fällt auf den 19. bis 30. Juni. Nach dem Monatswechsel folgt der 13. bis 30. Messidor auf den 1. bis 18. Juli. Das Grundschema lautet daher:
- Messidor 1–12: 19.–30. Juni
- Messidor 13–30: 1.–18. Juli
Die konkrete Zuordnung wird in der Tafel nach republikanischem Jahr und gregorianischem Jahr angegeben. Für Messidor I–VII stehen die gregorianischen Jahre 1793, 1794, 1795, 1796, 1797, 1798 und 1799; für Messidor VIII–XIII die Jahre 1800, 1801, 1802, 1803, 1804 und 1805.
Beispiel: 26. Messidor IX
Gesucht ist das Datum des 26. Messidor IX.
Das republikanische Jahr IX steht in der unteren Tabelle. Darunter ist das gregorianische Jahr 1801 angegeben. In der oberen Tageszeile steht unter dem 26. der Wert 15. Da dieser Wert nach dem Monatsübergang von 30. auf 1. liegt, ist nicht der Juni, sondern der Juli gemeint.
Der 26. Messidor IX entspricht somit dem 15. Juli 1801.