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Mercurial
Mercurial ist ein plattformunabhängiges, verteiltes Versionskontrollsystem zur Software-Entwicklung. Es wird nahezu vollständig in Python entwickelt: lediglich …
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Überblick und Arbeitsweise
Mercurial ist ein plattformunabhängiges, verteiltes Versionskontrollsystem für die Software-Entwicklung. Versionskontrolle hält Änderungen an Dateien als Revisionen fest; eine neue Revision heißt bei Mercurial Changeset. Das System soll effizient, skalierbar und robust beim Umgang mit Text- und Binärdateien sein.
Wer an einem Projekt arbeiten möchte, klont dessen Repository, also die vollständige lokale Kopie der Projektverwaltung. In dieser Kopie können Änderungen und neue Changesets erstellt werden. Entwicklungszweige anzulegen und wieder zusammenzuführen, also Branching und Merging, gehören fest zu Mercurial.
Mercurial lässt sich über die Kommandozeile verwenden; alle Befehle beginnen mit „hg“, dem Elementsymbol für Quecksilber (englisch mercury). Es gibt außerdem eine integrierte Web-Schnittstelle. Mercurial wird nahezu vollständig in Python entwickelt; nur eine Diff-Implementierung, die auch Binärdateien verarbeiten kann, ist in C umgesetzt. Es läuft unter Linux, macOS, Windows und weiteren Betriebssystemen, steht unter GPLv2+ und ist Freie Software. Als aktuelle Version wird 7.2.4 vom 11. August 2026 genannt; die aktuelle Vorabversion ist 6.4rc0 vom 2. März 2023.
Entstehung und Bezug zu Git
Matt Mackall kündigte Mercurial am 19. April 2005 auf der Linux-Kernel-Mailingliste an. Anlass war die Ankündigung von BitMover, BitKeeper nicht mehr kostenlos bereitzustellen. BitKeeper war unter anderem für die Versionskontrolle des Linux-Kernels eingesetzt worden.
Ungefähr gleichzeitig begann Linus Torvalds mit Git, das ähnliche Ziele wie Mercurial verfolgt. Für den Linux-Kernel wird offiziell Git verwendet, auch wenn einzelne Kernel-Entwickler Mercurial einsetzen.
Einsatz und grafische Bedienung
Mercurial wird bei bekannten Software-Projekten und Firmen verwendet, darunter Facebook, Mozilla mit Firefox und Thunderbird, SourceForge, NetBeans IDE und Dovecot.
Für eine Bedienung ohne Kommandozeilenbefehle gibt es grafische Frontends: TortoiseHg für Microsoft Windows und Gnome/Nautilus sowie MacHg und Murky für macOS. Auch Entwicklungsumgebungen wie NetBeans, Eclipse, Android Studio, Delphi und Qt Creator unterstützen Mercurial meist über mitgelieferte oder nachinstallierbare Plug-ins. MercurialEclipse ermöglicht zusätzlich die Arbeit mit Patch Queues (mq).