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Liste von Datenkompressionsprogrammen
Diese Seite listet Programme für Datenkompression und Packprogramme sowie die von ihnen unterstützten Formate auf.
Inhalt4 Abschnitte
Aufbau und Zweck der Übersicht
Die Seite sammelt Programme zur Datenkompression, zum Packen und Entpacken von Archiven sowie die jeweils unterstützten Formate und Betriebssysteme. Ein Archiv kann mehrere Dateien zusammenfassen; je nach Programm werden diese zusätzlich komprimiert, verschlüsselt, aufgeteilt oder als selbstextrahierendes Archiv bereitgestellt. Die ZIP-Kompressionsprogramm-Familie bildet dabei nur dem Namen nach eine einheitliche Gruppe.
Die Programme reichen von grafischen Oberflächen für verschiedene Kommandozeilenwerkzeuge bis zu spezialisierten Kompressoren für Unix, Windows, macOS, DOS, Mainframes und ältere Plattformen. Häufig unterstützte Formate sind 7z, ZIP, RAR, ARJ, LHA/LZH, CAB, tar, gzip, bzip2, xz, cpio und ISO-Abbilder. Die Lizenzmodelle reichen von Open Source und Freeware über Shareware bis zu proprietären Programmen oder Adware.
Wichtige Pack- und Archivprogramme
7-Zip unterstützt unter anderem 7z, bzip2, cab, cpio, deb, DMG, gzip, ISO, LHA, LZMA, RAR, RPM, tar und ZIP. Es kann selbstextrahierende und passwortgeschützte Archive erstellen; außerdem gibt es eine portable Version. 7-Zip ZS erweitert die 7z-Unterstützung um Zstandard, Brotli, Lz4, Lz5, Lizard und Fast LZMA2. Weitere plattformbezogene Oberflächen sind 7zX für macOS, Ark und Karchiver für KDE sowie PeaZip, IZArc, PowerArchiver, QuickZip, TUGZip, Squeez, WinZip und WinAce.
Ark und Karchiver dienen vor allem als grafische Benutzeroberflächen für unterschiedliche Kommandozeilenprogramme. Ark kann Archive anzeigen, erzeugen, ändern und Dateien extrahieren; mit installierten Zusatzprogrammen verarbeitet es beispielsweise tar, gzip, bzip2, ZIP und LHA. IZArc verarbeitet 38 Archivformate, kann große Dateien auf mehrere Datenträger verteilen, Archive mit einem Passwort schützen und Dateien innerhalb des Archivs bearbeiten. WinZip unterstützt unter anderem ZIP, Zip64, 7z, ARJ, tar, gz, bz2, RAR und ISO-Abbilder, aber nur eine begrenzte Anzahl von Formaten.
Mehrere Programme sind auf einzelne Formate oder bestimmte Aufgaben spezialisiert. ALZip verarbeitet 40 Formate und unterstützt AES-128- und AES-256-Verschlüsselung sowie ZIP 2.0. MakeCAB erzeugt CAB-Dateien und ist auf jedem NT-basierten Windows-System vorhanden, unter anderem als Backend für IExpress. RarZilla Free Unrar dient zum Entpacken von RAR-Dateien; WinRAR, Unrar und verwandte Programme unterstützen außerdem 7z, ZIP, ARJ, LZH, CAB, ACE, tar, gzip, UUE, bz2, JAR, ISO und Z.
Für Unix wichtige Werkzeuge sind gzip, compress, bzip2, xz, lzip, tar, cpio und pax. compress erzeugt Dateien mit der Endung .Z und wurde meist durch gzip ersetzt. gzip erzeugt .gz-Dateien und kann mit compress erzeugte Dateien dekomprimieren, aber nicht selbst im .Z-Format erstellen. bzip2 komprimiert meist besser als gzip und compress, benötigt dafür aber mehr Zeit und Speicher. xz basiert auf LZMA, erzielt besonders bei Binärdateien höhere Kompressionsraten als bzip2 und ist bei der Dekompression speichersparender, bei der Kompression jedoch zeit- und speicheraufwendiger. lzip legt mit LZMA besonderen Wert auf Wiederherstellung und Datensicherheit und enthält ein Werkzeug zur Reparatur fehlerhafter .lz-Archive.
ar ist ein standardisiertes Unix-Archivformat ohne Komprimierung und wird heute vor allem für Programmbibliotheken verwendet. Auch tar-Archive sind grundsätzlich unkomprimiert; ein mit tar gepacktes Archiv heißt Tarball. tar kann mit compress, gzip, bzip2 oder xz kombiniert werden. Gebräuchliche Varianten sind ustar, das POSIX-tar-Format von 1988, pax, die 2001 durch POSIX eingeführte erweiterbare Variante, und GNU-tar, das nicht vollständig mit dem Standardformat kompatibel ist. cpio bietet ebenfalls selbst keine Komprimierung und kann mit compress, gzip oder bzip2 kombiniert werden. pax unterstützt verschiedene tar- und cpio-Formate und ist für POSIX/Unix standardisiert.
Spezialprogramme sind unter anderem DAR für dateibasierte Kompression, Verschlüsselung und auf mehrere Dateien verteilte Backups, sowie AMATERSE für MVS Data Sets. AMATERSE war bis z/OS V1R6 als TRSMAIN undokumentiert enthalten und ist seit z/OS V1R9 Bestandteil der Standardauslieferung. FLAM komprimiert vertikal, strukturorientiert und kontextuell in unabhängigen Segmenten und verschlüsselt diese anschließend. Dadurch sind gezielte Suche und Vorselektion über Hash-Techniken und Indizes möglich, ohne alle Daten zu entpacken. x-PRESS dient der Kompression, Konvertierung, optionalen Verschlüsselung, Datenfernübertragung und Langzeitarchivierung. Weitere spezialisierte oder ältere Programme sind ARC, PKARC, ARJ, LHA, LZX, PAK, UHARC, UltraCompressor II, WinHKI, WinRK, zoo und StuffIt.
Kompression von Programmdateien
Für ausführbare Programmdateien gibt es spezielle Packer, die Programmdateien verkleinern und beim Start wieder entpacken. Für das 32-Bit-PE-Format von Windows-NT- und neueren Windows-Programmdateien nennt die Übersicht unter anderem ANDpakk2, ASPack, BeRoEXEPacker, BIN-crypter, CExe, Crinkler, exe32pack, ExeBundle, EXECryptor, ExeStealth, eXPressor, FSG, kkrunchy, 32Lite, MEW, MPRESS, NeoLite, .netshrink, NsPack, Obsidium, PECompact, PESpin, PEtite, PKLite32, RLpack, Themida, Upack, UPX, VMProtect, WWPack32, XComp/XPack, Yoda’s Crypter und YZPack.
Einige dieser Programme sind Freeware oder freie Software, etwa FSG, kkrunchy, MEW, MPRESS, PESpin, Upack, UPX, XComp/XPack, Yoda’s Crypter und YZPack. Andere sind proprietär, etwa ASPack, ExeBundle, EXECryptor, ExeStealth, PECompact und Themida. EXECryptor, RLpack, Themida und Yoda’s Crypter werden zusätzlich als Packer und Obfuscator bezeichnet. .netshrink ist nur mit .NET-Applikationen kompatibel; NsPack ist .NET-Framework-fähig. MPRESS und PESpin sind 64-Bit-fähig.
Für COM-, EXE- und SYS-Dateien unter MS-DOS 5.0 werden ComPAck v5.1, aPack, AvPack, Diet, 32LiTE, LZEXE, Pklite, ProPack, UPX, WWPack und XPack aufgeführt. 32LiTE ähnelt UPX, unterstützt verschiedene DOS-Extender und basiert auf aplib. Das Programm 624 ist für COM-Dateien kleiner als 25 KB vorgesehen und verwendet LZW-Kompression.
Für andere ausführbare Formate gibt es 624 für ELF-Binärdateien unter Linux/i386, gzexe als Kombination aus Shellskript und gzip für die meisten Unix-Derivate, Java Archive als komprimierten Bytecode in einer ZIP-Datei sowie ProGuard zum Verkleinern von Bytecode für die plattformübergreifende Java Virtual Machine. PuCrunch ist für Commodore 64, 16 und VIC 20 bestimmt. UPX unterstützt neben Windows- und DOS-Programmen auch Linux/i386-Binaries und einige weniger bekannte Plattformen.
Entpacker und Identifier
Identifier untersuchen Programmdateien und können Hinweise auf den verwendeten Packer liefern. Die Liste nennt Detect It Easy sowie ExEinfo PE by A.S.L., das zusätzlich Informationen zu möglichen Entpackern bereitstellt.
Für das Entpacken oder Analysieren gepackter Programmdateien werden CUP386 als generischer Entpacker und Debugger, IUP („Intelligent Executable Unpacker“) als generischer Entpacker sowie PEiD aufgeführt. IUP ist gemeinfrei und wird mit ASM-Quelle genannt. RL!Unpackers sind spezifische Entpacker, unter anderem für UPack. UNP kann als spezifischer oder generischer Entpacker eingesetzt werden und wird als Cardware bezeichnet.