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Liste der Datenbankmanagementsysteme
Die Liste der Datenbankmanagementsysteme umfasst Software zur Verwaltung von Datenbanken, vor allem von relationalen Datenbanken, objektorientierten …
Inhalt5 Abschnitte
Gegenstand und Grundtypen
Die Liste umfasst Software zur Verwaltung von Datenbanken. Ihr Schwerpunkt liegt auf relationalen, objektorientierten und objektrelationalen Datenbankmanagementsystemen; sie enthält aber auch zahlreiche andere Bauarten.
Relationale Systeme organisieren Daten in miteinander verknüpften Tabellen. Objektrelationale Systeme erweitern dieses Modell um objektorientierte Eigenschaften, während objektorientierte Datenbanken Objekte direkt speichern. Weitere vertretene Typen sind dokumentenorientierte, hierarchische, Netzwerk-, Graph-, Schlüssel-Werte-, XML-, Zeitreihen-, Array- und multidimensionale Datenbanken. Hinzu kommen spaltenorientierte, speicherbasierte beziehungsweise In-Memory-Systeme sowie Lösungen für analytische Auswertungen, Data-Warehousing und eingebettete Systeme.
Die Einträge unterscheiden sich außerdem nach Entwickler, unterstütztem Betriebssystem, verwendeter Programmiersprache, Erscheinungsjahr und Lizenz. Manche Systeme sind plattformunabhängig, andere auf bestimmte Betriebssysteme oder Einsatzgebiete zugeschnitten. Die Lizenzen reichen von proprietären Modellen über Freemium bis zu freien Lizenzen wie Apache-Lizenz, GNU General Public License, MIT-Lizenz, BSD-Lizenz, Mozilla Public License und PostgreSQL Lizenz; SQLite ist gemeinfrei.
Relationale Datenbankmanagementsysteme
Zu den wichtigen relationalen Systemen gehören Db2 von IBM, Microsoft Access und Microsoft SQL Server von Microsoft, MySQL und Oracle von Oracle sowie PostgreSQL, MariaDB, SQLite, Firebird, Apache Derby, H2 Database, HSQLDB, Ingres, Informix, InterBase, SAP MaxDB, SQL Anywhere und Transbase.
Die Erscheinungsjahre reichen in der Übersicht von Ingres (1974) und Oracle (1979) über Db2 (1983), 4th Dimension (1984), FileMaker (1985), Transbase (1987), Microsoft SQL Server (1989), Microsoft Access und SQL Anywhere (jeweils 1992) sowie MySQL (1995) und PostgreSQL (1996) bis zu Firebird und SQLite (jeweils 2000), HSQLDB (2001), H2 Database (2005), CUBRID (2008), MariaDB (2009) und DuckDB (2019). Bei mehreren Produkten nennt die Tabelle kein genaues Erscheinungsjahr; InterBase wird lediglich den 1980er Jahren zugeordnet.
Die technische Ausrichtung ist verschieden: DuckDB ist spaltenorientiert, PostgreSQL objektrelational und SQLite eine Open-Source-Standalone-Datenbank. Microsoft Access richtet sich an PCs, während Microsoft SQL Server für große Anwendungen beschrieben wird. MySQL ist ein relationales Open-Source-System, das vielfach auf Internet-Servern eingesetzt wird und Oracle gehört. MariaDB ist ein Fork, also eine eigenständige Abspaltung, von MySQL und enthält zusätzliche Storage-Engines. SAP MaxDB ging aus Adabas D hervor und dient SAP-Produkten wie SAP R/3, NetWeaver und Business ByDesign als Datenbankplattform.
Viele Systeme laufen auf mehreren Plattformen. Apache Derby, H2 Database und HSQLDB gelten als plattformunabhängig und sind in Java geschrieben. PostgreSQL unterstützt Unix-Derivate, Linux, Windows und macOS; MySQL unter anderem Linux, Windows, macOS, FreeBSD und Solaris. Microsoft Access ist auf Windows beschränkt. SESAM/SQL Server läuft ausschließlich auf BS2000/OSD-Anlagen, Oracle Rdb ist speziell für OpenVMS bestimmt.
Auch die Lizenzmodelle unterscheiden sich: Db2, Microsoft Access, Microsoft SQL Server und Oracle sind proprietär. PostgreSQL verwendet die PostgreSQL Lizenz, DuckDB die MIT-Lizenz, Apache Derby die Apache-Lizenz und HSQLDB die BSD-Lizenz. MySQL sowie InnoDB werden sowohl unter der GNU General Public License als auch proprietär angeboten. MariaDB nutzt die GNU General Public License und die GNU Lesser General Public License.
Dokumentenorientierte Systeme
Dokumentenorientierte Datenbanken speichern zusammengehörige Daten als Dokumente statt hauptsächlich in relationalen Tabellen. Die Übersicht nennt Amazon DocumentDB, ArangoDB, CouchDB, Couchbase Server, CrateDB, HCL Notes, MarkLogic, MongoDB, OrientDB, RethinkDB und Virtuoso Universal Server.
Mehrere Produkte sind plattformunabhängig, darunter Amazon DocumentDB, ArangoDB, Couchbase Server, CrateDB, HCL Notes, OrientDB, RethinkDB und Virtuoso Universal Server. CouchDB unterstützt Linux, Unix, macOS und Windows; MongoDB läuft auf Linux, macOS, Windows und OpenBSD. MarkLogic ist für unixoide Systeme, macOS, Windows und Solaris angegeben.
Die Implementierungen verwenden unterschiedliche Sprachen: CouchDB ist in Erlang geschrieben, OrientDB und CrateDB in Java, Virtuoso Universal Server in C und ArangoDB in C++ und JavaScript. MongoDB verwendet C++, Go, JavaScript, C und Python. Couchbase Server kombiniert C++, Erlang, C, Go und Java. Als Erscheinungsjahre nennt die Übersicht unter anderem HCL Notes (1989), CouchDB (2005), MongoDB und RethinkDB (jeweils 2009), Couchbase Server und OrientDB (jeweils 2010), ArangoDB (2011) sowie Amazon DocumentDB (2019).
CouchDB ist eine unter der Apache-Lizenz 2.0 veröffentlichte dokumentenbasierte Datenbank. MongoDB ist ebenfalls dokumentenbasiert und in C++ entwickelt; als Lizenz ist die Server Side Public License angegeben. OrientDB ist eine in Java geschriebene Open-Source-NoSQL-Datenbank, die dokumentenorientierte Speicherung mit Eigenschaften von Graphdatenbanken verbindet. HCL Notes ist ein verteiltes, dokumentenorientiertes System mit enger E-Mail-Anbindung. Amazon DocumentDB, HCL Notes und MarkLogic sind proprietär; Couchbase Server wird mit Apache-Lizenz und Freemium-Modell geführt.
Weitere Datenbankmodelle und Einsatzgebiete
Neben relationalen und dokumentenorientierten Produkten enthält die Liste spezialisierte Systeme:
• Schlüssel-Werte-Datenbanken speichern Werte unter eindeutigen Schlüsseln. Dazu gehören Berkeley DB von Oracle, DBM als erste dateibasierte Schlüssel-Werte-Datenbank, Lightning Memory-Mapped Database und Redis als In-Memory-Schlüssel-Werte-Datenbank.
• Objektorientierte Systeme speichern objektorientierte Datenstrukturen. Beispiele sind db4o für .NET und Java sowie die Versant Object Database.
• XML-Datenbanken sind auf XML-Dokumente ausgerichtet. BaseX ist ein natives, leichtgewichtiges Open-Source-XML-Datenbankmanagementsystem; eXist ist eine freie und Tamino DB eine kommerzielle XML-Datenbank.
• Graphdatenbanken bilden Daten und ihre Beziehungen als Knoten und Verbindungen ab. Neo4j ist eine in Java implementierte Graphdatenbank; OrientDB verbindet Dokument- und Graphmerkmale.
• Multidimensionale Datenbanken strukturieren Daten für Analysen in mehreren Dimensionen. Genannt werden Caché, Essbase, TM1, UniVerse und UniData. Essbase dient besonders der Erstellung analytischer Auswertungen.
• InfluxDB ist auf Zeitreihen spezialisiert. Rasdaman, ausgeschrieben „raster data manager“, wird als erstes Array-Datenbanksystem bezeichnet. IMS ist eine hierarchische IBM-Datenbank für Mainframes; UDS und DBSR sind Netzwerk-Datenbanksysteme. SAP HANA ist eine In-Memory-Datenbank, DuckDB eine spaltenorientierte Datenbank und Teradata eine Massiv-Paralleles-Processing-Datenbank.
Für Data-Warehousing und Analysen werden Greenplum, ein MPP-Data-Warehouse auf PostgreSQL-Basis, sowie MonetDB genannt. MonetDB umfasst quelloffene Produkte für Data-Mining, OLAP, GIS und XML-Verarbeitung. Oracle EXAdata kombiniert Database- und Storage-Server in einem Rack und eignet sich sowohl für OLTP, also die Verarbeitung laufender Transaktionen, als auch für Data-Warehousing. Polyhedra und Polyhedra FlashLite sind speicherbasierte relationale Datenbanken, unter anderem für eingebettete Systeme.
Typische Produktformen und Beispiele
Datenbanksoftware kann als eigenständiges Programm, als Client/Server-System, als Web-Datenbank, als Bestandteil eines Office-Pakets oder als technische Komponente anderer Anwendungen auftreten. 4th Dimension SQL ist beispielsweise ein kommerzielles System für Standalone-, Client/Server- und Web-Datenbanken. FileMaker deckt dieselben Einsatzformen ab und stammt von Claris International, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Apple.
LibreOffice Base und OpenOffice.org Base sind Standalone-Datenbanken ihrer jeweiligen Office-Pakete; Kexi ist eine freie integrierte Datenbankmanagementanwendung der Calligra Suite. HSQLDB ist in OpenOffice.org Base integriert. Lotus Approach gehört zur Lotus SmartSuite. Extensible Storage Engine, auch Jet Blue genannt, wird unter anderem in Microsoft Exchange Server und Active Directory eingesetzt; die Jet Engine war ursprünglich die Standard-Engine für Microsoft Access.
Einige Einträge verbinden Datenbank und Entwicklungsumgebung. Conzept 16 besitzt eine integrierte Entwicklungsumgebung, Progress ist mit einer 4GL-Entwicklungsumgebung verbunden, und Visual FoxPro kombiniert Datenbank und Entwicklungsumgebung. MUMPS beziehungsweise M ist zugleich Betriebssystem, Datenbanksystem und Programmiersprache. Paradox ist eine dateibasierte Windows-Datenbank, während PointBase Micro eine relationale SQL-Java-Datenbank für J2ME- und J2SE-Umgebungen ist.
Mehrere Systeme entstanden aus anderen Produkten oder wechselten den Eigentümer. Firebird ist ein Open-Source-Spin-off von InterBase. Adabas D ging in SAP MaxDB über und ist nicht mit Adabas verwandt. SAP MaxDB hieß bei den Versionen 7.2 bis 7.4 SAP DB, ab Version 7.5 MaxDB und ab Version 7.7 SAP MaxDB. Informix wird nach seiner Entwicklung durch die Firma Informix von IBM weitergepflegt. SQL Anywhere stammt ursprünglich von Watcom, ging dann an Powersoft und gehört in der Liste zu SAP.