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Korrosionsschutzmittel
Ein Korrosionsschutzmittel ist ein Stoff, der Materialien gegen einen korrosiven Angriff temporär oder dauerhaft schützt. Korrosionsschutzmittel werden zum …
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Definition und grundlegende Eigenschaften
Ein Korrosionsschutzmittel ist ein Stoff, der Materialien temporär oder dauerhaft gegen einen korrosiven Angriff schützt. Korrosion bezeichnet dabei den schädigenden Angriff eines Materials durch seine Umgebung. Korrosionsschutzmittel werden eingesetzt, um Korrosion zu vermeiden oder hinauszuzögern und dadurch die Gebrauchsdauer eines Gegenstands zu verlängern.
Wesentliche Anforderungen sind Umweltverträglichkeit, guter Korrosionsschutz und eine einfache Anwendung. Zu den gängigen Mitteln gehören Öle, Lacke, Chemikalien, Metalle und Metalloxide. Lacke sind Beschichtungen aus Kunststoffen. Ein Schutzmittel kann dauerhaft aufgetragen werden oder je nach Verwendungszweck wiederholt zur Anwendung kommen.
Häufig werden Korrosionsschutzmittel Grundierungen zugesetzt. Für bereits korrodierte Flächen kann auch ein Rostumwandler enthalten sein. Die Grundierung kann anschließend überstrichen werden. Oberflächen, die dauerhaft mit einem korrosiven Medium, insbesondere Wasser, in Berührung stehen, lassen sich außerdem schützen, indem dem Medium Korrosionsinhibitoren zugesetzt werden. Korrosionsinhibitoren sind Stoffe, die den korrosiven Angriff hemmen. Sie machen meistens 5 bis 25 % Massenanteil eines Korrosionsschutzmittels aus.
Viele Korrosionsschutzmittel sind basisch, beispielsweise durch den Zusatz von Erdalkalialkylsulfonaten oder Metallseifen. Als Wasserverdränger werden unter anderem Glycolether verwendet. Nach ihrer Zusammensetzung oder Anwendung lassen sich Korrosionsschutzmittel unterteilen in organische lösungsmittelhaltige und wasserbasierte Mittel, Korrosionsschutzöle, Tauchwachse sowie Schmierfette mit Korrosionsinhibitoren.
Flüssige und pastöse Mittel
Nicht aushärtende flüssige und pastöse Korrosionsschutzmittel eignen sich für Oberflächen, die nur geringen mechanischen und chemischen Einwirkungen ausgesetzt sind. In der Regel sollten diese Mittel weder der Witterung ausgesetzt sein noch im typischen Kontaktbereich von Dingen oder Lebewesen liegen.
Typische Einsatzgebiete sind der Hohlraum- und Unterbodenschutz von Kraftfahrzeugen sowie der Schutz von Rohrleitungen, die im Erdreich oder an anderen feuchten und unzugänglichen Orten verlegt sind.
Verwendet werden vor allem:
- Öle, die durch gute Adhäsion und Benetzung den Kontakt der Oberfläche mit Wasser verhindern. Dünnflüssiges Öl mit guter Spreitung wird als Kriech- oder Penetrieröl bezeichnet.
- Fette und Wachse.
- Vaseline, beispielsweise als Petrolatumbinde zum Umwickeln von Rohrleitungen.
- Bitumenmasse.
Penetriermittel härten im Gegensatz zu Penetrieröl aus.
Korrosionsschutz durch Pigmente
Korrosionsschutzpigmente werden einem Bindemittel zugesetzt. Das Bindemittel hält die Pigmente zusammen und ermöglicht ihre Anwendung als Beschichtung. Beispiele für solche Pigmente sind Eisenglimmer und Zinkstaub.
Früher wurden auch Chromate oder Bleimennige verwendet. Ihre Anwendung ist heute wegen ihrer Toxizität verboten.
Temporärer Schutz und Anwendungen
Bei einem temporären Korrosionsschutz wird das Schutzmittel vor der Verwendung des Gegenstands wieder entfernt. Es soll nur bis zur Nutzung die Funktionsfähigkeit sicherstellen. Häufig werden dafür Wachse oder Öle verwendet, die zusätzlich weitere Inhibitoren enthalten.
Für den Transport können flüchtige Korrosionsinhibitoren eingesetzt werden. Diese sogenannten Volatile Corrosion Inhibitors gasen aus Papier oder Trägerfolien aus und schützen den Gegenstand während der vorübergehenden Lagerung oder Beförderung.
Korrosionsschutzmittel werden unter anderem in Kraftfahrzeugen für den Unterbodenschutz, in Kontaktsprays, zur Hohlraumversiegelung, als Polfett und im Autowachs verwendet.