Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Klitorisvorhautpiercing

Ein Klitorisvorhautpiercing ist ein weibliches Intimpiercing durch die Klitorisvorhaut. Es kann sowohl vertikal als auch horizontal gestochen werden.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundlagen und Verbreitung
  2. 2. Voraussetzungen und Durchführung
  3. 3. Horizontale und vertikale Variante
  4. 4. Schmuck und Varianten
  5. 5. Sexuelle Auswirkungen
  6. 6. Ähnliche Piercings

Grundlagen und Verbreitung

Ein Klitorisvorhautpiercing ist ein weibliches Intimpiercing durch die Klitorisvorhaut, also durch die Hautfalte über der Klitoris. Die Klitoris selbst wird dabei nicht durchstochen; darin unterscheidet es sich vom Klitorispiercing. Das Piercing kann vertikal oder horizontal gestochen werden, auch eine Kombination beider Varianten ist möglich. Als Abkürzungen werden KVV für die vertikale und KVH für die horizontale Variante genannt.

Das Klitorisvorhautpiercing gilt unter den weiblichen Intimpiercings als das beliebteste und am weitesten verbreitete. Genannt werden als Gründe die vergleichsweise einfache Durchführung, die relativ schnelle Heilungsdauer von etwa 4 bis 6 Wochen und das meist angenehme Tragegefühl. Bei einem vertikalen Piercing wird häufig eine gesteigerte Empfindsamkeit der Klitoris beschrieben; ein horizontales Piercing hat zusätzlich einen gut sichtbaren ästhetischen Effekt.

Voraussetzungen und Durchführung

Vor dem Stechen müssen die anatomischen Voraussetzungen geprüft werden. Bei manchen Frauen ist nicht genug Gewebe vorhanden, um ein Herauswachsen des Piercings zu verhindern. Deshalb sollen Durchführbarkeit und mögliche Ausrichtung, also horizontal oder vertikal, im Vorgespräch mit dem Piercer geklärt werden. Bei den meisten Frauen ist laut Artikel jedoch eine der beiden Varianten möglich.

Beim Stechen darf die Klitoris nicht in den Stichkanal einbezogen werden. Entscheidend sind genügend Gewebe, eine geeignete Form und Symmetrie der Klitorisvorhaut sowie eine Platzierung, die Druck, Drehen, Einklemmen oder Herauswachsen möglichst vermeidet.

Horizontale und vertikale Variante

Das horizontale Klitorisvorhautpiercing eignet sich nur, wenn oberhalb der Klitoris genügend Gewebe vorhanden ist und die Vorhaut nicht vollständig durch die äußeren Schamlippen bedeckt wird. Form und Symmetrie der Vorhaut sind wichtig, damit sich das Piercing nicht dreht oder einklemmt. Es soll mit einer Klemmzange gestochen werden, ohne die Klitoris einzubeziehen. Wenn genug Gewebe vorhanden ist, können mehrere horizontale Piercings getragen werden; der stimulierende Effekt nimmt dabei aber nicht im gleichen Maß zu wie der optische Effekt.

Beim vertikalen Klitorisvorhautpiercing ist die genaue Position besonders wichtig. Eine zu flache oder zu weit vorne liegende Platzierung des Stichkanals kann zum Herauswachsen führen und verhindert oft den gewünschten Kontakt mit der Klitoris. Das Piercing soll nicht zu nah am Rand der Vorhaut liegen; zwischen Stichkanal und Rand der Vorhaut sollte mindestens ein Zentimeter Abstand sein. Als optimal wird ein Stichkanal beschrieben, der an der tiefsten Stelle der Vorhaut eintritt, am Übergang zwischen Klitoris und Vorhaut. Häufig wird beim Stechen eine Receiving Tube verwendet, um die Nadel abzufangen.

Schmuck und Varianten

Beim horizontalen Piercing wird meist ein kleiner Ball Closure Ring (BCR), also ein Klemmkugelring, eingesetzt. Er soll so gewählt werden, dass die Kugel direkt auf der Klitoris liegt. Beim vertikalen Piercing wird meist ein Barbell verwendet; dessen untere Kugel liegt ebenfalls direkt auf der Klitoris. Beide Schmuckformen werden im Artikel als sexuell erregend und gefühlsintensiv beschrieben. Als Schmuckarten werden außerdem Circular Barbell und Curved Barbell genannt.

Neben der üblichen horizontalen oder vertikalen Form gibt es weitere Varianten. Eine Kombination aus horizontalem und vertikalem Piercing ist möglich, wenn genug Gewebe vorhanden ist und die Piercings keinen gegenseitigen Druck ausüben; sonst kann eines oder beide herauswachsen. Das Diana-Piercing ist ein leicht schräg gestochenes, nicht vollständig vertikales Klitorisvorhautpiercing, das aus ästhetischen Gründen meist paarweise gestochen wird. Dafür wird leicht gebogener Schmuck, ein Curved Barbell, empfohlen. Das Deep Hood Piercing ist ein tiefer gestochenes Klitorisvorhautpiercing und kann horizontal oder vertikal ausgeführt werden. Horizontal ähnelt es dem Triangle-Piercing, wird aber weiter vorne gestochen; der Stichkanal läuft unter dem Klitorisschaft, ohne ihn zu berühren. Vertikal entspricht es einer kurzen Version eines Nefertiti-Piercings.

Sexuelle Auswirkungen

Vor allem das vertikale Klitorisvorhautpiercing wird im Artikel von den meisten Frauen als lustvoll und angenehm beschrieben. Eine wissenschaftliche Untersuchung an der University of South Alabama befragte Trägerinnen dieses Piercings mit Fragebögen vor dem Stechen und einige Monate danach. Dabei wurde berichtet, dass das Piercing das sexuelle Verlangen und die Erregbarkeit erhöhte; die Frauen hatten danach signifikant häufiger Geschlechtsverkehr.

Als mögliche Erklärung nennt der Artikel eine erhöhte Empfindsamkeit der Klitoris. Diese könne durch ein Anheben der Klitorisvorhaut, eine bessere Zugänglichkeit der Klitoris und direkte Stimulation durch das Piercing entstehen. Für andere untersuchte Bereiche, zum Beispiel Lubrikation, Orgasmushäufigkeit und -intensität sowie Schmerzen, konnte kein Einfluss nachgewiesen werden. Weil das Piercing ständig getragen wird, könne es zu dauernder sexueller Erregung kommen; dies sollten besonders Personen bedenken, die es aus optischen oder ästhetischen Gründen tragen möchten.

Ähnliche Piercings

Als ähnliche Piercings bei Frauen nennt der Artikel das Nefertiti-Piercing, das dem vertikalen Klitorisvorhautpiercing ähnelt, bei dem aber die obere Kugel auf dem Venushügel liegt. Das Isabella-Piercing ähnelt ebenfalls der vertikalen Variante, geht jedoch durch die Klitoris und verbindet damit Eigenschaften von Klitorisvorhautpiercing und Klitorispiercing. Das Triangle-Piercing ähnelt dem horizontalen Klitorisvorhautpiercing, liegt aber tiefer zwischen Vorhaut und inneren Schamlippen.

Als entsprechendes Piercing beim Mann wird der Oetang genannt, ein Piercing der männlichen Vorhaut.