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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Interkulturelle Einsatzberatung

Die Interkulturelle Einsatzberatung (IEB) umfasst als Kernaufgabe die Beratung militärischer Entscheidungsträger zu komplexen Zusammenhänge im Einsatzgebiet, …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Einordnung
  2. 2. Tätigkeit im Einsatz und im Grundbetrieb
  3. 3. Einsatzorte und Anforderungen

Aufgabe und Einordnung

Die Interkulturelle Einsatzberatung (IEB) ist eine Einheit des Zentrums Operative Kommunikation der Bundeswehr. Ihre Kernaufgabe ist, militärische Entscheidungsträger über komplexe Verhältnisse in Einsatzgebieten zu beraten. Diese werden stark durch kulturelle, religiöse, ethnische, historische und gesellschaftliche Faktoren geprägt.

Die IEB soll diese schwer überschaubare Lage für Kommandeure, Kontingentführer und deren Stäbe klar und differenziert darstellen. Damit trägt sie zum Schutz der eigenen Kräfte und zur Erfüllung des Auftrags bei. Sie nimmt Informationen wahr („Sensor“), kann auf relevante Akteure einwirken („Effektor“) und berät („Berater“). Dafür baut und pflegt sie ein Netzwerk zu einflussreichen Personen im Einsatzgebiet.

Tätigkeit im Einsatz und im Grundbetrieb

Im Einsatz berät und begleitet die IEB militärische Entscheidungsträger bei Kommunikation und Interaktion mit der örtlichen Bevölkerung. Sie identifiziert und bewertet lokale, ethnische, religiöse, politische und weitere soziokulturelle Strukturen. Außerdem erschließt und pflegt sie Kontakte zu relevanten Multiplikatoren, also Personen, die andere beeinflussen können, und nutzt bestehende Kontakte zur Unterstützung des Bundeswehrauftrags.

Weitere Aufgaben sind die Unterstützung bei der Mediation kulturbedingter Konflikte, Beiträge zur Lagebeurteilung sowie Weiterbildungsmaßnahmen für die Truppe im interkulturellen Bereich. Im Grundbetrieb unterstützt die IEB Verbände, Einheiten und Einrichtungen der Bundeswehr auf allen Ebenen bei der Einsatzvorausbildung.

In Deutschland tauscht sie Informationen mit militärischen und zivilen Dienststellen aus, stellt Informationen für Einsatzberater bereit, wertet Erkenntnisse aus Einsätzen aus, pflegt und archiviert sie. Sie wirkt bei Aus- und Weiterbildung mit, berät Kommandeure schon bei der Einsatzvorbereitung und arbeitet im Expertennetzwerk Interkulturelle Kompetenz der Bundeswehr.

Einsatzorte und Anforderungen

Nach dem Artikel beriet die IEB zurzeit in Afghanistan bei Resolute Support, im Kosovo bei KFOR, in Mali bei EUTM / MINUSMA, im Irak bei der Ausbildungsunterstützung sowie im Mittelmeer bei EUNAVFOR MED Operation Sophia. Der Artikel weist jedoch selbst darauf hin, dass Teile seit 2021 möglicherweise nicht mehr aktuell sind.

Interkulturelle Einsatzberater können in Deutschland Soldaten oder zivile Beschäftigte der Bundeswehr sein. Im Auslandseinsatz sind sie immer Soldaten und werden dafür einsatzvorbereitend ausgebildet; hierzu gehört der sichere Umgang mit militärischer Ausrüstung und Waffen.

Vorausgesetzt werden die deutsche Staatsbürgerschaft, ein Hochschulabschluss mit regional- oder kulturwissenschaftlichem Schwerpunkt oder ein geisteswissenschaftliches Studium mit praktischer Regionalerfahrung. Erforderlich sind außerdem vertiefte Kenntnisse oder weitreichende Erfahrungen im jeweiligen Kulturraum, soziale, kommunikative und geistige Kompetenz sowie eine eigenständige, ergebnisorientierte und proaktive Arbeitsweise. Genannt werden ferner überzeugendes Auftreten, gutes Ausdrucksvermögen in Deutsch und Englisch, Kenntnisse der Landessprachen des Einsatzgebietes, körperliche, psychische und geistige Belastbarkeit sowie die Bereitschaft zu längeren Auslandsaufenthalten in Krisengebieten.