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Im Schatten der Stars

Im Schatten der Stars (Originaltitel: In the Shadow of the Stars, Untertitel: The Lives of Singers) ist ein oscarprämierter Dokumentarfilm von Allie Light …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Filmprofil und zentrale Aussage
  2. 2. Inhalt und filmische Gestaltung
  3. 3. Gezeigte Opernausschnitte
  4. 4. Entstehung und Hintergrund
  5. 5. Kritik und Auszeichnungen
  6. 6. Spätere Entwicklung einzelner Interviewpartner

Filmprofil und zentrale Aussage

Im Schatten der Stars (Originaltitel: In the Shadow of the Stars, Untertitel: The Lives of Singers) ist ein oscarprämierter Dokumentarfilm aus den USA. Er wurde 1991 veröffentlicht, ist englischsprachig und hat eine Länge von 93 Minuten. Regie, Produktion und Schnitt übernahmen Allie Light und Irving Saraf; die Kamera führte Michael Chin.

Der Film beschäftigt sich mit den Chorsängerinnen und Chorsängern der San Francisco Opera. Sie wirken meist im Hintergrund eines Opernensembles und erhalten deutlich weniger Aufmerksamkeit als die Solisten. Gleichzeitig verfolgen viele von ihnen weiterhin die Hoffnung, eines Tages selbst in die Reihe der Sängerinnen und Sänger aufzusteigen, die im Rampenlicht stehen. Der Film zeigt, welchen persönlichen und beruflichen Einsatz die einzelnen Menschen dafür leisten.

Eine zentrale Aussage formuliert Paul Gudas im Film: Alle Sängerinnen und Sänger seien „Stars“, allerdings in unterschiedlicher Größe. Die berühmtesten Solisten vergleicht er mit markanten Sternen eines Sternbilds, während der Chor die vielen Sterne bilde, die wie die Milchstraße den Himmel ausfüllen. Damit betont der Film, dass auch die Mitglieder des Chors für den Opernbetrieb wichtig sind, selbst wenn sie weniger bekannt werden.

Inhalt und filmische Gestaltung

Im Mittelpunkt stehen Interviews mit einer unterschiedlich zusammengesetzten Gruppe von Sängerinnen und Sängern. Die Gespräche machen sichtbar, wie verschieden die Lebenswege, Hoffnungen und Anstrengungen der Beteiligten sind. Gemeinsam ist ihnen die Tätigkeit im Chor oder in vergleichbaren Ensembleaufgaben sowie der Wunsch, als Solistin oder Solist größere Anerkennung zu erhalten.

Die Interviews werden jeweils mit einem Ausschnitt aus einer Oper verbunden. Dabei zeigt der Film, in welcher Oper die betreffende Person auftritt und welche Partie sie übernommen hat. So werden die persönlichen Aussagen mit konkreten Bühnenauftritten verknüpft. Der Dokumentarfilm richtet den Blick deshalb nicht nur auf den sichtbaren Glanz der Oper, sondern auch auf die berufliche Realität derjenigen, die den Opernbetrieb als Ensemblemitglieder tragen.

Zu den namentlich bekannten Interviewpartnern gehören Paul Gudas, Tenor, Frederick Matthews, Bariton, Claudia Siefer, Mezzosopran, Karl Saarni, Shelley Seitz, Sigmund Seigel, Tenor, Daniel Becker (1947–2000), Bass, Bariton und Tenor, Christine Lundquist, Sopran, David Burnakus, Ruth Ann Swenson, Sopran, sowie Tom Reed, Tenor.

Gezeigte Opernausschnitte

Im Film werden Ausschnitte aus folgenden Opern gezeigt:

  • Macbeth
  • La Gioconda
  • Die Meistersinger von Nürnberg
  • Il trovatore
  • L’Africaine
  • La Bohème
  • The Rake’s Progress
  • Der fliegende Holländer

Die Ausschnitte dienen dazu, die Interviewpartner in ihren jeweiligen Bühnenaufgaben zu zeigen und ihre Arbeit im Opernensemble anschaulich zu machen.

Entstehung und Hintergrund

Für Allie Light war die Verwirklichung des Films eine persönliche Herzensangelegenheit. Ihr erster Ehemann war der Tenor Charles „Chas“ Hilder, der dem Chor der San Francisco Opera angehörte. Hilder starb 1966 im Alter von 33 Jahren an den Folgen eines Non-Hodgkin-Lymphoms.

Zur Zeit Hilders war die Tätigkeit im Chor auf Teilzeit beschränkt; außerdem wurden keine Sozialleistungen gewährt. Deshalb arbeitete Hilder zusätzlich als Lehrer, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern.

Ab Ende der 1950er Jahre begann Hilder, heimlich „seine Stars“ zu filmen. Dafür verwendete er eine 8mm Bolex-Pocket-Kamera, deren reflektierende Flächen er abgeklebt hatte und die er unter seinem Kostüm verbarg. Die Aufnahmen aus Hilders Nachlass inspirierten Allie Light zu dem Dokumentarfilm. Teile dieses Materials wurden als Archivaufnahmen in den Film eingebaut. Der Film ist Charles Hilder gewidmet; als Hinweis erscheint „Una furtiva lagrima“.

Kritik und Auszeichnungen

Das Lexikon des internationalen Films hebt hervor, dass der Film mit viel Humor und Respekt die Schicksale vieler professioneller Sängerinnen und Sänger beleuchtet, die im Chor oder in Nebenrollen auftreten, aber keinen Starruhm erreichen. Zusammengenommen entstehe daraus ein spannendes und unterhaltsames „Psychogramm eines Opernbetriebes“.

Bei den Auszeichnungen und Nominierungen sind folgende Angaben verzeichnet:

  • 1991: Nominierung für den Großen Preis der Jury als Bester Dokumentarfilm beim Sundance Film Festival.
  • 1992: Oscar in der Kategorie Bester Dokumentarfilm.

Spätere Entwicklung einzelner Interviewpartner

Obwohl die Interviewten ihren Traum von größerer Bekanntheit nicht aufgegeben hatten, wurden einige von ihnen im Lauf der Jahre zu festen Größen unter den Backgroundsängern der San Francisco Opera. Im Artikel werden dazu folgende Angaben gemacht:

  • Frederick Matthews (* 1955) war seit 1983 weiterhin bei der San Francisco Opera engagiert; der Stand dieser Angabe ist 2021.
  • Claudia Siefer war von 1975 bis 2019 Mitglied.
  • Shelley Seitz war von 1977 bis 2019 Mitglied.
  • Tom Reed war von 1975 bis 2015 Mitglied.
  • Sigmund Seigel ist seit 1981 Mitglied.
  • Daniel Becker (1947–2000) war von 1975 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 Mitglied.

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