Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Hyun Ki-young
Hyun Ki-young (* 16. Januar 1941 auf der Insel Cheju) ist ein südkoreanischer Schriftsteller. Hyun Ki-young. Hangeul, 현기영.
Inhalt5 Abschnitte
Überblick
Hyun Ki-young (* 16. Januar 1941 auf der Insel Cheju) ist ein südkoreanischer Schriftsteller. Sein Name wird auf Koreanisch 현기영 geschrieben; die revidierte Romanisierung lautet Hyeon Gi-yeong, nach McCune-Reischauer Hyŏn Kiyŏng.
Er ist vor allem wichtig, weil er als erster koreanischer Autor das Cheju-Massaker literarisch thematisierte. Dieses Ereignis hatte er als Kind selbst erlebt. Ein zentrales Thema seiner Werke ist der Cheju-Aufstand von 1948 und seine Folgen.
Leben und prägende Erfahrung
Hyun Ki-young wurde 1941 auf Cheju geboren. Im Alter von sieben Jahren erlebte er das Cheju-Massaker. Dieses traumatische Erlebnis prägte seine Jugend und führte dazu, dass er früh seine schriftstellerische Bestimmung erkannte.
Er studierte Didaktik für den Englischunterricht an der Seoul National University. Nach seinem Abschluss 1967 arbeitete er an einer Mittelschule und schrieb Prosa. 1975 debütierte er mit der Erzählung Vater, die von der Zeitung Dong-a Ilbo ausgezeichnet wurde.
Literarische Bedeutung
1979 erschien seine Kurzgeschichte Sunis Tante. Mit ihr gehörte Hyun Ki-young zu den ersten, die das Cheju-Massaker in der koreanischen Literatur offen behandelten. Das war damals verboten, weil die südkoreanische Regierung darüber Schweigen angeordnet hatte.
Wegen dieser Thematisierung wurde Hyun Ki-young festgenommen und drei Tage lang gefoltert. Seine Literatur ist deshalb eng mit Erinnerung, politischer Gewalt und der Aufarbeitung des Cheju-Aufstands verbunden.
Werke
Zu seinen koreanischen Erzählungen gehören Vater (1975), Sunis Tante (1979) und Asphalt (1986). Zu seinen Romanen zählen Der Vogel, der im Grenzland singt (1983), Insel im Wind (1986) und Ein Löffel auf der Erde (1999).
Einige Werke wurden übersetzt. Auf Deutsch erschien Der letzte Kuhhirt in Am Ende der Zeit (Bielefeld: Pendragon, 1999). Auf Englisch erschienen unter anderem Aunt Suni (2008), Dead Silence. Stories on the Jeju Massacre (2007), One Spoon on This Earth (2013) und Sun-i Samch’on in einer koreanisch-englischen Ausgabe.
Weitere Tätigkeiten und Auszeichnungen
Neben seiner Arbeit als Schriftsteller war Hyun Ki-young Leiter des Instituts zur Erforschung des Cheju-Aufstands und Vorsitzender des Sozial- und Kulturrates von Cheju. Außerdem war er Vorsitzender des Schriftstellerverbandes für Nationalliteratur und Leiter der Stiftung für Koreanische Kultur und Kunst.
Er erhielt mehrere Literaturpreise: 1986 den Sin-Tongyŏp-Förderpreis für Schriftsteller, 1990 den Manhae-Literaturpreis, 1994 den O-Yŏng-su-Literaturpreis und 1999 den 32. Hankook-Ilbo-Literaturpreis.