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Hessisches Zentrum für Künstliche Intelligenz
Das Zentrum, an dem 13 hessische Hochschulen beteiligt sind, bündelt die Expertise von 22 KI-Wissenschaftlern und baut diese durch 22 neue Professuren aus.
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Aufgabe und Bedeutung
Das Hessische Zentrum für Künstliche Intelligenz, kurz hessian.AI, verbindet Grundlagenforschung zur künstlichen Intelligenz (KI) mit konkreten Anwendungen. Es soll wissenschaftliche Erkenntnisse in Wirtschaft und Gesellschaft übertragen. Dafür bündelt es die KI-Kompetenz von 13 hessischen Hochschulen und arbeitet fachübergreifend.
Nach den Angaben im Artikel bringt das Zentrum die Expertise von 22 KI-Wissenschaftlern zusammen und erweitert sie durch neue Professuren. Zur Zahl dieser Stellen gibt es unterschiedliche Angaben: Einleitend werden 22 neue Professuren genannt, im Abschnitt zur Finanzierung dagegen 20 zusätzliche KI-Professuren. Sprecher des Zentrums sind Mira Mezini und Kristian Kersting.
Organisation und beteiligte Hochschulen
Der Hauptsitz von hessian.AI befindet sich in Darmstadt, ein Nebenstandort in Frankfurt am Main. CEO ist Wolfgang Heenes, CTO ist Wolfgang Stille. Die wissenschaftliche Sprecherschaft liegt bei Mira Mezini und Kristian Kersting.
Beteiligt sind die Technische Universität Darmstadt, die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, die Justus-Liebig-Universität Gießen, die Philipps-Universität Marburg, die Universität Kassel, die Hochschule RheinMain, die Technische Hochschule Mittelhessen, die Hochschule Fulda, die Hochschule Darmstadt, die Frankfurt University of Applied Sciences, die Hochschule Geisenheim, die Hochschule für Gestaltung Offenbach und die Frankfurt School of Finance & Management.
Finanzierung und Ausbau
Das Land Hessen unterstützt den Aufbau des Zentrums von 2022 bis Ende 2024 mit 38 Millionen Euro. Getragen wird die Förderung vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen sowie vom Hessischen Ministerium für Digitale Strategie und Innovation.
Nach der Aufbauphase finanziert das Land das etablierte Zentrum dauerhaft mit 12 Millionen Euro pro Jahr. Gemäß dem Koalitionsvertrag von CDU und SPD für die Jahre 2024 bis 2029 soll hessian.AI außerdem stufenweise weiter ausgebaut werden.
Forschungsprofil
Das Forschungsprofil des Zentrums wird vom Exzellenzcluster 3057 „Vernünftige Künstliche Intelligenz“ beziehungsweise „Reasonable Artificial Intelligence“ (RAI) getragen. Ein Exzellenzcluster ist ein größerer Forschungsverbund, in dem Wissenschaftler gemeinsam an einem Forschungsschwerpunkt arbeiten. RAI wird von 2026 bis 2032 im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert.
Hochleistungsrechner
Für rechenintensive KI-Forschung verfügt hessian.AI über zwei GPU-beschleunigte Hochleistungsrechner. GPUs sind Prozessoren, die viele Berechnungen gleichzeitig ausführen können und deshalb besonders für KI-Verfahren geeignet sind.
Der Rechner fortytwo erreicht 7,94 PFlop/s. Er besitzt 632 NVIDIA-A100-GPUs, die auf 79 Rechenknoten verteilt sind. Ein InfiniBand-HDR-Netzwerk verbindet sie mit 800 GBit/s. Als nutzbarer All-Flash-Speicher stehen 1,2 Petabytes zur Verfügung.
Der Rechner fortythree erreicht 11,27 PFlop/s. In ihm arbeiten 280 NVIDIA-H100-GPUs auf 35 Rechenknoten. Sie sind über ein InfiniBand-NDR-Netzwerk mit 1600 GBit/s zwischen den Knoten verbunden. Das System verfügt über 1,5 Petabytes nutzbaren All-Flash-Speicher und wird direkt mit Wasser gekühlt.
Beide Rechner stehen im Green IT Cube der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt. fortythree belegte 2024 Platz 42 der Green500, einer Rangliste energieeffizienter Hochleistungsrechner, und Platz 108 der Top500 der weltweit leistungsstärksten Supercomputer.
Gründungsmitglieder
Die Gründungsmitglieder kamen aus verschiedenen Fachdisziplinen und von mehreren der beteiligten Hochschulen. Zu ihnen gehörten unter anderem Kristian Kersting, Mira Mezini, Jan Peters, Stefan Roth, Iryna Gurevych, Carsten Binnig, Constantin Rothkopf und Oskar von Stryk von der TU Darmstadt. Hinzu kamen Forschende anderer Einrichtungen, darunter Visvanathan Ramesh von der Goethe-Universität Frankfurt, Bernd Freisleben von der Universität Marburg, Alexander Goesmann von der Universität Gießen, Gerd Stumme von der Universität Kassel und Mitglieder verschiedener hessischer Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Seit der Gründung ist die Mitgliederzahl des Zentrums gewachsen.