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Hauttyp

Der Hauttyp ist eine Charakterisierung der Haut zum Beispiel bezüglich der Sonnenempfindlichkeit. Die Empfindlichkeit gegenüber der schädigenden …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Bestimmung des Hauttyps
  2. 2. Sonnenempfindlichkeit und Eigenschutzzeit
  3. 3. Fitzpatrick-Klassifikation
  4. 4. Sehr helle bis mittelhelle Hauttypen
  5. 5. Bräunliche bis schwarze Hauttypen
  6. 6. Von-Luschan-Skala

Bedeutung und Bestimmung des Hauttyps

Der Hauttyp beschreibt Eigenschaften der Haut, besonders ihre Empfindlichkeit gegenüber schädigender Sonnenstrahlung. Diese Empfindlichkeit wird vor allem genetisch bestimmt. Der Hauttyp ist wichtig, um das Sonnenbrand- und Hautkrebsrisiko einzuschätzen und einen geeigneten Sonnenschutz auszuwählen. Er spielt außerdem bei der Beurteilung von Altersflecken und der Erkennung von Hautkrebs eine Rolle.

Die Haut ist am Körper unterschiedlich stark gefettet und daher meist eine Mischhaut. Bei übermäßiger Talgproduktion entstehen seborrhoische, also besonders fettige Hautbereiche. Alter, Umweltfaktoren und Hautalterung beeinflussen die Hautbeschaffenheit ebenfalls. In der Kosmetik lassen sich Eigenschaften beispielsweise anhand der Hautelastizität, der Hautfeuchtigkeit und des transepidermalen Wasserverlustes bestimmen. Letzterer bezeichnet den Wasserverlust durch die Haut nach außen.

Sonnenempfindlichkeit und Eigenschutzzeit

Die Sonnenempfindlichkeit hängt vom Hauttyp und vom UV-Index ab. Der UV-Index gibt die Stärke der sonnenbrandwirksamen ultravioletten Strahlung an. Die Eigenschutzzeit ist die maximale Zeit, während der ungebräunte Haut im Laufe eines Tages der Sonne ausgesetzt werden kann, ohne sich zu röten. Standardisiert wird sie für UV-Index 8, entsprechend der Mittagssonne im Sommer in Mitteleuropa.

Je nach Hauttyp reicht die Eigenschutzzeit von etwa drei Minuten bei sehr heller Haut des Typs I bis zu vierzig Minuten bei mediterraner, bräunlicher Haut des Typs IV. Bei einem höheren UV-Index, etwa im Hochgebirge, am Mittelmeer oder in den Tropen, verkürzt sie sich deutlich. Dasselbe gilt in Umgebungen, die Strahlung reflektieren, beispielsweise Wasser, Schnee oder Sand. Haut, die über Wochen an Sonne gewöhnt wurde, besitzt eine höhere Eigenschutzzeit. Selbstbräuner und Solariumbräune bewirken diese Erhöhung jedoch nicht.

Als theoretische Höchstdauer ohne Sonnenbrand bei UV-Index 8 gilt:

Eigenschutzzeit × Lichtschutzfaktor = maximal mögliche Zeit in der Sonne.

Bei 20 Minuten Eigenschutzzeit und Lichtschutzfaktor 10 ergeben sich theoretisch 200 Minuten. Sonnenaufenthalte innerhalb der vergangenen 24 Stunden müssen dabei mitberücksichtigt werden. Auch mit Sonnenschutz soll die Zeit in der Sonne auf ein gesundheitlich unbedenkliches Maß begrenzt bleiben.

Fitzpatrick-Klassifikation

Thomas Fitzpatrick (1919–2003), ein US-amerikanischer Dermatologe, entwickelte 1975 eine Einteilung der Hauttypen. Sie sollte bei hellhäutigen Menschen eine an den Hauttyp angepasste Dosierung bei der therapeutischen Anwendung von PUVA ermöglichen. Ursprünglich umfasste die Klassifikation die weißhäutigen Typen I bis IV; später kamen Typ V für braune und Typ VI für schwarze Haut hinzu.

Die Menge des individuell gebildeten Melanins bestimmt die Zuordnung. Melanin ist ein Hautpigment, dessen Bildung durch ultraviolette Strahlung innerhalb einer gewissen Bandbreite gesteigert werden kann. Die Melaninmenge hängt nicht mit der Zahl der Melanozyten, also der pigmentbildenden Hautzellen, zusammen. Ausschlaggebend für den Hauttyp ist genauer der prozentuale Anteil von Eumelanin in der Haut.

Der wichtigste äußerlich erkennbare Faktor ist die Farbe der unbestrahlten Haut bei Tageslicht. Auch das beobachtete Bräunungsverhalten und die Neigung zu Sonnenbrand sind relativ zuverlässige Hinweise. Eine sichere Bestimmung ist durch Messung des Eumelanin-Anteils bei einem Hautarzt möglich. Die Hautfarbe allein reicht nicht immer aus. Einzelne Abbildungen können einen Hauttyp ebenfalls nicht zuverlässig darstellen, weil es innerhalb jeder Klasse Unterschiede gibt und die Klassen verschieden große Bereiche abdecken. Bei den Typen I bis IV wird deutlich feiner unterschieden als bei den übrigen Typen.

Sehr helle bis mittelhelle Hauttypen

Typ I, der „keltische Typ“, hat sehr helle Haut und Brustwarzen, rötliches oder hellblondes Haar sowie blaue, grüne oder hellgraue Augen. Typisch sind Sommersprossen. Die Haut wird nicht braun, entwickelt aber weitere Sommersprossen. Sonnenbrand tritt sehr häufig auf, das Hautkrebsrisiko ist sehr hoch und die Eigenschutzzeit beträgt weniger als 10 Minuten. Empfohlen werden Schatten, besonders mittags, ein Hut mit Nackenschutz, schützende Kleidung für Arme und Oberkörper, eine Sonnenbrille mit UV-Schutz sowie besonderer Schutz für Nase, Ohren und Lippen. Empfohlen wird LSF 50, der bei UV-Index 8 ungefähr vier Stunden schützt.

Typ II, der „nordische Typ“, besitzt helle Haut, mäßig pigmentierte Brustwarzen, blonde oder hellbraune Haare sowie blaue, graue oder grüne Augen. Sommersprossen kommen oft vor. Die Haut bräunt langsam und nur geringfügig; Sonnenbrand tritt häufig auf und das Hautkrebsrisiko ist hoch. Die Eigenschutzzeit liegt bei 10–20 Minuten. Die empfohlenen Schutzmaßnahmen entsprechen weitgehend Typ I. Empfohlen wird LSF 30, bei UV-Index 8 für ungefähr fünf Stunden Schutz.

Typ III, der „Mischtyp“, hat mittelhelle Haut, mäßig braune Brustwarzen und meist dunkelbraunes, hellbraunes oder dunkelblondes Haar; auch blondes oder schwarzes Haar ist möglich. Die Augen können braun, blau, grün oder grau sein. Sommersprossen sind selten. Die Haut bräunt langsam, aber fortschreitend bis hellbraun. Sonnenbrand tritt manchmal auf, und es besteht Hautkrebsgefahr. Die Eigenschutzzeit beträgt 20–30 Minuten. Mittagssonne soll gemieden werden; Kopfbedeckung und Sonnenbrille sowie besonderer Schutz für Lippen und Nacken werden empfohlen. Empfohlen wird LSF 20, bei UV-Index 8 für ungefähr fünf Stunden Schutz.

Bräunliche bis schwarze Hauttypen

Typ IV, der „mediterrane Typ“, besitzt bereits ungebräunt bräunliche oder olivfarbene Haut, dunkle Brustwarzen, braunes oder schwarzes Haar und braune Augen. Sommersprossen fehlen. Die Haut bräunt schnell bis mittelbraun, Sonnenbrand tritt selten auf und das Hautkrebsrisiko ist niedrig. Die Eigenschutzzeit beträgt 30–40 Minuten. Empfohlen werden Kopfbedeckung und Sonnenbrille; in den Bergen und am Meer sollen Nase, Lippen und Nacken besonders geschützt werden. Empfohlen wird LSF 15, bei UV-Index 8 für ungefähr fünf Stunden Schutz.

Typ V hat auch ungebräunt dunkle bis hellbraune Haut, häufig mit grauem Unterton, außerdem schwarzes Haar und braune Augen. Sommersprossen fehlen. Die Haut bräunt schnell bis dunkelbraun und bekommt kaum Sonnenbrand. Das Hautkrebsrisiko ist niedrig, dennoch ist Vorsicht erforderlich. Die Eigenschutzzeit liegt bei 40–60 Minuten. Empfohlen werden Kopfbedeckung und Sonnenbrille sowie in Bergen und am Meer besonderer Schutz für Nase, Lippen und Nacken. Empfohlen wird LSF 10, bei UV-Index 8 für ungefähr fünf Stunden Schutz.

Typ VI besitzt auch ungebräunt dunkelbraune bis schwarze Haut, schwarzes Haar und braune Augen. Sommersprossen fehlen und Sonnenbrand tritt kaum auf. Das Hautkrebsrisiko ist niedrig. Die Eigenschutzzeit beträgt mehr als 60 Minuten. Empfohlen werden Kopfbedeckung und Sonnenbrille sowie besonderer Schutz für Nase, Lippen und Nacken in den Bergen und am Meer. Als Lichtschutzfaktor wird LSF 6 oder weniger genannt.

Von-Luschan-Skala

Die historische Von-Luschan-Skala wurde von Felix von Luschan (1854–1924) zur Bestimmung der Hautfarbe entwickelt. Mit 36 Stufen unterscheidet sie Hautfarben wesentlich feiner als die Fitzpatrick-Klassifikation. Zur Einschätzung des individuellen Risikos für Sonnenbrand und Hautkrebs gilt die Einteilung nach Fitzpatrick jedoch als ausreichend.

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