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Haus der Geschichte Wittenberg

Das Haus der Geschichte Wittenberg in Lutherstadt Wittenberg ist ein Museum, welches die Geschichte des 20. Jahrhunderts in 20 original gestalteten …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Museum und Thema
  2. 2. Entstehung und Entwicklung
  3. 3. Räume und Sammlungen

Museum und Thema

Das Haus der Geschichte Wittenberg ist ein Museum in der Lutherstadt Wittenberg. Es stellt die Geschichte des 20. Jahrhunderts anhand des Alltagslebens dar. Dafür zeigt es 20 original gestaltete Wohnräume mit zeittypischen Gegenständen, Bekleidung, Möbeln und Kücheneinrichtungen.

Der Schwerpunkt reicht von den 1920er bis zu den 1980er Jahren und umfasst die Weimarer Republik, die Nachkriegszeit und die DDR. Die Wohnmilieus verteilen sich auf drei Etagen. Das Museum will Alltagsgeschichte im geschichtswissenschaftlichen Zusammenhang objektiv vermitteln.

Entstehung und Entwicklung

Das Museum geht auf die Initiative des 1992 gegründeten Vereins PFLUG e. V. zurück. Dieser untersuchte zunächst das Alltagsleben im 20. Jahrhundert, besonders unter den Gesichtspunkten Umwelt und Gesellschaft. Außerdem erforschte er die Lebensverhältnisse von Frauen im 20. Jahrhundert.

Im Rahmen eines ABM-Projektes begann der Verein, Gegenstände des täglichen Lebens zu sammeln. Im Mittelpunkt stand der Zeitraum von 1910 bis zum Ende der DDR. Ergänzend veranstaltete er Fachtagungen und organisierte Ausstellungen im Umkreis der Lutherstadt Wittenberg.

Mit dem Wachstum der Sammlung entstand die Idee, die Gegenstände wissenschaftlich eingeordnet und als Wohnmilieus in einer Dauerausstellung zu präsentieren. Das Haus der Geschichte wurde am 11. Oktober 1997 in gepachteten Räumen eines ehemaligen Kindergartens in der Wittenberger Schlossstraße 6 eröffnet. Die erste Ausstellung trug den Titel „Ciu, ciu, ciu, coo – Schweinsohr'n gibt es im HO...“ und behandelte das Alltagsleben in der Lutherstadt Wittenberg von 1945 bis 1960.

Später ergänzten thematische Sonderausstellungen das Angebot; das Museum unterstützte unter anderem Expo-Projekte. Nach und nach kamen weitere Ausstellungsflächen hinzu. Seit 2003 kann das Museum das gesamte Gebäude nutzen und dort Wohnwelten der 1920er bis 1980er Jahre auf drei Etagen zeigen.

Räume und Sammlungen

Der Rundgang beginnt mit einer Küche aus den 1920er Jahren. Weitere Räume zeigen ein Flüchtlingszimmer und eine „gute Stube“ aus den 1940er Jahren sowie ein Wohnzimmer der 1950er Jahre mit dem damals typischen Nierentisch. Danach folgen verschiedene Wohnwelten aus der DDR. Auch eine Dorfkneipe, eine Tanzbar, ein Jugendzimmer der 1980er Jahre und ein Dorfkonsum gehören zur Ausstellung.

Die wissenschaftliche Arbeit für die Ausstellung führte zum Aufbau eines Archivs. Es enthält zahlreiche Fotos, Dokumente und Sachzeugen, also erhaltene Gegenstände, die Auskunft über vergangene Lebensverhältnisse geben. Hinzu kommt ein lebensgeschichtliches Archiv mit Berichten von Zeitzeugen, die in Interviews festgehalten wurden.

Das Gebäude liegt zentral in der Wittenberger Altstadt. Dadurch entwickelte sich das Haus der Geschichte zu einem touristischen Anziehungspunkt, den Besucher aus allen Bundesländern sowie internationale Gäste aufsuchen.