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Hauptsache Biologie
Hauptsache Biologie war ein Preis für Wissenschaftskommunikation, der von 2003 bis 2019 von der Promega GmbH, einer Tochtergesellschaft der Promega …
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Zweck und Aufbau des Preises
„Hauptsache Biologie“ war ein Preis für Wissenschaftskommunikation, den die Promega GmbH, eine Tochtergesellschaft der Promega Corporation, von 2003 bis 2019 jährlich vergab. Ziel war es, hochwertige und verständliche Kommunikation über wissenschaftliche Inhalte zu fördern und damit eine breite Öffentlichkeit zu erreichen.
Teilnehmen konnten Teams aus dem deutschsprachigen Raum, die aus mindestens einem Wissenschaftler und einem Kommunikator bestanden und sich ausdrücklich für den Wettbewerb bewarben. Entscheidend waren sowohl das biologische Thema als auch die kommunikative Idee, mit der möglichst viele Menschen erreicht und für Biologie begeistert werden sollten. Für einen fairen Vergleich legte das Wettbewerbsteam jedes Jahr einen Themenschwerpunkt fest.
Die Projekte wurden von Norbert Lossau, Ulrich Scheller – Geschäftsführer des Gläsernen Labors der BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch – und einer je nach Thema erweiterten Jury bewertet.
Entwicklung des Wettbewerbs
Von 2003 bis 2017 war „Hauptsache Biologie“ hauptsächlich ein Medienpreis für Journalisten. Wissenschaftler und Journalisten sollten gemeinsam einen Artikel zu einem aktuellen biologischen Thema verfassen. Der Beitrag musste in einer lokalen oder regionalen deutschsprachigen Tageszeitung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz erscheinen und Biologie als moderne Lebenswissenschaft darstellen. Bewertet wurden seine wissenschaftliche und journalistische Qualität.
Bis zu drei Beiträge konnten ausgezeichnet werden. Der 1. Platz war mit 10.000 Euro, der 2. Platz mit 6.000 Euro und der 3. Platz mit 4.000 Euro dotiert.
2018 wurde das Konzept geändert: Nun stand die Idee im Mittelpunkt, mit der ein biologisches Thema an die breite Bevölkerung vermittelt werden sollte. Drei ausgewählte Beiträge erhielten jeweils 3.000 Euro Projektmittel für Forschung und Kommunikation. Nach einer sechsmonatigen Projektphase sollten die Teams ihre Ergebnisse einer erweiterten Jury vorstellen. Für das erfolgreichste Projekt waren weitere 10.000 Euro vorgesehen.
Tatsächlich schloss 2018 nur eines der drei Teams aus Kommunikator und Wissenschaftler die Projektphase erfolgreich ab. Es wurde mit 3.000 Euro ausgezeichnet. Sein Podcast „Wo steht die Wissenschaft“ behandelte in jeweils 30-minütigen Episoden unterschiedliche wissenschaftliche Themen.
Teilnahme und Ende
Bis zur Neuauflage des Preises nahmen insgesamt 129 Journalisten und 185 Wissenschaftler aus 64 Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Sie reichten 247 Beiträge zur Bewertung ein.
Als der Wettbewerb 2003 begann, war die selbstständige Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse bei angelsächsischen Forschern bereits ein fester Teil der Arbeit. Bei deutschsprachigen Wissenschaftlern setzte sich Wissenschaftskommunikation erst im Laufe mehrerer Jahre stärker durch. Durch die Digitalisierung der Medienlandschaft entstanden zudem zahlreiche neue Wege, Informationen zu beschaffen und weiterzugeben.
Dadurch übernahmen Wissenschaftler die Kommunikation zunehmend selbst. Das ursprüngliche Modell eines festen Wissenschaftler-Journalisten-Tandems verlor an Bedeutung und damit auch das zentrale Merkmal des Preises. Die Promega GmbH entschied deshalb, den Wettbewerb nach 16 Jahren zu beenden.
Auszeichnungen und Themenbeispiele
Zwischen 2003 und 2017 wurden zahlreiche Beiträge zu biologischen und medizinischen Themen ausgezeichnet. Das Spektrum reichte von Zellbiologie, Infektionsforschung und Genetik über Krebsforschung und Neurowissenschaften bis zu Tierwanderungen, Bodenbiologie und invasiven Arten.
Zu den Erstplatzierten gehörten 2003 „Der Unterschied birgt den Schlüssel“ von Ralf Blasig und Katja Dombrowski mit Helmut Blöcker, 2008 die Artikelserie „Ein Krebsmedikament entsteht“ von Henning Noske mit Hans Reichenbach und Gerhard Höfle sowie 2011 „Forschung: Salmonellen als Helfer im Kampf gegen den Krebs“ von Kristina Branz mit Siegfried Weiß. 2015 gewann „Die Qual des Wals“ von Christian Jung mit Anja Gallus und Ursula Siebert. Den 1. Platz des Jahres 2017 erhielt „Das Icarus-Projekt“ von Christian Jung und Martin Wikelski.
Nicht in jedem Wettbewerbsjahr wurden alle Platzierungen vergeben: 2008 entfiel der 3. Platz, 2017 der 2. Platz. Weitere ausgezeichnete Themen waren unter anderem Spinnenseide, Mikroorganismen in der Mundhöhle, Zugvögel, Lernen im Schlaf, das Schwärmen von Bienen und die Verbreitung von Arten durch Verkehrsmittel.