Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Händlerbund

Der Händlerbund ist ein deutscher E-Commerce-Branchenverband aus Leipzig, der sich vorwiegend auf rechtliche Dienstleistungen für Onlinehändler spezialisiert …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Bedeutung
  2. 2. Entwicklung und Angebote
  3. 3. Aufbau
  4. 4. Politische und öffentliche Interessenvertretung
  5. 5. Amazon, FairCommerce und Branchenstudien

Aufgabe und Bedeutung

Der Händlerbund ist ein deutscher E-Commerce-Branchenverband mit Sitz in Leipzig. Er wurde am 3. Oktober 2008 gegründet und ist als eingetragener Verein organisiert. Sein Zweck ist die Wahrnehmung und Förderung der Interessen von Unternehmen. Der Verband ist vor allem auf rechtliche Dienstleistungen für Onlinehändler spezialisiert und beteiligt sich an öffentlichen Debatten über die Regulierung des Onlinehandels.

Nach eigenen Angaben betreut der Händlerbund 30.000 Mitglieder und rund 92.000 digitale Präsenzen (Stand März 2026). Vorsitzender ist Andreas Arlt, Geschäftsführer ist Tim Arlt.

Entwicklung und Angebote

Rechtsanwalt Andreas Arlt gründete den Händlerbund am 3. Oktober 2008. Der Verband ging aus einer Leipziger Rechtsanwaltskanzlei hervor. Für seine Mitglieder stellt er unter anderem Rechtstexte für Online-Shops und Shops auf digitalen Marktplätzen bereit. Außerdem bietet er rechtliche Beratung und Vertretung an.

2013 führte der Händlerbund das Käufersiegel ein. Online-Shops dürfen dieses Gütesiegel nach einer rechtlichen Überprüfung ihres Angebots verwenden. 2014 trat der Verband dem europäischen Dachverband Ecommerce Europe bei. 2018 initiierte er die E-Commerce-Fachmesse NET & WORK, die 2020 in NEXUS umbenannt wurde.

Aufbau

Der Händlerbund besteht aus zwei rechtlichen Einheiten mit unterschiedlichen Aufgaben:

  • Der Händlerbund e.V. vertritt die Interessen seiner Mitglieder.
  • Die Händlerbund Management AG bietet wirtschaftliche Dienstleistungen an.

Dem Vorstand gehören der Gründer Andreas Arlt und Tim Arlt an. Vereinssitz und Hauptstandort liegen in Leipzig. Für die Interessenvertretung gegenüber Politik und anderen Verbänden unterhielt der Händlerbund zusätzlich ein Büro in Berlin.

Politische und öffentliche Interessenvertretung

Nach eigenen Angaben vertritt der Händlerbund den Onlinehandel und besonders kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Dazu veröffentlicht er Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben und anderen wichtigen Entwicklungen im E-Commerce. Themen waren unter anderem das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), die WLAN-Störerhaftung und der Umgang mit Retouren im Onlinehandel.

Vertreter des Verbandes werden regelmäßig von Medien als Ansprechpartner für Rechtsfragen zitiert. Dabei ging es beispielsweise um Verbraucherschutz und Zahlungsdienste, rechtliche Fehler auf Handelsplattformen sowie den Schutz von Händlern vor Abmahnungen. Eine Abmahnung ist hier die formelle Aufforderung, ein beanstandetes rechtliches Fehlverhalten zu beenden.

Amazon, FairCommerce und Branchenstudien

Der Händlerbund äußerte sich wiederholt zur starken Position des Versandhändlers und Marktplatzbetreibers Amazon im deutschen Onlinehandel. Er kritisierte unter anderem Amazons Umsetzung der sogenannten Button-Lösung sowie preisliche Vorgaben für Händler auf dem Marktplatz. In einer 2026 veröffentlichten dpa-Meldung kommentierte die Händlerbund-Juristin Sandra May die Entscheidung des Bundeskartellamts, Amazons Preisvorgaben auf seinem Marktplatz als rechtswidrig einzustufen.

Zur Interessenvertretung gehört außerdem die Initiative FairCommerce. Sie richtet sich gegen den Missbrauch von Abmahnungen und soll einen fairen Wettbewerb im Onlinehandel fördern. Der Händlerbund befragt seine Mitglieder regelmäßig zu Abmahnungen und aktuellen rechtlichen Problemen kleiner und mittelständischer Unternehmen. Die Ergebnisse veröffentlicht er als Branchenstudien.