Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Geographie und Klima der Stadt Salzburg

Seit etwa 1820 werden in der Stadt Salzburg regelmäßig meteorologische Daten erhoben und ausgewertet. Seit 1889 besteht die meteorologische Station am Alten …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Lage und Landschaftsräume
  2. 2. Geologischer Aufbau und Böden
  3. 3. Moore und ihre Nutzung
  4. 4. Klima und Temperatur
  5. 5. Niederschlag, Wind und Inversionen

Lage und Landschaftsräume

Salzburg liegt im Salzburger Becken auf 420 bis 430 m Seehöhe über dem Meeresspiegel der Adria. Das Becken entstand durch spät- und nacheiszeitliche Schwemmfächer der Salzach und Saalach, nachdem es zuvor mehrfach von eiszeitlichen Gletschern ausgeräumt worden war. Es wird von Hügelland sowie Mittel- und Hochgebirgen umrahmt.

Die inneren Stadtberge liegen links der Salzach: Festungsberg, Mönchsberg und Rainberg. Rechts der Salzach befinden sich der Kapuzinerberg und der vorgelagerte Bürglstein. Im Süden liegen der Morzger Hügel und der Hellbrunner Berg, westlich von Altliefering der Grafenhügel. Diese Erhebungen sind entweder Teile des felsigen Beckenuntergrunds oder Erosionsreste einer früher geschlossenen Konglomeratdecke.

Salzburg ist Mittelpunkt dreier größerer Verflechtungsräume: des Regionalverbands Salzburg Stadt und Umlandgemeinden, des Verflechtungsbereichs Salzburger Zentralraum nach dem Landesentwicklungsprogramm 2003 und der Euregio Salzburg–Berchtesgadener Land–Traunstein („Europaregion Salzburg“). Diese Räume umfassen neben der Stadt zahlreiche Gemeinden des Flachgaus, Tennengaus, Pongaus, Pinzgaus, des Salzkammerguts und Oberbayerns.

Der größte Wiesenraum ist das Leopoldskroner Moos beiderseits der Moosstraße. Es ist über kleinere Grünflächen mit dem Leopoldskroner Weiher und den St. Peter Weihern verbunden. Weitere wichtige Wiesen- und Grünräume liegen bei Maxglan und dem Salzburger Flughafen, bei den Salzachseen, im Langmoos mit dem Moorrest Samer Mösl sowie am Hangfuß des Plainberges.

Größere Waldflächen liegen als ehemalige Salzachauen an Salzach und Saalach, darunter die Aigner Au und der Auwald beim Glanspitz. Der Morzger Wald, historisch „Grödiger Eichet“ genannt, ist die größte geschlossene Waldfläche außerhalb des Gaisbergs. Der Kapuzinerberg ist fast vollständig, Mönchsberg und Rainberg sind großteils bewaldet. Das größte Waldgebiet des Stadtgebiets liegt am Gaisberg und den angrenzenden Mittelgebirgsbergen.

Geologischer Aufbau und Böden

Die Inselberge im Becken bestehen aus unterschiedlichen Gesteinen. Festungsberg und Kapuzinerberg sind überwiegend aus Hauptdolomit aufgebaut. Die Südseite des Mönchsbergs und der höchste Bereich des Kapuzinerbergs werden von Triaskalken überlagert; kleinräumig liegen darüber kreidezeitliche Gosaumergel. Diese Berge sind Teile eines von Gletschern überschliffenen Riegels zwischen Hohenstaufen und Gaisberg.

Der kleinere Morzger Hügel besteht aus Gosaumergeln. Mönchsberg, Rainberg und Hellbrunner Berg sind Reste eines Flussdeltas, das die Salzach während der Mindel-Riss-Zwischeneiszeit in den Salzach-Beckensee schüttete. Ihr Konglomerat ist durch schmale sandige Schichten gegliedert und als „Salzburger Nagelfluh“ bekannt.

Im Nordosten hat Salzburg Anteil an den Flyschbergen des Alpenvorlands. Plainberg, Berg-Sam und Heuberg begrenzen dort das Becken; nur ihre südwestlichen Ausläufer und Hangfüße reichen in das Stadtgebiet. Der Gaisberg mit dem Kühberg bildet als Teil der Osterhorngruppe die östliche Begrenzung. Der Alterbach trennt geologisch das Mittelgebirge vom Hügelland. Am Gaisberg und Kühberg kommen Dolomit, Plattenkalk und Schichten aus der Gosauzeit vor. Moränenmaterial beim Zistelgut belegt die Mächtigkeit der eiszeitlichen Gletscher.

Die größte trockene Terrassenebene ist die Friedhofsterrasse. Ihre östliche Hangkante ist von Schlosspark Hellbrunn über Hellbrunner Berg, Morzg, die Gneiser Straße und den Kommunalfriedhof bis zum Mönchsberg erkennbar. Nördlich des Mönchsbergs verläuft sie um Mülln, die Christian-Doppler-Klinik und Altliefering bis zur Alluvialterrasse der Saalach. Die tiefer liegende Hammerau-Terrasse ist in Salzburg nur kleinräumig entwickelt und wird teilweise von den Schwemmkegeln von Gersbach, Glasbach und Klausbach überlagert. Die historischen Kerne von Glas, Parsch und Gnigl liegen auf Schwemmfächern am Fuß des Gaisbergs.

In der jüngsten, salzachnahen Alluvialebene liegen die tiefsten Salzachtalböden. Früher prägten Altarme und Seitenarme die Auen; durch Flussregulierung wurden sie hochwasserfrei, und der sinkende Grundwasserspiegel ließ sie trockenfallen. Pseudogleye und Auböden des Salzachalluviums sind heute gute Ackerböden.

Bei den Böden kommen in früher häufig überschwemmten Tallagen vor allem Auböden und Gleyböden vor. Gleyböden finden sich auch an Glan und Saalach sowie am Nordhang des Kühbergs. Pseudogleye liegen in Vernässungsräumen am Gaisbergfuß und unterhalb der Friedhofsterrasse. Auf den trockenen Terrassen, am Mönchsberg und großräumig am Gaisberg überwiegen Braunerden. Am Gaisberg treten zusätzlich Rotlehmböden auf; am Plainbergfuß, in Kasern und am Heuberg Felsbraunerden. Rendsinaböden herrschen am Kapuzinerberg, Festungsberg, in großen Teilen des Kühbergs und in den höchsten Gaisberglagen vor.

Moore und ihre Nutzung

Zwischen den tiefliegenden Alluvionen von Salzach und Saalach liegen feuchte Moorflächen in den trockenen Terrassen. Die größte ist das Leopoldskroner Moos, die zweite große Fläche das Itzlinger Moos mit Schallmoos und Langmoos.

Im Leopoldskroner Moos lagerten ursprünglich über einer etwa 1 m dicken Niedermoorschicht etwa 50 cm Übergangsmoor und darüber bis zu 8 m Hochmoortorf. Unter dem Torf liegt eine 0,5–1 m mächtige, wasserundurchlässige Tonschicht aus Seeton. Im Schallmoos, das heute größtenteils verbaut ist, erreichen Ton- und Schluffablagerungen mehrere 10 m Mächtigkeit.

Nur wenige Restflächen, etwa das Samer Mösl und Teile des Leopoldskroner Moores, sind noch naturnah. Der größte Teil der Moorflächen wurde entwässert, als Fettwiese oder Acker genutzt oder, wie das Schallmoos, zu Gewerbe- und Wohngebieten umgestaltet. Das frühere Kasernmoos und Parschermoos sind zerstört und weitgehend bebaut. Moorböden finden sich außerdem in Landwied, am Flughafen Salzburg und in Resten des ehemaligen Leopoldskroner Moorkomplexes.

Klima und Temperatur

Salzburg liegt in der Übergangszone zwischen atlantisch-maritimem und kontinentalem Klima. Typisch sind mäßig kalte Winter, warme Sommer und ganzjährige Niederschläge mit einem Schwerpunkt im Sommerhalbjahr. Wegen der Lage am nördlichen Alpenrand sind die Niederschlagsmengen und die Häufigkeit von Starkwinden im Vergleich zu anderen österreichischen Großstädten erhöht.

Für die Normalperiode 1991–2020 weist die Klimatabelle der GeoSphere-Austria-Station Salzburg-Freisaal (ID 145) eine mittlere Jahrestemperatur von 9,8 °C, ein mittleres Tagesmaximum von 15,2 °C und ein mittleres Tagesminimum von 5,7 °C aus. Die Monatsmitteltemperaturen reichen von −0,2 °C im Januar bis 19,4 °C im Juli. Die mittleren Tagesmaxima liegen zwischen 3,9 °C im Januar und 25,6 °C im Juli; die mittleren Tagesminima zwischen −3,1 °C im Januar und 14,3 °C im Juli.

Der Jahresniederschlag beträgt in dieser Periode 1.451,3 mm bei 149 Regentagen. Die höchsten Monatsmengen fallen im August mit 187,0 mm, im Juni mit 185,6 mm und im Juli mit 177,6 mm. Die mittlere Luftfeuchtigkeit beträgt 77 Prozent. Das langjährige Jahresmittel für 1971–2000 liegt bei 9,0 °C; die beiden Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Bezugszeiträume. Die höchste gemessene Temperatur beträgt 38,6 °C, die tiefste −29,0 °C. Diese Werte gelten nicht gleichermaßen für thermisch benachteiligte Bereiche wie das Umfeld des Untersbergs, den Bergschatten der Stadtberge und Langwied, das im Winter oft der kälteste Stadtbereich ist.

Im Durchschnitt gibt es 60,2 Tage mit Schneebedeckung; ihre Zahl nimmt langfristig durch die Klimaerwärmung ab. Die durchschnittliche jährliche Sonnenscheindauer beträgt 1701,1 Stunden. Am Rand des Beckens sowie im Osten, Süden und Norden der Stadtberge ist sie teilweise deutlich geringer; das Minimum liegt am Nordhang des Kapuzinerbergs.

Niederschlag, Wind und Inversionen

Salzburg hat gegenüber dem Flachland vergleichsweise hohe Niederschlagsmengen; sie sind fast doppelt so hoch wie in Wien. Die Zahl der Niederschlagstage beträgt 141,2. Die Stauwirkung der Kalkalpen führt besonders im Süden der Stadt zu höheren Niederschlägen als im nordwestlich angrenzenden Alpenvorland und in vielen inneralpinen Räumen des Landes Salzburg. Häufiger Föhn am Nordrand der Alpen trägt wesentlich zu den vergleichsweise hohen Mitteltemperaturen bei.

Die Stadt besitzt ausgeprägte Lokalwinde. Horizontaler und vertikaler Luftaustausch schwächen die städtische Wärmeinsel ab und erneuern die durch Schadstoffe belastete Luft. Großräumige West-Ost-Winde werden im Süden und in der salzachnahen Innenstadt zu Nord-Süd-Strömungen abgelenkt; am Flughafen überwiegen noch Nordwest-Südost-Winde. An den Talhängen treten regelmäßig Berg- und Talwinde auf. Frischluft kommt vor allem aus Süd bis Südost sowie aus Nord bis Nordwest.

Die wichtigste Windachse verläuft im Westen von Anif und Maxglan über den Flughafen bis Bergheim. Im Osten des Beckens, etwa in Hallwang, Parsch und Aigen, dominieren schwache lokale Winde. Gut durchlüftet sind der Westen mit dem Leopoldskroner Moos, große Teile von Maxglan und Liefering sowie Bereiche an der Salzach. Mäßig durchlüftet sind der Süden südlich von Rainberg, Mönchsberg und Kapuzinerberg sowie Kasern und Itzling. Schlecht durchlüftet sind unter anderem Riedenburg, gaisbergnahe Teile von Aigen, Bereiche am Kapuzinerberg, Langwied, Teile der Altstadt und große Teile des Nonntals.

Die mittlere Windgeschwindigkeit beträgt 2,3 m/s. Sie ist geringer als im Alpenvorland, aber höher als in Klagenfurt mit 1,4 m/s und Graz mit 1,5 m/s. Windgeschwindigkeiten über 40 km/h treten besonders in der Frischluftschneise beim Untersberg und in höheren Lagen des Gaisbergs auf.

Die Beckenlage begünstigt Nebel und Temperaturinversionen. Kaltluftflüsse und nächtliche Ausstrahlung bilden Kaltluftseen. Während einer Inversionswetterlage ist der Luftaustausch deutlich vermindert, sodass sich Schadstoffe in der bodennahen Luft anreichern können. Solche Inversionen treten vor allem von Oktober bis März auf. Meteorologische Daten werden in Salzburg seit etwa 1820 regelmäßig erhoben; die Station am Alten Markt besteht seit 1889, die wichtigste Klimastation am Flughafen seit 1939.