Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Fragen an die Geschichte

Fragen an die Geschichte war eine konzeptionelle Antwort und Kritik auf deutsche Geschichtsbücher, die bis in die 1960er Jahre praktisch „historische Handbücher …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Schulbuch als Arbeitsbuch
  2. 2. Ausgaben und Auszeichnung
  3. 3. Zusammenarbeit und Kritik

Schulbuch als Arbeitsbuch

„Fragen an die Geschichte“ ist ein Schulbuch für Gymnasien in Deutschland. Seine didaktische Grundlage entwickelte Heinz Dieter Schmid, teilweise zusammen mit Margarete Dörr.

Das Werk ist ein reines Arbeitsbuch. Es enthält keine Verfassertexte, die eine fertige Deutung der Geschichte vorgeben. Stattdessen arbeiten Schülerinnen und Schüler mit Quellen und sollen deren Bedeutung selbst erschließen. Damit soll Geschichte nicht als eindeutig feststehende Erzählung erscheinen, sondern als etwas, das aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und gedeutet werden kann.

Das Konzept richtete sich gegen viele deutsche Geschichtsbücher bis in die 1960er Jahre. Diese waren oft wie historische Handbücher aufgebaut: Ein Verfassertext vermittelte eine häufig eindimensionale Geschichtsinterpretation, ohne Multiperspektivität und den Konstruktcharakter von Geschichte deutlich zu machen. Multiperspektivität bedeutet, historische Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten; der Konstruktcharakter weist darauf hin, dass historische Darstellungen aus Auswahl und Deutung von Quellen entstehen.

Die meisten heutigen Geschichtsbücher sind kombinierte Lern- und Arbeitsbücher. Sie verbinden Verfassertexte mit Quellen oder anderem Material zur Bearbeitung.

Ausgaben und Auszeichnung

Die vier Bände erschienen ab 1975 zunächst im Hirschgraben Verlag, später im Cornelsen Verlag. Die Bände 1 bis 4 sind vergriffen.

Band 4 wurde oft fälschlicherweise als Band 3 bezeichnet. Er war bis 2011 unter dem Titel „Fragen an die Geschichte – Das 20. Jahrhundert“ erhältlich; die Ausgabe erschien 1999 bei Cornelsen und wurde von Heinz D. Schmid und Eberhard Wilms herausgegeben.

Auch die vier vergriffenen Lehrerbegleitbände werden von älteren Lehrern noch für die Unterrichtsvorbereitung genutzt. Sie erläutern die didaktische Grundlage eines Arbeitsunterrichts, bei dem Schülerinnen und Schüler selbstständig arbeiten, statt nur belehrt zu werden.

Am 2. Mai 1985 erhielt das Werk den Europa-Preis des Georg-Eckert-Instituts für Internationale Schulbuch-Forschung in Braunschweig.

Zusammenarbeit und Kritik

An dem Werk arbeiteten neben Schmid unter anderem Margarete Dörr und Eberhard Wilms mit. Die Mehrzahl von Schmids Mitarbeitern stammte aus Württemberg und wurde vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland geboren.

Kritik gab es an den vielen kurzen Auszügen aus historischen Quellen, die als „Quellenschnipsel“ bezeichnet wurden. Kritiker beanstandeten, dass dadurch kein Überblick über die gesamte Quelle möglich sei. Andere vermissten einen durchgehenden Autorentext als Einstieg in ein Thema.

Die Autoren reagierten in den Bänden 3 und 4 mit Überblickstexten und Tabellen. Dadurch können einzelne Kapitel dort auch ohne die normalerweise notwendige Anleitung durch eine Lehrkraft erarbeitet werden.