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Evonik Tego Chemie

Sie entwickelte, produzierte und vertrieb Additive, Spezial- und Co-Bindemittel, sowie Nanokomposite für die Farben-, Lack- und Druckfarbenindustrie. Evonik …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Entwicklung des Unternehmens
  3. 3. Akquisitionen und Vertrieb
  4. 4. Produkte und Bedeutung für Lacke

Überblick

Die Evonik Tego Chemie GmbH war ein Unternehmen der Spezialchemie mit Sitz in Essen. Sie war eine Tochtergesellschaft der Evonik Industries AG, eines international tätigen Chemieunternehmens. Bis Oktober 2007 hieß sie Tego Chemie Service GmbH. Gegründet wurde das Unternehmen im Oktober 1984; 2013 wurde es aufgelöst. Die Leitung lag bei Dietmar Schaefer, der Umsatz betrug etwa 150 Mio. Euro.

Das Unternehmen entwickelte, produzierte und vertrieb vor allem Stoffe für die Farben-, Lack- und Druckfarbenindustrie. Dazu gehörten Additive, also Zusatzstoffe, die bestimmte Eigenschaften von Lacken oder Farben verbessern, außerdem Spezial- und Co-Bindemittel sowie Nanokomposite. Bindemittel halten die Bestandteile eines Lacks zusammen und sorgen dafür, dass der Lack auf einer Oberfläche haftet. Nanokomposite sind Verbundmaterialien mit sehr kleinen Bestandteilen im Nanometerbereich.

Entwicklung des Unternehmens

Die Th. Goldschmidt AG gründete im Oktober 1984 am Standort Essen die Tego Chemie Service GmbH. Die Firma sollte den Vertrieb von Lack- und Farbenadditiven auf Silikonbasis übernehmen, die seit 1978 entwickelt und hergestellt wurden. Am 1. Januar 1985 begann sie ihre Geschäftstätigkeit.

Die neue Tochtergesellschaft übernahm den Vertrieb von Additiven für die Herstellung von Lacken und Druckfarben. Außerdem vertrieb sie Silikonharze als Spezialbindemittel für Beschichtungen, die hitzebeständig waren oder besonders stark vor Korrosion schützen sollten. Korrosion bedeutet die Schädigung eines Materials, zum Beispiel durch Rost.

1999 wurde die Tego Chemie Service GmbH zusammen mit ihrer Muttergesellschaft Goldschmidt AG Teil der SKW Trostberg AG. 2001 fusionierten die Degussa-Hüls AG und die SKW Trostberg AG zur Degussa AG. Dadurch gehörte die Tego Chemie Service GmbH zum Chemiekonzern Degussa. Am 12. September 2007 wurde die Eingliederung von Degussa in den Evonik-Industries-Konzern bekanntgegeben. Am 16. Oktober 2007 wurde die Tego Chemie Service GmbH in Evonik Tego Chemie GmbH umbenannt.

Akquisitionen und Vertrieb

Seit August 2004 vertrieb die Evonik Tego Chemie GmbH Lackadditive der Wacker Chemie AG. Lackadditive sind Zusatzstoffe, die Lacke bei Herstellung, Verarbeitung oder Anwendung verbessern können.

Im April 2011 übernahm die Evonik Tego Chemie GmbH den Vertrieb von Nanokompositen für die Lack- und Farbenindustrie. Dies geschah im Rahmen des Verkaufs der hanse chemie Gruppe an die Evonik Goldschmidt GmbH.

Produkte und Bedeutung für Lacke

Die Evonik Tego Chemie GmbH stellte Produkte her, die Fehlstellen und unerwünschte Effekte in Lacken verhindern sollten. Zur Produktpalette gehörten Entschäumer und Entlüfter, Netz- und Dispergieradditive, Substratnetzadditive, Hydrophobierungsmittel, Silikonharze, Silikonpolyesterharze, Silikonepoxidharze, Kunstharze und Haftharze.

Entschäumer verringern oder verhindern Schaumbildung. Entlüfter helfen, eingeschlossene Luft aus einem Lack zu entfernen. Netzadditive verbessern die Benetzung einer Oberfläche durch den Lack. Dispergieradditive unterstützen die gleichmäßige Verteilung fester Bestandteile, zum Beispiel von Pigmenten. Hydrophobierungsmittel machen Oberflächen wasserabweisender.

Eine wichtige Rolle spielten diese Produkte bei lösemittelfreien Lacken und UV-Lacken. UV-Lacke härten durch ultraviolettes Licht aus. Zu Beginn der 1980er Jahre erschwerte starke Schaumentwicklung bei solchen Lacksystemen noch ihren kommerziellen Einsatz. Additive, die diese Schaumbildung wirksam verhindern konnten, unterstützten den Durchbruch innovativer und umweltfreundlicher Lacke. An diesen Entwicklungen war die Evonik Tego Chemie GmbH maßgeblich beteiligt; diese Produkte gehörten zu ihrem Kerngeschäft.