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Emilia Galotti (1958)
Sie beruht auf dem Theaterstück Emilia Galotti von Gotthold Ephraim Lessing. Emilia Galotti erlebte am 14. März 1958 im Berliner Kino Babylon seine Premiere …
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Film und Vorlage
Emilia Galotti ist eine deutsche Literaturverfilmung der DEFA aus der DDR von 1958. Regie und Drehbuch übernahm Martin Hellberg. Der 98 Minuten lange, deutschsprachige Film beruht auf Gotthold Ephraim Lessings Theaterstück Emilia Galotti und hatte am 14. März 1958 im Berliner Kino Babylon Premiere. Die Titelrolle spielt Karin Hübner; Gerhard Bienert verkörpert Emilias Vater Odoardo Galotti, Hans-Peter Thielen den Prinzen Hettore Gonzaga und E. O. Fuhrmann dessen Kammerherrn Marinelli.
Begehren und vereitelte Hochzeit
Prinz Hettore Gonzaga von Guastalla ist seiner Geliebten, Gräfin Orsina, überdrüssig. Auf einem Ball sieht er erstmals Emilia Galotti, die Tochter des Obersts Odoardo Galotti, und begehrt sie sofort. Er kauft später ihr Porträt vom Maler Conti und beschließt, aktiv zu werden.
Als Marinelli ihm mitteilt, dass Emilia am folgenden Tag Graf Appiani heiraten will, befiehlt der Prinz, die Hochzeit mit allen Mitteln zu verhindern. Marinelli versucht zunächst, Appiani durch einen Auftrag außer Landes zu schicken. Der Graf lehnt wegen der bevorstehenden Hochzeit ab. Der Prinz bedrängt Emilia am nächsten Morgen heimlich in der Kirche. Emilia berichtet ihrer Mutter Claudia entsetzt davon; beide verschweigen es vor Odoardo. Marinelli rät dem Prinzen, sich auf sein Lustschloss zu begeben.
Überfall und Tod Emilias
Am Hochzeitstag lässt Marinelli die Kutsche des Brautpaars nahe dem Lustschloss des Prinzen von Räubern überfallen. Appiani wird erschossen. Emilia flieht panisch und wird von einem Angestellten des Prinzen in dessen Lustschloss gebracht.
Dort erkennt Emilia entsetzt, wo sie sich befindet. Claudia verschafft sich Zutritt zum Schloss. Gräfin Orsina wird von Marinelli abgewiesen und vom Prinzen fortgeschickt. Sie trifft draußen auf Odoardo, berichtet ihm von Appianis Tod und vom Gespräch des Prinzen mit Emilia in der Kirche und gibt ihm einen Dolch. Claudia bestätigt ihre Angaben.
Odoardo darf seine Tochter sprechen. Der Prinz will Emilia bei einem befreundeten, als lasterhaft beschriebenen Ehepaar unterbringen. Emilia bittet ihren Vater, sie zu töten, damit sie nicht vom Prinzen verführt und dadurch entehrt wird. Odoardo ersticht sie. Danach verflucht der Prinz Marinelli: Dieser habe sich als Freund gezeigt, sei in Wahrheit jedoch ein Teufel gewesen.
Zeitgenössische und spätere Kritik
Die zeitgenössische DDR-Kritik urteilte teils, der Film sei „nur ein mittelmäßiger Film geworden“. Positiv wurde gesehen, dass Menschen das Drama sehen konnten, die es bislang nicht im Theater erleben konnten. Kritisiert wurden besonders Hellbergs Abweichungen vom Original; seine Gestaltung bleibe „unter dem bürgerlich-revolutionären Niveau der klassischen Originalwerke“. Andere Kritiker lobten gerade die neue Sicht und verglichen den Film stellenweise mit einer „erregenden Kriminalstory“.
Der westdeutsche film-dienst bezeichnete den Film 1963 als ein „Zwitterding“, das Theater und Film degradiere. Die Bearbeitung gehe nach dieser Kritik kaum über Verschiebungen von Textstellen hinaus und nutze das Drama tendenziös, um frühere gesellschaftliche Verhältnisse und Missstände anzuprangern.
Das Lexikon des internationalen Films nannte den Film zunächst eine „Abfilmung einer unbedeutenden Theateraufführung“. Die Onlineversion erwähnt dies nicht mehr, beschreibt ihn aber als „eher langatmige Adaption“. Überzeugend seien vor allem einige Darstellerleistungen und teilweise expressive Kameraeinfälle.