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Die Dinge des Lebens
Die Dinge des Lebens (Originaltitel: Les choses de la vie) ist ein französisches Filmdrama von Claude Sautet aus dem Jahr 1970. Die Verfilmung basiert auf …
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Film und Erzählweise
„Die Dinge des Lebens“ (Originaltitel: „Les choses de la vie“) ist ein französisches Filmdrama von Claude Sautet aus dem Jahr 1970. Die französischsprachige Produktion aus Frankreich, Italien und der Schweiz dauert 82 Minuten und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Paul Guimard. In den Hauptrollen spielen Michel Piccoli den Architekten Pierre Bérard und Romy Schneider dessen Partnerin Hélène Hastig.
Der Film gehört zum französischen Autorenkino der 1970er Jahre. Er erzählt nicht linear: Nach einem schweren Autounfall schwebt Pierre zwischen Leben und Tod, während Rückblenden seine Beziehungen, Entscheidungen und verpassten Chancen zeigen. Dadurch entsteht eine psychologische Betrachtung seines Lebens. Philippe Sarde komponierte die Musik, Jean Boffety führte die Kamera und Jacqueline Thiédot übernahm den Schnitt.
Beziehungen und Entscheidungskonflikt
Pierre Bérard, ein erfolgreicher Architekt in den Vierzigern, ist mit Catherine verheiratet, lebt aber mit der deutlich jüngeren Hélène in einer Beziehung. Pierre und Hélène planen eine längere Reise nach Tunis. Weil er die erforderlichen Papiere nicht unterschreibt, erkennt Hélène darin seine Ablehnung einer gemeinsamen Zukunft. Außerdem hat Pierre seinem Sohn Bertrand bereits einen zweiwöchigen Urlaub auf der Île de Ré versprochen, die für ihn ein Zufluchtsort und ein Ort glücklicher Erinnerungen ist.
Als die Beziehung zu Hélène zu zerbrechen droht, schreibt Pierre ihr einen Abschiedsbrief. Auf dem Weg nach Rennes will er ihn abschicken. Nachdem er unterwegs eine fröhliche Hochzeitsgesellschaft gesehen hat, ändert er jedoch seine Meinung: Er möchte Hélène heiraten und mit ihr neu anfangen. Den Brief gibt er deshalb nicht auf. Stattdessen hinterlässt er ihr im Hotel eine Nachricht, dass er sie dort sehnsüchtig erwartet.
Unfall und Tod
Auf einer Landstraße in der Nähe von Rennes nähert sich Pierre mit seinem Alfa Romeo Giulietta Sprint mit hoher Geschwindigkeit einer Kreuzung. Dort ist ein Viehtransporter wegen eines Motorschadens stehen geblieben. Pierre versucht auszuweichen, sein Wagen überschlägt sich mehrfach und er wird auf eine Wiese geschleudert.
Während Schaulustige am Unfallort stehen, wechselt Pierre zwischen Bewusstlosigkeit und Erinnerungen. Er denkt an seine Familie und an Hélène. Besonders beschäftigt ihn der nicht abgeschickte Abschiedsbrief, den er vernichten möchte, doch er kann sich den Menschen um ihn herum nicht mehr verständlich machen.
Pierre stirbt später im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Eine Krankenschwester übergibt seine persönlichen Gegenstände an Catherine. Sie findet den Brief und zerreißt ihn. Hélène hat sich nach Pierres Nachricht auf den Weg zu ihm gemacht, kommt aber zu spät im Krankenhaus an und geht wieder, ohne ihn noch einmal gesehen zu haben.
Gestaltung und Fassungen
Sautets Motto für diesen und weitere Filme lautete sinngemäß „Verschönern“ beziehungsweise „Geschichten erzählen, ohne zu lügen“; das französische Wort dafür ist „affabuler“. Zu Beginn sucht Hélène, von Romy Schneider gespielt, an einer Schreibmaschine nach der richtigen Übersetzung dieses Wortes. Damit stellt der Film die Frage nach wahrhaftigem Erzählen früh in den Mittelpunkt.
Die Szenen, in denen Pierre und sein Sohn Bertrand elektronische Geräte basteln, beruhen auf Entwicklungen und Anekdoten des Erfinders Roland Moreno. In der gegenwärtig ausgestrahlten Fassung und auf DVD fehlen zwei kurze Szenen: eine Feier bei Hélènes Eltern, bei der Pierre sie ignoriert, sowie ein Gespräch mit ihrem Bekannten Bernard, der ihr seine Liebe gesteht. Vermutet wird, dass Sautet diese Szenen später für überflüssig hielt.
1994 entstand die weniger erfolgreiche amerikanische Neuverfilmung „Begegnungen“ („Intersection“) mit Richard Gere, Lolita Davidovich und Sharon Stone.
Beurteilung und Auszeichnungen
Das „Lexikon des internationalen Films“ bezeichnete den Film als „technisch und ästhetisch brillant, psychologisch sensibel“. Das „Heyne Filmlexikon“ nannte ihn eine „perfekt inszenierte und hervorragend montierte psychologische Studie“.
Claude Sautet erhielt für den Film 1969 den Louis-Delluc-Preis. 1970 nahm „Die Dinge des Lebens“ am Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes teil, gewann dort jedoch keinen Preis.