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Cles

Cles (IPA: /ˈkles/) ist eine italienische Gemeinde mit ca. 7.166 Einwohnern in der autonomen Provinz Trient, Region Trentino-Südtirol.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Historische Bedeutung
  3. 3. Tabula Clesiana und Bernardo Clesio
  4. 4. Entwicklung der Landwirtschaft
  5. 5. Ortsteile und Nachbargemeinden

Überblick und Lage

Cles ist eine italienische Gemeinde in der autonomen Provinz Trient in der Region Trentino-Südtirol. Sie liegt auf 658 m Höhe, umfasst 39 km² und ist Hauptort sowie Verwaltungszentrum des Nonstals. Die Angaben zur Einwohnerzahl unterscheiden sich im Artikel: In der Übersicht werden 7.480 Einwohner zum 31. Dezember 2025 genannt, im Einleitungstext dagegen etwa 7.166 Einwohner.

Westlich der Stadt erheben sich der Monte di Cles und der 2.319 m hohe Monte Peller. Östlich von Cles liegt der Santa-Giustina-See.

Historische Bedeutung

In der Römerzeit war Cles ein wichtiges Handelszentrum für das Nonstal und das Sole-Tal. Nach der Christianisierung um 400 n. Chr. blieb der Ort ein religiöses Zentrum der Region. In Cles wurde die erste Kirche des Tals errichtet.

Der Ursprung des Ortsnamens ist nicht sicher geklärt. Als mögliche lateinische Wurzeln gelten „ecclesia“ für Kirche, „cleus“ für einen befestigten Ort, „clusum“ für eine Lage zwischen Bergen und „clavis“ für einen zentralen Ort.

Tabula Clesiana und Bernardo Clesio

1869 wurde in Cles die Tabula Clesiana entdeckt. Dabei handelt es sich um eine römische Bronzetafel aus dem Jahr 46 n. Chr. Sie enthält ein Edikt des Kaisers Claudius, das den Anaunern, Tulliassi und Sindoni das römische Bürgerrecht gewährte. Das Original befindet sich heute im Castello del Buonconsiglio in Trient. Kopien werden in Cles und im Retischen Museum in Sanzeno gezeigt.

Aus der Adelsfamilie von Castel Cles stammte Bernardo Clesio (1485–1539). Er war Kardinal und Fürstbischof von Trient und spielte eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung des Trienter Konzils. Sein Wappen wird heute als Symbol der Trentiner Genossenschaften verwendet.

Entwicklung der Landwirtschaft

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts prägten vor allem Maulbeerbäume und Weinreben die Landwirtschaft des Nonstals. Die Maulbeerbäume dienten der Textilindustrie beziehungsweise der Seidenraupenzucht. Wegen Krankheiten und Übernutzung ging ihr Anbau zurück. Der Agrarrat von Trient förderte nach dem Vorbild Südtirols den Obstanbau. Der Adlige Francesco Maffei aus Revò führte bereits Anfang des 19. Jahrhunderts die Apfelsorte Renette aus Kanada ein.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden rund um die Dörfer außerdem Weizen, Gerste und Roggen angebaut. 1924 zählte man 14 Tabakproduzenten mit insgesamt 44.900 Pflanzen. Viehzucht war für Landwirtschaft und Milchproduktion wichtig. Die Seidenraupenzucht bildete besonders für Frauen eine bedeutende Einkommensquelle.

Zunächst bauten die landwirtschaftlichen Betriebe Äpfel und Birnen an. Früchte aus dem Gebiet wurden bereits 1873 auf der Weltausstellung in Wien ausgezeichnet. 1889 entstand eine Kooperative für den gemeinsamen Verkauf von Obst und damit eine frühe genossenschaftliche Struktur.

Seit den 1970er-Jahren entwickelte sich der Apfelanbau zur Monokultur, also zum vorherrschenden Anbau einer einzigen Kulturpflanzenart. Neben der Renette wurden Golden Delicious und Red Delicious eingeführt, später auch Fuji und Royal Gala. Seit 1989 sind die Obstbau-Genossenschaften des Nonstals und des Sulztals im Konsortium Melinda zusammengeschlossen, das rund 5.200 Produzenten umfasst.

Ortsteile und Nachbargemeinden

Die Gemeinde gliedert sich in die Fraktionen Caltron, Dres, Maiano, Mechel, Pez und Spinazzeda. Als Fraktionen werden in Italien räumlich getrennte Gemeindeteile bezeichnet. Zu den alten Ortsteilen zählen Pez, Spinazeda und Prato.

Nachbargemeinden sind Cagnò, Revò, Livo, Cis, Malé, Caldes, Sanzeno, Terzolas, Cavizzana, Ville d’Anaunia, Croviana und Dimaro Folgarida.