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Albert Raasch
Albert Raasch (* 6. Dezember 1930 in Großenbrode) ist ein deutscher Linguist, Romanist und Fremdsprachendidaktiker. Inhaltsverzeichnis.
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Person und Arbeitsgebiet
Albert Raasch, geboren am 6. Dezember 1930 in Großenbrode, ist ein deutscher Linguist, Romanist und Fremdsprachendidaktiker. Als Romanist befasst er sich mit romanischen Sprachen und Kulturen; als Fremdsprachendidaktiker untersucht und entwickelt er das Lehren und Lernen von Fremdsprachen. Sein wichtigster Forschungsschwerpunkt war der Fremdsprachenunterricht, besonders der Französischunterricht.
Raasch entwickelte dafür Übungsbücher, Wortschatzboxen und Fachbücher. Seine Arbeit verband angewandte Linguistik – die Anwendung sprachwissenschaftlicher Erkenntnisse auf praktische Fragen – mit Sprachlehrforschung, also der Erforschung von Sprachunterricht und Sprachlernen.
Hochschultätigkeit und deutsch-französische Zusammenarbeit
Raasch promovierte 1957. Ab 1968 war er Hochschulprofessor, zunächst an der Pädagogischen Hochschule Kiel. Von 1973 bis zu seiner Emeritierung 1999 war er ordentlicher Professor für Angewandte Linguistik und Sprachlehrforschung Französisch am Romanistischen Institut der Universität des Saarlandes.
Ein besonderer Schwerpunkt war für ihn die Zweisprachigkeit in den deutsch-französischen Beziehungen der Saar-Lor-Lux-Region. Saar-Lor-Lux bezeichnet den grenzüberschreitenden Raum Saarland, Lothringen und Luxemburg. 1991 gründete Raasch den Sprachenrat Saar und leitete ihn bis 2000. Außerdem richtete er an der Universität des Saarlandes ein Sprachzentrum ein. Auch nach der Emeritierung engagierte er sich weiter, unter anderem im Stiftungsrat der Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit.
Veröffentlichungen und Auszeichnungen
Zu seinen als Autor veröffentlichten Materialien für Französisch gehören „Französischer Mindestwortschatz“ (1969), „Französische Mindestgrammatik“ (1975), „Lernerfolgstests Französisch: Schwerpunkt Hörverstehen“ (1976), „Leseverstehen Französisch“ (1979) und „Fremdsprachen lernen, aber wie?“ (1982). Gemeinsam mit Ursula Heinzmann verfasste er „Fremdsprachenunterricht für Erwachsene“ (1984), gemeinsam mit Valérie Domes „Grammatik & Wortschatz Französisch ganz leicht“.
Als Herausgeber arbeitete Raasch unter anderem an „Sprachen-Lernen in Grenzräumen“ (1988), „Fremdsprachenunterricht in der Schule. Erwartungen, Konzepte und Perspektiven“ (1992) sowie „Sprachpolitik Deutsch als Fremdsprache“ (1997). Damit behandelte er auch Erwachsenenbildung, Sprachpolitik und Fremdsprachenunterricht an Schulen.
Für seine Verdienste erhielt er 2000 den Saarländischen Verdienstorden und 2013 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Die Auszeichnung von 2013 würdigte sein langjähriges Engagement in der Deutsch-Französischen Gesellschaft Schleswig-Holsteins, seine Mitbegründung der Städtepartnerschaft Kiel–Brest 1964 sowie wissenschaftliche Aktivitäten zur Vernetzung Deutschlands und Frankreichs. Weitere Ehrungen waren 1982 die Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Angewandte Linguistik und 1984 der Rang eines Officier de l’Ordre des Palmes Académiques.