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6 Meister-Erzählungen von Rainer Maria Rilke | Hörbuch zum Einschlafen (deutsch)

Hörbücher zum Einschlafen2:12:47 10.484 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 667 Zeilen
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  1. das Haus die große cartoonfabrik und Stoffdruckerei würmann und Schneider bei Danzig hatte in Erhard stielfried einen
  2. ausgezeichneten Musterzeichner entdeckt er war noch ein junger Mensch am Anfang der 30 etwa und im Laufe der Zeit ergab sich dass er der Firma unentbehrlich
  3. geworden war damit sein großes Talent sich aber ganz durchsetzen könne war es notwendig dass er seine Kenntnisse sowohl nach der künstlerischen wie nach
  4. der technischen Seite vervollkommene er sollte ein Jahr auf der Kunstgewerbeschule in München verbringen und ein zweites Jahr dazu
  5. benutzen die größeren Fabriken seines Fachs in Paris Wien und Berlin genau kennenzulernen kurz nachdem er geheiratet hatte machte ihm die Firma
  6. diesen Vorschlag es war natürlich nicht daran zu denken die Frau mitzunehmen und deshalb wurde Ehrat der Entschluss schwer aber schließlich es hing sein
  7. Fortkommen davon ab und seine junge Frau selbst rett ihm dazu so erwartete er noch sein erstes Kind und nachdem die Geburt eines Buben glücklich vorüber war
  8. reist er ab jetzt ist er auf der Rückreise er sitzt dritter Klasse in einem bequemen Zuge und fährt schon hinter Berlin eigentümlich ist ihm zumut
  9. eine zitternde Aufregung erfüllt ihn bis in die Fingerspitzen plötzliche Fröhlichkeiten überkommen ihn und Vergehen wieder die
  10. mitfahrenden sehen ihn an er nimmt irgendeine Zeitung schaut hinein und denkt wie das vergangen ist zwei Jahre man möchte es nicht glauben nun ja das
  11. war eben die Arbeit die Macht die Zeit so unkenntlich und gearbeitet hat er seine Chefs werden staunen er hat nur kurz von seinen Erfolgen berichtet die
  12. größten Überraschungen bringt er selbst das Modell zu der neuen farbenpresse z.B wie seltsam eigentlich hat er den Erfinder entdeckt ein armer Teufel der
  13. da saß mit seiner Erfindung und nicht aus und ein wusste jetzt wird sie ausgeführt patentiert man wird sich darum reißen und der sie erfunden hat
  14. ein gewisser selier ja wo war das doch in Paris richtig in Paris das klingt jetzt schon wieder ganz fremd für Erhard seine Frau hat ihm neulich
  15. geschrieben du hast jetzt die Welt gesehen die Welt eigentlich hat er in allen Städten nur das seine gesucht wie einer der in ein dunkles Zimmer geht um
  16. einen bestimmten Gegenstand zu holen von der Welt wusste er nicht eben viel aber das war ja auch gleichgültig zunächst später konnte man ja einmal eine Reise
  17. machen gemeinsam eine vergnü Reise bis das Kind größer sein wird ja das Kind wie es wohl aussehen mag was für ein Gesicht er hat es ja nur gesehen als es
  18. eben zur Welt kam und so kleine Kinder haben doch eigentlich kein Gesicht ob es ihm ähnlich sieht oder ihr und dann denkt er an seine Frau eine unendliche
  19. Wärme durchströmt ihn nichts überschwäliches einfach Wärme sie war etwas damals aber das war ja nach dem Kind und dann würde man jetzt ja auch
  20. besser leben man konnte zweimal in der Woche Braten haben vielleicht doch das Klavier anschaffen nicht gleich aber mit der Zeit etwa zu
  21. Weihnachten da steht der Zug Leute laufen hin und her rufe aussteigen aussteigen die Türen schlagen auf kalte Luft dringt ins Coupé die Gepäckträger
  22. erscheinen in ihren Licht leinwandjacken er zögert noch da hört er jemanden sagen so n sitzen wir feste er erschreckt verzeihen sie bittet er nun
  23. antwortet jemand ärgerlich der Anschluss ist davon jetzt können wir sehen wie wir weiterkommen er steht schon draußen er sucht den
  24. Stationsvorstand durch eine Menge Leute stößt er sich rücksichtslos durch zu ihm ich muss weiterfahren gleich ruft er außer sich aber meine Herren sagt er
  25. Vorstand gleichgültig zu ihm und zu den anderen ich kann es nicht ändern ihr Zug hat 20 Minuten Verspätung gehabt den nach Danzig musste abgehen ich kann mir
  26. nicht die Geleise verstellen aber es muss doch eine Möglichkeit geben der Vorstand wendet sich an Erhard beruhigen sie sich es ist Z um 7 Uhr geht der
  27. kurierzug also in 5 Stunden wohin fahren Sie der Beamte hat sich schon zu jemand anderem gewendet erh steht mit seiner Tasche auf dem Bahnsteig der sich
  28. langsam leert plötzlich fällt ihm ein aber wo sind wir denn eigentlich er liest groß gerade über sich miltau das ist ja zwei Stunden mit der
  29. Bahn vandanzig also mit Wagen etwa fünf er ist chloss einen Wagen zu nehmen er fragt einen bahndiener der verdrossen ja da müssen Sie schon in die Stadt gehen
  30. hier gibt's nichts ist die Stadt weit nein Erhard macht ein paar Schritte aber dann kommt ihm das lächerlich vor was dieser
  31. Wagen kosten wird und dann so anzukommen und wozu das alles sind den 5 Stunden wirklich ein solcher Gegenstand er lächelt ich darf mich nicht auf Regen
  32. sagte er sich es ist ja eine Kleinigkeit ich bin ja sozusagen schon da im Vorzimmer so tritt er in die Restauration er bestellt einen Cognak es
  33. friert ihn dann sitzt er da wie einer der etwas tun wollte und vergessen hat was endlich fällt es ihm ein denken
  34. natürlich wie früher und er versucht seine Frau sein Bub fast zweieinhalb Jahre mit zweieinhalb Jahren ob da die Kinder schon sprechen aber nein es geht
  35. mit dem Denken nicht es ist anders als im Zug wo sich alles bewegte hier steht alles in dieser langweiligen Restauration steht und verstaubt und die
  36. Gedanken stehen auch aber er hat doch oft auf solchen Bahnhöfen warten müssen solchen noch auf auf ganz anderen und was
  37. pflegte er da zu tun nun er hielt es nie lange aus meistens ging er sich die Stadt besehen das ist ein Einfall er trinkt noch einen Cognak und geht
  38. erst eine Straße voll kohlenkies schwarz schmutzig einen alten Lattenzaun entlang immer fort geradeaus dann eine Brücke über irgendetwas hässliches einen Graben
  39. mit Abfällen er erkennt einen alten rostigen Eimer der sich halbvoll Schlamm getrunken hat da unten und plötzlich eine Fabrik schlohe hohe Wände aus Blech
  40. wie eine riesensardinenbüchse etwas unsinniges und endlich etwas wie eine Stadt ein Haus rechts eine große pfitze ein Haus
  41. links und dann eine Gasse einen Kramladen mit Pantoffeln Zahnbürsten und Zwiebeln eine Weile steht er davor dann geht er weiter bis an den Platz er
  42. bemerkt ein neues Eckhaus zu ebener Erde eine große Spiegelscheibe mit Blumen dahinter darauf steht Kaffee und Konditorei
  43. vielleicht könnte ich einen Kaffee trinken denkt er hart und geht gerade auf den Eingang zu auch diese Tür hat Spiegelglas und die Aufschrift
  44. Entree nach großstädtisch Geschmack aber Erhart geht vorbei es steht ja nicht dafür sagt er sich jetzt noch irgendwas zu essen irgendeinen elenden Kaffee ich
  45. bin ja doch gewissermaßen schon zu Hause es ist nur eine Zwischenstation etwas vollkommen belangloses und immer geradaus da kommt
  46. ihm eine Stimme entgegen breit bauschig wie jene rollenden wachsenden lichtsterne die man manchmal in gewissen Varietät Theatern sieht erst einen Punkt
  47. und dann qut es herein in den Saal hässliches widerwärtiges dickes Licht die Stimme also nein ich weiß es bestimmt und ich werde ihr schon auf die
  48. Spur kommen aber wenn ich ihn finde ich erschlage ihn der hart sah auf ein großer schwerer Mann geht mit einem kleinen spit zicken vorüber der
  49. neugierig zuhört der Große hat ein rotes fürchterliches Gesicht und sein Mund hat noch die Form des Wortes erschlag was für ein Mann denkt er hart
  50. wahrhaftig man könnte sich fürchten dann geht er über den Weg das Pflaster ist erbärmlich überhaupt dieser Platz von einer so
  51. trostlosen Leere die Häuser scheinen ihm zu weit geworden zu sein und hängen so an ih ihm und da drüben nein wie merkwürdig unter all diesen
  52. Häuserfronten die dumm und stumpf sind wie Gesichter von schwerhörigen skrufulösen Kindern ein anderes Haus mit einer im Empire Geschmack verzierten
  53. Fasade und zwei Vasen auf dem Dach rechts und links zu Seiten des geschweiften Giebels Erhard dritt näher das Haus wird deshalb
  54. nicht größer es bleibt etwas lächerlich kleines trotz seiner aufgemalten Halbsäulen und den verwaschenen Sepia braunen Girlanden es hat ein Fenster im
  55. Giebel zwei im ersten Stock und ein kleines ovales neben der Eingangstür zu welcher drei Stufen hinaufführen aber Fenster und Tür
  56. scheinen nicht durchzugehen als ob dahinter gar kein wirkliches Haus wäre sondern und auf einmal denkt er hart wo habe ich ich schon einmal dieses Haus
  57. nun ja so ist es immer unversehens denkt man wo habe ich doch schon Erhard kommt noch näher plötzlich bemerkt er dass er
  58. geleutet hat was für eine Dummheit und er will zurück aber schon knirscht es im Schloss und er schämt sich so einfach davon zuaufen Sie
  59. wünschen es ist eine Frau jung offenbar mit unsicheren Augen ich zögert er hart verzeihen Sie ich bitte treten Sie ein es ist kalt sagt die Frau und sie
  60. scheint nicht übermäßig erstaunt es ist nicht kalt draußen es ist am Anfang des Frühjahrs aber trotzdem findet Erhard ebenfalls es sei
  61. kalt und schiebt sich hinein der Flur ist lau und dunstig erht streift beim Eintreten das Tuch in welchem die Frau eingehüllt ist und es
  62. fühlt sich eigentümlich weich an sie steht jetzt dicht neben ihm hier hinauf sagt sie und geht eine schmale knarrende Treppe voran eine Stube Dämmerung von
  63. zerflossenem Rot wahrscheinlich sind die Fenstervorhänge von rot im tll oder brennt irgendwo eine verhüllte Lampe setzen sie sich sagt die Frau sie
  64. hat das weiche Tuch abgeworfen und klättert ein Fell das über einem Sofa liegt ihre Arme sind nackt ihr Kleid ist lose allen Bewegungen willig und die
  65. Stimme ist wie das Kleid er hart schaut ihr zu plötzlich besindnt er sich verzeihen sie sagte in seiner verlegen höflichen Art ich dringe hier
  66. ein sie lacht und setzt sich tief in das Fell das ich bauscht ich zögert er hart immer unsicherer ich sehe das Haus es ist sehr
  67. eigentümlich dieses Haus sie sitzt und lacht Falten laufen ihren Beinen entlang und verschwinden wie er macht das das
  68. Licht das Haus versucht Erard es ist wohl ein altes Haus sie lacht während sie sagt ja ein altes Haus aber warum sitzen sie nicht
  69. hier und sie zieht einen niedrigen Stuhl auch mit Fell zu sich her Erard legt wie in Gedanken seinen Hut fort und Set sich sie sind
  70. fremd ja erwit erh ich binag mich hat nur das Haus under verwirr sich er fühlt in diesem Zimmer schmeicheltes die Ken schmiegen sich ihm
  71. an den rüen und in den handflä fühl er das wie Katzenzungen die leise lecken plötzlichht die Frau sich zurück legt die Arme hinter den Kopf breit wie
  72. ein Kissen und fragt in anderem Ton wie lange ist es her seit wir uns damals gesehen haben er hat versteht nicht was macht er
  73. nun es war doch in Berlin bei Kroll er hat wird ganz ruhig nein sagte er sie irren wohl ich bin Erhard stielfried
  74. Musterzeichner und er hat die Absicht zu gehen sie scheint ihn gar nicht gehört zu haben aber der wirft sie sich plötzlich nach vorn und lacht in München
  75. war es er hat versucht wieder aufzustehen aber ihr Lachen macht ihn schwindlich in München und du tust als wüsstest du von nichts auf der
  76. oktoberwiese nein werd erh nochmals unsicher sie irren wohl ich und in dem selben Augenblick fällt ihm ein Mädchen ein vor anderthalb
  77. Jahren in München ja ja in München eine Nacht die einzige Nacht in diesen zwei Jahren er musste damals etwas zu viel getrunken haben und das Mädchen und mit
  78. einem Male weiß er alles freilich das Mädchen war so scheint es ihm schmal schmächtig etwas blass und diese er macht den Versuch sie zu
  79. betrachten sie hat nur auf diesen Blick gelauert sie fängt ihn auf spielt mit ihm lässt ihn fallen in ihren Schoß hebt ihn in ihr Haar das sich unversehens
  80. löst dabei spricht sie in einem fort lauter kleine kurze gleichsam Runde Worte nennt ihn du und noch mit einem anderen irgendwie klebrigen Namen den er
  81. hasst und es wird ihm ganz klar nein jenes Mädchen ist es nicht gewiss nicht und das Mädchen dass er nur einmal
  82. in jener Nacht in München gesehen hat steht im Geiste deutlich vor ihm blass schmal und entschlossen steht er auf aber da
  83. fällt ihm ein woher weiß aber diese davon und gleich darauf beruhigt er sich sie weiß nicht sie versucht eben und er
  84. sagt übrigens ich eile zum Zuge ich reise nämlich er sagt das fast grob ihm fällt ein was ihm bevorsteht und Sehnsucht
  85. überkommt ihn und Glück was für ein Erlebnis wie dumm denkt er und holt seinen Hut aber es ist ja nur eine Episode etwas vollkommen
  86. belangloses sie sind Musterzeichner fragt sie mit einer anderen Dritten Stimme und steht neben ihm er bejaht oh oh warten Sie nur einen Augenblick
  87. bittet sie liebenswürdig sie sind also Sachverständiger ich möchte Ihnen gerne einen Stoff zeigen ob man ihn färben
  88. könnte wegen des dessens wollen Sie mir raten er hart stellt seinen Hut wieder nieder gerne sagte geschäftlich ich habe ja
  89. wohl noch einen Augenblick Zeit und sie verschwindet durch eine kleine Tapetentür die hinter ihr leise wieder aufgeht er hart schaut auf die
  90. Uhr erst fünf noch zwei Stunden wie lange noch und doch eigentlich jetzt ist es ja schon egal um 10 bin ich in Danzig dann mit der
  91. Lokalbahn nun vor 11 Uhr kann ich zu Hause sein lächelt er da ruft sie von nebenan wieder wie früher mit der weichen lockenden Stimme und einem
  92. Lachen im Hintergrund unwillkürlich tritt Erhard ein sie kniet vor einem offenen riesigen Kleider spinnt und zieht an
  93. etwas ich kann die Lade nicht herausbringen sagt sie trotzig wie ein Kind er hart kniet neben ihr er fühlt die Spielende Kraft die ihre Arme spannt
  94. aus den Kleidern die oben im Spint hängen qualmt Schwüle wie aus jasminbüchen er bemüht sich um die Lade aber seine Hände tasten nur und sind
  95. merkwürdig schwach um seine Stirne schmeichelt der Rand der Kleider oder eine Hand und plötzlich fällt etwas über ihn wie ein Kleid und küsse viele und
  96. Zittern plötzlich wie der Pendel einer großen Uhr die Weichen Arme stoßen ihn fort und der Pendel geht auf ab auf ab
  97. Erhard lehnt mit dem Rücken an den Kleidern die oben im Spint hängen sie sind kalt und steif eine wahnsinnige Angst überkommt ihn ich muss ja weiter
  98. denkt er und hört den Pendel lauter und er glaubt zu gehen zu laufen aber in Wirklichkeit steht er vor dem Schranke und starrt nach der
  99. Tür dort ist der Mann mit dem roten Kopf den er schon einmal irgendwo gesehen haben muss er strengt sich an wo habe ich ihn doch
  100. oho der Mann glaubt wohl zu sprechen er bewegt so den Mund aber er irrt sich es ist totenenstill er har kann es beschwören
  101. totentill und gleich darauf weiß er jetzt muss man sterben natürlich es ist ja auch weiter nicht von Bedeutung das ist ja nur eine
  102. Zwischenstation ein ein Schrei hell schrecklich stört ihn aha denkt er jetzt hat er sie erschlagen wen das zu überlegen fehlt ihm Zeit denn
  103. der große Mann schwit Tür Wand alles das ganze Zimmer ist der Mann mit dem roten Kopf wieder Angst eine Sekunde nur eine Sekunde dann
  104. ist der Mann wieder kleine verhältnismäßig und das wirkt ungemein beruhigend allerdings erhebt einen Gegenstand einen
  105. Fall tief tief und Sterne Millionen Sterne aber langsam fernher wieder ein Gedanke ja sogar ein Gespräch er hart stielfried
  106. sagt in diesem Gespräche zu jemandem es ist etwas völlig belangloses ein paar Stunden ich könnte ebenso gut
  107. schlafen und wieder ein Fall furchtbar und kein Gedanke mehr die
  108. Turnstunde in der Militärschule zu St Severin Turnsaal der Jahrgang steht in den hellen zwilligblusen in zwei Reihen
  109. geordnet unter den großen gaskronen der Turnlehrer ein junger Offizier mit hartem braunen Gesicht und höhnischen Augen hat wihübungen kommandiert und
  110. verteilt nun die Regen erste regge Reck zweite regge baren dritte regge Bock vierte regge klettern abtreten und rasch auf den leichten mit
  111. koloponium isolierten Schuhen zerstreuen sich die Knaben einige bleiben mitten im Saale stehen zögernd gleichsam unwillig es ist die vierte re die schlechten
  112. türne die keine Freude haben an der Bewegung bei den Geräten und schon müde sind von den 20 Kniebeugen und ein wenig verwirrt und
  113. atemlos nur eine der sonst der allerletzte blieb bei solchen Anlässen Karl Gruber steht schon an den Kletterstangen die in einer etwas
  114. dämmerigen Ecke des Saales hart vor den Nischen in denen die abgelegten Uniformröcke hängen angebracht sind er hat die nächste Stange erfasst und zieht
  115. sie mit ungewöhnlicher Kraft nach vorn sass sie frei an dem zur Übung geeigneten Platze schwankt Gruber lässt nicht einmal die Hände von ihr er
  116. springt auf und bleibt ziemlich hoch die Beine ganz unwillkürlich im kletterschluss verschränkt den er sonst niemals begreifen konnte an der Stange
  117. hängen so erwartet er die regge und betrachtet wie es scheint mit besonderem Vergnügen den erstaunten Ärger des kleinen polnischen
  118. Unteroffiziers der ihm ruft abzuspringen aber gruba ist diesmal sogar Ungehorsam und jasterski der Blonde Unteroffizier schreit endlich also entweder sie kommen
  119. her runter oder sie klättern h aufgruber sonst melde ich dem Herrn Oberleutnant und da beginnt Grubert zu klettern erst heftig mit Überstürzung
  120. die Beine wenig anziehend und die Blicke aufwärts gerichtet mit einer gewissen Angst das unermess Stück Stange abschätzend das noch
  121. bevorsteht dann verlangsamt sich seine Bewegung und als ob er jeden Griff genösse wie etwas Neues angenehmes zieht er sich höher als man
  122. gewöhnlich zu klettern pflegt er beachtet nicht die Aufregung des ohnehin gereizten Unteroffiziers klettert und klettert die Blicke immer fort aufwärts
  123. gerichtet als hätte er einen Ausweg in der Decke des Saales deckt und strebte danach ihn zu erreichen die ganze rege folgt ih mit den Augen und auch aus den
  124. anderen Regen richtet man schon da und dort die Aufmerksamkeit auf den Kletterer der sonst kaum das erste Drittel der Stange keuchend mit rotem
  125. Gesicht und bösen Augen erklomm Bravo Gruber ruft jemand aus der ersten rie herüber da wenden viele ihre Blicke aufwärts und es wird eine Weile still im
  126. Saal aber gerade in diesem Augenblick da alle Blicke an der Gestalt Grubers hängen macht er hoch oben unter der Decke eine Bewegung als wolle er sie
  127. abschütteln und da ihm das offenbar nicht gelingt bindet er alle diese Blicke oben an den nackten eisernen Haken und sauß die glatte Stange
  128. herunter sass alle immer noch hinaufsehen als er schon längst schwindelnd und heiß unten steht und mit seltsam kanzlosen Augen in seine
  129. glühenden handf schaut da fragt ihn der eine oder der andere dem zunächst stehenden Kameraden was denn heute in ihn gefahren sei
  130. willst wohl in die erste regge kommen kuuber lacht und scheint etwas antworten zu wollen aber er überlegt es sich und senkt schnell die Augen und dann als das
  131. Geräusch und Getöse wieder seinen Fortgang hat zieht er sich leise in die Nische zurück setzt sich nieder schaut ängstlich um sich und holt Atem zweimal
  132. rasch und lacht wieder und will was sagen aber schon achtet niemand mehr seiner nur Jerome der auch in der vierten rieege ist sieht dass er wieder
  133. seine Hände betrachtet ganz darüber gebückt wie einer der bei wenig Licht einen Brief entziffern will und er tritt nach einer Weile zu ihm hin und fragt
  134. hast du dir weh getan Grube erschreckt was macht er mit seiner gewöhnlichen in Speichel wartenden
  135. Stimme zeig mal Jerome nimmt die eine Hand grubas und neigt sie gegen das Licht sie ist am Ballen ein wenig abgeschifft weißt du ich habe etwas
  136. dafür sagt Jerome der immer englisches Pflaster von zu Hause geschickt bekommt komm dann nachher zu mir aber es ist als hätte Gruber nicht
  137. gehört er schaut geradeaus in den Saal hinein aber so als sehe er etwas Unbestimmtes vielleicht nicht im Saal draußen vielleicht vor den Fenstern
  138. obwohl es dunkel ist spät und Herbst in diesem Augenblick schreit der Unteroffizier in seiner hochfahrenden Art
  139. Gruber Gruber bleibt verändert nur seine Füße die vor ihm ausgestreckt sind kleiten steif und ungeschickt ein wenig auf dem glatten Parkett vorwärts
  140. Gruber brüllt der Unteroffizier und die Stimme schlägt ihm über dann wartet er eine Weile und sagt rasch und heiser ohne den gerufenen
  141. anzusehen sie melden sich nach der Stunde ich werde Ihnen schon und die Stunde geht weiter Grube sagt Jerome und neigt sich
  142. zu dem Kameraden der sich immer tiefer in die Nische zurücklehnt es war schon wieder an dir zu klettern auf dem Strick geh mal
  143. versuch's sonst macht dir der jasski irgendeine Geschichte weißt du Gruber nickt aber statt aufzustehen schließt er plötzlich die
  144. Augen und gleitet unter den Worten Jeromes durch als ob eine Welle ihn trüge fort kleitet langsam und lautlos tiefer tiefer kleitet vom Sitz und
  145. Jerome weiß erst was geschieht als er hört wie der Kopf grubas hart an das Holz des Sitzes brallt und dann vornüber fällt
  146. Gruber ruft der Heise erst merkt es niemand und Jerome steht ratlos mit häenden Händen und ruft gruba
  147. gruba es fällt ihm nicht ein den anderen aufzurichten da erhält er einen Stoß jemand sagt ihm Schaf ein anderer schiebt den fort und
  148. er sieht wie sie den reglosen aufheben sie tragen ihn vorbei irgendwohin wahrscheinlich in die Kammer nebenan der oberleutnand springt herzu er gibt mit
  149. harter lauter Stimme sehr kurze Befehle sein Kommando schneidet das Summen der vielen schwatzenden Knaben scharf ab Stille man sieht nur da und dort noch
  150. Bewegungen ein Ausschwingen am Gerät einen leisen Absprung ein verspätetes Lachen von einem der nicht weiß um was es sich handelt dann hast die GE
  151. fragen was was wer der Gruber wo und immer mehr Fragen dann sagt jemand laut ohnmächtig und der Zugführer jasterski läuft mit rotem Kopf hinter dem
  152. Oberleutnant her und schreit mit seiner boshaften Stimme zitend vor Wut ein Simulant Herr Oberleutnant ein Simulant der Oberleutnant beachtet ihn
  153. gar nicht er sieht gerade aus nagt an seinem Schnurbart wodurch das harte Kinn noch eckiger und energischer Vortritt und gibt von Zeit zu Zeit eine knappe
  154. Weisung vier Zöglinge die Gruber tragen und der Oberleutnant verschwinden in der Kammer gleich darauf kommen die vier züglinge zurück ein Diener läuft durch
  155. den Saal die vier werden groß angeschaut und mit Fragen betränkt wie sieht er aus was ist mit ihm ist er schon zu sich
  156. gekommen keiner von ihnen weiß eigentlich was und da ruft auch schon der Oberleutnant herein das Turnen möge weitergehen und übergibt dem Feldwebel
  157. Goldstein das Kommando also wird wieder geturt beim Barren beim Reck und die kleinen dicken Leute der dritten re kriechen mit weit
  158. gekräschen Beinen über den hohen Bock aber doch sind alle Bewegungen anders als vorher als hätte ein hurchen sich über sie
  159. gelegt die Schwingungen am Reck brechen so plötzlich ab und am Barren werden nur lau kleine Übungen gemacht die Stimmen sind weniger verworren und ihre Summe
  160. summt feiner als ob alle immer nur ein Wort sagen es es
  161. es der kleine schlaue Krix hcht inzwischen an der Kammertür der Unteroffizier der zweiten rieege jagt ihn davon indem er zu einem
  162. Schlag auf seinen Hintern ausholt kxs springt zurück katzenhaft mit hinterlistig blitzenden Augen er weiß schon genug und nach einer
  163. Weile als ih niemand betrachtet gibt er dem pavloovwitsch weiter der regimentsarzt ist gekommen nun man kennt ja den Pavlo
  164. mit seiner ganzen Frechheit geht er als hätte ihm irgendwer einen Befehl gegeben quer durch den Saal von riee zu riee und sagt ziemlich laut der regimentsarzt ist
  165. drin und es scheint auch die Unteroffiziere interessieren sich für diese Nachricht immer häufiger wenden sich die Blicke nach der Tür immer
  166. langsamer werden die Übungen und ein kleiner mit schwarzen Augen ist oben auf dem Bock kocken geblieben und starrt mit offenem Mund nach der
  167. Kammer etwas lähmendes scheint in der Luft zu liegen die stärksten bei der ersten rege machen zwar noch einige Anstrengungen gehen dagegen an Kreisen
  168. mit den Beinen und pombert der kräftige tiruler biegt seinen Arm und betrachtet seine Muskeln die sich durch den zwillig hindurch breit und straff ausprägen ja
  169. der kleine gch einige armwellen und plötlich ist diese heftigeegung die einzige im ganzen sa ein groer Flimmer Kreis der et
  170. unheimliches hatmitten dergemeinen Ruhe und einem rckingt sich der kine Mens zum stehenä sich einfach unwi
  171. inen und macht ein ges er alleach aber auch seine kleinen stumpfen Augen bleiben schließlich an der Kammertür
  172. hängen jetzt hört man das Singen der Gasflammen und das Gehen der Wanduhr und dann schnarrt die Glocke die das stundenzeichen gibt fremd und
  173. eigentümlich ist heute ihr Ton sie hört auch ganz unvermittelt auf unterbricht sich mitten im Wort Feldwebel Goldstein aber kennt seine
  174. Pflicht er ruft antreten kein Mensch hört ihn keiner kann sich erinnern welchen Sinn dieses Wort besaß
  175. vorher wann vorher antreten krächz der Feldwebel böse und gleich schreien jetzt die anderen Unteroffiziere ihm nach
  176. antreten und auch mancher von den Zöglingen sagt wie zu sich selbst wie im Schlaf antreten
  177. antreten aber im Grunde wissen alle dass sie noch etwas abwarten müssen und da geht auch schon die Kammertür auf eine Weile nichts dann
  178. tritt Oberleutnant Wehl heraus und seine Augen sind groß und zornig und seine Schritte fest er marschiert wie beim defilieren und sagt heiser
  179. antreten mit unbeschreiblicher Geschwindigkeit findet sich alles in Reihe und Glied keiner rührt sich als wenn ein Feldzeugmeister da wäre und
  180. jetzt das Kommando Achtung Pause und dann trocken und hart euer Kamerad gruber ist soeben gestorben Herzschlag
  181. Abmarsch und erst nach einer Weile die Stimme des diensttenden Zöglings klein und leise links um marschieren Kompanie Marsch ohne Schritt und langsam wendet
  182. sich der Jahrgang zur Tür Jerome als der letzte keiner sieht sich um die Luft aus dem Gang kommt kalt und dumpfig den Knaben
  183. entgegen einer meint es rieche nach kbul pombert macht laut einen gemeinen Witz in Bezug auf den Gestank niemand
  184. lacht Jerome fühlt sich plötzlich am Arm gefasst so angesprungen krixs hängt daran seine Augen glänzen und seine
  185. Zähne schimmern als ob er beißen wollte ich habe ihn gesehen flüstert er atemlos und presst Jeromes Arm und ein Lachen ist innen in ihm und rüttelt ihn hin und
  186. her er kann kaum weiter ganz nackt ist er und eingefallen und ganz lang und an den Fußsohlen ist der
  187. versiegelt und dann kichert er spitz und kitzlig kichert und beißt sich in den Ärmel Jeromes
  188. hinein alle in einer wenn die Annemarie zu Werner ins Zimmer trat legte der blasse junge Mann die Holzfiguren die er eben schnitzte
  189. Beise Seite stäubte die spähchen von seinen Knien und schaute sie groß und voll an sein dunkles Auge schenkte ihr dann
  190. etwas von jener rührenden Dankbarkeit mit der verweist der Kinder und einsame Kranke der kleinsten Güte begegnen Annemarie bemerkte wohl nichts davon sie
  191. war es so gewohnt sie lächelte ihm zu besah mit gespannter kindischer Neugier die unterbrochene Arbeit die heilige Jungfrau fragte sie und ließ ein paar
  192. grause spähchen durch die zieren Finger knistern und oft Werner die heilige Jungfrau es geschah wohl ab und zu dass der heilige Johannes oder der heilige
  193. Laurenz für einen Kreuzweg oder eine turnische bestellt worden manchmal auch der heilige Nikolas mit der Umschrift als ein sonderbarer Patron in
  194. Wassergefahren bewahre uns oder gar Sankt GID über welchem jedes Mal stehen musste vor Krätze wurmfras bes Schirm uns gnädig aber das waren Bestellungen
  195. und solche kamen dem Kranken Werner selten zu er schnitzte meist nach eigenem Sinn und da wurden es lauter Madonnen große die mit stolzer
  196. Mütterlichkeit den runden gesunden Knaben des Heils in den Reich umfalteten Armen trugen und kleine hilflose diem über die Mutterschaft erstaunt im
  197. Begriffe schienen die winzigen segnenden Erlöser vor Müdigkeit irgendwo niederzusetzen dann gab es solche die hohe breite Kronen hatten und die Hände
  198. ausstreckten in nicht enden könnendem begaben und noch andere welche in verschämter Scheu die steifen Arme über der Brust kreuzten und diesen waren die
  199. Lieder gar schwer geworden von dem vielen langen Augen niederschlagen endlich fanden sich jene die angestrichen sein wollten die bekamen
  200. rote Backen sehr rote Lippen und sahen gleich viel gesünder aus und viel herrlicher aber aber alle hatten eines in ihren Zügen die große Dankbarkeit
  201. gegen Werner ohne den sie niemals geworden wären und gewiss hätten sich alle gerne zusammeng getan und dem jungen Mann in vereinter Kraft geholfen
  202. die seit seinem 16 Jahre gelähmten Beine wieder zu brauchen wenn nur einmal irgendwer hätte vor ihnen Knien mögen aber die meisten waren nicht bestellt
  203. standen in müßigem erwarten nebeneinander in der Bodenkammer und kamen so gar nicht dazu daran zu glauben dass sie selbst bei enigem
  204. Zusammenschluss ein Wunder verbringen könnten die Leute im Städtchen wunderten sich dass Werner nicht ermatte eine Maria um die andere zu schneiden und die
  205. ältesten schüttelten entrüstet und erstaunt die weißen Köpfe sie meinten das sei ein frewel denn wie die heilige Maria eigentlich ausgesehen hätte könnte
  206. keiner genau wissen am wenigsten Werner der um seiner Lahmheit Willen nie in die Kirche konnte anne mararie war vielleicht die einzige die sich nicht
  207. wunderte das kam mir ganz natürlich vor wenn sie sich des Frommen zarten Knaben erinnerte der einst allen anderen Kindern fremd mit ihr durch die
  208. traurigen Auen vor der Stadt gegangen war das war vor seiner Krankheit allein in seinem Schritt war schon damals etwas ängstliches flüchtendes gewesen etwas
  209. wovor anneemarie sich fürchtete dessen Hilflosigkeit sie aber zugleich anzog und rührte wenn sie nicht Sprachen und keine Blumen fanden sangen seine Lippen
  210. oft von ungefähr ein leises sehnsuchtsschweres Lied und keiner wusste woher es ihm kam und wenn die Sonne hinter den Weiden Zweigen recht
  211. rot unterging brach er in ein Weinen aus als wäre jetzt ein lieber wirklicher Mensch gestorben das war damals als sie beide
  212. Kinder waren und der annearie schien es keinen weiter weeg zu sein von dem in den abendweinen zum Madonnen machen besonders durch das Kranksein hindurch
  213. deshalb war sie nicht verwundert über sein Tun und fand es auch sehr natürlich dass sie ebenso wie sie mit dem Werner der wandern konnte durch die Auen
  214. gegangen war nun bisweilen bei dem Werner der das Gehen hatte vergessen müssen in der Stube saß und seine h seinen heiligen ganz so teilnahmsreich
  215. betrachtete wie seine Tränen von damals sie sahen dem kranken jungen Mann immer nach den seltsamen Spielgefährten der ihr Mitleid brauchte wie ihr Lächeln und
  216. sie träumte manchmal von seinen tiefen leidenden Augen und von seinen Händen diesen mädchenhaften weißen Kranken Händen die in der Dämmerstunde immer
  217. etwas Feierliches segnendes bekamen diese Träume fielen ja ein wenn sie vor dem Kranken saß sie lehnte dann
  218. den Kopf mit dem schweren falbenhaar ein wenig zurück faltete die Hände im Schoß und sah in sein Gesicht wie in eine weite Landschaft
  219. Ann Marie was hast du sie erwachte und sagte einfach ich denke was denkst du Annemarie ich
  220. denke ob es viele Menschen gibt die immer krank sind wie du ich fürchte es gibt zu viele Annemarie
  221. oh und für die müsste die ganze Welt nicht sein nicht die Wälder und nicht die großen Städte mit den vielen fremden und festlichen Dingen sie sehen das
  222. alles ja nie sie träumen davon Annemarie Annemarie schwieg sie schämte sich einmal in einer solchen Dämmerstunde
  223. sagte annearie weißt du oft denke ich mir ob du auch betest zu den heiligen Jungfrauen die du dir
  224. aus Holz schneidest der Kranke lächelte FE ich ma sie das ist meinbetarie San einen Augenblick nach
  225. und sagte dann wie zu sich selbst wie dir die Maria vorstellst warum gerade so hast einmal ein schönes B geseh
  226. ich weiß nicht einen Bild oder einen Traum aber ich habe sie immer vor mir wie die Sehnsucht ist sie da fragte das
  227. Mädchen welche ist ihr am ähnlichsten wner antwortete mit geschlossenen Augen alle zusammen sind sie wenn du das liebliche und gnädige und das mächtige
  228. und innige von den vielen an eine schenkst dann ist diese eine ihr ähnlich immer muss ich neue schnitzen
  229. denn es ist so viel gütiges und trautes in ihr alle diese zusammen und jene die mir noch
  230. gelingen sind sie ich liebe sie so er breitete feierlich die Arme aus vor einer Vision dann verneigte sich Werner griff
  231. nach der Figur an welcher er eben schaffte hielt sie hoch in den Abend und flüsterte vielleicht mache ich es noch einmal alle in der
  232. einen er atmete tief auf die bekommst dann du Annemarie annarie hatte Schelmerei in den Augen sie lachte zu meineroch ze it
  233. warum zur Hochzeit wers Stimme war fremd und rau wie nach einem Schrecken anneemarie sagte Ernst weil das ein Fest ist und er war
  234. auf einmal sehr bange die Zeit war da in welcher anneemarie eine Madonna brauchte Werner schleppte sich auf seinen Krücken jeden
  235. Morgen in die Bodenkammer um das geeignete Holz für die neue Arbeit zu wählen keines passte und er blieb dann immer erschöpft vom Aufstieg und vom
  236. Suchen in einem Winkel der kühlen Kammer sitzen und musste der langsam die zu vielen marien die so traurig waren weil sie nie ein Kind beten gesehen hatten
  237. und weil vor keine ein Licht brannte am sonnenabend er dachte dabei gar nicht an die müßigen verstaubten heiligen sondern überlegte dass Anne mararie nun heiraten
  238. werde und dass er ihr die eine Madonna schenken müsse zu ihrer Hochzeit er hatte Annemarie lange nicht gesehen es war als fürchte sie sich vor ihm seit
  239. jenem Abend sie schickte und dann und wann die kleine Klara ihr zehnjähriges Schwesterchen der Kranke gewann das Kind sehr lieb und nannte es Maus weil es
  240. behendt und naschhaft und niedlich war Maus dagegen empfand eine gewisse sorgende Überlegenheit und gestand Werne einmal vertraulich dass er ihr Kind und
  241. ganz dumm und eschickt sei die Kleine kam jeden Tag und brachte ihm eine Blume einen Apfel oder einfach ihren frischen kühlen Kindermund der ihm das liebste
  242. war nach langer Wahl hatte Werner ein Gefüges Holz gefunden und eine von den Madonnen welche ihm als Vorbild nützlich schien vor sich hingestellt das war eine
  243. von den großen prächtigen und Maus freute sich mit glänzenden Augen und offenem Mund an ihrer bunten Herrlichkeit plötzlich sagte das Kind
  244. weißt du das ist eigentlich gar nicht die heilige Maria Werner dem die Arbeit nicht von Statten wollte blickte fragend auf Maus schwieg verlegen und prste die
  245. kleine krübchenhand fest vor den Mund warum fragte Werner weil ich kann es nicht sagen unterbrach sich die kleine dabei sah sie
  246. ganz tückisch aus also du gern klug schmeichelte der Kranke müde wer ist es denn Maus schmiegte sich an ihn die heilige Agathe forschte der junge Mann
  247. und liebkoste ihr das Haar oh nein die heilige Anna unwillig schüttelte Maus den Kopf Werner nannte alle heiligen Frauen die ihm gerade einfielen das Kind
  248. verneinte immer entschiedener und sagte endlich schmollend und voll Ungeduld du dummer überhaupt keine heilige ein Mensch wner lächelte Rat einmal
  249. oh du kannst nicht raten fügte Maus gleich kläglich und ein wenig verächtlich hinzu als in des Freundes ratloses Gesicht schaute sie setzte sich
  250. zurecht und sagte die annearie der Kranke wurde sehr plass seine weißen Hände zitterten leise er sank im Stuhl zurück und schien das Bild
  251. anneemaris wie es in ihm wuchs neben der großen prächtigen madonne zu sehen und hastigen Blicks zu vergleichen das Kind sah zuerst sehr
  252. enttäuscht und erstaunt aus als wären er ernst und still verharrte und erschrak heftig als er jetzt aufsprang nach den Krücken langte und mit einer fremden
  253. Stimme befahl komm da hatte die kleine sehr große Furcht sie wollte immer wieder fragen was hast du aber das ängstliche
  254. Herz pochte in der Kehle und ließ dem Worte keinen Raum so kroch sie mit schwachen Knien hinter den dröhnenden grücken des Kranken her in die
  255. Bodenkammer dort zerrte Werner sie eh ihre Augen durch das Dunkel fanden am Arm und sagte hart nicht wahr das ist auch Anne Marie ma konnte nichts
  256. erkennen sein Griff schmerzte sie sie nahm alle Kraft zusammen und sagte dem Weinen nahe ja und das hörte sie den Kranken jetzt glaubte sie mit weiten
  257. Augen etwas zu erkennen was der holzmadonna unten ganz ähnlich war auch sie fühlte sich fortgezerrt wie beschwörend Klang Werners atemloses
  258. Fragen und die hier ja auch gab Maus eilig zu allmählich erkannte sie im Dunkel lau der schöne große Anne mararin da verging ihr ein wenig die Angst sie
  259. sagte in Bewunderung ah und dann wie um nicht am Schauen gestört zu sein durch lauter Fragen alle alle da ließ Werner ihren Arm frei er
  260. wankte in die Ecke und viel erschöpft in den Stuhl seine beiden Krücken polterten zu Boden Maus schielte scheu und ungern zu ihm hin er sah sehr traurig aus die
  261. kleine kehrte den Blick rasch wieder zu den vielen Puppen und ging einen Finger im Mund auf leisen Zehen von einer hölzernen Annemarie zu der anderen
  262. Werner hielt seine Tür verschlossen nur seine alten aufwärterin öffnete er wenn sie ihm das Essen brachte aber am Abend konnte sie das mal fast unberührt wieder
  263. fortnehmen bei der späten Kerze schnitzte der Kranke unermütlich seine Hände fieberten und vor Anstrengung waren die Finger
  264. fühlos tief in der Nacht brannte sein Licht züschend und zuckend in sich nieder und verlosch die Dunkelheit fiel schwer auf
  265. seine müden Augen aber die krampfige Hand ließ nicht von dem Messer sie tat noch ein paar blinde rasche Schnitte in das Holz gewaltsam wie Hiebe saßen sie
  266. dem Manne geschah so müsse die heilige Jungfrau die seine Sehnsucht war ihm in dichter Dunkelheit das Werkzeug leiten und seiner gehorsamen Hand die Macht
  267. schenken jene Züge zu bilden die er sich nicht vorstellen konnte die aber der Inbegriff alles hohen und heiligen sein mussten er ließ die Arbeit nicht los und
  268. wachte mit Wehen Augen dem ersten Tag entgegen das zögernde Licht hob er das Holzbild und was ihm entgegen sah war immer wieder diese
  269. Annemarie die in den nächsten Tagen Hochzeit halten sollte im nächsten Augenblick da er dies erkannte schlug er die Figur gegen das Fensterbrett so hart
  270. dass ihr kopflos schnellte und den weitem Bogen in die zwielichtvolle Stube flog Werner ließ den Holzklotz fallen und grub seine Finger ins Haar sass er
  271. seine Nägel wie kalte eiserne schrauben eindringen fühlte drüben hob sich die frühe Sommersonne das Grau schmolz von den
  272. Dächern und in dem nahen Garten jubelte der Morgen mit hundert vogelrufen übernächtigt starrte Werner in die pupurnacht er konnte nicht Knien mit
  273. seinen toten Füßen aber seine verzweifelte Seele lag auf den Knien in fieberndem Flehen als er hoch die Hände zusammenschloss und bet
  274. heilige Jungfrau du bist doch und du bist gewiss nicht so wie die Anne mararie du kannst nicht sein wie eine die Hochzeit hält in
  275. diesen Tagen dich will ich verherrlichen seit Gott mir die Gnade genommen hat meine Füße zu brauchen
  276. mache ich dein Bild hörst du dich mit meinen armen hilflosen Händen ma ich dir meine hözen Gebete hast du nie Freude daran heilige Jungfrau es
  277. sind schlechte Bilder von dir und deine Güte hat nicht Raum in ihnen aber gib mir dass ich nur eines mache das dir ähnlich ist wenn auch nur so ähnlich wie
  278. der kleine kohlenfunken der Sonne ich bin dir dankbar nur lass es Licht sein von deinem Lichte Liebe von deiner
  279. Liebe nur lass es nicht sein wie jene denn du kannst nicht sein wie die anneemarie die Hochzeit hält in diesen Tagen seine Stimme war fablos und seine
  280. Hände glitten in satte Erschöpfung in seinen Schoß mit geschlossenen Augen lauscht er dem Gebete nach er ruhte wie Kinder ruhen nach einer langen wilden
  281. fiebernacht aber nach wenigen Minuten fuhr er jähings empor probte ein neues Holz in den Händen und begannen hastig mit unnatürlicher überreizter
  282. Gewandtheit zu arbeiten in banger lauernder Spannung wachte sein Auge über dem was sich unter schnellen Schnitten formte und entfaltete er fühlte jetzt
  283. eine heilige sighafte Kraft in sich und die Weihe seines Gebetes verlie ihm eine süße heimliche Hoffnung bei jedem Griff empfand er diesmal war es anders als
  284. alle 50 oder hundert oder tausend mal vor vorher etwas ganz Neues keusch in seinem nie da gewesen sein nicht alle in einer die eine die gar nicht wusste von
  285. den allen musste gelingen ein großer innerer Jubel stärkte ihn und dem geschah dass die Freude in seinen Fingern immer heftiger
  286. zitterte als die krampfhafte Ermüdung nach ein paar Stunden die ihm wie Minuten vergangen waren rastete er stellte die Arbeit auf das Fensterbrett
  287. und betrachtete mit sinnendem Lächeln die zarten Züge die wie sacht verschleiert aus dem duftenden Holze hervortraten es war ein Lindes leidendes
  288. Gesicht wie das einer Abschied nehmenden das man nicht mehr klar erkennen kann vielleicht weil sie schon zu weit fort ist oder weil einem die Augen voll
  289. Tränen stehen ganz von ungefähr dachte Werner an seine kranke arme Mutter der er kaum gekannt hatte weil sie so früh die Hände in der
  290. Grube hatte Falten müssen und während er ganz mechanisch an dem Holz weiterschnitzte ging seine Seele von Leiser Rührung geführt bis zurück zu den
  291. kleinen blassen Blüten der fast vergessenen Mutterliebe wie ein türengehen war es gewesen was den gelämten aus seinen
  292. Träumen schreckte er fuhr auf und durchforschte mit verstörten fernhergerufenen blicken die Stube in deren tiefsten Ecken schon die Dämmerung
  293. Netze Spann er war allein aber als er seine Arbeit wieder aufnahm wusste er es saß jemand neben ihm der mitschnitzte wie schützend neigte er
  294. sich über die Figur aber der neben ihm langte doch herzu und riss mit zuckenden griffen an den überfeinen Leidenden Linien und machte
  295. dass sie etwas Festes irdisches bekamen etwas von Annemie Werner fror vor Entsetzen er fühlte dass es jetzt den letzten Kampf galt sein Werkzeug
  296. blinkte in rasender Verfolgter eileer auf und nieder und fuhr wie ein Blitz in die gebahnten Rillen aus denen die Späne spritzten er wollte dem anderen zu
  297. Vorkommen der aber Tat in unerbittlicher brutaler Ruhe Schnitt um Schnitt und zerstörte höhnisch jeden Zug des atemlosen zuletzt schien es dem Kranken
  298. als stünde seine haltlose hast ganz besiegt im Dienste des Feindes da ergriff ihn der Zorn der Hilflosigkeit seine bebende Rechte fiel
  299. das Holz in immer wilderen zielloseren Hieben an seine Augen folgten ihr nicht mehr er starrte hinaus dem Abend ins rote Gesicht und brllte du oder ich
  300. dabei schaffte seine Rechte gleichsam losgelöst von ihm immer fort und das scharfe Messer formte nicht mehr das harte Holz er schnitzte an seinen
  301. eigenen blutenden Händen die Näherin
  302. es war im April des Jahres 1889 ich war gezwungen meine Wohnung zu wechseln mein Hausherr hatte sein Haus verkauft und der neue Besitzer war
  303. entschlossen das Stockwerk in welchem mein bescheidenes Zimmer sich befand ungeteilt zu vermieten ich suchte lange nach einem anderen
  304. erfolglos endlich nahm ich des suchensmüde fast ungeschaut ein Kämmerchen im dritten Stocke eines Gebäudes dessen Längsseite keinen
  305. unbedeutenden Teil der eigenen Seitengasse einnahm mein Zimmer erschien mir gleich in den ersten Tagen recht heimlich durch die beiden kleinen
  306. Fenster deren vielfach geteilte Scheiben das Alter des Hauses erraten ließen schaute ich weit über graue und rote Dächer über ruige schurnnsteine hinweg
  307. die Blauen Berge und konnte die aufgehende Sonne betrachten die als glühende Kugel auf dem schwommenen hügelrande lehnte meine eigenen Möbel
  308. die ich hatte herbeischaffen lassen machten den beengten Raum wohnlicher als ich anfangs hoffte und die Bedienung die die Hausbesorgerin übernommen hatte ließ
  309. nichts zu wünschen übrig die Treppe war nicht allzu steil und konnte unmerklich erstiegen werden ja wenn ich in Gedanken hinanschritt fühlte ich mich gar
  310. verleitet bis auf den Dachboden zu klimmen kurz um ich war zufrieden zumal in dem dunklen Hofe weder Kinder spielten noch
  311. leierkästen Jahre sind ins Land gegangen seither die Zeit von der ich erzähle liegt für mich im dämmern der Vergangenheit und die grellen Farben der
  312. Ereignisse sind verplasst und verschwommen mir ist als spreche ich von einer Begebenheit die nicht mir selbst sondern einem anderen vielleicht einem
  313. guten Freunde zugestoßen ist ich muss daer nicht befürchten dass mich die Selbstliebe zu einer Lüge verleitet ich schreibe offen klar und
  314. wahrheitsgemäß ich war nicht viel zu Hause damals früh um 7:30 Uhr ging ich ins Amt speiste mittags in einem billigen Gasthause und verbrachte so oft
  315. es anging den Nachmittag im Hause meiner Braut ja ich war verlobt damals Hedwig ich will sie so nennen war jung liebenswürdig gebildet und was in den
  316. Augen meiner genossen am schwersten ins Gewicht fiel Reich sie entstammte einer älteren Kaufmannsfamilie die es durch
  317. Sparsamkeit und Fleiß endlich dahin gebracht hatte ein Haus zu führen dass auch die jungen Kavaliere gerne besuchten weil bei aller Vornehmheit ein
  318. ungezwungener frosinn dort herrschte der die langew Weile nicht aus den Teetassen steigen ließ die jüngste Tochter des Hauses Hedwig war übrigens jedermanns
  319. Liebling weil sie mit ihrer Bildung eine gewisse liebenswürdige Leichtfertigkeit vereinte die die gleichgültigste Unterhaltung interessant und reizvoll
  320. machte sie besaß mehr Herz und Gemüt als die beiden älteren Schwestern war aufrichtig heiter und es ist gewiss dass ich sie
  321. liebte ich kann offen reden sie heiratete später ein Jahr nachdem das Verlöbnis gelöst war war einen jungen Adligen
  322. Offizier starb aber nachdem sie ihm das erste Kind ein blondlockiges Töchterchen geschenkt hatte in ihrem Elternhaus wo sich täglich eine größere Gesellschaft
  323. befand blieb ich gewöhnlich bis gegen die 6chste Abendstunde machte dann meinen Spaziergang besuchte das Theater und kehrte um 10 Uhr nachts nach Hause
  324. zurück um den nächsten Tag dieselbe Lebensweise fortzuführen früh wenn ich meine drei Treppen langsam niederstieg traf ich auf
  325. dem vorraume des ersten Stockes stets den Hausbesorger der die weißen steinfließe reinigte er grüßte und begann ein Gespräch Tag für Tag dasselbe
  326. vom Wetter erst dann wie ich zufrieden sei mit meiner Wohnung und dergleichen da der alte nie enden wollte fragte ich ihn immer nach seinen Kindern worauf er
  327. säufzte und zwischen zusammengepressten Zähnen hervorstieß es ist ein kuz die machen Sorge Herr damit war es zu Ende einmal an einem Dienstag erkundigte
  328. ich mich nur um etwas zu sagen wer den neben mir wohne die Frage ward beantwortet just wie sie gestellt war nur so obenhin eine Näherin ein armes
  329. Ding ein hässliches mochte er ohne vom Boden aufzusehen das war alles ich hatte die Auskunft längst vergessen als ich sie
  330. die Näherin wie ich damals richtig vermutete im dämmerigen Flur des Hauses traf an einem Sonntag Vormittag war es ich hatte länger geschlafen und ging
  331. eben aus während Sie ein kleines Buch in der Hand wahrscheinlich aus der Kirche zurückkehrte eine armselige Gestalt zwischen den Spitzen Schultern die ein
  332. verschossener grüner fast bis zur Erde reichender Mantel deckte wiegte sich der Kopf in dem zuerst die lange dünne Nase und die hohlen Wangen auffielen die
  333. schmalen leicht geöffneten Lippen zeigten unsaubere Zähne das kin war eckig und sprang weit vor bedeutend in diesem Gesichte Schienen nur die Augen
  334. nicht dass sie schön gewesen wären aber sie waren groß und sehr schwarz wenn auch glanzlos so schwarz dass das tief dunkle
  335. Haar fast grau erschien ich weiß nur dass der erste Eindruck den dieses Wesen auf mich machte keineswegs ein angenehmer war ich glaube sie sah mich
  336. nicht an indessen blieb mir keine Zeit über diese gleichgültige Begegnung weiter nachzudenken da ich knapp vor dem Tore einem Freunde in die Hände fiel in
  337. dessen Gesellschaft ich den ganzen Vormittag verbrachte dann vergaß ich überhaupt dass ich eine Nachbarin hatte zumal es trotzdem wir hart Tür üre waren
  338. nebenan Tag und Nacht ganz SLE blieb so wäre es wohl fortgegangen wenn nicht eines Nachts durch Zufall oder wie s ich es nnen das
  339. unerwartte Geschehen wre im Hause meiner Braut in Denz t des ails eine gesellsaftatt die lang besochen und vbereitet ganz trefflich
  340. verlief und bis SP in dieerte gerade an jenem Abend hatte ich Hedwig entzückend gefunden ich blauderte lange mit ihr im kleinen grünen Salon und hörte voll
  341. Freude wie sie halb ironisch halb voll kindlicher iniger Naivität das Bild unseres zukünftigen Hausstandes entwarf wie sie all die kleinen Freuden und
  342. Leiden mit den grellsten Farben malte und sich auf unser Glück freute wie ein Kind auf den Christbaum ein angenehmes Gefühl der Zufriedenheit durchstrahlte
  343. wie eine wohltuende Wärme meine Brust und auch Hedwig gestand damals mich noch nie so heiter gesehen zu haben dieselbe Stimmung beherrschte übrigens die ganze
  344. Gesellschaft Toast folgte auf Toast so kam es denn dass man sich um 3 Uhr morgens immer noch recht ungern trennte drunten fuhr Wagen um Wagen vor die
  345. wenigen Fußgänger zerstreuten sich bald nach allen Seiten ich hatte mehr den eine halbe Stunde zu gehen und so beschleunigte ich ziemlich meine
  346. Schritte umso mehr als die Aprilnacht kalt und nebeldüster war ich war mit meinen Gedanken beschäftigt und es schien mir gar nicht so lange gedauert
  347. zu haben als ich schon vor der Haustür stand langsam sperrte ich auf und schloss das Tor vorsichtig hinter mir brannte dann ein Zündholz an welches mir
  348. durch die Vorhalle bis zur Treppe leuchten sollte es war übrigens das letzte das ich besaß es löschte bald die Treppe tappte ich immer noch der schönen
  349. Stunden des Vergangenen abends denkend hinan nun war ich oben ich steckte den Schlüssel in die Tür drehte einmal um öffnete
  350. langsam da stand sie vor mir sie eine Mate fast herabgebrannte Kerze erhälte dürftig das Zimmer aus dem mir ein unangenehmer Dunst von Schweiß und
  351. Fett entgegenschlug sie stand in einem schmutzigen weitoffenen Hemde und einem dunklen Unterrock am Ende des
  352. Bettes schien gar nicht erstaunt und blickte mich nur unverwandt mit starren Augen an ich war offenbar in ihr Zimmer
  353. geraten aber ich war so befangen so festgebannt dass ich nicht ein Wort der Entschuldigung sagte aber auch nicht
  354. ging ich weiß dass mich ekelte aber ich blieb ich sah wie sie an den Tisch trat den Teller mit den verstreuten Überresten eines zweifelhaften males
  355. beiseite schob vom Sessel die Kleider wegnahm die sie ausgezogen und mich setzen hieß mit er Stimme indem sie
  356. sagte kommen sie auch der Klang dieser Stimme war mir zu wier aber wie einer unbekannten Macht folgend gehurchte ich sie sprach ich
  357. weiß nicht worüber dabei saß sie am Rande ihres Bettes ganz im Dunkel ich sah nur das bleiche oval dieses Gesichts und hiere und da wenn die verlöschende
  358. Kerze auflte die großen Augen dann erhob ich mich ich wollte gehen die Klinke an der Tür Leist
  359. wist sie kam mir zu Hilfe da meiner Nähe Klit sie aus und ich musste sie auffangen sie schmiegte sich an meine BR und ich fühlte ganz nahe ihren glühenden
  360. Atem er war mir unangenehm ich wollte mich losmachen allein ihre Augen Ruten so starr in den meinen als webten diese Blicke ein
  361. unsichtbares Band um mich sie zog mich immer mehr an sich immer mehr sie drückte heiße lange Küsse auf
  362. meine Lippen da verlöschte die Kerze am anderen erwachte ich mit schwerem Kopf Kreuzschmerzen und bitterer
  363. Zunge neben mir in den Kissen des betes schlief sie das blasse eingefallene Gesicht der magere Hals dieser flache entblöte Busen
  364. FLÖ mir Schrecken ein ich richtete mich langsam auf die dumpfige Luft lastete auf mir ich blickte mich um
  365. der schmutzige Tisch der abgenutzte dünnbeinige Sessel die eingegangene Blume auf dem Fensterbrett alles machte den Eindruck
  366. des elenden verkümmerten da regte sie sich sie legte wie träumend eine Hand auf meine Schulter ich betrachtete diese Hand die
  367. langen dickknöcheligen Finger mit den schmutzigen kurzen breiten Nägeln die Haut an den Spitzen braun und zerstochen mich ergriff ein Abscheu vor
  368. diesem Wesen ich sprang empor riss die Tür auf und rante in mein Zimmer dort wart mir leichter noch weiß ich dass ich bei meiner Tür den Riegel Vorschub
  369. soweit es ging Tag um Tag vergingen ganz derselben Weise wie früher einmal vielleicht eine Woche später als
  370. ich mich schon zur Ruhe begeben hatte stieß ich zufällig mit dem Ellenbogen gegen die Wand ich vernahm dass dieses unabsichtliche klopfen sofort
  371. beantwortet wurde ich blieb still dann schlummerte ich ein im Halbschlaf plötzlich schien mir dass meine Tür geöffnet
  372. würde im nächsten Augenblick fühlte ich einen Körper der sich an mich schmiegte sie war bei mir in meinen Armen verbrachte sie die
  373. Nacht ich wollte sie fortschicken oft aber sie blickte mich mit ihren großen Augen an und das Wort erstarb auf der Lippe
  374. es war entsetzlich die warmen Glieder dieses Wesens mir zu fühlen dieses hässlichen früh gealterten Mädchens und doch fand ich nicht die
  375. Kraft manchmal begegnete ich ihr im treppenhause sie ging an mir vorbei wie zum ersten Male wir kannten uns nicht sehr oft kam sie zu
  376. mir leise ohne ein Wort zu sprechen trat sie ein und hielt mich gebannt durch ihren Blick ich war willenlos
  377. endlich beschloss ich der Sache ein Ende zu machen mirk es wie ein Verbrechen vor gegen meine Braut das Bett mit diesem Weibe zu teilen dass ich mit solcher
  378. Aufdringlichkeit an mich schmiegte und das doch nicht einmal das Recht der Liebe besaß ich kam vielzeitiger nach Hause
  379. und verriegelte sofort meine Türe als die neunte Abendstunde heran ü kam sie da sie die Tür versperrt fand ging sie wieder weg sie mochte wähnen ich sei
  380. nicht zu Hause aber ich war unvorsichtig ich schob den schweren Schreibtischsessel etwas J zurück das
  381. musste sie vernommen haben im nächsten Augenblicke pochte es ich blieb still noch einmal dann ungeduldig ohne unter
  382. lass jetzt hörte ich sie Schluchzen lange lange die halbe Nacht musste sie an meiner Türe verbracht haben aber ich war
  383. stark geblieben ich fühlte dass dieses ausharen den Zauber gebrochen hatte den nächsten Tag traf ich sie auf der
  384. Treppe sie ging sehr langsam als ich ganz in Ihrer Nähe war schlug sie die Augen auf ich
  385. erschrak in diesen Augen lag ein unheimliches Flimmern und drohen ich lachte über mich selbst ich war doch ein rechter Tor dieses Mädchen
  386. und ich schaute ihr nach wie sie so schwerfällig die Füße auf die Steinstufen setzte und hinabhängte am Nachmittage brauchte der
  387. Chef meine sass der gewohnte Besuch bei unterbleiben musste Abends als ich in meine Stube kam fand ich einen Brief des Vaters meiner
  388. Braut vor der mich in das größte Erstaunen versetzte er lautete unter den obwaltenden Verhältnissen werden sie begreifen dass
  389. ich mich zu meinem eigenen größten Bedauern gezwungen sehe die Verlobung mit meiner Tochter aufzuheben ich dachte Hedwig einem Manne
  390. anzuvertrauen den keine anderweitigen Verpflichtungen binden derartige Erfahrungen seinem Kinde möglichst zu ersparen ist vaterpflicht sie werden
  391. geehrte Herr von B mein Vorgehen verstehen wie auch ich überzeugt bin dass sie mich selbst gewiss noch rechtzeitig von der Lage der Dinge
  392. unterrichtet hätten im übrigen stehs der ihre wie mir zumute war ist schwer zu beschreiben ich liebte Hedwig ich hatte mich in die Zukunft
  393. diese selbst so reizend entworfen hatte schon eingelebt ich konnte mir mein Schicksal ohne sie nicht
  394. denken ich weiß dass mich zuerst ein heftiger Schmerz übermannte der mir Tränen in die Augen trieb ich Zeit fand nachzudenken welchem
  395. Einflusse ich diese sonderbare Zurückweisung zu verdanken hatte denn sonderbar war sie auf jeden Fall ich kannte Hedwigs Vater der die
  396. Gewissenhaftigkeit und Gerechtigkeit selbst war und wusste dass nur ein bedeutendes Ereignis ihn zu diesem Vorgehen bewogen haben konnte denn er
  397. achtete mich und war zu besonnen mir Unrecht zu tun ich schlief die ganze Nacht nicht tausend Gedanken durchkreuzten meinen
  398. Kopf endlich gehen morgen entschlummerte ich vor Müdigkeit beim Erwachen bemerkte ich dass ich
  399. vergessen hatte die Tür zu verriegeln indessen sie war nicht bei mir gewesen ich atmete erleichtert auf ich kleidete mich eilig an entschuldigte für ein paar
  400. Stunden mein Fernbleiben vom Amte und eilte zur Wohnung meiner Braut ich fand das Tor verschlossen und als auf mein wiederholtes Leuten niemand erschien
  401. dachte ich sie ausgefahren der Hausbesorger könnte er leicht im Hofe beschäftigt sein woh er die Glocke nicht hörte ich beschloss am
  402. Nachmittage zur gewöhnlichen Stunde zu kommen so tat ich auch der Hausbesorger öffnete machte erstaunte Augen und sagte ich müsste ja doch wissen dass die
  403. Herrschaften abgereist sein ich erschrak tat aber als sei ich von allem unterrichtet und verlangte nur Franz den alten Diener zu sprechen der erzählte
  404. mir denn auch hararklein dass alle alle abgereist sein nach dem gestern Nachmittag eine merkwürdige Szene sich abgespielt hätte ich stand so sprach er
  405. hier im Vorraum putzte die tafelbestecke als ein Frauenzimmer heruntergekommen und Elend eintrat und mich ersuchte sie zu Fräulein Hedwig zu führen natürlich
  406. gab ich nicht nach man muss die Leute doch erst kennen ich nickte eifrig mir kam ein Gedanke na und kurz und gut fuhr der schwatzhafte alte Fort sie machte
  407. auf meine Weigerung hin solangee ein Geschrei und gezäter bis der gnädige Herr heraustrat den bat sie nun und beschwor sie bringe wichtige Nachrichten
  408. er nahm sie in sein Kabinett eine Stunde blieb sie drin eine Stunde gnädiger her dann kam sie heraus küsste dem gnädigen Herrn die
  409. Hand wie sah sie denn aus unterbrach ich ihn blass mager hässlich
  410. groß recht groß Augen schwarz auch die Haare der alte schwatzte noch weiter ich wusste
  411. genug alle Worte des entsetzlichen Briefes wurden mir klar Verpflichtungen bitterer Kroll regte sich in mir ich ließ den Diener stehen
  412. und stürzte hinab ich lief durch die Straßen bis zu meinem Hause vor dem Tor standen ein paar Leute beisammen Männer und Weiber sie sprachen
  413. heftig und leise ich stieß sie beiseite dann drei Treppen hinan ohne Atem holen ich musste zu ihr ihr sagen ich wusste nicht was ich sagen würde
  414. aber ich fühlte dass mir die rechte Zeit die rechten Worte leihen werde auch auf der Treppe begegnete ich Männern ich achtete ihrer nicht
  415. oben ich riss die Tür auf heftiger karbolgeruch Drang mir in gegen ein hartes Wort erstarb mir auf den
  416. Lippen da lag sie auf den grauen Linnen des Bettes in bloßem Hemde den Kopf weit zurück die Augen geschlossen die Hände hingen schlaff ich
  417. trat näher sie zu berühren wagte ich nicht mit den klaffenden Lippen und den Unterlauf offenen Augen Liedern machte sie ganz den Eindruck
  418. einer Ertrunkenen mich Schauerte ich war allein im Zimmer die scheidende kalte Sonne
  419. beschien den schmutzigen Tisch den Bettrand ich beugte mich zu dem Weibe ja sie war
  420. tot die Farbe des Gesichtes war pläulich ein übler Geruch ging von ihr aus und ein Ekel erfasste mich ein
  421. Abscheu Reflexe bald nach der französischen Revolution erschien plötzlich die Herzogin von
  422. ville Rose in Böhmen man erzählte der Herzog von Friedland habe ihr eines seiner Schlösser angeboten und wirklich fuhren bald darauf drei große Reisewagen
  423. in de ein mehr Gefolge hatte ja niemand in dieser zitternden Zeit aber es blieb trotzdem nicht einsam im Schlosse es ergab sich ganz
  424. unerwarteterweise dass eine Menge Adel in dieser Gegend lebte Emigranten und andere besonders viele Polen fanden sich ein die ersten
  425. Empfänge der Herzogin brachten allerdings einige Verlegenheit mit sich unter dem hohen strahlenden Portal vor welchem Wagen um Wagen vorfuhr fanden
  426. sich Männer welche einander erstaunt und fragend anblickten mit dunklen Erinnerungen in den Augen und Frauen die einander mit ironischem Lächeln
  427. begrüßten sehr laut und sehr schnell wurden dann die Namen genannt die Gräfin polonska die Frau Fürstin von lignitz und viele
  428. glänzendere manche besannen sich erst im im Vorsaal während sie die Handschuhe zuknüpften ihres Namens und Ranges aber die Herzogin von ville Rose
  429. in ihrer natürlichen Art Verstand allen diesen kleinen Verlegenheiten zu begegnen wen sie empfing wer ihre feine kühle Hand mit den Lippen nur eben
  430. beschatten durfte der war was erschien und die Herzogin merkte sich alle die vielen seltsamen Namen und gebrauchte sie mit so viel Laune und leichtig
  431. wie Perlen welche man in die Luft wirft und alle Anwesenden lernten auffangen außer der Herzogin selbst einer blonden zarten Frau in jenem
  432. unsagbar feinen Alter welches die Schönheit aller Altersstufen zu beherrschen scheint fanden die Gäste auf dem mi noch vor die Fürstin Silva
  433. valtara verwitwet eine Schwester der Herzogin obwohl sie diese in gar nichts glich den Grafen Alma einen Ungläubigen der Frauen die ihn alle heimlich
  434. bewunderten Kammerherr in schwarz und wie es hieß Schüler swedenburgs außerdem immer in einer Fensternische den ABE lüg schweigsam
  435. beschattet ein totes Lächeln über den schmalen Lippen auch ein junges Mädchen ging in der glänzenden Gesellschaft umher lautlos und einsam wie im Wald
  436. Helene eine Tochter der Herzogin immer in Weiß die Herzogin schien sie sehr zu lieben sobald die junge Fürstin im Saal erschien ging die Hausherrin von allen
  437. Gesprächen fort auf das Mädchen zu und küsste es auf die Stirn alle waren entzückt von dieser Zärtlichkeit der Dicke Graf Balin sagte etwas zu laut m
  438. ich eine Frau und eine hagere ältliche Dame welche immer nur verlobt gewesen war verbesserte ihn eine Mutter a ach was für eine Mutter lieber Graf aber
  439. angesichts dieser Szene kamen auch einem jungen Menschen seine ersten Verse er las sie noch an demselben Abend beständig errötend in einer Ecke des
  440. Saales vor und wurde auf einmal der Liebling vieler Damen aber es wurden auch wirkliche Dichter in der mi wach man sah manchmal in den tiefsten allehen
  441. des Parkes Stille Gestalten auf und niedergehen und wenn man näher kam hob sich eine einsame verklärte Stirne und zwei Augen von Fremden Fernsichten
  442. erfüllt zu den Festen in dem mi fanden sich Leute ein die in stilleren Nebenzimmern eine Melodie erfanden welche noch in derselben Nacht getanzt
  443. wurden un Versehens war ein kleines Drama fertig und man spielte es in seltsamen bunten Kostümen zwei Stunden später die Manuskripte loderten längst
  444. in den Kaminen wo zuu sparen es gab ja täglich einen neuen Tanz und ein neues Spiel so oft man dessen bedurfte etwas wie ein Hof entstand hier
  445. irgendwo schien das Reich der herzogen zu sein und der mi war der Mittelpunkt in demselben Maße wie die Gäste vermehrte sich auch die
  446. Dienerschaft des Hauses von allen Seiten trängten sich Leute herzu und die meisten wurden aufgenommen es gab für alle zu leben mit einem Male war ein
  447. Haushofmeister da der über 100 Diener und Dienerinnen befahl dieses war ein Mann mit einem kühnen hofffertigen Gesicht welches in seltsamem Widerspruch
  448. stand mit seinem demütigen griechenden Händen der Graf Alma sagte einmal zur Herzogin entlassen sie diesen Haushofmeister weshalb staunte die
  449. Herzogin ich bin mit ihm zufrieden der Graf zuckte die Achseln der Haushofmeister blieb er verstand es auch prächtig alle zusammenzuhalten bei jeder
  450. Tafel bei jedem feste war sein Einfluss bemerkbar und sogar die Künstler hörten gelegentlich auf seinen Rat eine Dame sagte einmal von ihm er hat Geschmack
  451. der Haushofmeister stand zufällig in der Nähe und verneigte sich stumm mit so vornehmer Bescheidenheit dass die Dame unwillkürlich lächeln
  452. musste um diese Zeit wurden die feste immer reicher und rauschender zumal als unerwartet ein Gast aus königlichem Blut erschien ein junger
  453. glänzender Prinz ein Bruder jenes Herzogs von oner der später auf so grausame Art sterben sollte er war wie ein Goldstück mitten ins Volk geworfen
  454. alles langte nach ihm und er war geistreich genug die Zuneigung der Gesellschaft als ein großes Recht über sie zu
  455. gebrauchen wie aus Marmorblöcken löste er die Gestalten in SE seiner Umgebung los je nach dem Material schöne und verschwenderische und solche die sich
  456. nach Schönheit Sehnen rührende das war eine reiche Tätigkeit denn er erfand die meisten kaum noch begonnen ein einziges Wesen begegnete ihm in Vollendung Helene
  457. die mit den großen traurigen Augen bei ihr ruhte er aus von seinem beständigen Schöpfer sein er sprach ein wenig zu ihr und nur von Seer Heimat von dem weiten
  458. Land an einem ernsten Meer und er liebte es so zu reden als ob er ein fischersohn oder irgendeines namenlosen Mannes Kind wäre nie war ein Schloss oder Park
  459. Hintergrund von diesen Gesprächen nichts lautes kam darin vor und kein Name der sie an einen Ort oder an eine Zeit hätte binden können immer wenn er die
  460. Gesellschaft in Bewegung gebracht hatte wenn sie alle von seinem Leben lebten wenn die Wellen seines Blutes in tausend gebärden sich groß und sichtbar
  461. wiederholten zog sich der Prinz unmerklich zurück und fand das Fremde Stille Mädchen bereit zu solchen dämmernden
  462. Gesprächen einmal stand sie an der hohen Tür des Saales welches auf die Breite Terrasse führte er trat zu ihr und blickte neben ihr hinaus über vielen
  463. schwingenden Wipfeln war hohe jagende Nacht und sie die schweigsame sagte da sie neben sich fühlte wie auf eine Frage hin ich denke diese Wolken wie sich das
  464. formt und formt willig jeder Gestalt und in jeder Gestalt flüchtig man sollte meinen jede müsste erst ein Leben dauern in jeder Form wozu sonst die
  465. Form und auf einmal schauten sich die beiden jungen Menschen an und dachten dasselbe dann blieben sie sie noch eine Weile nebeneinander und angesichts der
  466. Nacht aber unter dem Einfluss irgendeines Zwanges wandte sich der Prinz plötzlich um dass er unter den Blicken des ab war gleichsam umnachtet
  467. von ihnen er mischte sich unter die Gruppen und sah sehr sorglos aus strebte aber doch nach der nahen Fensternische hin undterdem er ein Lächeln versuchte
  468. und sie Herr Abbe was soll man tun der Prinz zögerte er verbarg nur schwer seine Verwirrung und fand erst langsam seinen gewohnten Ton gibt es keinen fest
  469. so groß dass es auch ihre Sinne erreichte die bleiben immer außerhalb von jeder Freude so scheint es der Abbe verbeugte sich leicht sie
  470. ren mein Prinz meine Sinne sind mittendrin eine Insel wenn sie wollen eine schattige Insel in diesem Meer über welches Sie im Glanz streuen wie der
  471. Morgen selbst an ihrer Sprache Herr ab merke ich den Grund ihrer Einsamkeit sie sind ein Dichter irrg oder ein Denker nichts dergleichen mein
  472. Prinz wenn ich schon etwas sein soll hier wo jeder etwas ist dann nennen Sie mich einfach einen Zuschauer das ist nicht viel meinen sie
  473. nun je nachdem der Zuschauer wächst sozusagen mit der Szene Leute die eine Schlacht gesehen haben unterscheiden sich wesentlich von
  474. solchen die vor eine Rauferei geraten und nach dieser Szene zu schließen ganz recht mein Prinz sie sehen ich habe mir selbst geschmeichelt
  475. ich wollte sagen mit diesem Bild von Reichtum Schönheit und macht in Augen bin ich ein ganz vorzüglicher Mensch verzeihen Sie ein ganz vorzüglicher
  476. Zuschauer geworden aber nun bitte ich Sie denken Sie mal was geschieht wenn ein Zuschauer sich plötzlich in die Handlung mengt
  477. eine Verwirrung nicht wahr das Spiel hört auf plötzlich unter der Schminke andere Gesichter und unter den Kleidern andere Kleider unter den Stimmen andere
  478. Stimmen und nun sprach der ABE weiter mit ganz anderen kurzen Worten ohne Betonung wie mit stählernen Stimmbändern diese Herzogin sehen sie
  479. ist noch die beste unter uns sie ist die Tochter eines Barons allerdings leider keines französischen eines lotringischen aber immerhin eines Baron
  480. das hat nicht jeder aufzuweisen ihre Mutter war war verzeihen Sie mein Gedächtnis verlässt mich vor dieser Menge von Möglichkeiten war ja eine
  481. Tänzerin sehen Sie sie lächelt jetzt mit ihrem immer gleichen entzückenden Lächeln nur weil sie es nicht auf der Bühne gebraucht und nicht kurze Kleider
  482. trägt sieht es so ganz anders aus als ob bis nicht ihrer Mutter Erbteil wäre aber trotz allem sie hat Talent zur Herzogin sehen sie daneben diese silver
  483. valtara eine Spanierin im Traum ich glaube sie war Kammerjungfer als sie noch fein und zierlich war jetzt da sie dick wird hat sie es vorgezogen Witwe
  484. eines nie verstorbenen Fürsten zu sein das sind unsere Damen wünschen Sie auch unsere Herren kennenzulernen der Prinz hatte die Hand
  485. auf dem degengriff sie zitterte so dass die Ringe daran klingend an den Knauf schlugen der ab veränderte nicht seine nachlässige Stellung sehen sie mein
  486. Prinz ich habe eine eigentümliche Fröhlichkeit wollen sie mir noch vorwerfen dass ich an diesen Festen nicht teilnehme gerade sie haben mich so
  487. gestimmt zum Scherzen der Prinz wandte sich kurz von dem Geistlichen ab fast gleichzeitig erhob sich am anderen Ende des Saales ein
  488. Tumult der Haushofmeister hatte etwas angetrunken wahrscheinlich den Grafen bin beim Arm gefasst und ihm irgendeine Frechheit gesagt das hätte sich noch
  489. bemäneln lassen man war schon im Begriff den Haushofmeister hinauszudrängen als der Graf wütend sich über ihn warf und so war unversehens im Saal in
  490. Anwesenheit der Damen eine richtige Rauferei entstanden der Haushofmeister wurde nüchtern und erwies sich als stark er warf den Grafen in eine Ecke sprang
  491. zerfetzt und blutig wie er war mitten in den Saal und schrie mit riesiger Stimme Hunde seid ihr Hunde sollen es alle hören diese Herzogin ist keine Herzogin
  492. ihr alles seid alle alle es entstand eine wahnsinnige Verwirrung einige Degen blitzten die Damen flüchteten mit zerrissenen
  493. schleppen plötzlich trat in dem allgemeinen Geschrei eine stille ein die Herzogin stand mit ihrer Tochter hart vor dem Haushofmeister
  494. über den ganzen Saal hin waren ihre sicherin nur am Anfang zitternden Worte vernehmbar Simeon
  495. wagst du vor unserem Kind vor der Fürstin zu wiederholen was du eben gesagt hast Helenes Auge lag ruhig und traurig
  496. auf der verworrenen Stirn des Mannes alles schwieg dann hörte man Helenes Stimme die leise die Herzogin beschwor heißen sie ihn fortgehen und stumm und
  497. Gehorsam verließ der Haushofmeister den Saal nchsten Tage hatte er Demin verlassen auch die Herzogin sprach den wuns aus nach Polen zu gehen auf ein
  498. anderes befreundetes Schl alle stimmten ihr bei die päse die man Wien verlangt hatteeben lange aus und Graf Alma wurde unruhig solange er an derfel anesend war
  499. wagte sich kein heiteres Gespräch heraus so schwarz war seine Gestalt so erst seine Stirne die Herzogin machte ihm deshalb Vorwürfe er
  500. antwortete ich bitte sie lassen Sie uns heute aufbrechen heute noch die Herzogin lächelte aber Alma wie sollen wir ohne Pässe Reisen nur wenigstens von ihr fort
  501. an die Grenze und ich soll ich auf dem Felde schlafen Alma haben sie wieder böse Ahnungen Träume der Graf sagte
  502. ausweichend ich schlafe schlecht deshalb sind meine Träume kurz und heftig am anderen Tag kamen die Pässe und nun begann man rasch aufzubrechen
  503. der Graf drängte und niemand widersprach ihm die Dienerschaft Riss alles von den Wänden und aus den Schränken und Koffer und Truhen füllten sich wie Regentonnen
  504. im Gewitter alle Zimmer standen und der ging durch die leeren Türen in den Sälen trängte sich neugierig das viele Fremde Gesinde es wie eine
  505. Plünderung man sah knchte die den samtstülen welche sieuntertragen sten schliefen und mgte hielten Schere klare spiegelugten ihr rotes sommersprossiges
  506. Gesicht dar und tren es dummlend im Spiegel wie in einer schüssin und niemand von diesen Leuten Maß seine Stimme jeder lärmte und lachte wie in
  507. Trunkenheit am lautesten war ein Frauenzimmer von einer kecken schamlosen Schönheit man rief sie Aurora und sie schien die Geliebte von allen Männern zu
  508. sein aber nur der ab lüg hatte erfahren dass sie eigentlich das Weib Simons des früheren haushofmeisters sei und dass dieser sie zu einer gewissen Mission
  509. unter dem Gesinde zurückgelassen habe Aurora erzählte den Leuten nicht etwa dass die Herzogin und die anderen im Schlosse ihre Titel zu Unrecht führten
  510. im Gegenteil sie suchte in allen das Bewusstsein zu wecken wie lächerlich der Zufall der Geburt die einen von den anderen
  511. auszeichne und die Männer alle die es ja wissen mussten glaubten gerne dass nur die edlen Steine und die seidenen Kleider der Herzogin an Auroras Hals und
  512. Hüften fehlten um diese ebenso fürstlich und stolz erscheinen zu lassen indessen erkannte der Abbe der unablässig betrachtete an der wachsenden Kühnheit
  513. Auroras dass ich irgendetwas vorbereitete es ging auch das Gerücht Simeon sei neulich nachts im Schlosse aufgetaucht und vor morgen wieder
  514. verschwunden am Abend vor der Abreise saß Helene mit dem Prinzen in einem kleinen Salon den man noch nicht zerstört hatte fernher hörte man dann
  515. und wann die Geräusche des aufbruss aber der Herbststurm in den alten Bäumen draußen war stärker und es ging alles an ihm verloren ein kleines Feuer zuckte im
  516. offenen Kamin konnte aber nicht recht froh werden die Schatten der Dämmerung Schienen es von außen her zu ängstigen und die beiden Menschen waren ein Teil
  517. dieser Schatten der Prinz fragte sie lieben ihre Mutter Pause ich liebe sie weil sie nicht meine Mutter ist sagte die junge
  518. Fürstin einfach und es war etwas sehr rührendes in diesem Vertrauen ihre Mutter ist tot Helene senkte den Kopf Pause plötzlich sagte der junge Mann
  519. können Sie mir verzeihen Helene Helene nickte langsam nachdenklich sie sagen ja wissen Sie denn was sie mir verzeihen sollen
  520. nein aber ich antworte auf ihre Frage ich kann Ihnen alles verzeihen der junge Mann erhob sich sehr rasch und machte eine ungeduldige
  521. heftige Bewegung mit der Hand nach dem Halse hin und indem er den Kopf zurückwarf kein Prinz ich ich bin kein
  522. kein kein Edelmann ich bin ich ich bin arm sehr arm schloss er rasch hart unfähig seinen Namen zu nennen die
  523. Fürstin schien nicht erstaunt oder erschrocken sie wandte sich wie zu einem Kinde warum beunruhigen sie sich setzen sie sich sprechen sie mir von ihrer
  524. Heimat die gehört ihnen doch ihnen gehört ja so viel da berührte er ihre Hand die sie ihm eine Weile ließ leicht mit den noch vom Geständnis zitenden
  525. Lippen und empfand wie diese Berührung ihm einen neuen Adel verlie als die Herzogin bei den beiden jungen Menschen eintrat geschah es mit
  526. den Worten nun wird es ernst morgen mit dem ersten Licht sind wir unterwegs wir müssen Abschied nehmen wohin gehen sie Prinz der Prinz erhob sich ich habe die
  527. Fürstin Helene eben gebeten mir zu gewähren mit ihnen zu reisen und ich sehe du hast es erlaubt lächelte die Herzogin und küsste ihre Tochter die
  528. [Musik] Stirne später trat auch diestin Silva wtara ein sie fürchtete sich überall und lief aus einem Zimmer ins andere auch in
  529. dem kleinen salonand sie es unheimlich man rief nach Licht aber man muste warten alleerschraken als Graf Alma
  530. plötzlichter ihnen stand ganz in Waffen als jemand dar lachte sagte er heis ich binon zurise bereit endlich hörte man nebenan Schritte der
  531. Prinz ging auf die Türe zu um die Diener mit den Lampen hereinzulassen es waren viele Schritte zu unterscheiden man hatte viel Licht befohlen die Tür sprang
  532. auf wildes Licht aus offenen Fackeln blendete den Prinzen und er fühlte einen Stoß und Schmerz an der linken Schulter er taumelte aber im nächsten Augenblick
  533. stand der mit dem Degen den hereinstürmenden entgegen Graf Alma neben ihm eine ungeheure Wachheit war in ihnen ihre Namen und ihre Kleider rissen
  534. sie mit sie fochten furchtbar der Adel eines alten Königreichs hätte nicht stolz er fallen können die Übermacht bewältigte sie der Graf starb zuerst aus
  535. sieben Wunden strömte das Leben des Prinzen sterbend te se Auge Henen sie war nicht mehr im Salon auch die anderen Frauen waren geflohen schen es die
  536. hordang jend vi simonze meinte keinen Widerstand mehr befürten zu müssen in einem engen
  537. dunklen Gang stieß er auf ein Bündel Kleider das war die fraustin von silvatara er erwikte sie im
  538. indessen suchte die Herzogin Helenen im großen Saal als man dort eindrang Simeon sprang auf sie zu aber er zögerte gebt die Fürstin Helene heraus schrie sie und
  539. streckte ihm eine Klinge ganz aus Mondlicht entgegen die ihn an der Hand verwundete Simon brüllte auf bist du ein Mann und er schlug sie mit einem
  540. Gewehrkolben dann hob er sie auf sie war leicht wie ein Kind und warf sie aus dem breiten Bogenfenster ins Schwarze in den Hof gleich darauf fuhr der große
  541. Reisewagen vor die Horde im Schloss hatte sich auf die Kisten gestürzt und blünderte darauf hatte Simeon gerechnet er trug einen großen Mantel darunter das
  542. schwarze kammerherrenkleid des Grafen Alma die Pässe starken darin vor ihm stieg Aurora ein stark verhüllt aber mit Ringen an den unbehandschuhten Händen
  543. auf den Sitz gegenüber hob ein Diener eine weiße verschleierte schlafende oder bewusstlose Personen als der Wagen sich schon in
  544. Bewegung setzte sprang noch jemand hinzu und schmiegte sich in den Rücksitz Simeon erkannte ihn nicht gleich aber da schob sich das Gesicht vor und eine
  545. Stimme sagte kalt und klar Frau Herzoge es war der ab man schwieg es war kalt und unheimlich im Wagen von irgendwoher
  546. fielen Lichter herein und Klitten wie irre Gedanken über die Gesichter Aurora zitterte plötzlich fragte sie flüsternd wer ist das sie zeigte mit dem
  547. Finger auf die weiße verhüllte Gestalt Simeon lachte deine Tochter künftig Frau
  548. Herzogin dann nahm der ABE den Schleier fort und wie mit eigenem bleichen Licht hob sich aus dem Hintergrund helenens schwer schlafendes Gesicht und
  549. gleich darauf erwachte sie aus der Betäubung nach kurzem Kampf gingen die liedder auf und die Augen die nicht mehr staunen konnten ergossen fremde Hoheit
  550. und Traurigkeit Simeon aber und sein Weib krochen zusammen wie abgestrafte Hunde und wussten auf
  551. einmal diese hier ist doch eine Fürstin der Liebende Hermann Holzer geht in seiner
  552. langen schmalen Stube auf und ab und spricht seit einer halben Stunde Ernst Bang liegt ebenso lange auf dem alten studentensofa und betrachtet ihn
  553. manchmal hebt er ein wenig den Kopf wie um über die Worte des anderen hinzusehen denn diese interessieren ihn nicht sonderlich der Breite blonde junge
  554. Mensch der immer auf demselben Fleck auf und nieder läuft mit Schritten als ob er eine Anhöhe bestiege scheint ihm viel wichtiger offenbar er möchte ihm am
  555. liebsten zurufen bleib einmal stehen bitte damit ich dein Kinn genauer sehe und deinen Mund natürlich ruft er es nicht aber trotzdem bleibt Hermann
  556. holzerstehen versammelt sich vor dem engen Fenster und deckt mit seinem schwarzen Rücken den Himmel zu und die schormsteine und den ganzen Sonntag
  557. Nachmittag die Stube dunkelt hinter ihm und er sagt hol der Teufel das ganze Examen ich bin schon wahhaft nervös glaube ich ich fange an euch Konkurrenz
  558. zu machen lieber Bang nehmt euch in acht wenn ich mal nervös werde dann tue ich es gründlich wie alles dann seid ihr Zwerge gegen mich und er dreht sich so
  559. schnell um dass er ein ganzes Stück Licht mit seinem Lachen hereinreistt in die rauchige Dachstube Bang setzt sich wie erschrocken auf
  560. er ist sehr schlank und modisch gekleidet jetzt besieht er langsam seine linke Hand und dann seine Rechte mit einem gewissen Eifer als ob das ein
  561. Wiedersehen nach Jahren wäre Holzer geht schon wieder auf und ab heute muss auch noch die Antwort kommen ob ich Aussicht habe den Privatunterricht bei holes zu
  562. übernehmen davon hängt viel ab ohne diesen Zuschuss kann ich nicht daran denken zu heiraten Bang macht eine geräuschvolle Bewegung Holzer wendet
  563. sich ihm erwartungsvoll zu aber er erhält nur ein zerstreutes ja freilich und fährt fort mit den Schritten und mit den Worten ich denke mir dann erst
  564. wird's Ruhe geben dann wird man erst anfangen können was Vernünftiges zu arbeiten bis man so versorgt ist sich um nichts zu kümmern hat Pause und Helene
  565. versteht das Pause natürlich werden wir irgendwo draußen wohnen er ist gerade wieder vor dem Fenster Bangs feine Lippen wehren sich gegen einen Wort dann
  566. schlägt es nach innen und treibt den jungen Menschen in die Höhe er steht eine Weile ratlos ehe er ein paar Schritte gegen den Freund zumacht als er
  567. neben ihnen tritt sagt Holzer gerade hör mal ein trauriges slawisches Volkslied weht wie Rauch den Lichthof herauf es ist als ob das Lied sich auf die
  568. Fußspitzen stellte um über Dächer und Türme zu schauen irgendwohin Bang hebt unwillkülig den Kopf und schließt die Augen weißt du was das ist lacht Holzer
  569. Pause dann träumt Bang vor sich hin Heim weh Holz rüttelt ihn der kleine Frosch vom Land da unten wäscht Geschirr ab da sinkt sie immer da zu immer dasselbe mit
  570. dieser dummen verwaschenen Stimme jeden Nachmittag um 3:30 Uhr si mal er hält ihm die Uhr hin pünktlich was so ist jede Tageszeit hier bezeichnet ich
  571. könnte meine Uhr ruhig versetzen Leiermann drahtbinder gemüsemann lumpenweib so heißen meine Stunden und dabei arbeite einer zudem gibt es auch
  572. noch ein visais sieh mal nett nicht Hermann Holze verschwendet ein paar Kusshände und aus seinem befriedigten lächeln kann man schließen dass sie
  573. nicht in den Hof hinunterfallen dann kehrt er sich plötzlich ins Zimmer darum heirate man erstens Bang macht eine Bewegung der
  574. Abwehr Hermann Holzer bemerkt es sieht ihn einen Augenblick an und langt sich eine Zigarette vom Tisch her willst du nicht bang danke und Holzer zündet in
  575. aller Behaglichkeit eine Zigarette an dann sagt er während er das benutzte Zündholz heftig hin und her bewegt als ob er irgendetwas durchstreichen wollte
  576. was in der Luft geschrieben steht Bang schaut zum Fenster hinaus mit den kleinen unteren Vorderzähnen quält er sein blondes
  577. schnurrbärdchen Pause Hermann Holzer geht schon wieder auf und ab und raucht mit Unglaub Heftigkeit plötzlich bleibt er stehen
  578. und seine Stimme BT sich durch den Qualm Farbe Farbe lieber Bang rot oder grün was ist los Ernst Bang kommt näher und seine Hand sieht lächerlich zart aus auf
  579. der ruhigen runden Schulter des anderen er betrachtet seine Schuhe seine linken besonders und spricht dabei ich bin überzeugt du wirst mich nicht
  580. missverstehen Hermann Holzer wird unruhig muss es denn so feierlich sein heraus damit Herr Gott umgebracht habe ich kein also Bang hebt seine Augen und
  581. sie sind ordentlich schwer von Trauer oder doch lacht Holzer da tritt Ernst Bang zurück zum Fenster und das wird wieder Raum für das armselige
  582. heimwehlied mitten hinein in die kleine ängstliche Melodie streut Bang die langsamen Worte nimm es mir nicht übel Hermann aber
  583. du du zerbrichst sie Pause hemmenholzer nimmt die Zigarette aus dem Mund und legt sie leise auf den Rand des Tisches der feine Rauch steigt steil auf
  584. in mitten der Stube unwikürlich Folgen beide den Blicken dieser ruhigen feierlichen Bewegung dann nimmt Holzer einen Stuhl in die Hände
  585. und versucht ihn zu heben auf einmal lässt er ihn fallen und schreit in das Gepolter hinein du bist wohl verrückt lass uns ruhig darüber reden bitte Bangs
  586. Stimme zittert ein wenig aber Holzer ist noch nicht soweit ich zerbreche sie ich zerbreche sie
  587. ich zerbreche sie wiederholte er mit Betonung als müsste er diese Worte auswendig lernen im immer von neuem beginnt er ich zer
  588. Herrmann bittte der andere ich zer ich zer und Holzer lacht auf einmal zügellos man muss es im ganzen Hause hören endlich geht ihm das Gelächter aus und
  589. er sagt mühsam mit dem letzten Atem willst du mir vielleicht erklären darauf hat Bang gewartet er beginnt leise wie na guter Vorbereitung man kann seine
  590. Augen nicht sehen du erinnerst dich doch wie du Helene kennengelernt hast es war bei mir an einem jener lustigen Abende das
  591. heißt für euch war ja lustig für mich und für Helene war es ein Abschied wenn du willst ein Abschiedsfest aber na also etwas
  592. wehmütiges jedenfalls du du hast das nicht bemerkt ich weiß zum Schluss haben wir beide es wohl selber nicht mehr gewusst wie das so
  593. geht das Leben ist rasch Holzer macht eine Bewegung der Ungeduld nur einen Augenblick Hermann es ist notwendig von jenem Abend zu reden an jenem Abend Bang
  594. kommt ein paar Schritte näher und sucht die unruhigen Blicke Holzers zu halten du hast mich nie gefragt wie ich eigentlich zu Helene Holzer uch ihm aus
  595. gereizt aber das geht mich ja gar nichts an Bang lächelt mag sein ich möchte trotzdem weitererzählen Holzer wirft sich auf das Sofa dass alle Federn
  596. krachen der kreichende Misston liegt eine Weile in der Luft Ernst Bang vertieft sich wieder in die Betrachtung seines linken Schuhes und
  597. erzählt an jenem Abend also habe ich euch alle zu mir gebeten um so eine Art Verlobung zu feiern die Federn des Sofas werden
  598. unruhig es war mir nämlich klar geworden dass es doch etwas anderes ist als einfach Kameradschaft was mich an Helene Band
  599. ich ging also mit mir zur Rate und beschloss sie zu heiraten ich übersah nicht die Schwierigkeiten welche meine Familie mir
  600. bereiten würde ich vergaß nicht dass ich meine Karriere durch diesen schrittchränkte ich rechnete mit diesen Dingen also waren sie kein
  601. Hindernis aber imzten Augenblick eine halbe Stunde eh du damals bei mir eintratest ein Ruck in den Polstern des Sofas Bang sieht hin aber Holster liegt
  602. ganz ruhig und bang vollendet also da zeigte sich ein Hindernis ich nicht erwartet hatteuse
  603. na und als ihr kam da wusste ich es schon und Helene auf einmal sitzt Hermann aufrecht und wendet seine lauerenden Augen gegen
  604. den sprechenden sie hat dich abgewiesen hm macht Ernst Bang ungewiss als ob er etwas anfügen wollte und denkt man sollte das Fenster öffnen vielleicht nur
  605. eine Weile inzwischen bricht die Dämmerung über die beiden herein jetzt erst zündet sich Bang eine Zigarette an und geht auf und
  606. nieder ganz anders als Hermann langsam in einem gewissen erwarten sich wiegend er fühlt sich besonders erleichtert offenbar denn
  607. später sagt er leicht htin September wie bald es schon dunkel wird wirklich es ist ganz dunkel man kann nur mit Mühe erkennen dass Holzer
  608. am Rande des Sofas sitzt den Kopf in die Hände gesenkt er ändert diese Stellung nicht und darum klingen seine Worte so dumpf in der
  609. Frage das ist mir nicht klar Bang was mich das alles angeht was ich dabei soll Ernst Bang bleibt stehen da wird die Stille auf
  610. einmal schwer schwer Holzer reißt die Hände vom Gesicht und schreit ich zerbreche
  611. Sie warum ruhig ruhig beschwichtigt Bang aber Holzer springt auf er tut plötzlich wie einer der im Traum gelähmt war er
  612. streckt seine Arme er probobt seine Gelenke und will seine Stimme hören warum sie sie dir mal an Herrmann bittet Bang selbst ein wenig mitgerissen
  613. wie plass sie ist sie wird Dir krank werden du wirst sehen du quälst sie da legt ihm Holzer die Hand auf die Schulter und sie wird immer schwerer
  614. während dieser Worte du weiß nicht was du sprichst Bang ich tue für Helene alles was ich kann weißt du alles mögliche nur Phrasen
  615. mache ich keine das will sie auch nicht also was quä ich sie Bang weiß nichts zu erwidern und langsam spricht Holzer
  616. weiter wir sind Kameraden einfach so gehört sich's wenn ich sie in letzter Zeit manchmal vernachlässigt habe so war die Arbeit daran Schuld sobald Sie Ihr
  617. Kind haben wird Ihre Arbeit wird sie mich auch vernachlässigen das ist so Pause Ernst Bang hat seine Zigarette ausgehen lassen er knöpft unruhig an
  618. seinem schwarzen gesellschaftsrock seine Hände sind sehr weiß dann hört man wieder die Stimme Holzers sie wird immer ruhiger und
  619. bekommt immer mehr heitere Überlegenheit ich finde übrigens gar nicht dass sie schlecht aussieht alle Mädel sehen so aus um die Zeit das wird
  620. schon besser werden du kannst dich darauf verlassen Pause aber das ist so eure
  621. Art Sensation um jeden Preis nichts ruhiges lauter trapezgefühle und man wartet immer ob sie nicht im nächsten Augenblick den
  622. Hals brechen ich kenne das aber man fällt euch immer wieder hinein auf eure empfindelei die Dinge sind vielleicht doch nicht so einfach Bang sagt das fast
  623. pfeifend gewiss weil ihr sie nicht einfach wollt oh wollen macht Bang überhaupt wollen und er schaut über alles weg ins
  624. Grenzenlose na ja da wären wir ja glücklich wieder Holzer ist fast fröhlich jetzt er zündet die Lampe an und verneigt sich
  625. dann vor dem Freunde euer hochwohlgeboren erlauben mein Name ist Holzer das ist wirtlich zu nehmen mein Vater selig war
  626. nämlich der alte Holzer sie können von ihm höheren im Dorf drundten die meisten werden sich an den breiten Bauern erinnern den
  627. holzerbauer und ich habe auch noch was aus seinem Blut hoffe ich sowas gerades eichenes Ernst Bang fühlt sich durch das grelle gelbe Licht der Lampe
  628. gesttirt ich denke ich gehe jetzt Holzer lacht wie du willst aber damit die Lektion in Gottes Namen
  629. doch einen Schluss hat sag mir doch schnell was ich nach deiner Meinung in diesem Fall zu tun habe Bang macht eine Bewegung so an allem
  630. vorbei sprich die ganze Kultur steht hinter dir bedenke und er nimmt dem zögernden den Flut wieder aus der Hand und begütigt in anderem Ton wirklich
  631. ernst Freund zum Freund hast mir deine Ansicht gesagt und so sonderbar sie sein mag ich bin dir dankbar dafür ohne Zweifel hast du auch
  632. einen Rat mitgebracht ein Medikament gegen das gefährliche übel wie ihr seid ja alle Ärzte ihr modernen Menschen Bang versucht zu
  633. lächeln ich bin gespannt was soll ich tun ernst was soll ich sagen und da wird Bang wieder sehr ernst er kommt ein paar Schritte zurück und antwortet sehr
  634. hastig sagen ich glaube es ist deine Sache einfach
  635. zuzuhören auch Hermann lacht nicht mehr ich verstehe nicht nun helene ist von denen die sich aussprechen müssen um jenen
  636. Preis Pause es könnte ja sein dass Helene dir etwas zu erzählen hat von
  637. früher Pause so sagt Holzer dann kurz und Begleit den anderen an die Tür da tritt Helene ein gerade den beiden entgegen
  638. oh macht sie als sie ernst Bang erkennt und Holzer lacht eine Überraschung was alte Freunde ja versucht Helene und geht an
  639. Bank vorbei da hat Hermann einen Einfall ganz unvermittelt offenbar du hast doch wohl noch Zeit eigentlich klingt das für eine
  640. Frage Recht entschieden unwillkürlich bleibt Bang stehen er sieht wie Hermann das Mädchen bei der Hand nimmt und in den hellen Kreis der Lampe zieht und es
  641. kommt ihm unerhört brutal vor dann hörte ihn sagen blass bist du blass Helen
  642. Pause möglich dass das die Lampe macht es ist ein ungünstiges Licht aber du fühlst dich doch wohl Pause dieser Herr da sagt nämlich
  643. Helene macht eine Bewegung als ob sie flüchten wollte Ernst Bang fühlt sich auf einmal vollkommen unbeteiligt Zuschauer er möchte bequem sitzen um
  644. nichts von dem zu verlieren was kommt also dieser Herr da sagt ich zerbreche dich Pause Ernst Bang denkt zu schleppend ist diese Szene flotter
  645. bitte Pause dann sehr laut ist das wahr heftiges Weinen Ernst Bang macht zwei Schritte er hat die Empfindung
  646. Schluss man kann gehen es kommt nichts mehr aber das ist ein Irrtum es kommt noch etwas Hermann Holzers
  647. riesenlachen und hinter drein Kinder seid ihr richtige Kinder ihr beide du Helen und der da Gott sei Dank dass wir jetzt beisammen sind sonst häte dir
  648. jeder was sentimentales ich sehe es euch an wir wollen auch beiammen bleiben heute und irgendetwas feiern es wird sich schon was finden
  649. lassen Pause Helene neigt sich mit halbgrockneten Augen zu Hermann und flüstert ihm etwas zu er versteht nicht gleich dann lacht er wir beide
  650. allein Gott bewahre Kinderei im Gegenteil was ich jetzt zu sagen habe muss Ernst mithören leg nur deinen Hut fort mein
  651. lieber und als Bank Anstalten macht fügt Holzer an wenn ich dich darum bitte und auch das nichts hilft braucht er ein letztes Mittel
  652. Helen will es auch nicht wahr und da wird eine Stille um ein kleines farbloses jah herum langsam kommt ernstbang näher er
  653. sieht unglaublich müde aus und Holzer denkt zuur Beruhigung es ist ein ungünstiges Licht so eine Lampe dann zieht er das Mädchen auf seinen Schoß
  654. und scherzt nun kleine Frau hast du mich lieb und zerbreche ich dich nicht da klammert sich das kleine blonde Mädchen an seinen Hals an mit einem ungestüm das
  655. ihn Staunen macht eine Weile fühlte sie weinen aber das können keine tiefen Tränen gewesen sein denn als er das zarte Geschichtchen in die Höhe zwingt
  656. atmet ihn eine strahlende Seele deren er sich gar nicht zu entsinnen weiß Bang steht auf einmal am Fenster und zählt die schwarzen schonsteine er
  657. will sich draußen beschäftigen um jeden Preis dennoch hört er Wort für Wort jetzt ist es bald überstanden Kind wenn heute Nachricht von Holmes kommt so
  658. können wir heiraten gleich nach dem Examen Pause du willst doch ein glückseliges lachen
  659. so feiern wir heute die Zukunft Pause du bist doch dabei Bang und erwartte die Antwort gar nicht ab noch
  660. eines feiern wir richtig deine kulturbang wir sind drei moderne Menschen drei Menschen ohne Vorurteile nicht wir dekretieren hiermit es gibt
  661. keine Vergangenheit die Vergangenheit leugnen wir einfach Ernst Bang ist rasch näher gekommen wie um zu retten er hört noch
  662. wer von der Vergangenheit spricht lügt abgemacht helene ist sehr plass hermann hat es nicht bemerkt eben hat jemand draußen
  663. geklingelt und er beeilt sich zu öffnen es könnte von Holmes sein Helene erreicht ihn noch an der Tür ihre Lippen brennen es ist ein letzter
  664. Versuch aber Holz hält sich die Ohren zu und lacht laut da lässt sie ihn los lässt ihn los und kommt langsam zur Lampe zurück ganz ruhig
  665. Bang steht an der anderen Seite des Tisches und die Lampe sinkt zwischen ihnen merkwürdig laut einmal schaut ihn Helene an mit
  666. traurigen hilflosen Augen und ernstb hebt ein wenig die Achseln unmerklich das ist
  667. alles