Wetter und Klima - Unterschied [Erdkunde, Wetter & Klima] TeacherToby https://www.youtube.com/watch?v=y8C31XueqKA Transkript (automatisch erstellt) 0:08 In diesem Video geht es um den Unterschied der Begriffe Wetter und Klima. Zwei in der physischen Geografie relevante Begriffe, die auch in Erdkunde 0:16 im unterrichtlichen Kontext in verschiedenen Jahrgangsstufen relevant sind. In Alltagsgesprächen gibt es wohl kaum ein Thema, über das so oft 0:24 gesprochen wird wie über das Wetter. Oder wird dabei eigentlich über das Klima gesprochen? Das Wetter ist heiß, das Klima ist heiß. 0:33 Das sind beide Sätze, die nicht nur grammatikalisch, sondern auch inhaltlich richtig sind. Wo liegt aber der inhaltliche Unterschied? Wie das 0:42 Beispiel verdeutlicht, beziehen sich beide Begriffe Wetter und Klima auf Bedingungen in der Atmosphäre. Hier ist es die Temperatur, aber man kann sich 0:52 z.B. auch auf die Luftfeuchtigkeit, den Niederschlag, die Windrichtung oder die Windgeschwindigkeit beziehen. Auch die Sätze, das Wetter ist feucht 1:02 und das Klima ist feucht, sind korrekt. Sie beziehen sich auf die Luftfeuchtigkeit der Atmosphäre. Der wichtige inhaltliche Unterschied in 1:12 beiden Sätzen liegt im zeitlichen Maßstab, auf die sich die jeweilige Bedingung, z.B. heiß oder feucht, bezieht. Unter Wetter versteht man den 1:21 momentanen kurzfristigen Zustand der Bedingungen in der Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt. Vereinfacht gesagt, Wetter 1:30 ist das, was wir sehen, wenn wir aus dem Fenster gucken. Ist es gerade sonnig? Ist es heiß? Oder regnet es und stürmisch? Der Zeitpunkt, auf den sich 1:41 Beschreibungen des Wetters beziehen, ist damit geklärt. Wetter ist das, was gerade in der Atmosphäre passiert. Zwischen Wetter und Klima läßt sich 1:51 zudem die Witterung einordnen. Sie beschreibt den über mehrere Tage bis Wochen anhaltenden Charakter des Wetters, z.B. eine länger anhaltende 2:00 Hochdruckphase oder eine niederschlagsreiche Periode. Anders verhält es sich beim Begriff Klima. Wenn wir vom Klima sprechen, dann 2:09 meinen wir damit die durchschnittlichen Bedingungen in der Atmosphäre und das Ausmaß ihrer Schwankungen an einen bestimmten Ort über einen längeren 2:19 Zeitraum hinweg. Und dieser Zeitraum kann sehr variabel sein und Jahre bis jahr Millionen umfassen. In der Klimatologie wird dafür in der Regel ein 2:27 Zeitraum von 30 Jahren als Referenz verwendet, das sogenannte Klimamittel, um verlässliche Aussagen über typische Bedingungen treffen zu können. Mit 2:36 anderen Worten, wenn wir das Wetter eines jeden einzelnen Tages über einen Zeitraum von 30 Jahre beobachten und die Klimaelemente wie z.B. wie die 2:46 Temperatur oder den Niederschlag messen, dann bilden die Durchschnittswerte das Klima. Mittelwerte des Klimas werden also aus dem Wetter gebildet und zwar im 2:58 Zeitraum von 30 Jahren. Wenn ihr ein Klimadiagramm betrachtet und die durchschnittliche Jahrestemperatur 8,6° beträgt, dann ist 3:08 das nicht nur der Durchschnitt der Temperaturen der einzelnen Monate eines einzelnen Jahres, sondern von 30 Jahren. Bei der Verwendung der beiden Begriffe 3:18 Wetter und Klima passiert es nicht selten, dass die unterschiedlichen zeitlichen Maßstäbe, auf die sich beide Begriffe beziehen, nicht klar 3:26 voneinander getrennt werden. Beispielsweise entsteht an kalten Tagen oder bei starkem Schneefall oft der Eindruck, dass von einer Klimaerwärmung 3:35 keine Rede sein kann, was dazu führt, dass der anthropogene von Menschen verursachte Klimawandel genauer erläutert im hier rechts oben verlinkten 3:44 Video in Frage gestellt wird. Solche Schlussfolgerungen sind insofern mißverständlich, weil einzelne Wetterereignisse mit langfristigen 3:54 klimatischen Entwicklung verwechselt werden. Der PFS, der Lehrbuchklassiker der Biologie, verdeutlicht den Unterschied gut und klärt auch das 4:01 Missverständnis auf. Klima ist das, was man aufgrund der Bedingung in der Vergangenheit erwartet. Wetter ist das, was tatsächlich an einem bestimmten Tag 4:12 vorherrscht. Beispielsweise wird eine Klimaerwärmung ein Abschmelzen der Gletscher über Jahrzehnte oder Jahrhunderte hinweg 4:20 bewirken, während einzelner starker Schneesturm diesen Rückzug der Gletscher kaum aufhalten kann. Selbst die Durchschnittstemperatur eines einzelnen 4:30 Jahres reicht noch nicht aus, um vom Klima eines Ortes zu sprechen, da sie stark von kurzfristigen Wetterschwankungen beeinflusst sein 4:39 kann. Zwar verändert ein einzelnes kaltes Jahr rechnerisch den Mittelwert, doch erst langfristige Zeiträume von mehreren Jahrzehnten zeigen, ob sich das 4:49 Klima tatsächlich verändert. Wahrscheinlich wisst ihr, dass ich auch Videos über Biologiethemen habe. Selbst über die Biologie kann der Unterschied 4:56 zwischen Wetter und Klima recht anschaulich erklärt werden. Auf Wetter zeigen Organismen in der Regel kurzfristige Reaktionen. Beispielsweise 5:05 suchen sie Zuflucht vor einem plötzlichen Regenguss. Säugetiere fangen bei kalten Außentemperaturen an zu zittern und erzeugen so Wärme. Das Klima 5:16 hat auf Organismen hingegen eher eine Filterwirkung. ist beeinflusst bzw. begrenzt, wo Organismen leben können und wo nicht und legt damit ihre Verbreitung 5:26 und Häufigkeit fest. Sollten Organismen das an einem Ort herrschende Klima nicht tolerieren, werden sie dort nicht vorkommen. Die Frage, durch welche 5:35 Prozesse globale Klimamuster entstehen, ist Gegenstand des an dieser Stelle verlinkten Videos.