Die Geschichte der Migration Teil 1: Wanderungsbewegungen innerhalb Europas bis 1815 Konrad-Adenauer-Stiftung MV https://www.youtube.com/watch?v=xVAMTFpncqY Transkript (automatisch erstellt) 0:04 [Musik] [Musik] 0:21 es ist 19 Uhr hier ist die Konrad-Adenauer-Stiftung herzlich willkommen zum politischen Bildungsforum Mecklenburg-Vorpommern heute an diesem 0:29 geschichtsrechtlichen 9 November 2022 vor 33 Jahren fiel die Mauer wir wollen uns heute nicht über die friedliche Revolution 0:42 unterhalten sondern über die Migration es beginnt eine eine Sendereihe mit fünf Sendungen da geht es um Migration ich begrüße da zu recht herzlich 0:52 links von mir Herrn Professor Jakob Rösel und dr Pierre gottschlik guten Abend ja wir müssen so ein bisschen auf diesen 1:04 geschichtsträchtigen Tag Bezug nehmen das hat ja auch was mit Migration zu tun wissen Sie noch was sie damals gemacht haben Herr Rösel 1:14 ja ich habe glaube ich Fernsehen gesehen angeschaut um das dieses Ereignis zu verfolgen ich muss allerdings sagen Baden-Württemberg ist weit weg 1:27 von diesen Dingen weil die Perspektive in gerade in Baden immer eher schon burgundische Pforte Mailand Toskana und 1:39 ab das Meer war aber das war dann doch ein sehr großes Thema damals ja letztlich auch natürlich auch die Voraussetzung dass sie hier gelandet in 1:47 Rostock also natürlich auch irgendwo eine Form von Migration wir wollen uns heute eben darüber unterhalten und ich möchte ganz ich würde sie einmal bitten 1:55 dass wir leicht die wissenschaftlichen Grundlagen so ein wenig bearbeiten und ja was was ist definitiv was ist Migration die wie wie würden sie es 2:05 definieren also zum einen ist Migration also Wanderungen in welcher Form auch immer eigentlich ein bisschen ein Stiefkind in 2:16 der deutschen Forschung langeseits geblieben die Demographen haben immer so getan oder ein Teil der Demokraten hat gerne so 2:25 getan als würde Migration gar nicht in ihr Arbeitsgebiet fallen nach dem Motto lieber Kinder als Inder ja das ist ein Thema womit man 2:35 sich nicht beschäftigt und dazu kommt ein dank einer 200-jährigen Tradition des Nationalismus 2:46 vor allem das ethnisch völkischen Nationalismus begründete Blindheit in Geschichte und generell Gesellschaftswissenschaften wo 2:57 man immer von einem zentralen Modell ausgeht und das ist für uns der Moderne territorial und Nationalstaat und mit dem Begriff Kombination und 3:07 territorialschlag verbindet sich dann die Vorstellung dass der Mensch an der Stelle wo er geboren ist bitteschön eigentlich meistens auch zu bleiben hat 3:16 diesem Ort dieser Sprache diesem Volk dieser Regierung schuldet der Loyalität und daraus entsteht sehr schnell eine Perspektive das alles was von außen 3:25 reinkommt oder wer etwa als Migrant wegläuft auswandert eigentlich entweder ein Vaterland zu unserer Geselle ist oder ansonsten nicht die 3:35 richtige Loyalität aufkommen gerade in den Nationalstaaten im 19 Jahrhundert hat es ja Migration also auch Leute die weggehen ja immer gegeben wir wollen 3:44 noch mal auf die auf die Definition was ist Migration Migration ist eigentlich ein erstmal ein 3:54 übergreifender Dachbegriff der jede Form von sei es auch saisonaler Professor professioneller vor allem auch dauerhafter Wanderung von ob A zu Ort B 4:10 meistens über Grenzen hinweg anspricht wobei wir da auch nie beim Thema Flüchtlinge vergessen sollten dass es Millionen von Binnenflüchtlingen 4:22 binnen vertriebene auch immer gibt aber neben das Thema Flüchtling also derjenige Mensch der vor Naturkatastrophen politischer 4:34 gewaltverfolgung als Minderheit aufgrund von Geschlecht Religionen Sprache und politische Überzeugung flieht kommt natürlich seit 4:45 Jahrtausenden kann man inzwischen sagen eine fast noch viel wichtigere Form der Wanderung der Migrationen hinzu und das ist die Migration 4:56 der Arbeitsmigration ja wobei die arbeitsmigrat so natürlich auf einer endlosen Skala gemäß den Bremer Stadtmusikanten etwas Besseres als den 5:08 Tod finden wir überall auch dann natürlich wiederum in den Bereich politische Verfolgung übergehen kann also der Migrant wird angetrieben von 5:18 einer Fülle von unterschiedlichsten Motiven mag sein Leben retten wollen oder mag einfach nur seine Berufssituation 5:26 aufbessern wollen wir gleich noch reden also ich nehme mal an es gibt keine Familie auf der Welt die wenn man einmal die 5:38 sich die Familiengeschichte anschaut nicht irgendeinmal migriert ist die irgendwann angefangen anfing zu wandeln geht gar nicht anders das heißt also es 5:46 gibt unterschiedliche Gründe auch dazu Herr Gottschlich vielleicht sagen Sie mal ein bisschen was zu den Gründen bitte ja also Migration das ist ja 5:55 angesprochen worden ist eigentlich eine der konstanten der Menschheitsgeschichte also seit es den Menschen gibt wandert der Mensch bewegt er sich räumlich es 6:04 ist häufig verbunden mit einer Art Änderung im sozialen soziökonomischen Status also wenn wir nach bestimmten Merkmalen suchen um zu sagen was ist 6:14 jetzt Migration wie kann man es festzurren dann sind viele Dinge genannt worden eine gewisse Dauerhaftigkeit gehört dazu aber dieser Prozess des 6:22 sozialen Wandels spielte auch eine Rolle und der kann aus unterschiedlichen Motivlagen heraus erfolgen und wenn wir uns die 6:29 Migrationsgeschichte der Menschheit ansehen dann finden wir eigentlich bis heute so fünf große Motivationen die Wanderungsbewegungen 6:37 geprägt haben und bis heute prägen das ist in erster Linie zunächst mal der Wunsch der Verbesserung der eigenen der individuellen Lebenssituationen da gibt 6:47 es das was man in der Migrationsforschung häufig als Push und pull-faktoren bezeichnet also push-faktoren etwas drückt ein schiebt 6:56 einen Weg das sind Dinge die jetzt eine Wanderung ver machen weil man vor etwas weggehen will fliehen will vor Krieg vor Naturkatastrophen vor Hunger vor 7:09 Unterdrückung vor not also man erhofft sich ein ein besseres Leben als den Tod findet man überall man erhofft sich also etwas besseres in der Fremde weil es 7:18 auch nicht anders geht auf der anderen Seite gibt es die pull Faktoren die zugfaktoren die ein Anziehen also besonders attraktives Ziel das 7:28 Versprechen von Sicherheit das Versprechen von Freiheit und das Versprechen von dem was man häufig als vermehrte so zu ökonomische 7:36 Handlungsmacht bezeichnet also einen besseren Status mit dem man mehr machen kann nicht unbedingt nur für sich selbst sondern auch mit Blick auf die eigenen 7:45 Kinder auf die eigenen Enkel dass man den sozusagen in der Fremde ein besseres Leben ermöglichen will und hier kommt auch noch etwas hinzu was gerade für die 7:53 Zeit die wir heute besprechen durchaus eine Rolle spielt nämlich Migration als religiöse Pflicht im Sinne von Pilgerfahrten die jetzt in 8:03 Zeiten vor Industrialisierung vor Massenmobilität dann häufig notgedrungen mit sich brachten dass so eine Pilgerfahrt jahrelang dauerte und in der 8:12 Regel dann auch tatsächlich mit der Dauerhaftigkeit des Ortes verbunden also erster großer motivationskomplex Verbesserung der individuellen 8:19 Lebenssituation damit ein bisschen verbunden ist die Suche nach Vorteilen für die eigene Gemeinschaft eigene Familiengemeinschaft Dorfgemeinschaft im 8:28 Sinne von Erschließung von Handelsrouten beispielsweise Erschließen von Ressourcen aber auch das Wandern um neue Fähigkeiten Fertigkeiten zu erlernen wir 8:37 werden vielleicht heute noch ein bisschen überhandwerker sprechen das findet man da häufig dass man wandert um eben neue Techniken auch neue 8:44 landwirtschaftliche Techniken zu erlernen heutzutage sehen wir das vielfach auch in Unterstützungsleistungen die von außen 8:51 zurückgetragen werden Geldüberweisungen beispielsweise in die alte Heimat also zweite Motivation Nutzen für die eigene Gemeinschaft dritte Motivation auch 9:00 nicht zu benutzen Nutzen für die neue Heimat für die gastgemeinschaft auch das kann eine wichtige Motivation sein im Sinne von Verbreitung von religiösen 9:08 Heilslehren beispielsweise Verbreitung von philosophischen Ideen alles das was wir heute im weitesten Sinne als Entwicklungszusammenarbeit früher 9:16 Entwicklungshilfe bezeichnen würden auch das kann zu Motivation führen um zu wandern um zu migrieren dann vierter großer Komplex Vergnügen und Neugier 9:25 also die Lust am Reisen die Lust am Abenteuer das Vergnügen neue Länder neue Menschen neue Ideen kennenzulernen auch das gab es schon immer gibt es bis heute 9:35 und dann der fünfte auch ein ganz ganz wichtiger großer Faktor natürlich Zwang unfreiwillige Migration also eine Wanderung wo der Entschluss zur 9:45 Wanderung nicht in den Händen des Einzelnen liegt das betrifft beispielsweise Kinder die sich das nicht aussuchen können ob sie ihre Eltern 9:53 begleiten wollen das betrifft Sklaven natürlich das betrifft Gefangene das betrifft natürlich Flüchtlinge aller Art also Flucht vor religiöser Verfolgung 10:03 vor ethnischer Verfolgung vor kulturelle Verfolgung alles das was wir heute ein bisschen als gewaltmigration zusammenfassen also Ausweichen vor einer 10:12 in der Regel lebensbedrohenden Notlage und Gefahr die jetzt die Flucht unumgänglich macht und die dann eben auch zu migrationsbewegung 10:21 und zu großen und bedeutenden Migrationsbewegungen führt gut okay vielen Dank dann haben wir jetzt erstmal also die großen fünf Beweggründe einmal 10:30 kurz charakterisiert ich würde ganz gerne so ein bisschen die Geschichte jetzt eintauchen wollen ja und wir wollen ja 10:37 heute so bis 1800 bis 1815 kommen um die Grundlagen für die nächsten Sendungen zu zum legen das wird schwer genug aber wenn wir mal auf die Antike zu sprechen 10:46 kommen wo sehen sie dort tatsächlich also ganz wichtige Wanderungsbewegungen ich würde über vor die antike gehen um überhaupt mal die 10:55 Totalität des Phänomens noch mal zu beleuchten und deswegen damit dass als Menschen physisch orthopädisch wenn Sie so wollen anthropologisch wanderwesen 11:07 sind es beginnt mit dem aufrecht gehen was überhaupt Menschwerdung ermöglichte das berühmte extra uterine früher also kein Primat wird so 11:18 früh zu früh geboren mit der Mensch kommt als unfertiges Wesen auf die Welt wo deswegen Familienbande 11:28 mutterfürsorge erhalten die Hände werden frei werkzeugschaffung etc wir sind also bereits durch durchlaufen und zwar als große Läufer große Jäger und so weiter 11:40 bereits wanderwesen was viel entscheidender aber noch ist ist in unserer physischen Konstitution 11:49 sind wir körperlich sozusagen liefern wir den körperlichen Nachweis unserer frühen Wanderbewegung zum einen 11:59 bereits bevor wir überhaupt zum heutigen Exemplar wurden was hier in diesem Raum sitzt Homo sapiens gab es ja die frühen 12:08 Hominiden den Homo erectus den Homo robustus und der out of Africa aus Afrika heraus hat bereits vor einer Millionen Jahren teilweise vor zwei 12:20 Millionen Jahren die übrige damals alte Welt erobert weil wir nur deshalb den peking-menschen denn Java Menschen und andere merkwürdige Exemplare bis zu den 12:31 Menschen in atapuaca die erst vor 20 Jahren in Nordspanien ausgegraben wurden vorfinden können und unser heutiges Exemplar Homo sapiens seit 100 bis 12:46 150.000 Jahren entstanden ist mit unglaublicher Geschwindigkeit out of Africa also aus dem Rift Valley Kenia aber sie Indien und auch Südafrika 12:58 herausgewandert und hat sich nicht die gesamte kontinentale alte Welt und dann vor 40.000 Jahren auch die neue Welt Amerika eigentlich erschlossen ist ein 13:09 absolutes wanderwesen und dass er ein wanderwesen ist können wir per DNA auch heute sehr genau bestimmen überhaupt unser 13:19 berühmtes Erkennungsmerkmal für alle Rassisten weiße Hautfarbe gelbe Hautfarbe schwarze Hautfarbe ist ja nur etwas was dank dieser Wanderung eines 13:30 ursprünglich schwarzhaarigen Homo sapiens in die von der Sonne weniger verwöhnten Tundra und Tiger breiten dann entstanden ist also weiße Hautfarbe und 13:42 aufgrund dieser Wanderungen ist der ursprünglich vollständige gen- alle Herren dann immer die bushmänner nannten dieser vollständigenpulver dann 14:06 immer geringer weil er diese Spezialisierung Richtung Europäer Chinese die Menschheit am Leben zu erhalten wir 14:14 müssen noch sagen kommen genau da kommen wir auch noch hin sie haben Recht aber wir tragen den Vorteil in uns und das entscheidende 14:26 also ohne Migration biologisch gesehen wird es Stillstand gehen würde die Menschheit aussterben und der große Schub der Wanderungsbewegung der erfolgt 14:35 natürlich mit der neolitischen Revolution von 10.000 Jahren ab 8000 vor weil sich da zum ersten Mal etwas zeigt was ich jetzt noch mal etwas 14:46 spezifischer ausführen möchte was dann auch in die Antike rüber geht das ist das was die Demokraten die wave of advance also die sich selbst 14:57 erhalten der sich selbst generieren expansionswelle nennen denn alle Untersuchungen wie hat sich Sesshaftigkeit also Ackerbau Viehzucht 15:09 ausgebreitet weisen eigentlich inzwischen nach dass diejenigen die diese völlig neuen Techniken in Jäger und sammlergesellschaften sei es in 15:17 Europa aus dem Orient sei es nach Mittelasien sei es im Bereich von China nach Südostasien und so weiter gebracht haben 15:26 das ist alles Gruppen sind die sich nicht aus irgendeinem Geburtenüberschuss aus der ursprungslandschaft 15:36 reproduziert haben sondern sie waren weil sie aufgrund einer eine Innovation haben eine völlig neue Technik die eine zehnmal höhere Besiedlung des 15:46 Territoriums gegenüber Jägern und Sammlern ermöglichen eine sich Geburtenüberschuss selber generierende Welle was und dieses Modell haben wir 15:58 bis heute das können wir bei Vermittlung der USA seit 1800 dann sehen das führt in 100 Jahren oft nicht nur zur Vervierfachung sondern zur Versicherung 16:10 oder zur 20-fachung einer ursprünglichen Bevölkerung das heißt wandern Expansion von Menschen die irgendwelche Innovationen haben vor 16:22 allem ursprünglich mal sesshaft also sesshaft werden im Sinne von neolitikum ackerbauvideo führt zu demografischen Schüben und führt und generiert immer 16:34 wieder neue Expansionen und Migration und jetzt Antike wenn wir jetzt den letzten 2000 Jahre angucken dann können wir sogar aus unserem normalen 16:45 geschichtswesen heraus sagen seit tausend vor bis unter Datum jetzt 1800 fällt uns so wie welche sitzen eigentlich pro Jahrhundert immer eine 16:56 große Migrationswelle ein weil sie kolonisatorisch handelstechnischer imperialer 17:06 zerstörerischer Art denken Sie an die phönizische Kolonisation quer durchs Mittelmeer sofort gefolgt ab dem 9 jahrhundert von der griechischen 17:17 Kolonisation vorher haben wir ziemlich unbekannt die gewaltigen erst durch die Archäologie nachgewiesenen Bantu Expansion seit 1200 vor die überhaupt 17:28 Ackerbau aus Westafrika langsam in die undurchdringlichen riesigen Wälder von Zentralafrika und Richtung Südafrika 17:38 vorangeschroben haben ab dem 7 6 jahrhundert haben wir dann die ersten großen imperien-stundenreich und wenn wir 17:48 Imperien haben haben wir im Falle der armeniden ein erstes multi-ethnisches Weltreich was damals vom Indus bis zur EGS und bis nach Ägypten reichte und das 18:01 an seinen Grenzen die Sklavenjagden organisierte riesige söldnermärkte hatte schon in der Lage war immer ein Aspekt aller guten Imperien aber sie 18:11 chinesischen die römischen oder halt die armeniden waren ganze Völkerschaften wenn die rebellierten oder unwohlsmäßig waren oder praktisch zu verwerten da 18:20 würden wir einfach debattiert das ist ja dann schon eine Art der Migration die sich ja von dem was davor 18:28 war in unterscheidet das ist organisiert ist irgendwie ja wie sieht es im Mittelalter aus also wie verändert sich im Mittelalter Migration 18:38 was wir im weiter in Europa sehen ist zum ersten Mal in einem richtig großen Stil etwas was wir heute ein integrierten europäischen Arbeitsmarkt 18:48 nennen würden also jetzt mal jenseits der siedlungsmigration anrollende Welle das was wir eben besprochen haben ein ganz großer Zweig der berufsbedingten 18:58 Migration in mittelalterlichen Europa da gibt es eine ganze Reihe von unterschiedlichen Gruppen die jetzt aus ökonomischer Notwendigkeit wandern das 19:08 sind natürlich die Wanderarbeiter die Tagelöhner die sich aber meistens in dem relativ kleinen Umkreis nur bewegen es sind Krämer Hausierer Kaufleute es sind 19:19 Söldner die eine richtig wichtige Rolle in dieser Phase der europäischen Geschichte spielen es sind auch so was wie Wissenschaftler Ärzte die jetzt zum 19:28 Teil europaweit wandern es sind selbstverständlich Spielleute Gaukler Sänger die kreuz und quer durch Europa erziehen und es sind vor allem Handwerk 19:39 sondern das spielt eine sehr sehr große Rolle im Mittelalter es ist die Entstehungsphase der sogenannten wanderpflicht etwas was man vielleicht 19:48 heute auch noch kennt von Handwerkern das geschieht damals vor allem zur Entlastung lokale Arbeitsmärkte weil vielfach mehr Gesellen ausgebildet 19:59 werden als örtlich beschäftigt werden können mit der wanderpflicht sorgt man jetzt dafür dass die ausgebildeten Arbeitskräfte gut 20:08 verteilt werden und insgesamt ein gesellschaftlicher auch wirtschaftlicher Fortschritt entstehen kann das gilt insbesondere für eine breite Schicht von 20:19 sehr gefragtten Spezialisten für die jetzt tatsächlich schon und wir sind im 14 15 Jahrhundert ein Europa weiter Arbeitsmarkt besteht in dem die 20:29 tatsächlich von Stadt zu Stadt von Fürstentum zu Fürstentum wandern und ihre speziellen Kenntnisse und Fähigkeiten den dortigen Herren zur 20:38 Verfügung stellen ich spreche von D beispielsweise sehr gefragt ich spreche von glockengießern von Waffenschmieden selbstverständlich ich spreche von 20:46 kirchenbaumeistern es gibt zur damaligen Zeit regelrechte Bautrupps die durch Europa wandern und überall Kirchen errichten bis hin zu riesigen 20:55 Kathedralen Uhrmacher Kunsthandwerker sind europaweit gefragt der spezialistisch Spezialisten und ab dem 15/16 jahrhundert sehen wir tatsächlich 21:05 regelrechte Abwerbungen von solchen besonders befähigten und begabten Handwerkern durch die unterschiedlichen Fürsten in Europa also etwas was wir 21:14 dann im Nachgang häufig als mehr kantilistische Politik beschreiben auf mehr kantilismus kommen wir noch zu sprechen in dem Zusammenhang würde mich 21:22 interessieren wie wie die Religion die Verhältnisse zum Tanzen bringt damals gerade die Auseinandersetzung Katholizismus der aufkommende 21:32 Protestantismus welchen Einfluss hat das das ist sozusagen jetzt noch mal eine ganz andere Geschichte zum kleinen spielt Religion 21:41 natürlich eine Rolle in der persönlichen Motivation von Migranten 14 bis 15 bis 16 16 Jahrhundert wenn wir ein Mönche denken wenn wir einen aber auch Pilger 21:52 denken wenn wir ein Kreuzfahrer denken die aus religiöser Motivation jetzt migrieren aber selbstverständlich ist Religion auch nicht zu denken und die 22:02 religiösen konfessionellen konflikte sind nicht zu denken ohne große Fluchtbewegungen die wir jetzt auch im 15 16 17 Jahrhundert sehen sein es diese 22:13 fatischen Juden die aus der iberischen Halbinsel vertrieben werden aus Spanien aus Portugal im Zuge der rekonkista seien es die Hugenotten die als 22:21 Calvinisten jetzt das katholische Frankreich verlassen müssen also solche Fluchtbewegungen spielen hier in dieser Geschichte 16 17 bis 18 Jahrhundert 22:29 natürlich eine überragende Rolle in Europa über die hoganten wollen wir nachher noch mal sprechen vorher würde ich gerne das Problem der Globalisierung 22:40 also Migration als ja im Zusammenhang mit Globalisierung darauf zu sprechen kommen oder wollen Sie jetzt noch ergänzen ich wollte noch hier was 22:49 ergänzen weil wir für meinen Geschmack ein bisschen zu schnell jetzt im Mittelalter waren ich möchte weil unser großthema ist ein Migration und große 22:57 Migration noch mal mit dem Schema ungeplante wenn Sie so wollen anarchische Migration und geplanten Migrationen arbeiten und noch mal also 23:08 empathisch sozusagen sagen dieses Europa wie wir es haben wie es dann 1.000 1100 langsam fassbar wird ist das Produkt von einem halben Jahrtausend 23:21 Minimum ungeplanter anarchischer zerstörerischer Migration das beginnt mit der berühmten Völkerwanderung seine dritten vierten Jahrhundert 23:34 Angelsachsen die sich in einem England niederlassen dann gefolgt von einer riesigen aber bis heute eigentlich kaum gewürdigten oder erst seit 50 Jahren 23:46 ausgegrabenen zweiten Völkerwanderung die slawische die ganz ganz wichtig ist denken wir nur an die Konflikte im Balkan oder das Erschließen eines 23:56 Russlands was überhaupt von rechtslawische Migration nach Osten überhaupt zu einem Russland wurde danach dann sehr schnell und rasch die berühmt 24:07 das Jahrhundert der Wikinger parallelisiert und gefolgt von den ständigen Überfällen 100 Jahre lang von den Ungarn diese ursprünglich 24:16 zentralasiatische steppenreiter dann gefolgt was wir zwischen völlig verdrängt haben von der Explosion einer völlig neuen 24:26 Weltreligion genannt Islam arabische beduinhere die das oströmische reichwasser bis dato noch einigermaßen überlebt hatte einfach kommissionieren 24:35 was denn östlichen Teil angeht also Palästina und Ägypten und die dann mit riesigen Berber Migrationen riesige Herden Kamelherden pastoralismus und so 24:51 weiter ganz Spanien übernehmen ein halbes Jahr tausend und bekanntermaßen an der Sehne in Portier stehen und die nächsten 200 Jahre die gesamten Küsten 25:01 von Südfrankreich bis Riviera besetzen und die rumpeliger auf mehr oder minder eleganterweise massagieren erst nach dieser Phase 25:15 völlig ungeplanter Völker Migrationen kommt Europa langsam zur Ruhe und dann können wir von den 25:24 geplanten Migrationen wieder sehr schön dargestellt hat sprechen und das Allerbeste und allergrößte Beispiel dafür ist dass nach einer Art internen 25:35 Kolonisation die wir können das als Feudalismus und Lokalisierung begreifen wo jetzt plötzlich um die Ritterburgen herum Märkte 25:45 Subsistenzwirtschaft später Geldwirtschaft entsteht und saisonale Becken der Migration über 10 20 km von all dem was er sehr schön geschildert 25:56 hat Handwerker Schuster Schmiede die sind alle immer unterwegs weil sie immer 40 Dörfer ab frühstücken müssen das nicht so dass jedes Dorf immer sein 26:06 Schmied und seine Mühle hatte und daraus erwächst ab dem 11.12 jahrhundert die erste ganz ganz große geplante Migration das ist die ostkologischen die 26:19 dann sozusagen den Masterplan des vorbildmodell für alles was später dann Richtung Russland Wolga deutsche und so weiter Jahrhunderte später passiert also 26:32 das muss man auch noch mal zusammen nehmen ja wir wollten aber wir müssen aber auf jeden Fall auf die auf das Problem Migration als 26:40 globalisierungsfaktor noch einmal damit kommen wir jetzt schon sozusagen zum Aufmarsch zum Wartezimmer der Moderne und das ist deswegen drei Jahrhunderte 26:50 das ist der 16 das 17 und das 18 Jahrhundert wir haben uns ein bisschen von unserer nationalstaatlichkeiten unseren Ökonomen seit 200 Jahren 27:00 aufschwitzen lassen dass es dann nur die große industrielle Revolution gibt und völlig vergessen dass sie industrielle Revolution nicht einfach mal so 27:08 abgeworfen wird und nicht über Nacht irgendwie entsteht und wenn man verstehen will warum zu einer industriellen Revolution kommt und vor 27:18 allem dass diese industrielle Revolution nicht in dem hochentwickelnden Indien nicht in diesem fantastisch weiterentwickeln China stattfindet 27:25 sondern komischerweise in diesem abgenabelten irren kleinen Subkontinent genannt europa muss man sehen dass da zwei Revolutionen vorgebaut sind das ist 27:36 die kommerzielle Revolution des 16 Jahrhunderts die einhergeht mit weltentdeckung Kolonisation und der Fähigkeit zum ersten Mal bis heute sowas 27:48 wie Globalisierung wenn auch noch auf Karavellen gallionen und silbertransportens installiert das ja geplant gewesen regelrecht es ist jetzt 27:56 alles geplant ja und das nächste ist die finanzielle Revolution die mit dem anlaufenden Territorialstaat der dann in Barock mit Residenzen stehenden Heeren 28:07 nicht mehr diese komischen feudalen Soldaten Ritter Gefolgschaft auf die man sich nicht verlassen kann sondern Geld mit Steuern Rechtschreibung Karten 28:17 völlige Erfassung des Territoriums operiert und jetzt ganz andere Finanzmittel mit in die Hand nimmt und in der Lage ist auch die überseeische 28:27 Expansion jetzt schon mit Hilfe kommerzieller Kompanien und nicht mit irgendwelchen Desperados alla Columbus oder Magellan 28:37 voran zu treiben und dann bereits [Musik] siedlungsplantation companies handelsmonopolhandelskompanien begründen 28:48 kann die sowas wie multinationale Konzerne sind die dann ganz Indien beherrschen schon im 18 Jahrhundert oder die Karibik übernehmen oder dann die 29:00 Besiedlung der von Neuengland der ostafrikanischen Nordküste vorantreiben und mit dieser Globalisierung entstehen völlig neue 29:13 Formen von Migration geplante weil der spanische Staat nachdem er ganz Lateinamerika übernommen hat von Anfang an das fördert was wir heute noch als 29:24 Tourist in Nordspanien besichtigen kann die sogenannten indianos also die verarmten zweit- und dritt geborenen die ob sie wollen oder nicht mit sieben 29:33 Jahren auf das Schiff gesetzt werden ab dem 16 Jahrhundert und nicht wie in Deutschland ab nach Kassel um als söldnerverkauft zu werden sondern ab 29:42 nach Mexiko ab nach Ecuador um da er Glück zu versuchen eine mestizin zu heiraten und wenn sie es geschafft haben als steinreicher und sehr sehr alter 29:53 Mann zurückzukommen um mit ihrer Gemeinde ein Waisenhaus oder ein Brunnen zu stiften also da beginnt Migration jetzt ab dem 16 Jahrhundert zu einem 30:04 globalen Ereignis zu werden nicht quantitativ was im 16 17 Jahrhundert kann man sich ja vorstellen auf Schiffen die sechs Wochen brauchen 30:15 wo die Leute da wo dann jeder dritte antibus stirbt da kommt nicht viel rüber aber die Institutionen die Sprache die Kultur etc für einen ganzen neuen für 30:27 eine neue Welt Lateinamerika und dann Nordamerika werden gelegt so dass dann nächstes Thema nächste Sitzung im 19 Jahrhundert eine wahre Explosion a der 30:39 menschheitsverzehlfachung und gleichzeitig der globalen Migrationen einsetzen heute hinkommen ganz genau wir müssen aber jetzt noch ein bisschen noch 30:46 mal auf nach Europa zurück und da gibt es ja natürlich eine eine Migration die Europa auch sehr stark verändert hat bis in die heutige Zeit 30:56 die der Hugenotten ja was für Hintergründe hat diese diese Migration also kurz vielleicht ganz bruchstückhaft nur die Hugenotten sind französische 31:07 Calvinisten Protestanten also die schon früh um 16 Jahrhundert sich Verfolgung ausgesetzt haben es gibt die hugenottenk hier die Bartholomäusnacht ist 31:16 vielleicht dem einen oder anderen ein Begriff das ganze wird dann zumindest für eine Generation durch das Edikt von Nong befriedet in Frankreich das ist 31:24 1598 allerdings ist das kein dauerhafte Friede zwischen den konfessionsgemeinschaften es kommt dann zu weiteren kleineren 31:33 Auseinandersetzungen und schließlich der große Knall dann 1685 als Ludwig XIV der Sonnenkönig beschließt das Edikt von Nord aufzuheben 31:43 und mit einer neuen Regelung dann im Kern eigentlich die Calvinisten auslöschen möchte das ist das erklärte Ziel des französischen Staates die 31:53 Calvinisten unsichtbar zu machen als Bevölkerungsgruppe die Kirchen werden enteignet gehen dürfen nur noch nach katholischen Vitus geschlossen werden 32:00 alle Kinder müssen katholisch getauft werden also man will binnen einer Generation die Calvinisten sozusagen in die katholische Mehrheitsgesellschaft 32:08 wieder aufgehen sehen das führt natürlich jetzt absehbar zu einer großen auswanderungsfälle wir haben es damals mit ungefähr 800.000 Hugenotten in 32:16 Frankreich zu tun von denen rund ein Viertel also 170 bis 200.000 den Weg der Auswanderung der ihn nicht leicht gemacht wird wählt also man er lässt 32:26 ganz strenge Gesetze gegen Auswanderung weil die Hugenotten ja das werden wir noch wichtig was was sind was ist das für eine Bevölkerung Schicht was ist das 32:34 besondere an den Hugenotten wollte ich gerade drauf kommen die Hugenotten gehören damals in Frankreich zur absoluten kulturellen aber auch 32:41 wirtschaftlichen und politischen Elite und das macht es jetzt für Ludwig den 14 selbst als absolutistischer Sonnenkönig sehr schwierig diese Bevölkerungsgruppe 32:49 sozusagen gänzlich in die Flucht zu schlagen weil damit natürlich ökonomische Verwerfungen einhergehen man befürchten muss und auch befürchtet dass 32:58 der Staat wirtschaftlichen Schaden davon nimmt deswegen lässt man jetzt die Grenzen kontrollieren man versucht die Bevölkerung im Land zu halten um sie zu 33:07 rekonvertierung zum Katholizismus und nicht zur Flucht zu bringen das gelingt nur zum Teil allerdings sehen wir besten Art natürliche Auslese unter den 33:17 Hugenotten die jetzt flüchten können das sind nämlich in der Regel die die sich leisten können denn Reisen ist ohnehin teuer zur damaligen Zeit die Verbote und 33:25 die Bemühungen die Verbote zu umgehen Kosten noch mehr Geld es ist im Prinzip die Elite der Elite die jetzt ins Ausland flieht und die und das macht den 33:35 Fall der Hugenotten zu so einem besonderen und historischen Sonderfall die dort mit offenen Armen empfangen werden also Hauptziele der hugenotischen 33:42 Auswanderung sind England sind die Niederlande sind aber vor allem auch die deutschen Territorien und hier ist ein Gebiet ganz besonders zu nennen 33:50 Brandenburg Preußen also Brandenburg Preußen wird jetzt zu dem Refugium der Hugenotten der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm er lässt noch im selben Jahr 34:01 1685 als Ludwig XIV die Sonderrechte der Hugenotten offen er lässt Friedrich Wilhelm ein aufnahme-edikt das Edikt von Potsdam und sorgt damit dafür dass 34:11 zunächst mal 15.000 Hugenotten sich in Brandenburg Pre ansiedeln dürfen und dass sie auch wieso tut er das es hat zwei Gründe das eine ist das 34:22 französische damals und das ist ein großer Vorteil der Hugenotten eine Art europäische Leitkultur ist also nicht deutsch sondern französisch ist die 34:33 Sprache der gehobenen Klasse und Kultur und wir haben es mit einem Fürstengeschlecht zu tun was besonders frankophil ist und was sich sozusagen an 34:43 dieser Kultur ohnehin orientiert und jetzt sozusagen die aus ihrer Sicht einmalige Gelegenheit hat die Besten der Besten sozusagen in seinen eigenen Staat 34:52 zu holen aber natürlich spielen auch mehr kantilistische ökonomische Erwägungen eine Rolle gerade angesichts der Tatsache dass wir sind ja in der 35:02 nicht so weit vom 30-jährigen Krieg entfernt das weite Landstriche vor allem in Brandenburg Preußen Uckermark beispielsweise die Gegend um Potsdam 35:10 Ruppiner Land die sind quasi entvölkert worden im 30-jährigen Krieg die Hugenotten sind jetzt ebenso die Gelegenheit diese Landstriche neu zu 35:20 besiedeln geplant zu besiedeln und zwar zu besiedeln mit Menschen die mit besonderen Fähigkeiten kommen die mit besonderen Fertigkeiten kommen die 35:27 spezielle handwerkliche manufakturielle Kenntnisse haben und die dann auch tatsächlich in den Jahrzehnten und Jahrhunderten danach zu einem 35:35 wirtschaftlichen Aufschwung führen das sind die Motivation dahinter und das ist auch die Motivation warum den Hugenotten jetzt eine ganz besondere privilegierte 35:44 Stellung zugewiesen wird sie dürfen natürlich ihren Glauben behalten sie kriegen sogar eine eigene Französisch reformierte Kirche das kann man heute 35:51 noch besichtigen wenn sie in Berlin sind am Gendarmenmarkt kennt wahrscheinlich fast jeder zwei identische Kirchen ein deutscher Dom und ein genauso hoher 36:01 französischer Dom errichtet übrigens genau 100 Jahre nach dem Aufnahme entdeckt von Friedrich Wilhelm unter Friedrich dem zweiten der genauso 36:09 frankophil ist und der ebenso seine schützende Hand über die Hugenotten hält die Kirche ist das eine sie bekommen eine eigene Behörde bekommen direkt 36:18 einen Zugang zum Geheimen Rat also sozusagen das Beste vom Besten werden in der Regel in neuen Städten neuen Stadtvierteln angesiedelt Friedrichstadt 36:27 in Berlin ist eigens errichtet für die hugenottischen Flüchtlinge um 1700 ist in Berlin fast jeder fünfte Einwohner hugenotischer Abstammung also die sind 36:38 wesentlich dafür dass Berlin den Aufschwung zu einer echten europäischen Metropole schafft und was wir jetzt sehen ist auch etwas fast einmaliges in 36:48 der Geschichte der europäischen Migration nämlich eine Art umgedrehte Integration eine Annäherung nicht der Neuankömmlinge an die Kultur Sprache und 36:58 Gesellschaft der Mehrheit sondern der ansässigen Bevölkerung an die Kultur Sprache und Geflogenheiten der Neuankömmlinge es ist jetzt auch für 37:07 alteingesessene Berliner und Preußen schick Französisch zu sprechen in die hugenottenviertel zu ziehen da wo es möglich ist zugenten Familien 37:15 einzuheiraten da sind die Noten sehr also dass die das heißt also dass sie weitestgehende auch ihr Vermögen aus Frankreich mitnehmen durften wenn sie es 37:26 geschafft haben nicht jeder hat das geschafft aber das spielte keine Rolle ihr Vermögen hatten sie sozusagen mit sich 37:34 mit ihren Fähigkeiten mit ihrer Kultur mit dem was gefragt worden war und sie haben sehr günstige Startbedingungen bekommen gründerkredite gab es 37:42 Siedlungsland Bauland jahrzehntelange Befreiung von Steuern also das spielte sozusagen keine Rolle weil der politische Wille würden wir 37:51 heute sagen zur Integration vielleicht gar nicht in dem Sinne von Assimilierung aber zur inkooperation dieser Bevölkerungsgruppe 37:58 so stark war dass man ihn sozusagen alle Möglichkeiten geschaffen hat und die Hugenotten haben zu ihrem eigenen aber auch zum wohl natürlich vom Brandenburg 38:06 Preußen geschafft das Beste aus dieser Situation zu machen ich wollte es nur noch mal betonen und mit kommerzieller Revolution finanzieller Revolution 38:16 verbinden der neue kommerzielle revolutionierende und finanzielle revolutionierende Territorialstaat ist der absolutistische Staat der nicht nur 38:30 seine Binnenwirtschaft weiterentwickeln will sondern der merkanthinistisch also handelstechnisch 38:38 draufsetzt möglichst viele Luxus oder interessante Manufakturen zu exportieren um Gold und Silber reinzubekommen weil es die Basis 38:48 von Steuer macht stehenden Heeren etc und er hatte von der wunderbar ausgeführt Elite der Elite das heißt diese Hugenotten sind nicht einfacher 38:59 normalschmiede normalweber normaltöpfer sondern die Leute die die Porzellanmanufakturen Monopol Produkte Monopolunternehmen für den Sonnenkönig 39:12 machen die Seidenweberei strumpfmanufakturen für die feinen strümpf Herren und so weiter machen die 39:24 Kanonengießerei beherrschen das Bankenwesen beherrschen die also nicht mehr Handwerk sondern Kunsthandwerk bis sehr hohe schon wissenschaftliche 39:33 Technologie behalten und die die brauchen gar keinen Webstuhl mitzubringen die haben das alles im Kopf sozusagen die haben das im 39:42 Kopf und sie haben die Netzwerke und wenn ein Friedrich der erste zweite oder der wievielte solche Leute hat hat er neuen Hebel um 39:53 exportmäßig solche Manufakturen auf den Weltmarkt zu bringen dazu gehört dann wieder diese monopolhandelsgesellschaften es gab auch 40:01 preußische solcher afrikanischen Gesellschaften die dann den afrikanischen Häuptlingen merkwürdige seitenstrümpfe versucht eine anzutreten 40:09 aber es war alles in der Logik aber das Wesentliche ist die Angelsachsen unterscheiden immer sehr vernünftig zwischen Erfindung und 40:18 Massenverbreitung invention sind Innovation erfinden kann kann jeder exzentrische Trottel sage ich mal es kommt da auf die Breitenwirkung an wie 40:28 schaffe ich Breitenwirkung und die Breitenwirkung kommt historisch gesprochen bis vor 200 Jahren eigentlich immer nur durch die Wanderung der 40:37 Spezialisten wenn ich die Leute reinbekomme kann man sagen wenn man sich diese Zeit anschaut und der hugenottenwanderung Katharina die Große 40:45 und so weiter das ist quasi ein Kampf um Migration gegeben hat also ich würde sagen also es gab ja 40:57 nicht nur die Hugenotten es gab wurde gestreift unglaublich wichtig für den Aufstieg Hollands zu einer Weltmacht im 16 17 41:06 Jahrhundert man denke an Indonesien Kolonialisierung weiter Teile Asien und so weiter und diese Holländer haben von der von anderen Hugenotten sozusagen 41:19 profitiert nämlich von den verfolgten Juden in Spanien die damals alle möglichen Manufakturen auch Bankwesen etc kontrolliert hatten die vor allem 41:32 den gesamten Handel denn transatlantischen Handel in eine ganze neue Welt genannt Lateinamerika na dann Amerika hatte ja ab dem 16 Jahrhundert 41:41 mindestens 40 schachbrettartige nach spanischen Modell aufgebaute neue Städte mit den entsprechenden Bevölkerungen da kam das ganze Gold das ganze Silber was 41:51 die ganzen währungsmaschine Europas angibt und diese Spezialisten treibt der bigotte völlig ihre 42:00 inquisitionsfanatisierte Staat eines Philipps des zweiten und vor einer bereits eines kalten fünften außer Landes und wo gehen die hin die konnten 42:08 sich aussuchen die sind auch zu teilen auch im rheinischen gelandet also Abwerben von 42:18 Katharina die Große vielleicht ein ganz kurz weil das hier wirklich gut reinpasst zu den Hugenotten noch mal weil es ist genau richtig also nicht die 42:28 Hugenotten konkurrieren um Siedlungsland sondern die aufnehmenden starken konkurrieren jetzt darum möglichst viele dieser Flüchtlinge aufnehmen zu dürfen 42:37 und das führt zu der heute fast bizar anmutenden Situationen dass in Frankfurt am Main die ganz wichtige Transit und Aufnahme statt Frankfurt am Main hat um 42:48 1700 ungefähr 30.000 Einwohner bin zehn Jahren werden dort mehr als 100.000 hugenot Flüchtlinge durchgeschleust die dort Station machen und von dort emisere 42:59 ausschicken Botschafter die jetzt mit den aufnahmewilligen deutschen Territorien und Fürstentümern Verhandlungen führen welche 43:06 Steuernachlässe kriegen wir welche Vergünstigungen bekommen wir welches Land bekommen wir welche Kredite bekommen wir dürfen wir unsere Kirchen 43:12 errichten kriegen wir dafür Förderung das alles wird verhandelt also die Flüchtlinge können jetzt verhandeln sind in der Situation das zu tun und werden 43:21 dann von Frankfurt am Main dann weiter verteilt vornehmlich nach Brandenburg Preußen aber auch nach Hessen Kassel nach Ansbach nach verschiedenen anderen 43:29 Fürstentümern fast einmalige Situation nach Otto vintense Geschichte Mecklenburgs hat sich der nette großanzug von Mecklenburg auch um die 43:38 Hugenotten bemüht und da kommen wir zu kommerzieller Revolution finanzieller wenn ich keinen ordentlichen Absolutismus habe wenn ich kann 43:48 stehendes her habe wenn ich nicht eine anlaufende rationale Steuereintreibung habe wenn funktionalen Absolutismus habe sondern 43:57 mit einem Klumpfuß die Welt Hub genannt ständig statt und ich nichts genehmigt bekomme dann kann ich dann kann ich nicht nicht groß 44:08 disponieren und alle Versuche Hugenotten auch noch Mecklenburg zu herzulen sind dann gescheitert wie lautet Henze zumindest weil die guten Hugenotten 44:18 gesagt haben tut uns leid dann geht wir kriegen im preußenstall bessere Bedingungen oder geht natürlich nach Holland aber Dänemark wir haben das die 44:27 die Herkunftsländer also Frankreich vor allen Dingen oder bei den Juden dann in die Spanier haben das irgendwann mitbekommen diesen großen Verlust eben 44:36 auch an an Gedanken in Frankreich war es ja ganz offensichtlich also es hatte ja einen Grund warum Ludwig XIV mit der Aufhebung des entdeckt von Land sofort 44:45 die Grenzen schließen ist genau deswegen weil er ja genau diese Abwanderung verhindern wollte das ist ihm übrigens das darf man dabei nicht vergessen zu 44:53 einem groß auch tatsächlich gelungen denn viele der französischen Hugenotten haben dann den vermeintlich einfacheren Weg der Konvertierung zu Katholizismus 45:00 gewählt und es ist ja nur ein Viertel die gegangen sind ich will aber einen anderen Punkt noch mal aufgreifen der hier ganz ganz wesentlich ist nämlich 45:08 Absolutismus das ist natürlich etwas was man hier nicht vernachlässigen sollte wir sehen heute sozusagen den Mythos der Flucht der Hugenotten und und die 45:18 Erfolge die ja zweifelsohne da sind aber man darf dabei nicht vergessen dass die natürlich nur möglich gemacht wurden dadurch dass ein Friedrich Wilhelm und 45:27 ein Friedrich der zweite Dinge durchdrücken konnten und die Bevölkerung mit der es durchaus Konflikte auch gab die nicht jetzt in Massen die Hugenotten 45:40 mit genauso freudestrahlenden Armen empfangen haben wie die Fürsten dass diese Konflikte unterdrückt und klein gehalten werden konnten zum Teil waren 45:48 das ganz ganz gravierende Einschnitte für die einheimische Bevölkerung die gezwungen wurde dann Flüchtlinge aufzunehmen Flüchtlinge zu unterhalten 45:57 für eine gewisse Zeit und das gab natürlich Konfrontation und treibereien die aber nur in dem absolutistischen Staat jetzt sozusagen qua Obrigkeit und 46:06 war jetzt wieder politischer Wille aufgehoben werden konnten gut wir sind schon am Ende der Sendung aber ich würde weil es wichtig ist einfach für die 46:14 nachfolgenden Themen Sendungen die sich damit beschäftigen noch einmal ganz kurz zusammenfassen jetzt bis 181815 was sind die entscheidenden Momente für die Zeit 46:25 die dann danach kommt im Hinblick auf Migration also entscheidende Momente sind das seit hunderten von Jahren die Erdbevölkerung noch nie so relativ 46:38 leicht beschleunigt gewachsen ist wie die Bevölkerung ein winzigen kleinen Erdteil nämlich in Europa weil zum ersten Mal durch zwei Revolutionen 46:51 kommerziell und finanz schnell die einhergehend mit einer ersten Globalisierung und damit einem ersten weltwirtschaftlichen System was eine 47:01 völlig neue Verkehr handelssphäre aufbaut nämlich das sogenannte transatlantische 47:11 einjahreskarussell unter den Segelbedingungen des 16 bis 18 Jahrhundert kann ich in einem Jahr mit einer vollen gallione und später mit den 47:20 Fluids den Transportschiffen der holländischen monopolhandelsgesellschaft und dann ist 47:27 India Mende ist India und westindischen company rüber in die Karibik an die amerikanische Ostküste oder sogar an die mexikanische Küste und wieder 47:38 zurückkommen und das macht Transportkosten Senkungen möglich die Massengüter ermöglichen jetzt kann ich zum ersten Mal Sklaven rüber schaffen 47:47 gigantische Plantagen aufbauen und ganz Europa mit Zucker mit Tabak und sogar mit Reis versorgen und das jetzt wieder Migration frei erstmal die brutale 47:57 menschenverachtende das Sklavenhandels aber gleichzeitig jetzt eine beschleunigte abenteuerlustige Desperados aus Holland 48:06 Portugiesen in Brasilien Holländer in der Karibik habe ich glaube schon erwähnt Puritaner dann nach Neuengland etc pp die völlig neue 48:20 migrationskanäle im Rahmen von Globalisierung eröffnen und damit wird wenn jetzt sozusagen in das gemachte Nest von zwei Revolutionen Dritter 48:31 Revolution einsetzt gefördert jetzt nicht nur von einem absolutistischen Staat sondern eine wachsen parlamentarischen also bürgerlich 48:39 rationalen Staate alles debattiert unendliche Kredite war Parlament aufnehmen kann um Industrie insofern und endlos die rationalen Kriege und nicht 48:50 jeder rationalen Glaubenskriege zu führen wenn das alles einsetzt sprich wenn industrielle Revolution kommt dann haben wir den absoluten Big Bang denn 48:59 nicht nur eine Vers 7-fachung der Bevölkerung der ganzen Welt und eine vierfacherung innerhalb kürzester Zeit in Europa zulässt sondern 49:08 Migrationswellen die die weltbeste Antwort noch nicht erlebt hat das ist nächste Thema vielen Dank und genau darüber werden wir beim nächsten Mal 49:16 sprechen wir haben heute versucht so ein bisschen die Grundlagen zu zu legen dafür meine sehr geehrten Damen und Herren ich hoffe wir haben sehr 49:23 interessant gefunden wenn ja bitte einmal den Daumen hoch und ich würde mich natürlich freuen wenn sie in der nächsten Woche wieder einschalten ich 49:30 wünsche Ihnen noch einen schönen 9 November 2022 [Musik] 49:46 [Musik]