Musik und Soundtracks für Videospiele produzieren: Als Komponist arbeiten | Lohnt sich das? I BR Lohnt sich das? https://www.youtube.com/watch?v=xBZE6jC_mfQ Transkript (automatisch erstellt) 0:00 . Ich hab kein Interesse dran, Vermögen aufzubauen. 0:04 Das geb ich lieber aus, wachse und sorg dafür, dass ich noch bessere Musik machen kann. 0:09 Wenn das dazu führt, dass ich wenig Steuern zahle, ist das gut. Ich bin Tobi Weiß, 29 und Komponist, hauptsächlich für Videospiele. 0:23 Heute ist schon 9 Uhr. Manchmal sitze ich hier auch um 5 oder 6. Je nachdem, wann ich aufwache. Ich passe mich da an. 0:32 Ich überlege, womit ich anfange ... Das ist ein Encounter Dungeon. 0:45 Wir haben da dieses ... Ich hab da so ein Weinen von einem Kind kaputt gemacht. 0:52 Aber das läuft die ganze Zeit durch. Wenn man das immer wieder spielt, könnte das nervig werden. 1:06 Das sind schwierige Kämpfe. Das hat auch was mit diesem Mädchen zu tun. Aber das kann nicht die ganze Zeit laufen. 1:12 Diese Encounter Dungeons kommen nicht zu oft vor, aber manchmal. Da muss man sich manchmal von Sachen verabschieden. 1:18 Man muss immer im Kopf behalten: Das muss im Spiel funktionieren. 1:22 Es geht nicht primär darum, dass die Musik stand alone gut ist. Das muss mit der visuellen Ebene funktionieren. Immer. 1:29 Hier sind wir in der Oberfläche, in der Engine. Hier sieht man, was so in der Welt passiert. 1:37 Das ist noch sehr, sehr früh. Es geht um diesen Moment. Man kommt nach dem Tutorial hier hoch, da hinten kommt man raus. 1:44 Da war man das erste Mal in der Stadt. Und in der Stadt ist 2-D-Hintergrundmusik. 1:48 Aber unsere grundsätzliche Overworld, die zu den Dungeons führt, hat eigentlich nur Atmosphäre. 1:53 Jetzt hat man diese Wummern. Und das ist gut. Das soll am Anfang sein. 2:00 Man kommt von rechts und denkt sich: Was ist denn das? Ich gehe da hin und wenn man da draufgeht, ... 2:10 ... dann triggert dieses Hauptmotiv. Das ist sehr schön. Und hinterher sieht man da noch andere Sachen. 2:19 Wenn man wieder weggeht, hört es auf. Ich hab mein Leben lang Musik gemacht. 2:23 Gleichzeitig hab ich mein Leben gern Videospiele gespielt. Da kommt evtl. die utopisch klingende Idee, das zum Beruf zu machen. 2:32 Da dachte ich: Ich gehe all in, versuche mich nebenher um Geld zu kümmern. 2:37 Ich hab auf Festivals gearbeitet, am Theater. Meine Deadline war 30. Da wollte ich ein Resümee ziehen und gucken: 2:43 Hat das funktioniert? Kann ich davon leben? Bin ich fröhlich? 2:52 Und ... tja ... das hat funktioniert. Das macht Spaß. Das Projekt hab ich mir selber ausgesucht. 2:59 Ich kann machen, was ich will. Ich hatte Bock auf klassische Fantasy-Musik. 3:20 Ich liebe diesen Rhodope Chorus. Einfach dieses ... 3:26 * Modulation im Rodope-Chorus-Register * Schöner Klang. 3:37 Ich hab über 7 oder 8 Jahre quasi nur an Superlow- und No-Budget- Projekten teilgenommen. 3:43 Ich hab Studenten gesucht, die gerade Spiele machen. Einfach ganz viel. 3:49 Dadurch baut man sich Kontakt zu Leuten auf, die teilweise Jahre später zurückgekommen sind: 3:53 "Ich hab jetzt Budget. Ich möchte dich, das war cool, damals." Deswegen war das immer wichtig, da auch all in zu gehen. 4:00 Immer alles reinzuwerfen, auch wenn es nur 1 Euro pro Stunde gibt. Ich verbringe von meiner wachen Zeit 80-90% in diesem Zimmer. 4:15 Vielleicht ein bisschen weniger, manchmal. Viel mehr geht ja nicht. Aber es ist schon wirklich viel. 4:22 Aber ich mag das Zimmer sehr. Deswegen hab ich es mir schön gemacht. 4:26 Ich zahle hier 515 Euro Miete. Das ist die Hälfte von 1030 Euro. 4:30 Die teile ich mir mit meiner Freundin. 400 Euro/Dollar pro Minute sind sehr gut. 4:52 Das ist eine gute Rate. Man muss aber auch bedenken, 4:55 dass viele Stunden in eine Minute Musik fließen. Die Vorbereitung. Überlegungen. Warum benutzt man dieses und jenes? 5:02 Das ist da alles reingerechnet. Ab 150 Dollar/Minute lohnt es sich. 5:08 Ich arbeite auch viel und oft darunter. Ich mag auch Technik. Das ist auch immer schön. 5:17 Oh, noch ein bisschen schneller. Super. Merke ich nicht, aber ich kann es mir denken. 5:23 Das ist alles besser. Auch solche Sachen wie noch eine Festplatte. Alles besser als eine Gasrechnung zu bezahlen. 5:28 Darunter kann ich mir nix vorstellen. Klar, es ist warm ... Was es da halt so gibt. 5:34 Und das ganze andere Zeug, ein großer Teil von den Dingen, die mir Spaß machen ... 5:40 Eine Statue für Produktpräsentation und Set-Deko. Weiß ich nicht. Das kann ich alles absetzen. 5:49 Also ich hab nicht viel Steuern gezahlt. Es sind einmal Anschaffungen, die ganzen virtuellen Instrumente. 5:57 Die kosten einen Haufen Geld. Und ich guck dann auch am Ende des Jahres, dass ich Richtung 0 komme. 6:14 Hier sind letztendlich die virtuellen Instrumente. Gestrummte Akustikgitarren. 6:20 Picked Guitars, ... Riser, ... Soloschelle brauch ich gleich auch noch. 6:25 Gut, dass ich das sehe. Das ist das Allerwichtigste. 6:31 Gute, vielfältige virtuelle Instrumente. Im Jahr 2021 hab ich knapp 39.000 Euro eingenommen. 6:45 Und 20.000 Euro Gewinn gemacht. Für meine Rente ... ja ... 6:58 Ich bin in der KSK, da geht ein bisschen was rein. Und ansonsten ... 7:07 Das schieb ich noch aus meinem Kopf raus. Ich hoffe, dass ich den Beruf ganz lange machen kann und möchte. 7:17 Ansonsten ... Ich hab gerade nicht den Kopf, die Zeit und die Expertise dafür, 7:21 mich jetzt mit Investitionen auseinanderzusetzen. Ich gehe jetzt erst mal voll rein und gucke, was passiert. 7:28 Dann schau ich weiter. Ist vielleicht mag das kurzsichtig wirken ... Oder eine planerische Katastrophe. Aber damit komm ich super klar. 7:47 Ich mache jetzt ein Video für Instagram. Da hab ich keine Reserve mehr. 7:51 Das ist ein Tag, wo ich recht viel für den Monat mache. Da hab ich jetzt gerade noch was neu gemacht. 7:57 Ich nehm ein Snippet raus und spiel noch ein Instrument über das, was schon da ist. 8:03 Früher hab ich das täglich nach der Arbeit gemacht. Aber voll der Stress. Weil dann muss man jeden Tag was machen. 8:10 Das ist nicht cool, wenn ich jeden Tag eine Sache auf jeden Fall machen muss. 8:14 Genau das find ich nicht gut. Ich bin da relativ gut durchgekommen. 8:41 Ich hab quasi das Fundament für einen neuen Library Check gelegt. Ich hab die Sachen in Engine, in NFC angepasst. 8:47 Ich hab die anderen Tracks noch erweitert. Was denn noch? 8:54 Auf jeden Fall habe ich viel getan. Morgen muss ich noch einen anderen Track abgeben. 9:00 Aber den kann ich auch morgen entspannt machen. Weil da hab ich auch Lust drauf. 9:05 Das heißt, du machst jetzt Feierabend? Nein. Weil ich hab jetzt sehr Lust, 9:10 den Dungeon Track von heute früh weiterzumachen. Aber das müsste ich natürlich nicht. 9:19 Aber das möchte ich so nicht liegen lassen. Wir haben drüber gesprochen: 9:24 Ich hätte mich am liebsten den ganzen Tag darum gekümmert. Oder bis ich an dem Punkt bin es ruhen zu lassen. 9:31 Aber das muss ich noch heute machen. Sonst ... sonst kann man nicht gut schlafen. 10:09 Das war mein Tag. Ich hoffe, ihr konntet einige interessante Einblicke in die Arbeit eines Komponisten erlangen. 10:15 Hier gibt's ein weiteres Video und hier auch. Vergesst nicht zu abonnieren, wenn euch das gefallen hat. 10:21 Ich arbeite jetzt weiter.