Musiktheorie: Sonatenhauptsatzform Andreas Lorson https://www.youtube.com/watch?v=vrrjL_7dq64 Transkript (automatisch erstellt) 0:01 Musiktheorie, die Sonatenhauptsatzform. In jeder Epoche etablierten sich feste Formmodelle für Komposition. Diese 0:11 entsprachen den ästhetischen Gedanken der jeweiligen Epoche und dienten den Komponisten als Vorlage ihrer Komposition. 0:18 In diesem Video gehe ich hierbei auf die sonaten Hauptsatzform näher ein, welche die klassische Sonate und Syfonie prägt. 0:29 Als Sonaten Hauptsatzform bezeichnet man ein genormtes Formodell, welches häufig Grundlage des ersten Satzes einer Sonate oder Syfonie in der Wiener Classic ist. 0:39 Sie etablierte sich also etwa ab 1750. Die kompositorische Idee dieser Form besteht im Schaffen eines Kontrastes zweier Themen zueinander, was man als 0:51 Themenalismus bezeichnet. Im Groben ist die Sonatenhauptform eine dreiteilige Form und setzt sich aus einer Exposition, einer Durchführung und der 1:01 Reprise zusammen. In der Exposition werden die beiden Themen vorgestellt, indem sie nacheinander vollständig erklingen. Das 1:10 erste Thema, auch Hauptsatz genannt, steht dabei in der Haupttonart des Satzes und ist meist symmetrisch in 4 oder 16 Takten aufgebaut und klar 1:20 abgegrenzt. Das zweite Thema, auch Seitensatz genannt, steht in der Dominante der Tonart oder in der Durparallelen, wenn 1:28 die Komposition insgesamt in Moll steht. Es ist ebenfalls symmetrisch aufgebaut, aber häufig nicht mehr so klar abgrenzbar wie das erste Thema. Beide 1:40 Themen stehen auch in ihrem Ausdrucksgehalt einander gegenüber, so dass sie einen Kontrast schaffen sollen, was den Themen Dualismus verstärkt. Die 1:50 Exposition wird in der Regel wiederholt und ist daher am Wiederholungszeichen im Notentext ganz gut erkennbar. Die Durchführung zeichnet sich durch 2:00 eine freie Verarbeitung der beiden Themen aus. So werden Motive der beiden Themen neu kombiniert und quer durch verschiedene Tonarten moduliert. Dies 2:10 wird als motivisch thematische Arbeit bezeichnet. Es entsteht also der Eindruck eines musikalischen Wettstreits beider Themen. 2:20 Die Reprise ist die nahezu wörtliche Wiederholung der Exposition mit zwei Ausnahmen. Das zweite Thema wird nun auch in der Grundtonart gespielt. 2:29 Außerdem wird die Reprise in der Regel nicht mehr wiederholt. Hierdurch soll sich der Kontrast und Wettstreit beider Themen in einer Synthese auflösen. 2:40 [Musik] Zusammengefasst, die Sonatenhauptsatzform ist eine dreiteilige Form aus Exposition, 2:47 Durchführung und Reprise. Sie wird in der Regel im ersten Satz einer Sonate oder Synfonie angewandt und ist typisch für die Wiener Klassik. Der Kerngedanke 2:57 der sonaten Hauptsatzform ist der Themen Dualismus, also das Aufstellen zweier zueinander kontrastierender Themen, die sich im Laufe der Komposition versöhnen 3:07 sollen. [Musik]