Operante und instrumentelle Konditionierung – Verhaltensbiologie 3 Biologie - simpleclub https://www.youtube.com/watch?v=uWt6Xyfi0nE Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Nach dem Video über die klassische Konditionierung erklären wir euch jetzt alles rund um die operante und die instrumentelle Konditionierung. Außerdem 0:08 zeigen wir euch den Unterschied zur klassischen Konditionierung. Unbedingt dran 0:18 bleiben. Bei der klassischen Konditionierung lernt der Organismus einen bestimmten, eigentlich mal neutralen Reiz mit einem bestimmten 0:27 unbedingten Reiz oder entsprechendem Ereignis zu verknüpfen, auf den oder dass er unwillkürlich und unbedingt reagieren würde. Das bewirkt, dass er 0:35 schon auf den neutralen Reiz alleine hin diese unwillkürliche Reaktion zeigt. Der Paavlasche Hon z.B. hat erlernt, das Klingeln einer Glocke mit dem Erhalt von 0:45 Futter zu verknüpfen, wobei er auf die Präsentation von Futter hin Speichel produzieren würde. Das bedeutet, dass er schon alleine auf den Klingelton hin 0:54 Speichel produziert, ohne dass überhaupt Futter da ist. Der Hund hat allerdings weder Kontrolle über den Reiz noch über die Reaktion. Er kann nämlich weder das 1:03 Klingeln der Glocke noch seine Speichelproduktion beeinflussen. Bei der operanten und der instrumentellen Konditionierung sieht das anders aus. 1:12 Hier lernt der Organismus, dass eine gewisse Verhaltensweise auch eine gewisse Konsequenz mit sich trägt. Auf gut Deutsch, wenn ich das und das mache, 1:20 passiert das und das. Der US-amerikanische Psychologe Edward Lee Thorndijk gilt als der Begründer der instrumentellen Konditionierung. In 1:30 seinen Untersuchungen benutzte er seine sogenannte Puzzlebox, auf Deutsch Problemkäfig genannt. Das war eine kleine verschlossene Kammer mit einer 1:38 Tür, die man mit einem einfachen Mechanismus öffnen könnte. Zieht das Versuchstier in der Kammer z.B. an einer Schnur oder betätigt es einen Hebel, 1:47 öffnen sich die Tür und das Tier bekommt Futter zur Belohnung. Anfangs ging es noch einige Minuten, bis das Tier mehr oder weniger zufällig den Mechanismus 1:56 betätigte und sich somit befreite. Nach mehreren Versuchen brauchte es nur noch wenige Sekunden. Das Tier hat also gelernt, wenn ich den Hebel drücke oder 2:04 an der Schnur ziehe, werde ich befreit und bekomme Futter. In seinem Werk Gesetz der Wirkung formuliert es Thorndiy folgendermaßen: Von allen 2:13 Reaktionen in einer gegebenen Situation werden jene Reaktionen, die für das Tier von Befriedigung begleitet oder gefolgt werden, stärker mit der Situation 2:22 verbunden, sodass, wenn die Situation erneut eintritt, auch jene Reaktionen erneut auftreten. Auf Deutsch hat mein Verhalten in einer gewissen Situation 2:31 eine positive Konsequenz, dann werde ich in der gleichen Situation auch wieder das gleiche Verhalten aufweisen. Das funktioniert auch umgekehrt. Hat mein 2:40 Verhalten eine negative Konsequenz, dann werde ich dieses Verhalten seltener oder nicht noch mal aufweisen. Kleines Beispiel: Ihr seid rotze in der Bar und 2:49 pöbelt bisschen rum. Ihr schnauzt einen Gast an und brüllt, er soll euch doch mal ein Bier zahlen. Das macht er natürlich auch, weil er Ärger aus dem 2:56 Weg gehen will. Ihr habt dadurch gelernt, dass man Leute anpöbeln kann, um kostenlos Bier zu bekommen. Das findet ihr ganz geil und dadurch wird 3:04 das Verhalten Leute anpöbeln, womöglich häufiger eintreten. Wäre der angepöbelte Gast aber Kampfsportler und hätte euch volle Rakete verkloppt, dann wäre die 3:13 Konsequenz eures Verhaltens eher negativ. Dadurch werdet ihr das Verhalten Leute anpöbeln eher vermeiden. Man unterscheidet vier Arten von 3:22 Konsequenzen. Bei der Verstärkung bzw. Diese Belohnung unterscheidet man zwischen positiver und negativer Belohnung. Bei der positiven Belohnung 3:30 kommt es zu einer angenehmen Konsequenz. Beispiel: "Ich pöbel rum und es gibt Freibier." Bei der negativen Belohnung kommt es zu keiner unangenehmen 3:39 Konsequenz. Beispiel: "Ich gehe nach Hause und werde dafür nicht verkloppt. Ich bekomme nichts angenehmes, aber etwas Unangenehmes bleibt aus." Man 3:47 unterscheidet auch zwischen positiver und negativer Bestrafung. Positive Bestrafung bedeutet, das Verhalten hat eine unangenehme Konsequenz. Beispiel: 3:57 "Ich pöbel rum und werde verkloppt. Oder mal was Neues. Ich springe vom Baum, breche mir ein Bein und verblute." Bei der negativen Bestrafung bleibt die 4:04 angenehme Konsequenz aus. Beispiel: "Ich war böse und bekomme deshalb keinen Nachtisch." Klingt bisschen verwerrend, weil die positive Bestrafung Beinbrechen 4:14 und verbluten eigentlich recht wenig Positives beinhaltet. Ihr müsst das positiv und negativ als eher ja oder nein betrachten. Es ist jeweils auf 4:23 Belohnung oder Bestrafung bezogen. Beinbrechen und verbluten ist eine positive Bestrafung. Positiv also ja, denn es 4:32 kommt zu einer unangenehmen Konsequenz. Kein Nachtisch ist eine negative Bestrafung. Negativ also nein, denn es kommt nicht direkt zur unangenehmen 4:41 Konsequenz. Es bleibt lediglich eine angenehme Konsequenz aus. Falls ihr es nicht ganz verstanden habt, schaut es euch noch mal an oder fragt einfach mal 4:49 in den Kommentaren nach. Wir fassen jetzt noch mal kurz zusammen und erklären euch den Unterschied zwischen operant und instrumentell. Im Grunde 4:57 genommen geht's bei beiden darum, dass der Organismus lernt. Auf eine Verhaltensweise folgt eine Konsequenz. Z.B. wenn ich den Hebel drück, bekomme 5:05 ich Futter. Oder ich springe vom Baum und breche mir an Beinen und verblute. Ist die Konsequenz einer Verhaltensweise angenehm? Dann steigt die 5:13 Wahrscheinlichkeit, dass diese Verhaltensweise wiederholt wird. Ist die Konsequenz einer Verhaltensweise unangenehm, dann wird diese 5:20 Verhaltensweise seltener wiederholt. Es geht also um das Verstärken bzw. Abschwächen von bestimmten Verhaltensweisen. Laut dem deutschen 5:28 Psychologen Gertz Miezel sieht die instrumentelle Konditionierung ungefähr so aus. Die Verhaltensweise ist ein Instrument, um angenehme Konsequenzen 5:37 herbeizuführen und um unangenehme zu vermeiden. Eine Aktivität ist somit ein Mittel zum Erreichen einer bestimmten Konsequenz. Bei der 5:46 Operantenkonditionierung betrachtet man eher ein beliebiges spontanes Verhalten mit der erlernten Konsequenz daraus. Es muss nicht zielgerichtet erfolgen. Es 5:55 kann auch unbeabsichtigt oder zufällig sein. Man spricht von einem Operantenverhalten, weil es in der Umwelt operiert bzw. etwas bewirkt. 6:04 Beide Konditionierungen sind sich, wie ihr seht, sehr ähnlich, sind im Prinzip auch fast gleich, nur dass bei der instrumentellen Konditionierung das 6:13 Verhalten als Instrument im Mittelpunkt steht, um etwas bestimmtes zu erreichen. Ob es dann klappt oder nicht, im nächsten Video dieser Playlist geht's um 6:20 das Mogram Experiment, sehr bekannt und verdammt interessant. also unbedingt anschauen. Wir hoffen, das Video hat euch gefallen. Wenn ja, gibt ein 6:27 Däumchen. Wir würden uns freuen. Falls ihr euch für euer Gehirn interessiert und erfahren wollt, wie es funktioniert, dann klickt auf dieses Video. Haut rein, 6:34 Leute. Bis dann und ciao.