Das Reflexionsgesetz I musstewissen Physik musstewissen Physik https://www.youtube.com/watch?v=uCoSj1N7Qc0 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 In diesem Clip gibt es das, was ihr über ... ... Reflexion an ebenen Flächen ... - ... das Reflexionsgesetz ... 0:05 ... die Entstehung virtueller Bilder ... - ... und Winkelspiegel wissen müsst. * Musik * 0:13 Heute beschäftigt uns der Weg des Lichts bei der sogenannten Reflexion. Wenn ein Lichtstrahl von einem Gegenstand zurückgeworfen wird, 0:20 dann heißt das, er wird reflektiert. Erst mal zum einfachsten Fall: 0:27 die gezielte Reflexion an einer glatten Fläche. So eine spiegelglatte Fläche heißt auch "eben". 0:33 Die gibt es aber nicht nur beim Spiegel, sondern auch bei einem ruhigen See. Die Wasseroberfläche ist eben und wirkt ganz genauso - alles spiegelt sich auf ihr. 0:42 Der Spiegel hier liegt jetzt auf dem Tisch und mit dem Laserpointer spielen wir herum und checken, 0:46 wo der Lichtstrahl genau langfliegt. Damit wir den besser erkennen können, haben wir eine schwarze Pappe. 0:52 Je nachdem, wie ich ich den Laserpointer halte, haut der reflektierte Lichtstrahl in verschiedene Richtungen ab. 0:58 Den Lichtstrahl, der auf den Spiegel trifft, den nennt man den einfallenden Lichtstrahl. 1:03 Der, der vom Spiegel zurückgeworfen wird, das ist der reflektierte Lichtstrahl. 1:07 Früher nannte man den auch den ausfallenden Lichtstrahl. Damit wir aber eine Regelmäßigkeit finden können, 1:14 müssen wir die Lage finden, die parallel ist zum einfallenden Lichtstrahl und zum reflektierten Lichtstrahl. 1:20 Diese nennt man dann die Reflexionsebene oder auch Einfallsebene. 1:24 Sie steht immer senkrecht auf der Spiegeloberfläche. Also, das hier ... das wär sie nicht. 1:31 Und das hier ... auch nicht. Aber das hier ... 1:36 Das ist genau die Reflexionsebene. Und wenn wir die Reflexionsebene haben, 1:41 sind wir schon fast am Reflexionsgesetz angekommen. Das hier ist der einfallende Strahl. 1:46 Der ist blau. Sobald er an der Spiegelfläche zurückgeworfen wird, 1:50 wird er zum reflektierten Strahl. Hier grün. 1:53 Hier in gelb sehen wir dann die Reflexionsebene, die manchmal auch Einfallsebene genannt wird. 1:57 Das war beim Versuch unsere schwarze Pappe in der richtigen Stellung. Also parallel zum einfallenden und reflektierten Strahl 2:04 und senkrecht auf der Spiegelfläche. Das Reflexionsgesetz besagt: 2:11 Aber wo sind diese komischen Winkel denn nun? Hierfür brauchen wir das Einfallslot. 2:15 Das seht ihr hier. Das Einfallslot steht senkrecht auf der Spiegeloberfläche 2:20 und geht durch den Punkt, in dem der Lichtstrahl auf die Spiegelfläche trifft. Alle Winkel von denen wir hier reden und die wir messen, 2:27 sind immer die Winkel zum Lot hin. Der Einfallswinkel ist also der Winkel 2:32 zwischen dem einfallenden Lichtstrahl und dem Lot. Wir nennen ihn "Alpha". 2:37 Der Ausfallswinkel ist zwischen dem ausfallenden Lichtstrahl und dem Lot. Der bekommt den Namen "Alpha Strich". 2:43 und wir machen hinter das "α" einen kleinen Strich nach oben. Und nun noch mal. 2:49 Das Reflexionsgesetz besagt: Erstens, einfallender Lichtstrahl, reflektierter Lichtstrahl und Einfallslot 2:55 liegen in einer Ebene. Und zweitens, Einfallswinkel ist gleich Ausfallswinkel. 3:00 Den nennt man auch den Reflexionswinkel. Also: α = α'. 3:06 Das mit dem Reflexionsgesetz ist ja schön und gut. Aber das mit dem Spiegel ist ja schon verrückt, wenn man drüber nachdenkt. 3:13 Man sieht etwas da, wo eigentlich gar nichts ist. Ihr seht mich hier zum Beispiel doppelt. 3:18 Einmal mich und einmal mein Spiegelbild. Aber hinter der Spiegelfläche bin ich ja gar nicht. 3:23 Noch verrückter wird es, wenn ich mit einer Lichtquelle wie dieser Taschenlampe 3:28 in den Spiegel hineinleuchte. Dann sieht es so aus, als würde das Licht aus dem Spiegel herauskommen. 3:34 Aber das kann ja gar nicht sein, denn hinter dem Spiegel ist überhaupt keine Lichtquelle. 3:38 Sondern nur ich. So ein Bild, das eigentlich nicht da ist, nennt man auch Scheinbild 3:44 oder virtuelles Bild. Unser Spiegelbild ist also ein Scheinbild. 3:48 Wir sehen den Spiegel als solches gar nicht mehr. Warum sehen wir überhaupt ein Spiegelbild? 3:54 Hier schaut der Simon auf den Spiegel, vor dem kein Baum und keine Kerze steht. 3:58 Nein, vor dem Spiegel stehe ich mit meinem Selfiestick. Denn was gibt es Schöneres, 4:03 als sich selbst mit einem Selfiestick im Spiegel zu betrachten. Quatsch beiseite. 4:07 Licht breitet sich ja geradlinig und kegelförmig aus. Das heißt, wir zeichnen mal die Randstrahlen eines Lichtbündels, 4:13 das von meiner Cappy-Spitze direkt in Simons Auge fällt. Zuerst einmal die Reflexion für den oberen Randstrahl, 4:20 der an der Ebene reflektiert wird. Da zeichnen wir das Einfallslot 4:24 und es gilt ja, Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel. Dasselbe machen wir mit dem unteren Randstrahl. 4:29 Lot zeichnen, Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel, fertig! Und schon fällt das Lichtbündel in Simons Auge. 4:36 Der menschliche Sehapparat verlängert nun intuitiv diese Randstrahlen und denkt sich dabei: 4:41 Ich hab ja gelernt, Licht breitet sich geradlinig aus und knickt nicht einfach ab. Daher erscheint für Simon ein virtuelles Bild der Cappy-Spitze 4:49 hinter der Spiegeloberfläche, auch wenn ich samt Cappy natürlich vor dem Spiegel stehe und nicht dahinter. 4:55 Was für mein Cappy gilt, gilt natürlich auch für den Rest von mir, also Kopf, Arme, Beine und natürlich auch meinen Selfiestick. 5:03 Man kann sich so Spiegel aber auch zunutze machen. Also nicht nur für Make-up-Tutorials, nein, auch im echten Leben. 5:09 Eine Anordnung von zwei Spiegeln, die in einem bestimmten Winkel zueinander stehen, 5:13 nennt man, wer hätte es gedacht, Winkelspiegel. Da diese beiden Spiegel einen rechten Winkel, also 90 Grad, einschließen, 5:20 ist das ein rechtwinkliger Winkelspiegel. Der ist beinahe schon magisch, 5:24 denn er dreht unseren Piratenbleistift einfach um. Hier der Weg des Lichtstrahls: 5:30 Wir schauen von oben auf den Winkelspiegel. Nehmen wir mal einen Lichtstrahl, 5:35 der von der Spitze des Bleistifts zum Winkelspiegel geworfen wird. Der trifft dann auf den ersten Spiegel auf 5:41 und wird nach dem Reflexionsgesetz reflektiert. Einfallswinkel α1 ist gleich Ausfallswinkel α1'. 5:49 Dasselbe geht dann auf dem zweiten Spiegel weiter. Auch hier gilt das Reflexionsgesetz: 5:53 α2 = α2'. Der Lichtstrahl verläuft nach der doppelten Reflexion im Winkelspiegel 6:00 also parallel zum einfallenden Lichtstrahl. Was für die Spitze vom Bleistift gilt, gilt natürlich auch für das Ende. 6:08 Spitze und Ende tauschen also im Spiegelbild die Positionen. Das Spiegelbild im Winkelspiegel erscheint uns so, 6:14 als ob wir den Bleistift einfach umgedreht hätten. Aus zwei mach drei. 6:19 Wenn wir unseren Winkelspiegel jetzt auf einen weiteren Spiegel stellen, dann entsteht der sogenannte Tripelspiegel. 6:25 Tripel kommt von der Zahl drei. Hier stehen also drei ebene Spiegel jeweils im 90-Grad-Winkel aufeinander. 6:32 Und wenn ich jetzt hier reinschaue ... dann ist das Bild auf dem Kopf. 6:38 Das Prinzip ist hier ähnlich wie beim Winkelspiegel, aber funktioniert immer, 6:42 egal aus welcher Richtung ein Lichtstrahl oder ein Lichtbündel auf einen der Spiegel prallt. 6:48 Der Lichtstrahl verlässt unseren Tripelspiegel immer parallel zum einfallenden Lichtstrahl 6:53 und das meistens nach drei Reflexionen. Hier ist noch ein Lichtstrahl, bäm, bäm, bäm und parallel wieder raus. 7:00 Und noch einer. Man könnte meinen, dass Tripelspiegel ungeheuer wichtig seien, 7:05 denn schließlich haben die Jungs bei der ersten Mondlandung so einen Kasten auf dem Mond zurückgelassen, 7:10 auf dem 120 dieser Tripelspiegel angebracht sind. Damit kann man dann die Entfernung zwischen Erde und Mond 7:16 auf 20 cm genau bestimmen. Und man kann dadurch auch feststellen, 7:19 ob Kontinente zum Beispiel auseinanderdriften und lauter so ein Kram. 7:23 Aber viel spannender ist, was eure Handykamera anstellt, wenn ihr ein Selfie macht. 7:28 Wenn ihr mit dem Handy ein Selfie schießt, dann seht ihr euch tatsächlich spiegelverkehrt. 7:32 Das könnt ihr erkennen, weil ich im Handy auf der rechten Seite bin, aber wenn es nicht spiegelverkehrt wäre, müsste ich auf der linken Seite sein. 7:39 Das machen die Hersteller deshalb, weil wir gewohnt sind, uns selbst im Spiegel zu sehen - also spiegelverkehrt. 7:45 Und damit wär's das auch schon. Alles Wichtige von dieser Folge findet ihr auf den Spickzetteln. 7:49 Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017