Wasserstoff als Energieträger - wie sieht die Zukunft aus? | Ein Klimaschutzexperte im Interview Elektro- und Informationstechnik in Karlsruhe https://www.youtube.com/watch?v=tv9ILReuamA Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Also, es gibt keinen Sektor, in dem NICHT Wasserstoff oder Wasserstoffträgersubstanzen zum Einsatz kommen werden 0:14 Am Fraunhofer-Institut leite ich seit 2003 den Bereich angewandte Elektrochemie. Seit 2020 bin ich auch Mitglied im Beirat des National Wasserstoffrates der Bundesregierung und 0:30 seit Dezember bin ich auch im Beirat des Wasserstoffrates Baden-Württemberg. Nun, beide Beiräte, oder beide Räte, setzen sich zusammen aus Experten, 0:41 die aus ganz unterschiedlichen Themen Feldern kommen. Experten aus der Industrie und natürlich, was man nicht vergessen darf, sind in beiden Räten auch Vertreter aus den Umweltverbänden Mitglieder, 0:54 die natürlich die Zielrichtung haben zu schauen, wie bewegt sich Deutschland in die Klimaneutralität, welche wichtigen Schritte werden getan. Und dann natürlich Forschung und 1:09 Technologie. Und im Nationalen Rat, also auf Bundesebene, ist es für mich besonders wichtig, hier die europäischen Aspekte, also die europäische Zusammenarbeit mit 1:22 in den Vordergrund zu stellen. Aber auch Themengebiete wie synthetische Kraftstoffe, die wir auch in der Zukunft für ganz bestimmte schwere Anwendungen benötigen, 1:37 die bei weitem nicht mit Wasserstoff und auch nicht mit Batterien betrieben werden können. Und in Baden-Württemberg geht es natürlich darum, auch zu schauen, dass Baden-Württemberg mit 1:49 an dieser gesamten Wasserstoff-Roadmap, an diesen Wasserstoff-Zielsetzungen auch entsprechend stark teilnimmt. Denn die Hauptquellen der erneuerbaren Energien, vor allen Dingen der Windenergie, liegen 2:01 nicht in Baden-Württemberg, sondern liegen eben in den nordischen Bundesländern. Da müssen wir sehen, dass eben dann auch die Energien und auch die Energieträger, die mit Wasserstoff gewonnen 2:12 werden und die auch benötigt werden, hier in Baden-Württemberg auch ins Ländle kommen. Weil wir haben keine Alternativen. Das heißt, wir müssen in all den Bereichen eine Lösung 2:27 finden und entsprechend auch technologische Änderungen vornehmen. Wir wollen kein CO2 mehr ausstoßen. Wir werden ab 2065 Erdöl als fossilen Energieträger nicht mehr zur Verfügung haben, 2:43 zumindest nicht mehr in dem Maße, dass wir es uns leisten können. Also bleibt von den fossilen Energieträgern nur noch Erdgas und Kohle übrig und beide sind auch CO2-Quellen oder 2:55 können als CO2-Quellen fungieren. Dementsprechend kommen wir um den Wasserstoff nicht drumherum. Die chemische Industrie wird mit Hilfe von CO2 aus Wasserstoff Kohlenwasserstoffe 3:10 herstellen müssen, um dann daraus wiederum alle weiteren Dinge produzieren zu können. auch im Bereich der chemischen Industrie und dort der Düngemittelindustrie: 3:20 Ammoniak ein ganz wichtiges Ausgangsprodukt für viele Düngemittel. Im Bereich der Mobilität werden wir reinen Wasserstoff einsetzen, es wird aber eben auch synthetische Kraftstoffe geben, 3:33 wie schon erwähnt, es wird vielleicht auch ganz andere Wasserstoffträger geben, die man sich in der Vergangenheit schon mal angeschaut hat, wie eben unter anderem auch Ammoniak. 3:47 Wichtig ist jetzt in dem Jahrzehnt und auch in den kommenden Jahrzehnten, in denen wir leben: diese Technologien müssen ihren Markt finden. Ja unsere 3:58 Industrien müssen entsprechend an den Wertschöpfungsketten teilhaben können. Die Stahlindustrie werden wir umstellen müssen auf Wasserstoff als Reduktionsmittel und eben 4:09 nicht mehr Kohle als Reduktionsmittel. Auch im Gebäudesektor werden wir einen Wandel erleben, dass eben Gebäude nicht mehr ausschließlich mit Erdgas beheizt werden sondern mit einem 4:21 Erdgas-Wasserstoff-Gemisch in der Übergangszeit. Und später dann ausschließlich mit reinem Wasserstoff als Energieträger für die Heizkraftanlagen