Der Untergang der Weimarer Republik: Eine Warnung für heute? MrWissen2go Geschichte | Terra X https://www.youtube.com/watch?v=tDI4SxeoH6k Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Ein Parlament ohne Mehrheiten. Regierungen, die von Krise zu Krise taumeln. 0:05 Das Vertrauen in die Demokratie schwindet, politische Gewalt nimmt zu. Wirtschaftskrisen treiben Menschen in die Armut und in die Hände 0:12 radikaler Parteien, die versprechen, das Land wieder groß zu machen. Am Ende steht der Zusammenbruch der Republik und der Beginn 0:19 einer Diktatur, die Millionen Menschen das Leben kosten wird. Wir sprechen über das Ende der Weimarer Republik. 0:26 In diesem Video hier schauen wir uns fünf Punkte an, die maßgeblich zum Untergang 0:30 der ersten deutschen Demokratie beigetragen haben. Und wir fragen uns: 0:34 Was können wir von Weimar über das Scheitern von Demokratie lernen? Und leben wir heute in ähnlichen Verhältnissen? 0:44 Nummer eins Die Last der Vergangenheit. Im November 1918 endet der Erste Weltkrieg mit der Niederlage 0:51 des Deutschen Kaiserreichs. Kaiser Wilhelm II. muss ins Exil fliehen und abdanken. 0:56 Es folgt eine turbulente Zeit mit Straßenkämpfen, mit Arbeiterstreiks, politischen Morden, kurz bürgerkriegsähnlichen Zuständen. 1:03 Ab Februar 1919 tritt eine Nationalversammlung zusammen. Wegen der Unruhen nicht in Berlin, sondern in Weimar. 1:11 Aus ihr geht ein neuer Staat hervor, in dem es keinen Kaiser mehr gibt, sondern alle Macht vom Volk ausgeht. 1:16 Die Weimarer Republik, eine wichtige Figur der frühen Weimarer Republik, ist dieser Mann hier: 1:23 Friedrich Ebert. Er gehört zur Sozialdemokratischen Partei der SPD und ist seit Februar 1:28 1919 erster Reichspräsident der Republik. Als überzeugter Demokrat steht Ebert für einen Neuanfang nach dem Kaiserreich. 1:35 Aber statt einen echten Neustart zu erleben, nimmt die junge Demokratie viel Ballast aus dem Kaiserreich mit. 1:40 So geben die Gegner der Republik Ebert und anderen demokratischen Politikern die Schuld daran, dass Deutschland den Krieg verloren hat. 1:46 Die deutsche Armee sei demnach im Felde unbesiegt gewesen. Die Politiker seien den Soldaten in den Rücken gefallen, als sie am 1:54 11. November 1918 den Waffenstillstandsvertrag unterzeichnet haben. Das ist eine dreiste Lüge, 1:59 die sogenannte Dolchstoßlüge oder Dolchstoßlegende. Dazu haben wir schon mal ein Video gemacht. 2:04 Mehr dazu oben auf dem i. Die deutsche Lüge stammt aus konservativ nationalistischen Kreisen, 2:09 die sich eine Monarchie mit einem Kaiser zurückwünschen. In der Weimarer Republik bekleiden Personen aus diesen Kreisen 2:14 oft einflussreiche Posten, etwa als Richter oder im Militär. Kurz gesagt: Weimar ist ein demokratischer Staat, 2:21 in dem viele mächtige Menschen die Demokratie ablehnen. Das zeigt sich auch an kleinen Dingen. 2:26 Die neue schwarz-rot-goldene Flagge der Republik bezeichnen ihre Gegner abwertend als Schwarz- Rot-Senf. 2:32 Eine weitere Last, die auf der Jungen Republik liegt, ist der Versailler Vertrag, der Friedensvertrag nach dem Ersten Weltkrieg. 2:38 Und der wird für Deutschland richtig teuer. Er legt unter anderem fest, dass die Deutschen hohe Entschädigungen 2:44 für die Kriegsschäden in anderen Ländern zahlen müssen, sogenannte Reparationen. Dazu kommen weitreichende Gebietsverluste. 2:51 Die Startbedingungen für die Republik sind also denkbar schlecht. Auch um die hohen Reparationen zu rechtfertigen, halten 2:58 die Siegermächte im Versailler Vertrag fest, dass Deutschland und auch seine Verbündeten 3:03 die alleinige Verantwortung am Krieg und seinen Folgen tragen. Das empfinden viele Deutsche als ungerecht und demütigend. 3:11 Alle Regierungen der Weimarer Republik versuchen in den Folgejahren, die Bedingungen des Vertrags zu verbessern, teilweise auch mit Erfolg. 3:18 Trotzdem wird ihnen vorgeworfen, sich dem Versailler Diktat zu beugen. Im Februar 1925 bricht dann eine wichtige Stütze der Demokratie weg. 3:27 Friedrich Ebert stirbt. Das Volk wählt einen neuen Reichspräsidenten, der 3:30 sich fundamental von Ebert unterscheidet. Paul von Hindenburg war Chef der Obersten Heeresleitung im Ersten Weltkrieg. 3:37 Er ist maßgeblich an der Verbreitung der Dolchstoßlüge beteiligt, und er hat wenig Sympathien für die neue Demokratie. 3:44 Hindenburg wird eine wichtige Rolle beim Untergang der Republik spielen. Bevor wir auf Hindenburg näher eingehen, kommen wir aber erst einmal zu Faktor 3:52 Nummer zwei die Weltwirtschaftskrise. Schaut euch mal dieses Bild hier an! 3:57 Ein Mann steht mit einem Schild auf der Straße. Ich suche Arbeit jeder Artikel Ein Akt der Verzweiflung. 4:04 Die Weltwirtschaftskrise beginnt 1929 und wird auch die Weimarer Republik in ihren Grundfesten erschüttern. 4:11 Die Ursachen der Krise sind sehr komplex. Wir beschränken uns hier deshalb auf ihre Folgen. 4:15 Millionen Menschen verlieren ihren Job. Bis 1932 wächst die Zahl der Arbeitslosen allein in Deutschland auf etwa 4:21 6 Millionen. Das ist jeder dritte Erwerbstätige. 4:24 Vor allem junge Menschen am Anfang des Berufslebens haben es schwer. Auch die Landwirtschaft trifft die Krise hart. 4:30 In den 1920er Jahren arbeitet noch etwa jeder vierte Beschäftigte in diesem Sektor. 4:35 Missernten, globale Konkurrenz und Kreditausfälle machen den Landwirten schon vor der Wirtschaftskrise zu schaffen. 4:41 Die Krise schlägt sich auf die allgemeine Stimmung nieder. Viele Menschen verarmen, sind entmutigt, 4:46 suchen wie der Mann auf dem Foto verzweifelt nach Arbeit. Manche können sich die Miete nicht mehr leisten und landen in Elendsunterkünften 4:52 wie auf diesem Foto hier oder sogar auf der Straße. Für die Weimarer Republik bedeutete das eine erhebliche Belastung. 4:59 Politikwissenschaftler, die sich in einer Studie den Aufstieg und Fall von Demokratien in den vergangenen 125 Jahren angeschaut 5:05 haben, geben an, dass Wirtschaftskrisen ein wichtiger Faktor dafür sind, wenn demokratische Systeme unter Druck geraten. 5:12 Und damit kommen wir zum Dritten Punkt. Ein Parlament ohne Mehrheiten. 5:18 Die Zusammenarbeit der politischen Parteien in der Weimarer Republik ist von vornherein nicht einfach gewesen. 5:24 Sie fühlen sich stark einer Gruppe oder einer Klasse zugehörig. Die SPD etwa, der Arbeiterschaft, das Zentrum, vor allem den Katholiken 5:32 und die Deutschnationalen, unter anderem dem Adel und auch den Großgrundbesitzern. Außerdem mussten sie in der Kaiserzeit 5:38 nicht wirklich politische Verantwortung übernehmen, weil damals immer der Kaiser die Regierung ernannt hat. 5:45 Deshalb haben sie sich angewöhnt, Regierungspolitik vor allem zu kritisieren, statt konstruktiv zusammenzuarbeiten. 5:51 Dazu kommt, dass sehr viele Parteien im Reichstag sitzen. Das macht es schwerer, stabile Regierungsmehrheiten zu finden. 5:57 Nach der Wahl im Jahr 1928 sind es allein 15 Parteien. Adolf Hitlers NSDAP zieht zum Beispiel mit 2,6 % in den Reichstag ein. 6:06 Denn anders als heute sieht das Wahlrecht der Weimarer Republik keine 5-Prozent-Hürde vor. 6:11 Das heißt auch mit wenigen Wählerstimmen hat man Chancen auf einen Sitz im Parlament. 6:16 Trotzdem haben es die demokratischen Parteien immer wieder geschafft, zwar kurzlebige, aber einigermaßen funktionierende Regierungen zu bilden. 6:23 Das ändert sich mit der Weltwirtschaftskrise. Ihre Folgen sind so gravierend, dass die Zusammenarbeit im Parlament 6:30 immer schwieriger wird. So sieht sich die Regierung 6:33 unter dem SPD Reichskanzler Hermann Müller im Frühjahr 1930 insbesondere vor die Herausforderung gestellt, die Finanzen in den Griff zu bekommen. 6:42 Am 27. März 1930 ist es dann soweit Die Regierung zerbricht 6:47 offiziell im Streitüber die Frage, wie die gestiegenen Kosten für die 6:50 Arbeitslosenversicherung gezahlt werden sollen. Für die Weimarer Republik ist 6:54 das Scheitern der Regierung Müller eine einschneidende Zäsur. Denn danach wird es kein Kabinett mehr geben, das eine Mehrheit im Parlament hat. 7:03 Und damit sind wir bei Punkt Nummer vier Missbrauch der Verfassung. Nach dem Ende der Regierung 7:08 Müller beginnt die Zeit der sogenannten Präsidialkabinette. Die heißen so, weil sie vom Reichspräsidenten abhängig sind. 7:14 Die Regierung hat dabei keine Mehrheit im Parlament, kann aber trotzdem regieren. Möglich macht das die Weimarer Reichsverfassung. 7:21 Wird ein Gesetzesvorschlag abgelehnt, dann erlaubt Artikel 48 der Verfassung dem Reichspräsidenten 7:27 ohne Parlamentsmehrheit das Gesetz über eine Notverordnung zu erlassen. Der Reichstag kann zwar die Aufhebung der Notverordnung verlangen, 7:34 aber in diesem Fall nutzt Hindenburg Artikel 25 und löst den Reichstag auf. Bis zu den Neuwahlen bleibt die Regierung im Amt und kann mit 7:44 der Unterstützung des Präsidenten weiter Gesetze erlassen. Schon Friedrich Ebert hat als Reichspräsident dieses Mittel genutzt, 7:50 etwa während des Krisenjahres 1923. Aus diesem Grund gab es schon vor den Präsidial kabinetten 7:56 eine gewisse Akzeptanz für den Einsatz von Notverordnungen. Die demokratischen Parteien tolerieren das Vorgehen. 8:03 Aber anders als Ebert verwendet Hindenburg diese Notverordnungen nicht zum Schutz der Demokratie, sondern er hebelt sie damit aus. 8:11 Im März 1930 macht Hindenburg den Zentrumspolitiker Heinrich Brüning zum Ersten Reichskanzler eines Präsidialkabinetts. 8:19 Schon zu Regierungszeiten erhält er den Beinamen Hungerkanzler. Denn in der Wirtschaftskrise setzt er durch Notverordnungen 8:26 unter anderem einen harten Sparkurs um, zum Beispiel die Arbeitslosenhilfe zusammenstreicht und auch Beamtengehälter kürzt. 8:34 Brünings Wirtschaftspolitik ist bis heute umstritten und, man könnte sagen fast ein eigenes Video wert. 8:39 Manchmal vielleicht mal nur sehr verkürzt. Mit Brünings Politik bessert sich die wirtschaftliche Lage nicht. 8:44 Im Gegenteil, sie verschärft sich weiter. Als Brüning im Juni 1930 mit seiner Politik auf Widerstand 8:50 stößt, löst Hindenburg den Reichstag auf. Es folgen Neuwahlen, 8:54 bei denen die demokratiefeindlichen Nationalsozialisten einen Erdrutschsieg erringen. 8:59 Sprunghaft steigt die NSDAP von vorher nur 2,6 % auf 18,3 % Stimmenanteil an. 9:06 Öffentlich grenzt sie sich von den Parteien der Weimarer Republik ab. Sie bezeichnet sich als Bewegung, die nicht das Interesse 9:13 einer einzelnen Gruppe, sondern das gesamte Volk vertreten würde. So will sie angeblich die Verfahrenheit des parlamentarischen Systems aufbrechen 9:21 und verspricht dabei unter anderem, die Massenarbeitslosigkeit zu beenden und Deutschland zu alter Größe zurückzuführen. 9:28 Diese Selbstdarstellung kommt bei vielen gut an, bei Menschen aus allen Milieus. Zur gleichen Zeit nimmt die politische Gewalt im Land noch einmal deutlich zu. 9:37 Verantwortlich dafür ist einerseits der linksextreme Rote Frontkämpfer Bund, vor allem aber die SA, 9:43 die "Sturmabteilung" der NSDAP. Um ihre Gegner einzuschüchtern, ziehen SA Mitglieder durch die Städte, 9:49 schmeißen Fenster ein und provozieren Straßenkämpfe. Die Straßenschlachten verstärken das allgemeine Gefühl, dass die Politik 9:56 feststeckt und feindliche Zeitungen und Zeitschriften befeuern diese Wahrnehmung. Aber das Ende der Republik wird nicht auf der Straße entschieden, 10:05 sondern in der Wahlkabine und im Parlament. Brüning bleibt nach der Wahl 1930 Reichskanzler ohne Mehrheit. 10:13 Die demokratischen Politiker im Reichstag und insbesondere der SPD tolerieren Brünings Präsidialkabinett und die Notverordnungen. 10:20 Denn eine Befürchtung der SPD ist, dass bei weiteren Neuwahlen die Nationalsozialisten 10:24 genauso wie die kommunistische KPD noch stärker werden könnten. Das Problem ist Damit akzeptieren die Sozialdemokraten 10:32 die autoritäre Wende und den Raubbau an der Demokratie. Und damit sind wir bei Punkt 5: 10:38 die autoritäre Wende Im Frühjahr 1932 entzieht Hindenburg Brüning sein Vertrauen. 10:44 Was dafür letztlich ausschlaggebend ist, bleibt bis heute umstritten. Hindenburg ernennt den konservativen Katholiken Franz von Papen 10:51 zum Reichskanzler. Kurz danach löst der Präsident erneut den Reichstag auf. 10:56 Bei den folgenden Wahlen im Juli 1932 erhält die NSDAP bereits 37,4 % der Stimmen. 11:02 Der neue Reichskanzler von Papen greift durch mit harter Hand. Das zeigt sich deutlich beim sogenannten Preußenschlag. 11:08 Schon zurzeit der Weimarer Republik gibt es so etwas wie die heutigen Bundesländer. 11:12 Und eines der wichtigsten und größten davon ist Preußen. Mit einer weiteren Notverordnung setzt Hindenburg 11:17 die sozialdemokratische Regierung Preußens unter einem fadenscheinigen Vorwand ab, und von Papen übernimmt dort die Kontrolle. 11:24 Die preußische Regierung klagt gegen den Vorgang. Der Staatsgerichtshof, 11:28 ein Vorläufer des Bundesverfassungsgerichts, auch wenn man das nicht eins zu eins vergleichen kann, 11:31 reagiert auf den Vorwurf des Verfassungsbruch aber zurückhaltend und gesteht Franz von Papen zu. 11:36 Weiter in Preußen zu regieren. Die aktuelle Demokratieforschung gibt an, dass eine starke Justiz 11:41 als letztes Bollwerk einer Demokratie durchaus noch vor dem endgültigen Abdriften in eine autoritäre Regierungsform schützen kann. 11:47 Auch wenn man natürlich nicht wissen, ob Franz von Papen einem anderen Urteil des Reichsgerichts tatsächlich gefolgt wäre. 11:52 Denn so stark war das Reichsgericht damals nicht. Von Papen scheitert 11:56 allerdings ebenfalls daran, langfristig eine stabile Regierung zu führen. Hindenburg ernennt daher im Dezember 1932 12:04 den ehemaligen General Kurt von Schleicher zum Reichskanzler. Aber auch er scheitert. 12:09 Hindenburgs Berater überzeugen ihn schließlich davon, Adolf Hitler zum Reichskanzler zu ernennen. 12:14 Warum Hitler? Der NSDAP hat viel Zuspruch in der Bevölkerung und viele Sitze im Parlament. 12:19 Das will die Gruppe um Hindenburg nutzen, um eine stabile Regierung aufzubauen. Sie wollen Hitler dabei 12:24 möglichst gut kontrollieren, besetzen selbst einflussreiche Posten. So wird Franz von Papen etwa Vizekanzler im Kabinett. 12:31 Statt sich von der extremen Rechten abzugrenzen, kooperieren die konservativen Kräfte mit ihr. 12:36 Auch das ist eine Gefahr für die Demokratie, wie heutige Demokratieforscher sagen. 12:41 Die Kooperation mit extremen Kräften führt eher zur Schwächung der Demokratie. Am 30. Januar 1933 12:47 ernennt Hindenburg Hitler zum Reichskanzler. Zwei Tage später entlässt Hindenburg ein weiteres Mal den Reichstag 12:54 und gibt Hitler so die Möglichkeit, Gesetze durchzubringen und gegen politische Gegner vorzugehen. 13:00 Die Nationalsozialisten nutzen die Gelegenheit, innerhalb kürzester Zeit eine Diktatur aufzubauen. 13:05 Mit dem sogenannten Ermächtigungsgesetz am 23. März entmachtet sich das Parlament endgültig selbst. 13:13 Die Weimarer Demokratie ist Geschichte. Das nur ganz kurz zur Errichtung des NS-Systems, der NS-Diktatur. 13:19 Mehr dazu erfahrt ihr in dem Video hier oben auf dem i. Auf dem war die Weimarer Republik zum Scheitern verurteilt. 13:26 Vielleicht wäre sie nicht untergegangen, wenn die demokratischen Parteien im März 1930 einen Kompromiss gefunden hätten. 13:33 Oder wenn Friedrich Ebert nicht so früh gestorben und Paul von Hindenburg gar nicht erst Reichspräsident geworden wäre? 13:39 Oder wenn die Wähler sich nicht von der Propaganda der Nationalsozialisten hätten blenden lassen? 13:45 Viele Wenns muss man sagen, aber möglich ist das durchaus. Die Weimarer Republik musste nicht scheitern. 13:53 Da sind sich die meisten Historiker heute einig. Fest steht Die Weimarer Republik endet nicht mit einem lauten Knall. 13:59 Vielmehr geht sie langsam unter, als würde sie im Treibsand versinken. Die Faktoren, die wir euch hier genannt haben, wirken dabei 14:07 wie Gewichte, die die Demokratie beschweren. Welches Gewicht wie schwer wiegt? 14:12 Darüber lässt sich lange streiten. Zusammen sind sie allerdings schwer genug, 14:17 um die Demokratie hinabzuziehen ins Verderben. Um es mal pathetisch zu formulieren. 14:22 Das zeigt, wie aufmerksam wir darauf achten sollten, welche Gewichte unsere Demokratie heute belasten. 14:28 Denn es gibt durchaus Parallelen zur Weimarer Zeit, auch wenn man das nie eins zu eins vergleichen kann. 14:33 In ganz Europa erhalten radikale politische Positionen Zuspruch. Globale Krisen belasten die Menschen damals wie heute. 14:40 Auch wenn die faktischen Auswirkungen der Wirtschaftskrise nach 1929 deutlich gravierender waren 14:45 Wir haben keine Massenarbeitslosigkeit, wir haben keine Armut, die in großem Ausmaß zu Hunger und Elend quartieren führt. 14:50 Aber bei der Wahrnehmung von Krisen spielt eben auch das persönliche Empfinden eine bedeutende Rolle. 14:56 Und Krisenzeiten fördern, das zeigt die Forschung. Ein Radikaler, das Wahlverhalten. 15:01 Dem entgegen, dass es aber auch ganz, ganz wichtig steht eine gewachsene demokratische Tradition 15:06 und demgegenüber stehen auch stärkere Gerichte der demokratischen Kräfte sind heute stärker. 15:11 Sie arbeiten trotz aller Streitereien deutlich konstruktiver zusammen, als das in der Endphase der Weimarer Republik der Fall war. 15:17 Viele Historiker lehnen ab, heute von Weimarer Verhältnissen zu sprechen. Andere sagen Wir sind zumindest auf dem Weg dorthin. 15:23 Ich wäre sehr vorsichtig mit einem Vergleich, aber trotzdem ist es wichtig, die Geschichte zu kennen. 15:29 Was meint ihr denn dazu? Schreibt es gerne unten in die Kommentare und hier 15:33 neben mir findet ihr noch ein Video über die Dolchstoßlegende und direkt darunter ein Video vom Streamingportal des ZDF. 15:41 Dank euch fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.