Planwirtschaft / Zentralverwaltungswirtschaft Wirtschaft - simpleclub https://www.youtube.com/watch?v=sK424vC5X8s Transkript (automatisch erstellt) 0:01 Moin Leute, „vorwärts immer, rückwärts nimmer!“ 0:03 Ja das war der Spruch von Erich Honecker, dem mächtigsten Politiker der DDR. Aber wie wir alle wissen war dem Ganzen nicht so - vorwärts war eher die Ausnahme. 0:12 Das lag vor allem an dem Wirtschaftssystem der Deutschen Demokratischen Republik. Wie das aussah und wo es seine Macken hat, dass seht ihr in diesem Video! 0:23 Mit der Zentralverwaltungswirtschaft sprechen wir über den Gegensatz zur Marktwirtschaft. Diese Wirtschaftsordnung wird auch Planwirtschaft genannt, 0:32 Hier plant und steuert eine zentrale Behörde alle ökonomischen Prozesse. Darunter fällt z.B. die Zuteilung von Ressourcen, wie Arbeit, Kapital und Boden, 0:42 zur Erstellung von Gütern oder Verrichtung von Dienstleistungen. Damit haben wir bei der Zentralverwaltungswirtschaft keine wirtschaftlich selbständigen Menschen, 0:51 die am Markt teilnehmen und so Wettbewerb betreiben. Es gibt hier kein Prinzip von Angebot und Nachfrage, welches nachgefragte Produkte und 0:58 Dienstleistungen, wie auch Preis und Menge bestimmt. 1:01 Aber wie funktioniert dieses Model? Schauen wir es uns an! Wenn der Markt diese Aufgaben nicht übernimmt 1:07 muss es jemand anderes tun. Und das macht nicht Max Mustermann, 1:12 sondern der Staat höchst persönlich. In der Zentralverwaltungswirtschaft bzw. Planwirtschaft plant der Staat die Produktion und auch die 1:19 Verteilung der Güter und Dienstleistungen. Heißt der Staat kümmert sich um Planung und auch Realisierung aller ökonomischer 1:26 Prozesse. Er legt somit fest welche Produkte produziert und welche Dienstleistungen angeboten werden 1:31 sollen und auch zu welchen Mengen und Preisen dies passieren soll. 1:35 Auch in der Planung enthalten sind die Löhne und Gehälter der Arbeiter. Alles was in der Marktwirtschaft durch den Wettbewerb bestimmt wird. 1:42 Und das wird dann im Gesamtplan niedergeschrieben. Übrigens sind bei diesem Wirtschaftssystem alle Produktionsmittel, 1:49 also Fabriken, landwirtschaftliche Betriebe usw. in staatlichem Besitz. Nur so ist die Umsetzung der staatlichen Planung und Steuerung möglich. 1:57 Bevor wir uns jetzt aber diesen Plan anschauen müssen wir noch einmal kurz auf das Verhältnis zwischen Staat und Betrieben und Haushalten schauen. 2:04 Das System ist hierarchisch aufgebaut, die Einzelpläne von Betrieben und Haushalten müssen sich dem vom Staat bestimmten Gesamtplan 2:13 unterordnen Daher sind sie unten in der Hierarchie- Pyramide angesiedelt. 2:18 Betriebe können nicht frei entscheiden, was und wie viel sie produzieren oder zu welchem Preis sie es verkaufen. 2:23 Und die Haushalte können auch nicht alles kaufen bzw. so viel sie wollen. All das bestimmt der Gesamtplan. 2:29 Der von den staatlichen Behörden erstellte Gesamtplan zur Planung und Steuerung ist allem übergeordnet. 2:35 Er ist der wirtschaftliche Leitfaden. Lasst uns also mal ein Beispiel anschauen und gucken, was in so einem Plan drinsteht! 2:41 In der DDR gab es die Planwirtschaft. Diese wurde nach Sowjetischem Vorbild durchgesetzt. 2:47 Die Regierung hatte nun also die Aufgabe die Zentrale Planung zu übernehmen. Dafür werden zunächst private Banken, Versicherungen, Unternehmen, landwirtschaftliche Betriebe 2:56 usw. enteignet. Dann wurde ein Wirtschaftsplan aufgestellt. 3:00 Diese Art Planungsgrundlage wurde von der staatlichen Planungskommission der DDR erarbeitet Und war durch Analysen an die gesellschaftlichen Bedürfnisse angepasst. 3:09 Ziel war es die Bedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen, die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen und Waren und Dienstleistungen gerecht zu 3:17 verteilen. Der so erstellte Plan wurde dann an alle verschiedenen Betriebe gegeben und diese mussten ihn umsetzen. 3:23 Und in dem Plan standen dann die Mittel und Wege drin, um die geplanten Ziele zu erreichen. Meist handelte es sich dabei um einen 5 Jahres Plan, der als Perspektivplan eine Richtung 3:34 vorgab Und dann nochmal in einzelnen Jahresplänen konkretisiert wurde. 3:38 Wenn wir jetzt in den Plan reinschauen sehen wir die Unterteilung in einzelne Wirtschaftssektoren. Hier ist dann ein Einzelplan zum Bauwesen, der Landwirtschaft oder Nahrungsmittelwirtschaft 3:48 enthalten. Darin werden die von der Planungskommission aufgestellten Ziele genannt. 3:53 Dazu zählt die Vorgabe zur Produktion. Wie viel produziert werden muss und welche Ressourcen, also z.B. Arbeit, Kapital und 3:59 Boden dafür bereitgestellt werden. Außerdem enthält der 5 Jahres Plan auch die Planung der Preise. 4:05 Heißt die Preise für Waren und Dienstleistungen und auch Löhne/Gehälter im Land werden festgelegt. Außerdem sind die Finanzen des Staates und der Außenhandel im Gesamtplan mit aufgenommen. 4:15 Werfen wir mal einen kurzen Blick darauf, wie so ein Einzelplan aussehen könnte. Sprechpause Auf dem Einzelplan für die Landwirtschaft 4:22 sind die Vorgaben zur Produktion genannt. Also wie viel insgesamt „produziert“, bzw. gezüchtet, gemolken und geschlachtet 4:29 werden muss. Dazu dann noch die Angaben über die verfügbaren Ressourcen. 4:33 Der Plan wird jeweils auf einzelne Betriebe runtergebrochen Und diese müssen dann die Vorgaben erfüllen oder es gibt Stress. 4:41 Klingt nach einem simplen Model, wie man die Wirtschaft eines Landes lenken und kontrollieren kann. 4:46 Aber was ist an dem Modell der Zentralverwaltungswirtschaft top und was flop? Der Grundgedanke, alle Menschen gleich zu behandeln ist sicherlich eine super Sache. 4:55 Durch eine gerechte Verteilung der Ressourcen sollten Klassenkonflikte abgeschafft werden. Denn das Modell sieht kein Arm und Reich vor. 5:01 Die Preise z.B. für Lebensmittel oder Wohnraum können fair angesetzt werden. Auch gibt es keine Arbeitslosigkeit, da die Plane des Staates Vollbeschäftigung vorsehen 5:11 und die Betriebe das umsetzen müssen. Und zu guter Letzt soll die Wirtschaft durch den aufgestellten Gesamtplan stabiler sein 5:17 und nicht so großen Schwankungen unterliegen. Klingt als wäre beim kommunistischen System alles supi, aber das täuscht. 5:23 Zunächst bedeutet dieses Modell eine krasse Einschränkung des Individuums. Man kann nicht machen was man will, sondern muss tun was auf dem Plan steht. 5:30 Und man kann auch nicht kaufen was man möchte, sondern kauft, was die Planungskommission als Bedarf aufgeschrieben und die Betriebe produziert haben. 5:37 Es fehlen Anreize zur Eigeninitiative, fehlender Wettbewerb und Gewinnstreben führt zu geringen Produktionsleistungen. 5:44 Am Ende stoppt auch der wirtschaftliche Fortschritt. Die Praxis hat auch gezeigt, dass bei den ehemaligen sozialistischen Ländern das Hauptproblem 5:51 beim Defizit zwischen Planung und Realisierung lag. Es kam zu Planungsfehlern oder andere Probleme führten zu Versorgungsengpässen der Bevölkerung. 6:00 Auch, weil das Planungssystem nicht flexibel auf veränderte Bedürfnisse oder Fehler reagieren kann. 6:05 Zudem kam es zu unrechtmäßigen Eingriffen, durch die sich der Staat bereicherte. Heute gibt es die Zentralverwaltungswirtschaft nur noch in Staaten, wie Kuba oder Nordkorea. 6:14 Das sollte Zeichen genug sein dafür, dass sich Kommunisten in der Stärke dieses Wirtschaftssystems wir wissen, dass du am Arsch bist. Game Over!