Der Untergang der Ureinwohner Nordamerikas MrWissen2go Geschichte | Terra X https://www.youtube.com/watch?v=rVLYaU1mNjY Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Tausende Menschen werden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Müssen fremde Lebensweisen annehmen, sterben an ihnen fremden Krankheiten. 0:08 Das Schicksal der indigenen Bevölkerung in den USA ist bis heute ein brisantes Thema 0:12 Und nicht nur in den USA, ihr habt mich schon gefragt, ob man da von Völkermord sprechen kann. 0:18 Um die Antwort und den größeren historischen Hintergrund geht's jetzt. 0:23 (Einzelner Glockenschlag) Wollen wir die Frage nach dem Völkermord beantworten, 0:27 müssen wir uns zuerst Klarheit darüber verschaffen, was damals passiert, als die Europäer nach Nordamerika kommen. 0:34 Wir sind Europäer und als diese betrachten wir die Geschichte aus unserer Perspektive. 0:39 Es ist aber auch wichtig, die Perspektive der Ureinwohner Nordamerikas einzunehmen. 0:44 Deshalb wollen wir versuchen, diese Geschichte aufzurollen und zu hinterfragen. 0:49 Christoph Kolumbus hat angeblich Amerika entdeckt, nachdem die Wikinger schon viel früher dort waren - 0:55 das mit den Entdeckungen ist aus europäischer Sicht betrachtet. Davor war der Kontinent ja nicht unbewohnt. 1:01 Aber davon mal abgesehen: Was passiert dann? Die Spanier gründen etwa ab dem Jahr 1568 1:07 Kolonien in Florida und starten Erkundungen von Florida aus durch die Appalachen, den Mississippi rauf und runter, 1:13 von der Mündung bis etwa zur Einmündung des Missouri. Sie fahren mit ihren Schiffen die kalifornische Küste entlang. 1:21 Erkunden die südlichen Ausläufer der Rocky Mountains sowie die Great Plains von Utah bis Oklahoma. 1:26 Engländer und Franzosen schicken Expeditionen an die Ostküste der heutigen USA, 1:31 und zwar von der Hudson Bay und Labrador aus bis in den Süden. Während die Franzosen ab 1600 vor allem auf Handel aus sind, 1:38 erkunden die Engländer das Land, um dort vor allem ab 1620 Kolonien zu gründen. 1:43 Die spanischen Expeditionen suchen vor allem Anfangs nach Reichtümern aller Art. 1:48 Wie in Mittel- und Südamerika sind sie vor allem an Gold interessiert. Gehen wir in den Norden Nordamerikas, 1:54 wo Franzosen und Engländer unterwegs sind. Sie finden dort reiche Fischgründe vor. 1:59 Flüsse und Wälder voller Tiere. Und sie treffen überall auf indigene amerikanische Bevölkerung. 2:05 So vielfältig das Land ist, so vielfältig sind auch dessen Kulturen. 2:09 Insgesamt handelt es sich wohl um bis zu sieben Millionen Menschen, die in bis zu 700 Stammesgruppen organisiert sind. 2:16 Andere Schätzungen gehen sogar von 17 Millionen Menschen aus. Durch ihre Sprache und ihre kulturellen Eigenheiten 2:23 schließt man wissenschaftlich lokale Gruppen zusammen. Man versucht, die Vielzahl in größere Einheiten zu gliedern. 2:29 Ich werd immer mal den Namen einzelner Stämme erwähnen, bitte seht's mir nach, 2:33 dass ich keinen systematischen Überblick geben kann, falls das überhaupt möglich ist für jemanden, 2:39 der sich nicht jahrzehntelang nur damit beschäftigt hat. Einige Namen sind Fremdbezeichnungen der Europäer, 2:45 andere sind Eigenbezeichnungen. Die würden übersetzt sehr oft "Menschen" oder "Volk" bedeuten. 2:51 Wie und wo leben diese Stämme? Auf dem Gebiet des heutigen Kanada jagen die Athabasca, 2:57 und die Algonkins fangen Fische in den Seen. Der Rest wird in den Wäldern oder Tundra gesammelt. 3:03 Ein bekannter Stamm aus dieser Gegend sind die Cree. Im Nordwesten siedeln die Menschen in festen Siedlungen, 3:09 zum Teil in Holzhäusern. Recht bekannt sind dabei die Nuu-Chah-Nulth. 3:13 In Kalifornien reichten beispielsweise den Hoopa ebenfalls Jagd und Sammelei zum Leben. 3:18 Die Dörfer können mehr als 1000 Einwohner haben. Im Südwesten der USA entstehen viele feste Siedlungen. 3:24 Manchmal in Felsklippen hineingebaut oder hineingehauen. Es gibt auch Stein- oder Lehmziegelhäuser. 3:30 Einige Stämme bewässern ihre Felder. In den westlichen Steppen wird der Bison gejagt. 3:36 Die Stämme transportieren ihre Zelthäuser, die bekannten Tipis. 3:39 Diese Kulturen sind vom Namen her auch bei uns bekannt: die Hopi, die Apachen und Navajo. 3:45 Auch die Shoshonen im Gebiet des Großen Beckens habt ihr bestimmt schon gehört. 3:49 Vielleicht im Bully-Herbig-Klassiker "Schuh des Manitu". Sie leben ebenfalls in Tipis und jagen Büffel. 3:56 In der Prärie, zwischen den Rocky Mountains und dem Mississippi, leben die Blackfoots oder die Cheyenne. 4:02 Diese Gruppe lebte ursprünglich an den großen Seen und war sesshaft. Andere Stämme, die mit den weißen Siedlern zusammenarbeiten, 4:10 vertreiben sie und so landen sie im 18. Jahrhundert in der Prärie und leben als Nomaden. 4:16 Zwischen dem Mississippi und der Ostküste im Süden leben die Cherokee. Ein mächtiges Volk, genauso wie die Seminolen, 4:23 die im Norden Floridas leben. An der nördlichen Ostküste kennt ihr die Irokesen, 4:27 die in Langhäusern leben. Diese Häuser sind 25 Meter lang und bieten mehreren Familien Platz. 4:33 Wächst die Sippe, baut man an. Die Irokesen nennen sich selbst "Menschen des langen Hauses". 4:39 All diese vielen Stämme und Völker leben zwar weitgehend in Eintracht mit der Natur, 4:44 aber sie leben nicht immer besonders einträchtig miteinander. Überfälle und Kriege finden genauso statt wie in Europa. 4:51 Ich sag das vorweg, damit ihr kein romantisches Bild habt. Stämme verdrängen andere Stämme, sie versklaven Kriegsgefangene, 4:58 sie rächen Tote und sie nehmen beispielsweise Skalps, also die Kopfhaut samt Haaren, 5:03 um die Kraft der Krieger in den heimischen Boden zu leiten. Die Kriege haben nicht das Ziel, die andere Gruppe auszurotten. 5:10 Die Verlierer müssen sich von ihrem Land zurückziehen oder ihre Jagdgründe aufgeben und sich neue suchen. 5:16 Die Ureinwohner denken, dass die Menschen das Land nicht besitzen. 5:20 Und auch nicht besitzen können. Die Erde, Mutter Erde, ist heilig 5:24 und niemand kann Anspruch auf sie erheben. Männer und Frauen leben relativ gleichberechtigt miteinander. 5:29 Sie haben verschiedene Aufgaben, sind aber nicht mehr oder weniger wert. 5:34 Auch Homosexuelle werden oft nicht diskriminiert. Also, trotz ihrer Härte sind die Native Americans 5:40 alles in allem aufgrund ihrer religiösen Vorstellungen und der Verehrung der Natur, des Lebens 5:45 toleranter als die Europäer, deren vorwiegend christliche Religion Minderheiten viel stärker ausgrenzt. 5:51 In diesem Video verwenden wir den Begriff "Indianer" nur, wenn's darum geht, wie die europäischen Einwanderer 5:58 die Menschen in Nordamerika bezeichnen. Das ist eine sehr grobe Verallgemeinerung. 6:02 So wie wenn man "Europäer" sagt. Allerdings wurde der Begriff Indianer 6:07 sehr oft in einem abwertenden Zusammenhang gebraucht. Deshalb ist für viele Native Americans dieser Begriff beleidigend. 6:14 Deshalb spricht man besser von den einzelnen Stämmen und Völkern. Oder, wenn man alle Ureinwohner in Nordamerika meint, 6:21 von den Native Americans, Ureinwohner Amerika. Eben aus Respekt vor den Menschen, ganz klar. 6:27 Die damals ankommenden Europäer unterscheiden nicht besonders zwischen den Stämmen, 6:32 sie kennen sich damit nicht aus. Indianer bezeichnet die Stereotype, der edle Wilde, 6:37 die geheimnisvolle schöne Prinzessin, der blutrünstige Krieger mit dem Hackebeil, 6:41 die faule Squaw. Jedenfalls sind es keine Christenmenschen. 6:45 Keine Zivilisierten. Das ist zumindest damals die Idee dahinter. 6:49 Menschen, denen man die Zivilisation und den Glauben bringt, darf man auch das Land wegnehmen. 6:54 Denn als Christen haben die Europäer aus ihrer Sicht einen Anspruch darauf, dieses Land an sich zu reißen. 7:00 "Macht euch die Erde untertan", heißt es in der Bibel. Wie reagieren die Native Americans auf die ankommenden Europäer? 7:07 Es gibt indigene Stämme, die schnell beginnen, mit den Neuankömmlingen Handel zu treiben. 7:12 Besonders im Nordosten und am Mississippi. Getauscht werden Waren gegen Wissen. 7:17 Weil die Stämme mit ihrem Mitgliedern oft zahlreicher sind als die Ankömmlinge, 7:22 können sie die Bedingungen des Zusammenlebens und Handelns anfangs noch gut bestimmen. 7:27 Einfach wegen der zahlenmäßigen Überlegenheit. Aber die Europäer werden immer mehr. 7:32 Zwischen den englischen Siedlern und den ansässigen Völkern kommt es zu gewalttätigen Konflikten. 7:38 Es ist eine Sache, Biberpelze gegen Bücher und Werkzeuge zu tauschen, aber sein Land gibt wohl niemand freiwillig her. 7:44 Auch die Native Americans nicht. Warum auch? Die Spanier versuchen, den Widerstand der Stämme brutal zu brechen . 7:51 Sie nehmen Sklaven und Geiseln. Sie brennen Dörfer nieder. 7:55 Franzosen und Engländer gehen, nach allem, was wir wissen, weniger brutal vor. 7:59 Aber auch ihre Ankunft verändert einiges, vor allem das sorgsam austarierte Gleichgewicht zwischen den Stämmen. 8:06 Einige tauschen Pelze gegen europäische Waffen und greifen damit ihre indigenen Konkurrenten an. 8:12 Als die Franzosen und Engländer gegeneinander Krieg um die Besitzungen in Nordamerika führen, 8:17 kämpfen vor allem auf französischer Seite Native Americans mit. Es gibt auch Stämme, die gezielt andere Stämme überfallen, 8:24 um Sklaven zu nehmen, die sie an die Europäer weiterverkaufen. Ein Sklave ist so viel wert wie 150 Tierhäute. 8:30 Das ist für viele eine einfache wirtschaftliche Rechnung. In einzelnen Landstrichen versklaven die Europäer 8:36 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Je mehr Europäer ankommen, umso mehr kommt es zu Kriegen 8:42 zwischen den Siedlern und einzelnen Stämmen. Nach dem Jahr 1650 ist es so, 8:46 dass im Osten mehr Siedler aus Europa leben als Ureinwohner. Stämme tun sich zusammen, um Siedlungen der Weißen zu überfallen. 8:53 Die Europäer schlagen zurück. Teilweise geht das über Jahre so, es sterben viele Siedler, 8:58 aber es sterben sehr, sehr viel mehr Ureinwohner. Andererseits gibt es auch Kooperationen, 9:04 die für beide Seiten gewinnbringend sind. Allerdings setzen sich die Native Americans auch, 9:09 wenn sie ein gutes Verhältnis zu den Europäern haben, durch den Kontakt einem Risiko aus. 9:14 Einem unsichtbaren Risiko. Die Europäer bringen ihre Krankheiten mit, 9:18 die's bis dahin auf dem amerikanischen Kontinent nicht gab. Masern, Mumps, Pocken, Diphterie und auch Cholera 9:25 töten in 200 Jahren bis zu 90 Prozent der Native American. Die unterschiedlichen Völker sind verschieden stark betroffen. 9:32 Grundsätzlich ändern fast alle ihre Art zu leben. Einerseits zwangsweise, andererseits aber auch, 9:37 weil sie vieles von den Europäern übernehmen und viele Dinge nicht mehr in Handarbeit herstellen müssen, 9:43 sondern aus den Manufakturen Europas bekommen können. Sicher werden Sachen freiwillig übernommen, 9:49 aber meistens bleibt den Leuten gar keine andere Wahl. Trotzdem bleibt der Grundkonflikt. 9:56 Die einen wollen, was die anderen haben. Nachdem die USA ein eigenständiger Staat werden, 10:01 wollen sie den Westen des Kontinents besiedeln. Die dort lebenden indigenen Völker sollen sich anpassen - 10:07 oder umgesiedelt werden. Zwischen 1790 und 1890 werden die Stämme systematisch verdrängt. 10:12 Manchmal schließt man Verträge, kauft das Land den Ureinwohner ab, 10:17 die müssen in weitentfernte Gegenden umsiedeln, was oft weder die staatlichen Strukturen 10:22 noch die kulturelle Identität des Stammes überleben. Widerstand wird durch Krieg gebrochen. 10:28 Die Europäer setzen Ende des 18. Jahrhunderts auf biologische Waffen. indem sie etwa mit Pocken verseuchte Decken 10:35 an die Indigenen abgeben. Es geht einzelnen Generälen explizit darum, 10:39 ihre Gegner auszurotten. Wie Ungeziefer. 10:42 Solche Aktionen kommen hin und wieder vor. Die Siedler im 19. Jahrhundert 10:47 vernichten oft die Lebensgrundlage der Stämme. Ganz bekannt ist, dass die Büffel der Prärie 10:52 massenhaft abgeschlachtet werden, bis keine mehr übrig sind. Also, die Vernichtung des Stammes ist zwar nicht geplant, 10:59 wird aber in Kauf genommen. Die USA setzen sich im 19. Jahrhundert einmal das Ziel, 11:04 den ganzen Kontinent in einem Staat zu vereinen. Zum anderen will die Regierung 11:09 die weißen von den nicht-weißen Völkern trennen, damit es nicht zu Auseinandersetzungen kommt. 11:14 Diese Politik nennt man die Politik des Indian Removal. Im Jahr 1830 beschließt der US-Senat 11:20 den Indian Removal Act, das Indianerumsiedlungsgesetz. Es geht darum, die Stämme aus den Staaten östlich des Mississippi 11:27 in Gebiete westlich des Mississippi umzusiedeln. Das trifft besonders die "Fünf zivilisierten Stämme" der: 11:39 Diese Stämme werden so genannt, weil sie sich den Weißen sehr angenähert haben. 11:44 Sind wurden zum Teil Christen. Sie haben staatliche Strukturen wie die Weißen aufgebaut, 11:49 inklusive Parlament und Oberstem Gericht. Sie haben eine arbeitsteilige Wirtschaft entwickelt, 11:54 sie nutzen moderne Maschinen, gründen Schulen. Und halten Afroamerikaner als Sklaven. 11:59 Eigenständige Nationen mit Augenhöhe zu den USA. Bisher leben sie in ihren Gebieten in South Carolina, 12:05 in Georgia und Florida unter dem Schutz der Regierung der USA. Diese Regierung leitet jetzt aber Präsident Andrew Jackson, 12:13 der als Indianerkämpfer in den Wahlkampf zog. Zunächst gehen insbesondere die Cherokee 12:18 juristisch und mit publizistischen Mitteln, also über die Zeitung, gegen die Pläne von Jacksons Regierung vor. 12:24 1837 treibt die US-Armee schließlich fast 17.000 Menschen zusammen, und führt sie, ohne dass sie ihr Hab und Gut oder Essen mitnehmen können, 12:33 in das vorgesehene Territorium. Ein Viertel der Menschen stirbt auf dem monatelangen "Trail of Tears", 12:39 dem "Pfad der Tränen". Viele weitere sterben im neuen Gebiet an Hunger. 12:43 Indem das US-Parlament die Aktion beschließt und Verträge aufgesetzt werden, 12:48 will man der Vertreibung einen legalen Anstrich verpassen. Weigern sich die Native Americans, werden sie gewaltsam vertrieben, 12:55 notfalls durch Krieg. Im sogenannten "Indianer-Territorium" 12:59 freuen sich die dort lebenden Stämme nicht, dass nun 100.000 weitere Menschen dazukommen. 13:04 Dutzende Stämme werden zusammengepfercht, die sich gegenseitig das wenige Land wegnehmen, 13:09 das ihnen noch bleibt. Als die Siedler weiteren Landhunger verspüren, 13:13 müssen die Stämme wieder weiterziehen, in noch kleinere Gebiete. 13:17 Das kostet sie wieder nicht nur viel Identität, sondern auch viele Menschenleben. 13:21 Die Cheyenne und Apachen wehren sich gegen die Siedler, aber haben letztlich keine Chance gegen die US-Armee. 13:28 Die letzte Schlacht gewinnen zwei Stämme am Little Bighorn River 1876 13:32 gegen die Truppen von Cornell George A. Custer. Im Jahr 1890 metzelt die Armee bei Wounded Knee in South Dakota 13:39 Hunderte Native Americans nieder, darunter auch Frauen und Kinder. Nimmt man alle Völker und Stämme zusammen, 13:46 leben um die Wende zum 20. Jahrhundert noch 200.000 bis 250.000 Ureinwohner. 13:51 Gegenüber 75 Millionen Amerikanern, die vor allem von Europäern abstammen. 13:55 Diesem kleinen Rest bleibt nur übrig, sich anzupassen oder irgendwie zu versuchen, 14:00 ihre Traditionen zu bewahren. Was ich jetzt sag, klingt zynisch, 14:04 weil's so wissenschaftlich kalt daherkommt. Aber es geht um die Frage, 14:08 ob an den amerikanischen Ureinwohnern ein Völkermord verübt wird. Wie definiert man Völkermord? 14:13 Die Vereinten Nationen sagen, unter Völkermord versteht man die an einer nationalen, ethnischen, rassischen oder religiösen Gruppe 14:21 begangenen Handlungen. Tötung von Mitgliedern der Gruppe. 14:25 Verursachung schwerer körperlicher oder seelischer Schäden an Mitgliedern der Gruppe. 14:29 Vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen für die Gruppe, die geeignet sind, ihre körperliche Zerstörung 14:35 teilweise oder ganz herbeizuführen. Verhängung von Maßnahmen, die auf die Geburtenverhinderung 14:40 innerhalb der Gruppe gerichtet sind. Gewaltsame Überführung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe. 14:46 Diese Handlungen müssen in der Absicht passieren, die Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören. 14:52 Das ist die Definition. Schaut man auf das, was passiert ist, erkennt man schnell, 14:57 dass es Elemente der Geschichte gibt, die sehr wohl für einen Völkermord sprechen. 15:02 Vor allem im 19. Jahrhundert. Die Opfer der europäischen Krankheiten 15:06 kann man wohl nicht so richtig werten. Juristisch ist es schwierig zu bewerten, 15:11 man muss einzelnen Menschen Taten nachweisen. Meine persönliche Meinung ist, wenn ich euch darauf antworten soll: 15:18 Der Staat USA hat im 19. Jahrhundert durch seine Politik bewusst in Kauf genommen und einkalkuliert, 15:23 dass die indigenen Völker kulturell und physisch sterben. Deshalb würde ich sagen: Ja, es war Völkermord. 15:30 Vielleicht nicht im juristischen Sinne, aber wenn wir das Schicksal der Native Americans würdigen wollen, 15:36 müssen wir anerkennen, dass sie zwar nur zeitweise, aber über lange Zeiträume hinweg mit dem Ziel der Vernichtung 15:42 verfolgt wurden. Vielleicht haben Historiker recht, die von Völkermorden sprechen, 15:47 Es war litt ja nicht nur ein Stamm, sondern viele verschiedene. Die einzelnen Schicksale sollte man nicht pauschalisieren. 15:54 Mich würde interessieren: Wie würdet ihr das einordnen? Sagt ihr, ja, es war Völkermord? 16:00 Sagt ihr, nein, es war eher was anderes? Schreibt es in die Kommentare, lasst uns diskutieren, 16:05 bitte bleibt fair zueinander. Man sollte immer sachlich bleiben. In den USA nennen sich immer mehr Institutionen, 16:12 Universitäten oder Sportteams wie die "Washington Redskins" um. Die entfernen Indianerstereotype aus ihrem Namen und Logos. 16:19 Was denkt ihr? Ist das der richtige Weg? Bringt das was, um sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen? 16:25 Ist die Vergangenheitsbewältigung in den USA okay? Auch das gerne in die Kommentare. 16:30 Hier neben mir ein Video zur Geschichte der USA. Und darunter ein Video der Kollegen von Terra X, 16:36 rund um das Thema Völkermord. Auch das definitiv sehr sehenswert. 16:40 Danke euch fürs Zuschauen, bis zum nächsten Mal.