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Kommasetzung bei Infinitivgruppen | STARK erklärt
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 53 Zeilen
- Das ist Omar. Er ist gerade mega happy, denn sein Vater hat ihm versprochen, ihm in den Ferien jeden Tag ein Eis zu
- kaufen. Er will sofort seiner Freundin Lena davon erzählen und schreibt ihr: "Papa versprach mir jeden Tag ein Eis zu
- kaufen." Plötzlich ist er unsicher, das klingt, als würde sein Vater sich jeden Tag ein
- Eis kaufen. Omar verschiebt das Komma. Jetzt steht da: "Papa versprach, mir
- jeden Tag ein Eis zu kaufen." Schon besser. Welchen Riesenunterschied dieses kleine
- Komma doch machen kann. Wie du die Kommasetzung in Sätzen mit Infinitivgruppen richtig machst und was
- Infinitivgruppen überhaupt sind, erfährst du in diesem Video. [Musik]
- Was ist das überhaupt? Eine Infinitivgruppe? Man unterscheidet bei Infinitivgruppen
- zwischen dem einfachen Infinitiv und dem erweiterten Infinitiv. Der einfache Infinitiv besteht aus einem
- Verb infinitiv und dem Wörtchen zu. Beim erweiterten Infinitiv kommen zusätzlich noch weitere Wörter hinzu.
- Das klingt jetzt komplizierter als es ist. Sehen wir uns am besten einen Beispielsatz an.
- Ida liebt nichts mehr als Kuchen zu backen. Wir suchen zuerst den Infinitiv mit zu.
- Da die Infinitivgruppe noch weitere Wörter enthält, liegt ein erweiterter Infinitiv vor.
- Dieser lautet als Kuchen zu backen. Wie du siehst, ist die Infinitivgruppe mit einem Komma vom Hauptsatz
- abgetrennt. Wann vor einem erweiterten Infinitiv ein Komma gesetzt werden muss, sehen wir uns
- jetzt an. Die erste Regel lautet: Wird eine Infinitivgruppe durch um, ohne Stadt,
- anstatt, außer oder als eingeleitet muss ein Komma gesetzt werden. Hier kommt ein Beispiel. Ich lerne die
- Kommareeln, um keine Fehler mehr zu machen. Der Infinitiv mit zu ist in diesem Satz
- zu machen. Die Infinitivgruppe wird durch das Wort um eingeleitet.
- Demnach muß sie mit einem Komma vom Hauptsatz abgetrennt werden. Frau Mai ging auf den Jahrmarkt ohne
- Geld auszugeben. In diesem Beispiel hat sich das Wörtchen zu in der Infinitivform des Verbs
- ausgeben versteckt. Das liegt daran, dass Ausgeben ein trennbares Verb ist, also ein Verb, das
- eine Vorsilbe hat. Merkt ihr also, dass sich das Wort zu bei allen trennbaren Verben zwischen die
- Vorsilbe und das Verb schiebt. Hier noch ein paar Beispiele für trennbare Verben. Heimkommen, mitspielen, hinausgehen,
- vorbereiten. Eingeleitet wird der Erweiterte infinitiv in diesem Satz durch das Wort
- ohne. Wir setzen deshalb ein Komma. Hier kommt die zweite Regel. Wenn im Hauptsatz durch ein hinweisendes
- Wort auf einen erweiterten Infinitiv hingewiesen wird, setzt man einen Komma. Klingt einleuchtend. Wäre da nicht
- dieses hinweisende Wort? Was soll das denn bitte sein? Zu den hinweisenden Wörtern zählen unter
- anderem daran, darum, darauf, es oder das. Es gefällt mir wild im Schnee zu toben.
- Das Wort Sist hin, dass eine Infinitivgruppe folgt. In diesem Fall ein erweiterter Infinitiv. Wir setzen
- deshalb ein Komma. Kommen wir zur dritten und letzten Regel.
- Wenn ein Erweiterter infinitiv von einem Nomen abhängt, muß ein Komma gesetzt werden.
- Sven hat das Ziel Millionär zu werden. Der erweiterte Infinitiv bezieht sich hier auf das Nomen Ziel, da er genauer
- beschreibt, welches Ziel Sven hat. Er muss deshalb durch ein Komma abgetrennt werden.
- Hier noch ein Satz, der etwas kniffliger ist. Peters Traum nach Amerika zu fliegen
- wird bald in Erfüllung gehen. Der Hauptsatz lautet: Peters Traum wird bald in Erfüllung gehen. In diesem Satz
- wurde eine erweiterte Infinitivgruppe eingeschoben, die vom Nomen Traum abhängt.
- Diese eingeschobene Infinitivgruppe wird vorne und hinten durch ein Komma vom Hauptsatz abgetrennt.
- Die Regeln, die du jetzt kennengelernt hast, gelten für alle Sätze mit erweitertem Infinitiv. Beim einfachen
- Infinitiv ist die Kommasetzung fakultativ. Das heißt, du kannst selbst entscheiden, ob du ein Komma setzt oder
- nicht. Wir zweifeln nicht daran zu gewinnen. Wir haben hier das hinweisende Wort
- daran, auf das einfache Infinitiv folgt. Ob du hier ein Komma setzt oder nicht, ist dir überlassen.
- Auch bei Sätzen mit erweitertem Infinitiv, auf die keine der drei Regeln zutrifft, ist die Kommasetzung
- fakultativ. Eine Ausnahme gibt es jedoch. Bei mißverständlichen Sätzen sollte das
- Komma immer gesetzt werden. Schließlich haben wir schon gesehen, dass es einen großen Unterschied macht, ob Omar
- schreibt: "Papa versprach mir jeden Tag ein Eis zu kaufen" oder: "Papa versprach mir jeden Tag ein Eis zu kaufen."
- Fassen wir die Regeln noch einmal zusammen. Wenn eine Infinitivgruppe durch eines
- der Wörter um, ohne, statt, anstatt, außer oder als eingeleitet wird, muss ein Komma gesetzt werden.
- Außerdem setzt man ein Komma, wenn ein hinweisendes Wort einen erweiterten Infinitiv an.
- Hängt ein erweiterter Infinitiv von einem Nomen ab, muß das Komma ebenfalls gesetzt werden. In allen anderen Fällen
- ist es dir überlassen, ob du bei einem erweiterten Infinitiv ein Komma setzt oder nicht.
- Auch beim einfachen Infinitiv ist die Kommasetzung fakultativ. Wenn es zu Missverständnissen kommen
- kann, solltest du jedoch immer einen Komma setzen.