Pluralismus Milchschaum Politik https://www.youtube.com/watch?v=q0iVxKJwZEg Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Hallo, ich bin Liah. In diesem Video geht es mal wieder um eine politische Theorie, nämlich um den Pluralismus. Um den gut zu 0:08 verstehen und es später auch besser mit anderen politischen Anschauungen vergleichen zu können, schauen wir uns bestimmte Aspekte an, zu denen sich der Pluralismus konkret äußert. 0:17 Anfangen würden wir mit den Interessen. So wie der „Plural“ in Deutsch für die Mehrzahl steht, gibt es nämlich laut dem Pluralismus in einer Gesellschaft mehrere verschiedene Gruppen mit 0:28 vielen verschiedenen Auffassungen und politischen Interessen. Jede dieser Interessen spielt hierbei eine Rolle, egal wie stark oder wenig stark diese vertreten ist. 0:37 Diese verschiedenen Meinungen stehen alle in Konkurrenz zueinander, alle möchten ihre Interessen aber nicht die der anderen durchsetzen, was sich oftmals durch die politische Konkurrenz 0:47 bemerkbar macht, also so die Konkurrenz zwischen verschiedenen politischen Parteien. Wenn eine Entscheidung getroffen werden soll, dann funktioniert das über das Mehrheitsprinzip, 0:56 also es wird so entschieden, wie die Mehrheit das möchte. Wenn es aber keine klare Mehrheit gibt, dann bildet sich diese Entscheidung über einen Interessensausgleich, also einen Kompromiss 1:07 der verschiedenen Interessen. Dieser kann immer unterschiedlich aussehen, so lang die Mehrheit eben diese Entscheidung unterstützt. Ein Gemeinwohl, was objektiv festgelegt wird, 1:17 gibt es im Pluralismus nicht. Gemeinwohl bedeutet quasi die Frage, was denn für alle Menschen am besten ist. Die Antwort darauf entwickelt sich ebenfalls durch einen Kompromiss. Das 1:28 ist auch wichtig, denn letztendlich nur durch eine Mehrheitsentscheidung kann festgelegt werden, was denn so für möglichst alle am besten ist. Das muss dann auch nicht immer gleich aussehen, sondern 1:38 kann mit verschiedenen Inhalten gefüllt werden, was natürlich auch immer von der Zeit oder den unterschiedlichen Themen abhängt. Beim Pluralismus gibt es aber auch bestimmte Fragen und Themen, 1:48 über die nicht angestimmt werden darf, wie zum Beispiel die Menschen- und Bürgerrechte oder die Frage nach der Rechtsstaatlichkeit. Nur so können gesellschaftliche Minderheiten auch wirklich 1:57 geschützt werden. Es ist hierbei die Aufgabe des Staates diesen Konsens sicher zu stellen. Konkret umgesetzt wird der Pluralismus durch den Parlamentarismus, also wie bei uns, 2:08 dass Bürger*innen Respräsentant*innen wählen, die dann ihre Interessen vertreten. Diesen wird aber noch ein freies Mandat zu gesprochen, sie sind also schon an die Interessen 2:18 ihrer Wähler*innen gebunden, dürften aber trotzdem nach ihrem eigenen Gewissen entscheiden. Auch hier muss der Staat beteiligt sein, in dem er die Interessen politisch organisiert also 2:28 z.B. für die Mensch Möglichkeiten schafft, wählen zu gehen. Dadurch dass wir dann nicht alle nach Berlin fahren müssen um zu diskutieren, sondern diese Aufgabe die Abgeordnete übernehmen, 2:36 funktioniert das auch sehr gut für ein größere Territorien wie z.B. für ein ganzes Land. Der Pluralismus ist ja vor allem eine Theorie, aber wie dieser eben konkret in der Praxis, 2:47 auch bei uns in Deutschland, umgesetzt wird, wirft einige Kritikpunkte auf. Nämlich werden in der Realität nicht alle Interessen gleich stark vertreten und dieser „Pluralismus“ ist eigentlich 2:57 ziemlich unpluralistisch. Das liegt daran, dass starke Interessen auf Kosten der schwachen Interessen durchgesetzt werden. Zum Beispiel hat die Autoindustrie, gerade auch bei uns in DE, 3:08 super viel Einfluss und ist eine sehr starke Interesse, im Gegensatz zum Umweltschutz. Nur je mehr sich die Autoindustrie durchsetzen kann, desto mehr wird dadurch der Wunsch nach mehr 3:18 Umweltschutz ignoriert und außen vor gelassen. Und so funktioniert das auch bei gesellschaftlichen Gruppen: je stärker und einflussreicher die einen werden, desto weniger Einfluss haben die anderen 3:29 Gruppe, bei denen es sich oftmals um soziale Minderheiten handelt und desto mehr spaltet sich eine Gesellschaft auch in verschiedene Klassen und Schichten. Wie stark eine gesellschaftliche Gruppe 3:39 ihre Interessen durchsetzen kann, hängt davon ab, wie gut sich diese organisieren lassen und wie konfliktfähig sie sind. Besonders stark sind dabei Interessen mit einem hohen Sanktionspotential, 3:50 wo man also immer mit bestimmten Sanktionen drohen kann wie zum Beispiel mit einem Streik. Jetzt möchte ich noch ein paar wenig vertretene Interessen vorstellen und wenig 4:00 vertreten werden so zum Beispiel langfristige allgemeine Interessen, wie der Umweltschutz gegenüber der Industrie oder neue Interessen wie dem Interesse an Fußgänger*innen und dem 4:10 Fahrradfahren gegenüber dem Autofahren. Außerdem sehr allgemeine Interessen wie Verbaucher*innen-Interessen gegenüber konkreten Lohnforderungen und zuletzt die Interessen von 4:22 weniger gebildeten und privilegierten Schichten, da diese häufig ihre Interessen schlechter artikulieren können und schlechter vernetzt sind, als wirtschaftlich Bessergestellte. 4:31 Eine mögliche Lösung, wie man das ändern könnte sind Interessensvertretungen, in denen sich Menschen, deren Interessen weniger vertreten werden, zusammenschließen. Diese müssen 4:42 aber auch pluralistisch aufgebaut sein, denn nur weil Menschen die gleichen Interessen vertreten, haben sie nicht auch die gleichen Lösungsansätze und Vorgehensweisen. Auch hier braucht es 4:52 Mehrheitsentscheide und Kompromisse. So werden diese Interessen konfliktfähiger und können sich auch gut gegenüber anderen starken Interessen durchsetzen.