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Inklusion in Deutschland: Vorbild für die Welt oder das Schlusslicht im Vergleich? I Echt Inklusiv

Echt Inklusiv 10:11 3.411 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 72 Zeilen
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  1. Hast du dich schon mal gefragt, wie inklusiv Deutschland ist? Ich habe den Vergleich gewagt und mir dafür internationale Berichte und Statistiken
  2. von verschiedenen Ländern angeschaut und das Ergebnis war mehr als überraschend. Ob Deutschland nun weltweiter Vorreiter in Sachen Inklusion ist oder eher
  3. ziemlich weit hinten liegt, das klären wir in diesem Video. Auf diesem Kanal geht es hauptsächlich um Inklusion im Alltag, aber heute
  4. schauen wir uns das Thema mal als großes Bild an. Deutschland hat eigentlich das Image von einem strukturierten, sozialen und gut entwickeltem Land. Aber ob
  5. dieses Image wirklich der Realität entspricht, besonders bei Themen wie Inklusion und Barrierefreiheit, bleibt erstmal offen. Und so stellt sich die
  6. simple Frage, wo Deutschland denn im internationalen Vergleich liegt. Sind wir inklusive Vorreiter oder weit davon entfernt? Doch bevor wir die Frage
  7. klären, wo Deutschland denn im internationalen Vergleich liegt, stellt sich natürlich die Frage, wer beim Thema Inklusion weltweit auf Platz 1 ist. Und
  8. dafür habe ich mal ganz simpel bei Google eingegeben, welches Land ist das inklusivste der Welt? Und siehe da, die Antwort war ziemlich deutlich. Es gibt
  9. kein inklusivstes Land der Welt. Das liegt ganz einfach daran, dass Inklusion kein einzelner Wert ist oder an irgendeiner Zahl bemessen werden kann,
  10. sondern ein sehr komplexes Thema ist, was sich auf ganz verschiedenen Eben realisiert. Alle Länder haben unterschiedliche Stärken und Schwächen
  11. beim Thema Inklusion. Die einen haben z.B. ein gutes Bildungssystem für Menschen mit Behinderung. Dafür aber keine gute Barrierefreiheit. Die
  12. nächsten haben zwar gute Gesetze auf Papier, aber bei der Umsetzung im Alltag scheitert es. Das heißt, wie man sieht, man kann die Länder gar nicht so einfach
  13. miteinander vergleichen, weil jedes Land seine eigenen Stärken und Schwächen mitbringt. Aber natürlich gibt es Länder gerade im weltweiten Vergleich, die
  14. trotzdem weit vorne liegen und viel Engagement zeigen beim Thema Inklusion und Barrierefreiheit. Wie eben schon erwähnt, findet man ganz verschiedene
  15. Antworten, aber Länder, die man immer wieder hört, sind z.B. Neuseeland, Schweden, Italien, aber auch Australien oder Kanada, die genannt werden.
  16. Neuseeland glänzt z.B. mit politischer Priorität auf dem Thema Inklusion, aber auch guten Strukturen dahinter. Schweden hingegen hat ein starkes Sozialsystem
  17. und gute Barrierefreiheit geschaffen und Italien liegt überraschenderweise ziemlich weit vorne für ein inklusives Bildungssystem und andere Länder wie
  18. z.B. Australien und Kanada liegen weit vorne mit gesellschaftlicher Teilhabe. Das war jetzt natürlich nur eine Kurzfassung der Stärken der gerade eben
  19. genannten Länder. In der Realität haben sie alle viel komplexere Systeme hinter den Themen Inklusion und Barrierefreiheit. Und wer gerade
  20. aufmerksam zugehört hat, der wird festgestellt haben, dass Deutschland scheinbar nicht unter die Spitzenreiter fällt. Doch bevor ich genauer darauf
  21. eingehe, warum Deutschland nicht zu den Spitzenreitern gehört, bleiben wir kurz noch mal beim internationalen Vergleich. Wie wir gerade eben schon festgestellt
  22. haben, ist es gar nicht so leicht, verschiedene Länder miteinander zu vergleichen aufgrund von verschiedenen Bewertungsfaktoren.
  23. Aber anhand von einer internationalen Grundlage kann man diesem Vergleich zumindest ein Stück näher kommen und zwar wegen der UNBRK.
  24. Davon haben die meisten Menschen höchstwahrscheinlich noch gar nicht gehört und das klingt auch erstmal relativ kompliziert. Deswegen erkläre
  25. ich euch, was denn überhaupt die UNBRK ist. Das UN steht für United Nations und das BRK für behinderten Rechtskonventionen.
  26. Insgesamt 180 Länder sind Teil der sogenannten UN. Diese United Nations haben sich auf sogenannte Nachhaltigkeitsziele geeinigt. Z.B.
  27. fällt darunter kein Hunger, bessere Bildung und unter anderem auch gleiche Rechte und Teilhabe für Menschen mit Behinderung. An dieser Länder, die somit
  28. auch diese Behinderten Rechtskonvention umsetzen, kann man natürlich etwas leichter untereinander vergleichen, wer dann besonders stark bei den Themen
  29. Inklusion und Barrierefreiheit ist oder nicht. Unter anderem gibt es eine Studie von Fiona McDonald, die genau diesen Vergleich untersucht. Diese hat nämlich
  30. verschiedene Länder der Vereinigten Nation miteinander verglichen anhand von verschiedenen Bewertungskriterien zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit.
  31. Deshalb schauen wir uns jetzt gleich mal eine Tabelle an. die genauer darstellt, an welchen Stellen bestimmte Länder ihre Stärken und Schwächen haben. Deutschland
  32. ist in dieser Tabelle auch mit dabei. Hier seht ihr jetzt einmal die Tabelle, die aus dieser Statistik hervorgeht. Die mag auf den ersten Blick etwas
  33. verwirrend wirken. Deshalb gehe ich jetzt einmal kurz durch, was man da überhaupt sieht. Auf der linken Seite der Tabelle sieht man verschiedene
  34. Vertragsstaaten der United Nations, also der Vereinigten Nation. Diese acht Länder werden hier aktiv miteinander verglichen. Die Jahreszahlen hinter den
  35. jeweiligen Ländern gibt an, in welchem Jahr dieses Land eine Staatsprüfung der UN hatte. Das ist also in diesem Moment erstmal irrelevant für uns. Daneben
  36. sieht man eine Spalte mit verschieden großen Zahlen. Das sind sogenannte Negativpunktzahlen. Je kleiner die Zahl ist, desto besser
  37. hat das Land abgeschnitten. In diesem Vergleich sieht man z.B., dass Spanien mit 26 Punkten am besten abgeschnitten hat. Deutschland hingegen mit 35 Punkten
  38. nicht so gut. Oben in der Tabelle sieht man verschiedene Artikel der UN behinderten Rechtskonvention, also bestimmte Themen, die zum Thema
  39. Inklusion dazu gehören, wie z.B. Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung, Zugänglichkeit oder unabhängige Lebensführung. Da
  40. drunter sieht man ein Feld mit ganz vielen bunten Buchstaben. Davon erstmal nicht verwirren lassen. Es ist ähnlich wie ein Schulnotensystem.
  41. A ist in dem Fall quasi die beste Note und H die schlechteste. Das heißt, man kann hier quasi ein Benotungssystem sehen von sehr guten Bewertungen bis hin
  42. zu sehr schlechten Bewertungen. Um ein kleines Beispiel zu nennen, damit ihr diese Tabelle ein bisschen besser verstehen könnt, gucken wir uns doch mal
  43. an, wer richtig gut abgeschlossen hat. Z.B. haben Spanien und Mexiko, die ja auch die ersten beiden Plätze belegen, bei persönlicher Mobilität beide mit A,
  44. also mit der Bestnote abgeschlossen. Deutschland hat da sogar auch noch seine persönliche Bestnote B erreicht. Ist also hier auch ganz gut aufgestellt.
  45. Wenn man in der Spalte von Deutschland guckt, sieht man aber auch ein großes rotes F. F heißt nicht so gut, wie wir gerade eben schon gesehen haben. Und
  46. zwar sieht man das hier bei dem Thema Bildung. Das heißt also, dass Deutschland beim Thema inklusiver Bildung leider nicht weit vorne liegt.
  47. Und wie man sieht, durch die größte Anzahl von Negativpunkten schneidet Deutschland bei diesem Vergleich hier gerade als schlechtester ab, wobei das
  48. jetzt dramatischer klingt, als es ist, weil hier ja nur acht Länder verglichen wurden und nicht alle der Welt. Da wäre es natürlich sehr schlimm, wenn
  49. Deutschland dann auf dem letzten Platz landen würde. Dementsprechend kann man zusammenfassend sagen, dass Deutschland insgesamt eher mittelmäßig ausfällt beim
  50. Thema Inklusion. Doch gehen wir jetzt mal weg von dem ganzen Vergleichen und gucken uns Deutschland spezifischer an. Was macht uns denn inklusiv oder nicht
  51. inklusiv? Dafür schauen wir uns mal den Koalitionsvertrag an, den die Parteien CDU, CSU und SPD 2025 abgeschlossen haben. Ein Koalitionsvertrag ist quasi
  52. ein gemeinsamer Plan der Regierung. Dabei einigen sich verschiedene Parteien, wie hier z.B. wie die CDU, CSU und SPD auf Absichten, die sie gemeinsam
  53. verfolgen wollen. In diesem Koalitionsvertrag, der im April 2025 beschlossen wurde, taucht natürlich auch das Thema Inklusion auf. Dieses wird
  54. aber nicht als einzelnes Thema betrachtet, sondern wird in ganz vielen verschiedenen Bereichen integriert. Darunter fallen z.B. Bildung, Arbeit,
  55. alltägliche Sachen, aber auch sowas wie Barrierefreiheit. Dieser Koalitionsvertrag sieht auf Papier toll aus. Menschen mit Behinderung sollen
  56. gesehen werden, noch mehr integriert werden und es sollen mehr Möglichkeiten geschaffen werden. Doch leider sieht man in der Politik immer wieder einen
  57. Unterschied zwischen Planung und Realität. Deutschland hat schon viele Jahre große Ziele, was das Thema Inklusion angeht. Doch wie wir eben im
  58. internationalen Vergleich gesehen haben, scheinen diese Sachen ja nicht so gut umgesetzt zu werden. Politische Texte und Ziele sind oft ambitioniert. Doch
  59. leider scheitern sie immer wieder in der Umsetzung durch Unvollständigkeit oder weil einfach zu langsam umgesetzt wird. Denn Inklusion ist kein Thema, was man
  60. mal ebenso nebenbei machen kann. Inklusion zeigt sich im Alltag bei der Chance auf Arbeit, Zugänglichkeit zu Gebäuden oder auch bei einem
  61. selbstbestimmten Leben. Und viele dieser beispielhaft genannten Hürden bestehen weiterhin. Und somit schließt man daraus, Inklusion besteht nicht nur in
  62. einem Vertrag der Politik. Inklusion sieht man im Alltag und da scheitert's leider noch oft. Für die Leute, die sich intensiver unter anderem mit der UNBRK,
  63. aber auch mit diesem Koalitionsvertrag auseinandersetzen wollen, habe ich mal zwei Artikel unten in der Infobox von Aktion Mensch verlinkt, wo genau das
  64. noch mal genauer erklärt wird. Und jetzt noch mal zurück zur Frage. Wie inklusiv ist Deutschland denn nun im internationalen Vergleich? Ein steht
  65. nämlich fest, Deutschland ist definitiv kein Spitzenreiter. Natürlich gibt es auch schon viele Stellen, wo Inklusion umgesetzt wird, aber es ist immer noch
  66. viel Luft nach oben, damit wir an die Spitze gelangen können. Denn Inklusion ist kein Zustand. Inklusion ist ein Prozess und den brauchen wir noch mehr
  67. in diesem Land. Und so bildet sich die Antwort auf die Frage. Deutschland ist beim Thema Inklusion zwar nicht am Ende der Liste, aber auch noch lange nicht
  68. da, wo es sein könnte. Denn Inklusion ist kein Ziel, was man mal ebenso erreicht. Inklusion ist ein Weg, den man konsequent gehen muss, damit sich
  69. langfristig was verändert. Und jetzt stelle ich mir natürlich noch die Frage, wie du das siehst. An welchen Stellen ist Deutschland schon besonders inklusiv
  70. und an welchen könnte man deiner Meinung nach noch mehr für Inklusion und Barrierefreiheit machen? Schreib mir diese Antwort doch gerne in die
  71. Kommentare. Wenn du das Video spannend und informativ fandest, dann lass doch gerne einen Daumen hoch hier unter dem Video da und hoffentlich sehen wir uns
  72. dann wieder beim nächsten Video.