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Inklusion in Deutschland: Vorbild für die Welt oder das Schlusslicht im Vergleich? I Echt Inklusiv
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 72 Zeilen
- Hast du dich schon mal gefragt, wie inklusiv Deutschland ist? Ich habe den Vergleich gewagt und mir dafür internationale Berichte und Statistiken
- von verschiedenen Ländern angeschaut und das Ergebnis war mehr als überraschend. Ob Deutschland nun weltweiter Vorreiter in Sachen Inklusion ist oder eher
- ziemlich weit hinten liegt, das klären wir in diesem Video. Auf diesem Kanal geht es hauptsächlich um Inklusion im Alltag, aber heute
- schauen wir uns das Thema mal als großes Bild an. Deutschland hat eigentlich das Image von einem strukturierten, sozialen und gut entwickeltem Land. Aber ob
- dieses Image wirklich der Realität entspricht, besonders bei Themen wie Inklusion und Barrierefreiheit, bleibt erstmal offen. Und so stellt sich die
- simple Frage, wo Deutschland denn im internationalen Vergleich liegt. Sind wir inklusive Vorreiter oder weit davon entfernt? Doch bevor wir die Frage
- klären, wo Deutschland denn im internationalen Vergleich liegt, stellt sich natürlich die Frage, wer beim Thema Inklusion weltweit auf Platz 1 ist. Und
- dafür habe ich mal ganz simpel bei Google eingegeben, welches Land ist das inklusivste der Welt? Und siehe da, die Antwort war ziemlich deutlich. Es gibt
- kein inklusivstes Land der Welt. Das liegt ganz einfach daran, dass Inklusion kein einzelner Wert ist oder an irgendeiner Zahl bemessen werden kann,
- sondern ein sehr komplexes Thema ist, was sich auf ganz verschiedenen Eben realisiert. Alle Länder haben unterschiedliche Stärken und Schwächen
- beim Thema Inklusion. Die einen haben z.B. ein gutes Bildungssystem für Menschen mit Behinderung. Dafür aber keine gute Barrierefreiheit. Die
- nächsten haben zwar gute Gesetze auf Papier, aber bei der Umsetzung im Alltag scheitert es. Das heißt, wie man sieht, man kann die Länder gar nicht so einfach
- miteinander vergleichen, weil jedes Land seine eigenen Stärken und Schwächen mitbringt. Aber natürlich gibt es Länder gerade im weltweiten Vergleich, die
- trotzdem weit vorne liegen und viel Engagement zeigen beim Thema Inklusion und Barrierefreiheit. Wie eben schon erwähnt, findet man ganz verschiedene
- Antworten, aber Länder, die man immer wieder hört, sind z.B. Neuseeland, Schweden, Italien, aber auch Australien oder Kanada, die genannt werden.
- Neuseeland glänzt z.B. mit politischer Priorität auf dem Thema Inklusion, aber auch guten Strukturen dahinter. Schweden hingegen hat ein starkes Sozialsystem
- und gute Barrierefreiheit geschaffen und Italien liegt überraschenderweise ziemlich weit vorne für ein inklusives Bildungssystem und andere Länder wie
- z.B. Australien und Kanada liegen weit vorne mit gesellschaftlicher Teilhabe. Das war jetzt natürlich nur eine Kurzfassung der Stärken der gerade eben
- genannten Länder. In der Realität haben sie alle viel komplexere Systeme hinter den Themen Inklusion und Barrierefreiheit. Und wer gerade
- aufmerksam zugehört hat, der wird festgestellt haben, dass Deutschland scheinbar nicht unter die Spitzenreiter fällt. Doch bevor ich genauer darauf
- eingehe, warum Deutschland nicht zu den Spitzenreitern gehört, bleiben wir kurz noch mal beim internationalen Vergleich. Wie wir gerade eben schon festgestellt
- haben, ist es gar nicht so leicht, verschiedene Länder miteinander zu vergleichen aufgrund von verschiedenen Bewertungsfaktoren.
- Aber anhand von einer internationalen Grundlage kann man diesem Vergleich zumindest ein Stück näher kommen und zwar wegen der UNBRK.
- Davon haben die meisten Menschen höchstwahrscheinlich noch gar nicht gehört und das klingt auch erstmal relativ kompliziert. Deswegen erkläre
- ich euch, was denn überhaupt die UNBRK ist. Das UN steht für United Nations und das BRK für behinderten Rechtskonventionen.
- Insgesamt 180 Länder sind Teil der sogenannten UN. Diese United Nations haben sich auf sogenannte Nachhaltigkeitsziele geeinigt. Z.B.
- fällt darunter kein Hunger, bessere Bildung und unter anderem auch gleiche Rechte und Teilhabe für Menschen mit Behinderung. An dieser Länder, die somit
- auch diese Behinderten Rechtskonvention umsetzen, kann man natürlich etwas leichter untereinander vergleichen, wer dann besonders stark bei den Themen
- Inklusion und Barrierefreiheit ist oder nicht. Unter anderem gibt es eine Studie von Fiona McDonald, die genau diesen Vergleich untersucht. Diese hat nämlich
- verschiedene Länder der Vereinigten Nation miteinander verglichen anhand von verschiedenen Bewertungskriterien zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit.
- Deshalb schauen wir uns jetzt gleich mal eine Tabelle an. die genauer darstellt, an welchen Stellen bestimmte Länder ihre Stärken und Schwächen haben. Deutschland
- ist in dieser Tabelle auch mit dabei. Hier seht ihr jetzt einmal die Tabelle, die aus dieser Statistik hervorgeht. Die mag auf den ersten Blick etwas
- verwirrend wirken. Deshalb gehe ich jetzt einmal kurz durch, was man da überhaupt sieht. Auf der linken Seite der Tabelle sieht man verschiedene
- Vertragsstaaten der United Nations, also der Vereinigten Nation. Diese acht Länder werden hier aktiv miteinander verglichen. Die Jahreszahlen hinter den
- jeweiligen Ländern gibt an, in welchem Jahr dieses Land eine Staatsprüfung der UN hatte. Das ist also in diesem Moment erstmal irrelevant für uns. Daneben
- sieht man eine Spalte mit verschieden großen Zahlen. Das sind sogenannte Negativpunktzahlen. Je kleiner die Zahl ist, desto besser
- hat das Land abgeschnitten. In diesem Vergleich sieht man z.B., dass Spanien mit 26 Punkten am besten abgeschnitten hat. Deutschland hingegen mit 35 Punkten
- nicht so gut. Oben in der Tabelle sieht man verschiedene Artikel der UN behinderten Rechtskonvention, also bestimmte Themen, die zum Thema
- Inklusion dazu gehören, wie z.B. Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung, Zugänglichkeit oder unabhängige Lebensführung. Da
- drunter sieht man ein Feld mit ganz vielen bunten Buchstaben. Davon erstmal nicht verwirren lassen. Es ist ähnlich wie ein Schulnotensystem.
- A ist in dem Fall quasi die beste Note und H die schlechteste. Das heißt, man kann hier quasi ein Benotungssystem sehen von sehr guten Bewertungen bis hin
- zu sehr schlechten Bewertungen. Um ein kleines Beispiel zu nennen, damit ihr diese Tabelle ein bisschen besser verstehen könnt, gucken wir uns doch mal
- an, wer richtig gut abgeschlossen hat. Z.B. haben Spanien und Mexiko, die ja auch die ersten beiden Plätze belegen, bei persönlicher Mobilität beide mit A,
- also mit der Bestnote abgeschlossen. Deutschland hat da sogar auch noch seine persönliche Bestnote B erreicht. Ist also hier auch ganz gut aufgestellt.
- Wenn man in der Spalte von Deutschland guckt, sieht man aber auch ein großes rotes F. F heißt nicht so gut, wie wir gerade eben schon gesehen haben. Und
- zwar sieht man das hier bei dem Thema Bildung. Das heißt also, dass Deutschland beim Thema inklusiver Bildung leider nicht weit vorne liegt.
- Und wie man sieht, durch die größte Anzahl von Negativpunkten schneidet Deutschland bei diesem Vergleich hier gerade als schlechtester ab, wobei das
- jetzt dramatischer klingt, als es ist, weil hier ja nur acht Länder verglichen wurden und nicht alle der Welt. Da wäre es natürlich sehr schlimm, wenn
- Deutschland dann auf dem letzten Platz landen würde. Dementsprechend kann man zusammenfassend sagen, dass Deutschland insgesamt eher mittelmäßig ausfällt beim
- Thema Inklusion. Doch gehen wir jetzt mal weg von dem ganzen Vergleichen und gucken uns Deutschland spezifischer an. Was macht uns denn inklusiv oder nicht
- inklusiv? Dafür schauen wir uns mal den Koalitionsvertrag an, den die Parteien CDU, CSU und SPD 2025 abgeschlossen haben. Ein Koalitionsvertrag ist quasi
- ein gemeinsamer Plan der Regierung. Dabei einigen sich verschiedene Parteien, wie hier z.B. wie die CDU, CSU und SPD auf Absichten, die sie gemeinsam
- verfolgen wollen. In diesem Koalitionsvertrag, der im April 2025 beschlossen wurde, taucht natürlich auch das Thema Inklusion auf. Dieses wird
- aber nicht als einzelnes Thema betrachtet, sondern wird in ganz vielen verschiedenen Bereichen integriert. Darunter fallen z.B. Bildung, Arbeit,
- alltägliche Sachen, aber auch sowas wie Barrierefreiheit. Dieser Koalitionsvertrag sieht auf Papier toll aus. Menschen mit Behinderung sollen
- gesehen werden, noch mehr integriert werden und es sollen mehr Möglichkeiten geschaffen werden. Doch leider sieht man in der Politik immer wieder einen
- Unterschied zwischen Planung und Realität. Deutschland hat schon viele Jahre große Ziele, was das Thema Inklusion angeht. Doch wie wir eben im
- internationalen Vergleich gesehen haben, scheinen diese Sachen ja nicht so gut umgesetzt zu werden. Politische Texte und Ziele sind oft ambitioniert. Doch
- leider scheitern sie immer wieder in der Umsetzung durch Unvollständigkeit oder weil einfach zu langsam umgesetzt wird. Denn Inklusion ist kein Thema, was man
- mal ebenso nebenbei machen kann. Inklusion zeigt sich im Alltag bei der Chance auf Arbeit, Zugänglichkeit zu Gebäuden oder auch bei einem
- selbstbestimmten Leben. Und viele dieser beispielhaft genannten Hürden bestehen weiterhin. Und somit schließt man daraus, Inklusion besteht nicht nur in
- einem Vertrag der Politik. Inklusion sieht man im Alltag und da scheitert's leider noch oft. Für die Leute, die sich intensiver unter anderem mit der UNBRK,
- aber auch mit diesem Koalitionsvertrag auseinandersetzen wollen, habe ich mal zwei Artikel unten in der Infobox von Aktion Mensch verlinkt, wo genau das
- noch mal genauer erklärt wird. Und jetzt noch mal zurück zur Frage. Wie inklusiv ist Deutschland denn nun im internationalen Vergleich? Ein steht
- nämlich fest, Deutschland ist definitiv kein Spitzenreiter. Natürlich gibt es auch schon viele Stellen, wo Inklusion umgesetzt wird, aber es ist immer noch
- viel Luft nach oben, damit wir an die Spitze gelangen können. Denn Inklusion ist kein Zustand. Inklusion ist ein Prozess und den brauchen wir noch mehr
- in diesem Land. Und so bildet sich die Antwort auf die Frage. Deutschland ist beim Thema Inklusion zwar nicht am Ende der Liste, aber auch noch lange nicht
- da, wo es sein könnte. Denn Inklusion ist kein Ziel, was man mal ebenso erreicht. Inklusion ist ein Weg, den man konsequent gehen muss, damit sich
- langfristig was verändert. Und jetzt stelle ich mir natürlich noch die Frage, wie du das siehst. An welchen Stellen ist Deutschland schon besonders inklusiv
- und an welchen könnte man deiner Meinung nach noch mehr für Inklusion und Barrierefreiheit machen? Schreib mir diese Antwort doch gerne in die
- Kommentare. Wenn du das Video spannend und informativ fandest, dann lass doch gerne einen Daumen hoch hier unter dem Video da und hoffentlich sehen wir uns
- dann wieder beim nächsten Video.