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Kleine Gehirne, große Leistung – Geniale Insekten | Ganze Doku
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 250 Zeilen
- [Musik] Insekten klein und unscheinbar. Ihr vermeintlich einziger Lebenssinn
- fressen und Nachwuchszeugen für die Erhaltung der Art. Tatsächlich sind sie überaus intelligent, haben Charakter und
- Persönlichkeit. Also Individuen wirklich sehr unterschiedlich sind. Das hätte ich nicht erwartet wirklich von den
- Blattkäfern. Ihr Stecknadelkopf großes Gehirn ist zu höchstleistungenfähig. Die Bienen haben ein super
- Zeitgedächtnis. [Musik]
- Manche spinnen Intrigen und können logisch denken. Sie müssen gut Gesichter erkennen können. Sie müssen Beziehungen
- verstehen. Und gerade in diesen Bereichen sind Wespen Genies. [Musik]
- [Musik] Sie leben unter uns. Sie sehen uns, auch wenn wir sie oft nicht sehen.
- Wenn wir weg sind, kommen sie. Insekten. Sie lieben Süßes. Es kann gar nicht genug davon sein.
- Ihr ganzes Wesen scheint von Geburt an programmiert. Intelligentes Verhalten traut ihnen kaum jemand zu
- oder vielleicht doch. Seit ein paar Jahren stellen Insektenforscher unser Bild dieser Tiere
- fundamental auf den Kopf. In London erforscht Lars Chitgar das Verhalten von Hummeln und Bienen. Er gilt als einer der Pioniere der
- Verhaltensforschung bei Insekten. Wir können bei Insekten keinen Intelligenzquotienten messen mit den gleichen Tests, wie man
- das bei Menschen macht. Aber wir können sie natürlich schon vor Herausforderungen stellen, die ihre Flexibilität erproben. Z.B. wo man
- fragt, ob sie zählen können oder ob sie verschiedene Aufgaben lösen können, die man auch bei Primaten und Rabenvögeln als Intelligenztest benutzt.
- Für einen der wichtigsten Intelligenztests setzt Lars Chitgar auf Hummeln. Sie leben in seinem Institut in der Queen Mary Universität.
- [Musik] [Applaus] [Musik] Viele Fähigkeiten wie die Brutpflege
- sind angeboren. Aber wären Hummeln auch in der Lage, eine völlig neue Aufgabe zu lösen, die etwa intelligente Kränen bewältigen können?
- Für ein Experiment wird Zuckerwasser in künstliche Blüten gegeben. Dann werden sechs Hummeln in die Box gelassen.
- [Musik] Nach und nach wissen alle, dass es hier eine Belohnung gibt.
- [Musik] Im zweiten Schritt ein Hindernis. Eine Plexiglasplatte versperrt den Zugang zur Belohnung. Jetzt können die Hummeln sie
- zwar noch sehen, aber sie nicht mehr erreichen. Den Faden ignorieren sie zunächst. Es ist halt bei diesem Versuch so, dass
- das Tier nicht einfach nur sich auf eine Futterquelle zubewegt, sondern eine neue Bewegung lernen muss, um an dieses Futter ranzukommen. Und das ist äh und
- halt an so einem Faden ziehen zu müssen. Und das ist halt eine Art, eine Belohnung zu kommen, die eine Biene oder Hummel noch nie in der
- Evolution näheren Geschichte in ihrer Stammesgeschichte lösen musste. Werden sie es schaffen, an dem Faden zu ziehen?
- Hummel Nummer 81. Probiert es. Schon nach 3 Minuten hat sie den Trick raus
- [Musik] und die anderen machen es ihr nach. Erste Erkenntnis: Winzige Insekten
- verstehen es genauso gut wie kluge Kränen mit Hilfsmitteln an Belohnungen zu kommen. Sehr eindrucksvoll. Also, das war uns
- schon klar, dass das die Leute sehr überraschen wird. Obwohl viele Kollegen seine Herangehensweise noch heute kritisieren,
- revolutioniert die Forschung des Biologen Schitkar den Blick auf Hummeln und Insekten. [Musik]
- Rund eine Million Insektenarten gibt es auf der Erde. Sie gehören zu den wirbellosen Tieren. Die meisten haben sechs Beine und drei Körpersegmente.
- Eine Insektenart, die der Mensch seit etwa 7000 Jahren domestiziert, ist die Honige. [Musik]
- Ein Bienenvolk wird auch als Superorganismus bezeichnet. Diese Synergie macht sehr komplexes Verhalten möglich. Als Gemeinschaft erreichen sie
- mehr. Alle Bienen können z.B. mit Flügel flattern den Stock temperieren. Aber ihn immer konstant auf 35° zu halten, das geht nur mit einem ausgefallten Plan. Um
- das zu erreichen, positionieren sich ausgewählte Tiere an strategischen Stellen. Jede Biene hat von Geburt an eine eindeutige Aufgabe.
- [Musik] Die Königin trägt ihren eindrucksvollen Namen zu Unrecht. Sie legt lediglich die stiftförmigen Eier und inspiziert die
- Brotfarben. Bis zu 5 Jahre alt kann sie werden. Sie wird meistens nur einmal in ihrem Leben
- begattet. Aus den unbefruchteten Eiern werden Drohnen aus den befruchteten Arbeiterinnen. Täglich liegt sie bis zu 2000.
- [Musik] 21 Tage nach der Eiablage schlüpft eine Arbeiterin. Mühsam befreit sie sich aus der Brutfarbe.
- [Musik] Wenige Zeit später wird sie schon wichtige Dienste verrichten müssen. [Musik]
- Die Arbeiterinnen geben im Bienenstad den Ton an. Im Sommer leben 30.000 bis 50.000 im Stock. Nach dem Schlüpfen kümmern sie sich als Stockbienen um die
- Hygiene, um die Klimatisierung und füttern die Larfen. Später bewachen sie das Flugloch vor Eindringlingen. Nach zwei bis dre Wochen werden sie zu
- Flugbienen und versorgen die Gemeinschaft mit Nektar und Pollen. Die Männchen, die Drohnen, haben riesige Augen. Im Sommer leben 2000 bis 6000
- Drohnen im Stock. Ihr Dasein hat nur einen Sinn. Beim sogenannten Hochzeitsflug fliegen sie mit frisch geschlüpften
- Jungköniginnen aus und begatten sie. Ein Bienenvolk ist streng organisiert. Seit rund 100 Millionen Jahren folgen
- sie diesem Erbe der Natur. Auch den Wabenbau beherrschen sie von Geburt an. Die sechseckigen Zellen haben alle exakt die gleichen Maße. Es braucht
- dafür keine Ingenieure, keine Baupläne. Sie wissen es einfach. Und doch, wer sich intensiv mit Honigbienen beschäftigt, stellt sich
- bald die Frage, ob sie wirklich alles instinktiv machen. Thomas Radetzki hält schon seit 40 Jahren Bienen und tritt mit Hilfe seiner Aureliastiftung für
- eine wesensgerechte Haltung ein. Das bedeutet etwa, dass die Tiere ihre Waben selbst bauen dürfen, statt den Nektar in menschengemachte Kunstwaben zu füllen.
- Seine Frau Daniela unterstützt ihn dabei. Alles frischer Nektar, ne? [Musik]
- Linde. [Musik] Bienen fliegen bis zu 5 km weit, um Nektar zu sammeln. Dabei bleibt auch
- Pollen an ihnen hängen. Eine einzige Biene kann so bis zu 1000 Blüten am Tag bestäuben. Den Nektar bringen Sie in den Stock. Dort wird er eingelagert und
- innerhalb weniger Wochen zu Honig. Die Flugbienen sind die Lebensversicherung des Bienenvolks. Würden sie nicht zurückfinden, würden alle Bienen
- verhungern. Deshalb müssen sie Meisterinnen im Navigieren sein. Wenn die Bienen den ersten
- Lebensabschnitt mit Stockaufgaben hinter sich haben, dann müssen sie sicher die Landschaft erobern. Die sind ja im Stockdunkeln gewesen, ihr Leben lang.
- Und dann kann man sehen, wenn die Jungbienen das erste Mal fliegen, dann fliegen sie raus, drehen sich gleich um und fliegen praktisch rückwärts. Immer
- den Blick auf den Kasten und die Umgebung gerichtet und entfernen sich dabei, fliegen rauf und runter. So lernen Sie die Koordinaten des Stocks
- und seine Umgebung kennen. Mit ihrem angeborenen Navigationssystem finden sie den Weg. Die Bienen haben ein super Zeitgedächtnis ähm und verfolgen den
- Sonnenlauf, auch wenn die Wolken da sind. Vor allem ihr Sonnenkompass hilft Ihnen sich zu orientieren und jederzeit zurück
- nach Hause zu finden. Aber klappt das auch, wenn man sie im Dunkeln an einen komplett fremden Ort entführt? Ein Experiment. Der Imker wält
- willkürlich fünf Flugbienen aus und markiert sie mit gelben Punkten. Seine Frau Daniela steckt sie in eine dunkle Box. Die Sonne als Orientierung fällt
- somit aus. Die Tiere können ab jetzt nicht mehr die Position ihres Stockes im Verhältnis zur Sonne bestimmen.
- Die nächste Hürde, Daniela Radetki radelt mit ihnen kreuz und quer durch die Landschaft. Insgesamt über 3 km.
- bis zum Marktplatz von Jessen. Die Bienen kennen diesen Ort nicht. Es gibt auch hier nichts zu holen. Kaum Blüten, kaum Nektar, kaum Pollen.
- Babies, die Tiere haben keinen Anhaltspunkt, wo ihr Zuhause ist. Finden sie trotzdem zurück.
- Hallo Thomas. Ja, ich habe sie vor 5 Sekunden losgelassen. Dann muss ich habe jetzt gestartet. Na, es kann halt sein, dass wir
- Bienen gezeichnet haben, die noch nicht genug über die Landschaft gelernt haben. Das sieht man ihn ja nicht an. Da. Es macht sie wieder wie die andere wie so
- ein zweimal so ein Kreis ob sie sich orientiert. Theoretisch können natürlich auch ein Vogel sie gefressen haben.
- Bienen fliegen schnell. Über 20 km in der Stunde. Es ist gerade einmal 1 km Luftlinie vom Marktplatz bis zum Stock.
- [Musik] Da, da, da. Cool.
- Alle fünf Bienen finden nach Hause. Also unter 2 Minuten war keine. Die längste, die war 48.
- [Musik] Dieses Bienenexperiment stammt aus dem 19. Jahrhundert. Der Verhaltensbiologe Jean-Henri Fabr hat es erfunden, aber
- erst seit ein paar Jahren weiß man die Lösung. Wie wir Menschen bedienen sich die Bienen offenbar einer virtuellen
- Landkarte, die ihr Gehirn erstellt. Darin können Sie Orientierungspunkte wie Bäche, Häuser, Blühwiesen, Wege und ihre
- Position im Verhältnis zum Bienenstock abspeichern. Im Flug können Sie deshalb auch von einem neuen Ort innerhalb ihres
- Lebensraums perfekt nach Hause navigieren. Eine erstaunliche Leistung. Dabei ist doch ihr Gehirn gerade einmal so groß
- wie ein winziges Reißkorn. Darin sind etwa eine Million Neuronen verknüpft. Im Vergleich dazu befinden
- sich im menschlichen Gehirn 86 Milliarden Nervenzellen. Sie verarbeiten und speichern z.B. Bilder, Formen, Sprache und Erfahrungen.
- Auch ihre Verwandten, die Hummeln, haben so ein winziges Gehirn. Die Lösung, warum sie so intelligent sind, hat nicht nur mit der Anzahl ihrer Nervenzellen zu
- tun. Alle Insekten besitzen ein Strickleiternvensystem, das über den gesamten Körper verteilt
- ist. Dieses besteht aus Segmenten, den Ganglien. Sie dienen zur Verarbeitung sensorischer Informationen und zur Steuerung motorischer Aktivitäten. Im
- Kopf sind mehrere Ganglehen zum Gehirn verschmolzen. Eine enorme neuronale Stimulation beginnt in den Antennen, die zugleich
- Geruchs, Geschmacks, Höhe und Tastorgan sind. 60.000 winzige Poren nehmen an den Gliedern der Antennen Duftstoffe auf.
- Von diesen Duftrezeptoren geht es in das erste Riechzentrum, den sogenannten Antennenloben. Dort findet eine erste Verarbeitung statt.
- Entlang zweier Nervenstränge, die aus vielen einzelnen Nervenzellen bestehen, erreichen die Reize den sogenannten Pilzkörper.
- Vermutlich liegt hier das zentrale Lern und Gedächtniszentrum. [Musik]
- Formen, Farben, Gerüche, Landschaften. All das muss eine Biene oder eine Hummel blitzschnell verarbeiten. Nur wenige hundert Neuronen hat sie dafür. Deswegen
- arbeitet das winzige Insektengehirn trotz seiner Größe so effizient. [Musik] Die meisten Menschen sehen in Insekten
- keine Unterschiede, weder im Aussehen noch im Verhalten. [Musik] Doch könnte z.B. diese Wespe nicht
- gelernt haben, mutiger zu sein als ihre Schwestern? [Musik]
- Sie weiß ganz genau, wie sie sich geschickt aus der gefährlichen Honigfalle befreien kann.
- Bielefeld. Mit Persönlichkeitsmerkmalen von Insekten beschäftigt sich an der hiesigen Universität die Biologin Caroline Müller.
- Dafür hat sie sich eine besondere Käferart ausgesucht, den Mehrrettig Blattkäfer. Er ist winzig klein.
- [Musik] Auf den ersten Blick ein Käfer wie jeder andere. keine Unterschiede in Form,
- Muster oder Farbe und auch das Verhalten scheint zunächst gleich zu sein. Bei Wirbeltieren sieht man ganz klare Unterschiede innerhalb einer Art. das
- kennt jeder von seinem Hund oder Katze. Und ähm bei dieser Forschung an Wirbeltieren haben wir dann gedacht, wir müssten das ja eigentlich auch mal in
- Insekten testen und schauen, wie weit nicht dort auch innerhalb einer Art individuelle Unterschiede bestehen. Und dann haben wir diese Tests, die für
- Wirbeltiere entwickelt wurden, genommen, verkleinert, für die Größe auf unsere kleinen Käfer angepasst und dort dann getestet.
- Die Versuchstiere haben die gleiche Mutter, den gleichen oder andere Väter und eigentlich nur eines im Sinn, fressen und Nachwuchs zeugen.
- Das erste Experiment: Wie risikofreudig sind die Käfer. Getestet wird dafür ihr Fluchtverhalten. Um die Tiere zu unterscheiden, hat sie Caroline Müller
- markiert. Wir nehmen unsere Käfer und lassen die hier fallen. Und das wäre so wie ein, wenn ein Vogel z.B. einen Käfer doch
- noch mal fallen lässt und dann rennt der Käfer weg. Also ist eher eine Fluchtreaktion, die die Tiere in diesen Openfield zeigen.
- Bei vielen ist die Reaktion zunächst die gleiche. Sie flüchten schnell aus der Mitte der Petrischale an den Rand, um Schutz zu finden.
- Doch dann gibt es einen Käfer, der sich anders verhält. Er lässt sich Zeit, trottet ganz gemütlich weg, sieht sich um und geht
- erst dann zum Rand. Was mich bei dem Open Field Test besonders begeistert ist, dass man dort sei ein klar sieht, dass einzelne Tiere,
- die ich dort reinsetze in der ersten Woche, besonders schnell am Rand der Petrischale sind, das genau dasselbe Tier in drei Wochen, wenn ich es wieder
- teste, auch wieder ganz schnell am Rand ist, wenn es andere Tiere gibt, die sind langsamer und die werden auch in drei Wochen, wenn ich sie wieder teste,
- langsamer sein und dass es so eine Konsistenz gibt, dass also Individuen wirklich sehr unterschiedlich sind. Das hätte ich nicht erwartet wirklich von
- den Blattkäfern. Im nächsten Versuch wird ein zweites Merkmal untersucht, die Aktivität. Jeder Käfer bewegt sich 30 Minuten lang in
- einer Petrischale. Die Bewegungsmuster werden durch eine Auswertungssoftware sichtbar gemacht. Rot und gelb bedeuten eine lange Verweildauer an derselben
- Stelle. Blau eine kürzere und weiß gar keine. Die Unterschiede sind wirklich enorm. Dieser zeigt ein ganz anderes Verhalten.
- Er blieb meistens am Rand, oder? Ja, aber er hat auch das Zentrum intensiv verkundet im Gegensatz zu diesem, der die ganze Zeit am Rand war,
- aber sonst nicht viel erkundete. Nur wenige Forschende widmen sich weltweit den Persönlichkeitsmerkmalen
- von Insekten. Dafür gibt es womöglich einen ganz banalen Grund.
- Nehmen wir an, es gäbe einen gigantischen Riesen, dann würden wir Menschen diesem Riesen auch winzig erscheinen. Und der Riese könnte auch
- sagen, die sehen sich doch alle sehr ähnlich. Aber wenn dieser Riese unser Verhalten analysieren würde, könnte er auch Unterschiede bemerken.
- Gene und Umweltfaktoren prägen die Persönlichkeiten der Käfer wie beim Menschen. Warum sind Unterschiede so wichtig? Für die Anpassung an
- Bedrohungen und Umweltveränderungen aller Art ist Vielfalt in einer Population von großem Vorteil.
- Auch an der Universität Tour wächst zwar das Wissen über smarte lernfähige Insekten, aber gleichzeitig tauchen neue Rätsel auf.
- Eines, das den Biologen Joel Mier und seinem Team Kopfzerbrechen macht, hat mit der Brutpflege zu tun.
- [Musik] Urwürmer kümmern sich um ihr Gelege ähnlich wie Vögel. Das Weibchen behütet die Eier und bleibt immer in der Nähe.
- Nach zwei Monaten schlüpfen die Larfen. Jetzt beschützt das Ohrwurmweibchen sie gegen Fressfeinde. Im Insektenreich ein recht ungewöhnliches Verhalten.
- Normalerweise wachsen Insektenlarfen selbstständig auf. Sie brauchen keine Nestwärme. Direkt nach dem Schlüpfen können sie für sich selbst sorgen und
- gehen auf Jagd. Die Urwurmlarfen dagegen sind friedlich. Die Mutter begleitet ihren Nachwuchs intensiv beim Start ins Leben.
- Hier sieht man, wie die Mutter die Jungen mit ihren Mundwerkzeugen transportiert, um sie an einen neuen Ort zu bringen.
- So wie es Katzenmütter tun, wenn sie gestresst sind, dann nehmen sie die Jungen und bringen sie an einen anderen Ort.
- Könnten die laufen nicht auch ohne Mutter aufwachsen? Wozu der Aufwand? Joel Müner fand heraus, dass auch die Mutter von der intensiven Brutpflege
- profitiert, denn die Kleinen säubern das Weibchen von Parasiten. Ist die Brutpflege der Urwürmer angeboren? Um dies herauszufinden, trennt er die
- Mutter von ihren frisch geschlüpften Urwurmbabys und lässt sie ohne ihre Fürsorge aufwachsen.
- Später bekommen diese schlecht versorgten Tiere selbst Nachwuchs. Wie würden Sie sich jetzt um ihren Nachwuchs kümmern?
- Einige Wochen später ist das Ergebnis verblüffend. Wir könnten zeigen, dass ein Urwurmbaby ohne diese Brutpflege sich auch weniger
- um seinen Nachwuchs kümmert, wenn es Selbstmutter ist. Wir vermuten eine Form des Lernens. Es gibt keinen Grund, warum sie nicht
- lernfähig sein sollten oder dass ihre Gehirnstruktur dafür nicht geschaffen sein könnte. Wir wissen es ganz einfach nicht und daran müssen wir arbeiten.
- Jetzt untersuchen die Fauschenden den kompletten Lebenszyklus der solitär lebenden Insekten. Wenn selbst Ohrwürmer lernen, gibt es dann noch andere
- Insekten, die komplexere Denkfähigkeiten entwickelt haben? [Musik]
- Für Insektenforscher ist die US Kleinstadt Ann Arber ein besonderer Ort. An der Universität von Michigan widmet sich ein eigener Forschungsbereich einer
- besonderen Wespenart und ihrem intelligenten Verhalten. Der Papierwesper. Sie baut ihre Nester aus Holzfasern. die
- sie mit ihrem Speichel als Kleber zu einem festen Brei vermischt. Diese Baumasse wird nach dem Trocknen sehr hart.
- So entstehen weiße Papierbauten. [Musik] Besondere an Papierwespen. Jede einzelne
- hat ein anderes Gesicht. Farbe und Maserung sind bei keinem Tier gleich. [Musik] Zu Papierwespen forscht Elizabeth
- Tibbetsz schon seit über 20 Jahren. [Musik] Im Vergleich zu Bienen sind Papierwespen weniger straff organisiert.
- Sie leben in einer Kolonie wie in einer lockeren Wohngemeinschaft zusammen. Womöglich hat dieser Umstand damit zu tun, dass ihre Gesichter so verschieden
- sind und damit, dass sie sich auch gegenseitig erkennen. Das würde bedeuten, dass es im Gehirn
- einen eigenen Bereich für visuelles Erkennen und Abspeichern gibt. Bisher war das nur von Bienen bekannt. Einige Wespen haben gelbe Augenbrauen,
- manche haben kleine schwarze Flecken in der Mitte ihres Gesichts, andere wieder nicht. Und die hier gehören alle derselben Art an. Sie leben alle in
- einer Gruppe, sehen aber unterschiedlich aus und man fragt sich, warum. Verhaltensstudien belegen, dass Papierwespen die Gesichter ihrer
- Artgenossen tatsächlich unterscheiden können. Wespen können Gesichter erkennen, weil Individualität so wichtig ist. Jedes
- Tier hat innerhalb der Kolonie eine andere Rolle. Sie können freundlich sein oder gemein oder auch kooperieren. Manchmal greifen sie sich gegenseitig an
- und deshalb ist es für Wespen so wichtig zu wissen, wer wer ist. Papierwespen sind tagaktiv. Nähert sich eine fremde Wespe dem Nest,
- erkennen Artgenossen dies am unbekannten Gesicht. [Musik] Der Fremdling wird bedroht oder
- angegriffen. Die Fronten sind schnell geklärt. Im botanischen Garten des Forschungsinstituts studiert die
- Biologin Emily Laub die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung. Mehrere Nester dienen als Studienobjekte.
- Emily Laub und Elizabeth Tibetsz haben herausgefunden, dass einzelne Papierwespen ausgeprägte Persönlichkeiten besitzen. Im gleichen
- Nest legen mehrere Weibchen ihre Eier ab. Bei den Bienen legt ausschließlich die Königin Eier. Kein Wunder, dass das Sozialleben der Wespen vielschichtiger
- ist als das im streng durchstrukturierten Bienenstock. Manche Wespen sind besser vernetzt als andere. Sie knüpfen lieber soziale
- Kontakte. Andere wiederum sind aggressiver. Sie neigen dazu, mit Westen zu kämpfen, die sie nicht kennen.
- Auch in Sachen Aktivität unterscheiden sie sich, wie viel Zeit sie damit verbringen, sich zu bewegen, wie groß ihr Hang ist, neue Gebiete zu erkunden.
- Es ist Ende Juli. Die Papierwespen versorgen ihren Nachwuchs, auch mit Hilfe der Wissenschaftlerinnen. ist jetzt friedlich im Nest. Anders als
- im Frühjahr, wenn mehrere Weibchen darum kämpfen, Königin zu werden. Hier sind ein paar potenzielle Königinnen, die alle anderen Königinnen
- genau inspizieren, die beiden hier kämpfen. Man kann sehen, dass sie sich gegenseitig mit ihren Antennen auf die Vorderbeine schlagen.
- Die anderen Wespen schauen dabei zu. Sehen Sie, sie kommen näher und sie hier fragt sich, wer diesen Kampf wohl gewinnen wird.
- So lernen sie sich gegenseitig kennen und ihre vorhergehenden Erfahrungen mit einem Individuum beeinflussen ihr zukünftiges Kampfverhalten.
- Die Forscherinnen wollen es genauer wissen, denn das würde bedeuten, dass Papierwespen abstrahieren, sich also nicht nur Dinge merken können, sondern
- sie auch analysieren und Schlussfolgern. Könnte eine Papierwespe eine Denksportaufgabe lösen, die nicht einmal Kleinkinder schaffen? Das Prinzip für
- den Test mit den Wespen wäre stark vereinfacht. Folgendes: Moment, lassen Sie uns erstmal das hier ansehen. Wir haben einen Drachen, eine
- Kuh und einen Dinosaurier. Der Drache ist ein besserer Kämpfer als die Kuh und die Kuh ein besserer Kämpfer als der Dinosaurier.
- Selbst wenn sie den Drachen und den Dinosaurier nie zusammengesehen hätten, könnten Sie raten, wer gewinnt. Sie wären in der Lage zu sagen,
- wahrscheinlich ist der Drache stärker. Das ist eine sehr grundlegende Art einer transitiven Inferenz. Mit dem Wissen, dass der Drache stärker
- ist als die Kuh und die Kuh stärker als der Dinosaurier, können Sie korrekt auf einen völlig neuen Zusammenhang schließen, den Sie noch nicht kennen.
- Bis vor kurzem wurde diese logische Argumentationsfähigkeit ausschließlich dem Menschen zugeschrieben. Inzwischen weiß man, dass
- auch Affen, Vögel oder Fische dazu in der Lage sind. In der Psychologie wird die Fähigkeit von bekannten Beziehungen auf Unbekannte zu schließen transitive
- Inferenz genannt. Das gleiche Experiment, nur nicht mit Stofftieren, führen die Forscherinnen jetzt mit den Papierwespen durch. Nun kommen Farben
- zum Einsatz. Im ersten Durchgang müssen Sie sich fünf verschiedene Farben merken. Die Tiere sollen sie im nächsten Schritt in eine
- logische Reihenfolge zueinandersetzen. Dazu wählen die Wespen in vier Durchgängen aus jeweils zwei Farben eine aus. Eine verursacht kleine
- Stromschläge, die andere nicht. Aber bis auf gelb und hellblau können alle anderen Farben je nach Paarung beides einen Stromschlag verursachen oder auch
- nicht. Beim ersten Farbenpaar bevorzugt die Wespe gelb. Sie hat im ersten Durchgang gelernt, blau ist mit einem Stromschlag
- verbunden. Diese Aufgabe hat sie richtig gelöst. Durch viele Wiederholungen lernen Sie, blau ist schmerzhafter als gelb, lila
- schmerzhafter als blau, grün schmerzhafter als lila und hellblau schmerzhafter als grün. Also bevorzugen Sie die Farben ohne Stromschlag.
- Wie Farben jeweils mit Schmerz gekoppelt sind, folgt einem logischen Prinzip, wie bei den Stofftieren. So kann die Wespe am Ende des Experiments eine Rangfolge
- bilden. Kann die Wespe nun auch ein Farbenpaar richtig bewerten, auf das sie niemals trainiert wurde?
- Welche Farbe würde sie nun vorziehen? Blau oder grün? Sie entscheidet sich logisch korrekt für blau. Wie wertvoll ist diese Fähigkeit auf
- unbekanntes logisch zu schließen für den Alltag einer Papierwespe. Das Leben der Wespen ist so organisiert, dass jeder, mit dem sie interagieren, in
- einer linearen Hierarchie steht, von der dominantesten bis zu am wenigsten Dominanten. Durch die transitive Inferenz können Sie erraten, wie stark
- andere Wespen sind, ohne tatsächlich kämpfen zu müssen. Sie können sich sagen, letzte Woche habe ich Susi besiegt und heute hat Susi Jane besiegt.
- Also könnte ich wahrscheinlich Jane im Kampf schlagen. Das hilft Ihnen Leben und Konflikte zu bewältigen, ohne mit jedem zu kämpfen, auf den sie treffen.
- Die Forscherinnen beobachten die Kämpfe der Westen genau. Oft stellen sie wie hier fest, dass eine Kontrahentin aufgibt, bevor es zum Kampf kommt.
- Wahrscheinlich hat sie geschlussfolgert, dass sie keine Chance hätte. Ob noch andere Insektenarten so genial logisch denken können, weiß man nicht.
- Ihre Verwandten, die Honigbienen, konnten diese Aufgabe nicht lösen. Ich glaube nicht, dass Wespen so etwas wie Universalgenies sind. Sie werden nie
- ein Bild malen oder ein Buch schreiben, aber es gibt ein paar Dinge, in denen eine Wespe wirklich gut sein muss, um erfolgreich zu sein. Sie müssen gut in
- der Gesichtserkennung sein. Sie müssen gut darin sein, Beziehungen zu verstehen. Und besonders in diesen Bereichen sind Wespen Genies.
- [Musik] Wenn Insekten intelligent sind, können sie dann auch Empfindungen und Gefühle haben, wie etwa Primaten? Wie empfindet
- z.B. eine Hummel Schmerzen? mit einem Reflex oder nimmt sie den Schmerz wahr und entscheidet dann, wie sie reagiert.
- Karl von Frisch, der Anfang des 20. Jahrhunderts den Schwänzeltanz der Bienen entdeckt hatte, bezweifelte, dass Insekten überhaupt Schmerzen spüren. Er
- machte folgenden Versuch. Eine Biene erhält Zuckerwasser. Während sie trinkt, durchtrennt Karl von Frisch ihren Körper. Dann macht der
- Bienenforscher eine Beobachtung. Die Biene zeigt keinen Schmerzreflex, sondern trinkt noch ein paar Sekunden weiter, bevor sie stirbt. Für ihn der
- Beweis, dass Insekten keine Schmerzrezeptoren haben. Das ist natürlich Unsinn, denn also jeder, der ähm mal beobachtet hat, wie
- jemand ein ähm Gras ähm Hüpfer auf einen Angelhaken feststeckt oder dergleichen, der wird natürlich sehen, dass das Tier ähm von dieser äh Erfahrung nicht
- begeistert ist und sich mit nach Kräften wehrt. Und genauso ist es natürlich so, wenn man ein eine Biene belästigt, indem man sie zwischen zwei
- Fingern rollt, dann stellt man sehr schnell fest, dass die natürlich eine angemessene Reaktion darauf hat. Durch neuere Studien weiß man, dass
- viele Insektenarten Schmerzrezeptoren besitzen, also auf einen Reiz reflexartig reagieren können. Interessant ist dann die Frage, ob sie
- auch, wie wir Menschen, einen Schmerz ertragen könnten. Der Philosophon Berg beschäftigt sich mit den Empfindungsvermögen von Tieren. Seine
- Forschungsgruppe fand heraus, dass Octopusse, Hummer und Krabben mit großer Wahrscheinlichkeit Schmerzen kognitiv wahrnehmen. Sie gehören genauso wie die
- Insekten zu den wirbellosen Tieren. Hummer werden in vielen Küchen lebendig in kochendes Wasser geworfen. Die Tiere überleben dort noch bis zu 3 Minuten
- weiter. Währenddessen kommt es zu einem wahren Sturm im Nervensystem. Genau wie bei
- einem Menschen oder einem anderen Tier, das in kochendes Wasser geworfen würde. Das ist kein schneller, kein humaner Tod.
- Jonathan BGS Erkenntnisse haben dazu geführt, dass zukünftig bei allen Tierschutzgesetzen in Großbritannien auch das Wohl von Octopussen, Krabben
- und Hummern berücksichtigt wird. Jetzt untersucht das Londoner Forschungsteam, ob auch Insekten schmerzen empfinden und somit gesetzlich geschützt werden
- müssten. In Großbritannien und bald auch in der Europäischen Union. Die Fragestellung ist hochaktuell, auch weil Insekten als Lebensmittel für
- Menschen immer wichtiger werden. In St. Leonhard in Kernten züchtet Andreas Kreuz Mehlwürmer. Auf 65 Quadm 500 kg Insekten pro Monat.
- [Musik] Wie artgerecht sollen Insekten aufwachsen und wie sollen sie möglichst human getötet werden? Vor kurzem ist
- eine EU-Regelung in Kraft getreten, nach der Mehlwürmer und andere Insekten in Lebensmitteln verarbeitet werden dürfen. Andreas Kreuz füttert seine Mehlwürmer
- aus diesem Grund mit hochwertiger Nahrung. Also in so einer Kiste, was wir da drinnen haben, da leben etwa 10.000
- Tiere pro Kiste und gefüttert werden sie eigentlich nur mit Lebensmittel Nebenströmen wie Weizenkleie, Bierhäfe, Obst und Gemüse, in dem Fall man jetzt
- Kartoffeln, die für den Handel ungeeignet sind und dementsprechend für uns perfekt als Futtermittel fungieren. Nach drei bis vier Monaten sind die
- Larfen alt genug für die weitere Verarbeitung. Dann werden sie nach Größe sortiert. Es ist nicht schwer, Mehlwürmer artgerecht zu halten. Sie
- lieben es in Massen zusammenzuleben. [Musik] Aber können vielleicht selbst Mehlwürmer, die zu den Insektenlarfen
- gehören, Schmerzen kognitiv wahrnehmen, also Gefühle empfinden? [Musik] in der Produktion muss sagen, weder
- Schmerz noch sonst irgendwas wä mir jemals bewusst aufgefallen und selbst auch der Sortiervorgang der ja mit sehr viel Sieben und so weiter passiert merkt
- man danach keinen Einfluss, dass ihr weniger fressen würden oder sonst irgendwas die verholten sich ganz normal weiterhin.
- Trotzdem hat sich der Landwirt Gedanken über die Tötung der Tiere gemacht. Er hat sich für eine sanfte Methode entschieden, die dem natürlichen
- Lebenszyklus der Tiere im Winter entspricht. Bei -20° werden die Tiere eingefroren. Irgendwann hört der Stoffwechsel auf zu arbeiten. Die Tiere
- sterben. Im Gegensatz zu dem Kerntnerzüchter nimmt die industrielle Landwirtschaft
- kaum Rücksicht auf Insekten. Insektizide töten Milliarden Tiere. Betroffen sind nicht nur die Insekten, die Pflanzen schädigen, sondern auch Nützlinge. Diese
- Bienen wurden mit Pflanzenschutzmitteln vergiftet. Minutenlang dauert ihr Todeskampf. Ob die Tiere mehr als nur einen Schmerzreflex empfinden, konnte
- die Wissenschaft bislang nicht eindeutig klären. [Musik] Damit beschäftigt sich aktuell eine
- Forschungsgruppe an der Queen Mary Universität in London. Der Verhaltensbiologe Lars Chitka hat einen aufwendigen Versuch entwickelt.
- Der Biologe stellt das Experiment nach. In einer Box stehen mehrere Futterstellen. Die gelben enthalten eine zehnprozentige Zuckerlösung.
- In den Rosabehälter gibt der Biologe eine 40prozentige Zuckerlösung. Für die Hummeln der größere Reiz. Allerdings gibt es dort ein Handicap. Die Fläche
- darunter wird auf bis zu 55° erhitzt. Die Frage ist, ob die Bienen, wenn man ihnen einen unangenehmen Hitzereiz bietet, einfach nur reflexartig davor
- fliehen oder ob die das lernen können, ihren Reflex zu unterdrücken, wenn sie eine besonders gute Belohnung bekommen. Bei Säugetieren liegt es nahe, dass sie
- Schmerzen empfinden. Ihr Nervensystem ähnelt dem des Menschen. Über das Strickleiternvensystem der Insekten ist aber noch zu wenig bekannt. Solche
- Versuche können Hinweise geben. Ein Tier bemerkt, dass es an der gelben Futterstelle etwas Süßes gibt. Ein anderes hat noch keine Ahnung, dass
- das Zuckerwasser im Rosabehälter noch süßer ist. Obwohl die Hitze die Hummeln stresst, fliegen immer mehr dorthin.
- Die viel beachtete Studie aus dem Jahr 2022 belegt, dass die Hummeln den Hitzeschmerz im Tausch gegen die süße Belohnung in Kauf nehmen. Also diese
- schlaue Hummel hat das begriffen, dass es an den rosafarbenen Futterstellen besseres Futter gibt und dass man dazu die Zähne zusammenbeißen muss und seinen
- Reflex unterdrücken muss, normalerweise sich davon zurückzuziehen und hat trotzdem sich das gute Futter auf dieser eigentlich schmerzvollen Plattform
- abgeholt. heißt, dass die das natürliche Verhalten sich von diesem schmerzvollen Stimulus zurückzuziehen unterdrückt werden kann.
- Dieses Experiment ist ein weiterer Hinweis für die Vermutung, dass Insekten ein Empfindungsvermögen haben und dass sie ihre Reaktionen auf Reize an die
- Situation anpassen. Last Chitgar arbeitet eng mit dem Philosophen Jonathan Burg zusammen. Für ihn stellen sich noch ganz andere Fragen.
- Der Begriff Empfindungsvermögen ist für den Tierschutz und das Tierrecht sehr wichtig geworden, weil er alle Emotionen erfassen soll, die ein Tier haben kann.
- Die Fähigkeit, Gefühle zu empfinden, wie etwa Schmerz oder Lust, aber auch Wohlgefühl, Unbehagen, Freude oder Erregung. Und diese Vorstellung ist sehr
- nützlich, denn wir wollen ja nicht immer nur über Schmerzen sprechen. Mit seinen Aussagen provoziert der Philosophele Menschen, die mit Insekten
- forschen. Denn nahe an dieser Argumentation liegt die Frage, ob Insekten etwa ein eigenes Selbst, also ein Bewusstsein haben.
- Was macht dich als Person aus? Worin genau besteht diese subjektive innere Welt? Ich weiß nicht, ob eine Wespe sie hat. Ich weiß nicht, wie man das
- überhaupt messen sollte. Das hat interessante philosophische Konsequenzen, wenn man bedenkt, wozu Tiere fähig sind und wie sie denken und
- wie wir sie behandeln. Wespen mögen vielen Menschen nicht besonders niedlich erscheinen, aber sie sind zu solch komplizierten kognitiven
- Leistungen fähig. Das wirft viele Fragen auf. Ja, in ihren Köpfen geht eine Menge vor. Wir wissen jetzt, wie klug und sensibel
- Insekten sind. Doch durch unser Tun droht vielen Arten das aus. Und damit schaden wir nicht nur den smarten Insekten. M.
- [Musik] [Musik]
- [Musik]