Religionswissenschaft studieren | Einfach gefragt | UNIVERSTÄT LEIPZIG Universität Leipzig https://www.youtube.com/watch?v=mI0YfakkUkI Transkript (automatisch erstellt) 0:06 Wenn man sich die Frage stellt, was die Religionswissenschaft von der Theologie unterscheidet, lohnt es sich 0:11 sich zuerst einmal anzuschauen, womit man sich eigentlich im Studium befasst. Im Fachjargon sprechen wir vom religiösen Feld. 0:17 Das kann man sich so vorstellen, dass man einfach sieht, dass es Menschen gibt, die sagen: 0:21 "Ich bin religiös und ich tue Dinge aus, meinem Glauben heraus." Sie haben also eine religiöse Motivation. 0:26 Wenn ich jetzt Theologie studiere, dann bin ich aktiv Teil dieses Feldes. Wenn ich Religionswissenschaft studiere, 0:33 dann habe ich eine beobachtende Perspektive. In der Religionswissenschaft stellen wir 0:37 uns dann Fragen: "Woher kommt das eigentlich?" "Warum tun die Menschen das?" 0:40 "In welchem historischen und gesellschaftlichen Kontext steht das?" Das heißt aber auch, bei der 0:45 Religionswissenschaft ist es nicht notwendig, dass ich tatsächlich irgendein Glauben habe, dass ich an das 0:50 glaube womit ich mich befasse, sondern wir haben eben eine wertneutrale Perspektive, anders 0:55 als bei der Theologie und wir sind inhaltlich und methodisch deutlich breiter aufgestellt. 1:02 Als ich überlegt habe, was ich gerne studieren möchte, war für mich relativ schnell klar, 1:06 dass ich in die gesellschaftswissenschaftliche Richtung gehen möchte. Und das Thema Religion fand ich schon immer 1:11 irgendwie spannend und war auch selber kirchlich aktiv. Ich bin dann auch Religionswissenschaft 1:15 gestoßen und ich habe mich in dieses Studium verliebt wegen den breiten Inhalten, die angeboten 1:20 werden, wegen der vielseitigen Methodik und den ganzen Kompetenzen, die man hier erlernt. 1:24 Und habe mich dann für den Studienstandort Leipzig entschieden, weil es hier eben auch 1:28 einen besonderen Schwerpunkt auf Südostasien und Ostasien gibt. Der Schwerpunkt, den ich mir bisher zu 1:38 meinem Studium gesetzt habe, ist der Buddhismus und Religionen auf dem Kontinent Afrika. 1:42 Weil ich es sehr interessant finde zu sehen, was in den letzten 2000 Jahren außerhalb von Europa 1:47 an Geschichte passiert ist, an Entwicklung, welche Religionen die Menschen sich ausgedacht haben, 1:51 welche Praktiken sie machen, welche Systeme sie entwickelt haben und wir hier an der Uni 1:56 mit unseren Professoren super Experten an der Seite haben, die uns unterstützen und den 2:01 Unterricht sehr spannend gestalten. Leipzig ist eine sehr junge und eine sehr 2:09 grüne Stadt, in der man viel unternehmen kann und es auch sehr viele Angebote gibt. 2:13 Und an der Uni haben wir hier unten die Dokumentarstelle In der sammeln wir sogenannte Graue Schriften, 2:17 also alles, was es vielleicht nicht unbedingt in die Bibliothek schafft. und archivieren diese und wir haben als Studenten die 2:24 Möglichkeit darauf zuzugreifen, uns hier zu informieren, auch Praktika zu machen und auch die Leute, die hier 2:31 arbeiten, stehen uns dann immer beratend zur Seite. In der Religionswissenschaft bilden wir nicht für ein konkretes Berufsbild aus. 2:39 Man erlernt eine Vielzahl an Methoden und arbeitet sich in viele Themen ein. Und dementsprechend vielfältig sind auch die Berufsperspektiven. 2:46 Man kann beispielsweise für NGOs arbeiten, man kann in den Journalismus gehen, im Wissenschaftssystem bleiben und noch so vieles mehr. 2:53 Mein persönlicher Favorit ist der Bildungsbereich, weil ich einfach im Studium gelernt habe, 2:57 wie wichtig es ist, Kompetenz im Umgang mit Religion zu haben, Verständnis zu haben, für religiöses Leben. 3:02 Und ich möchte einfach meinen Teil dazu beitragen, dieses Wissen weiterzutragen. Am meisten überrascht hat mich einerseits, dass 3:08 Religion in allen Sphären der Gesellschaft zu finden ist. Von Popkultur bis Politik beeinflusst es eigentlich alles. 3:15 Und auf der anderen Seite habe ich von mir selbst nie als jemand gedacht, der wissenschaftliches Arbeiten wirklich 3:20 spannend finden kann und gut darin sein kann. Und zu merken, dass aber auch, wie ich persönlich an Probleme herangehe, 3:26 mittlerweile sich verändert hat, dadurch war für mich auch sehr überraschend.