Wo kommen die Gewerkschaften her? #geschichte #gewerkschaft #klassenkampf #kommunismus Wissen mit Doktor D https://www.youtube.com/watch?v=lZ4_BOf1paI Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Wo kommen eigentlich die Gewerkschaften her? Gerade gibt es Streiks. Man hört wieder den Begriff des Arbeitskampfes und es ist sehr interessant 0:07 geschichtlich mal etwas tiefer einzutauchen. Die ersten Arbeitervereine entstehen im Zuge der 48er Revolution 1848. Schon im Vormärz gibt es Ansätze 0:17 und eine prägende Persönlichkeit bündelt diese Arbeitervereine und schafft die sogenannte allgemeine deutsche Arbeiterverbrüderung. Diese gilt als 0:25 eine der Keimzellen der deutschen Gewerkschaften. Und diese prägende Persönlichkeit, das ist Stefan Born, der 1824 geboren wird und der zunächst 0:35 Kommunist ist, der mit Friedrich Engelsverkehr, der Karl Marx kennt, der für den Kommunistenbund arbeitet und er schlägt auch zunächst vor, man könne 0:44 sich die Aufgaben ja aufteilen, der Kommunistenbund ist zuständig für die Theorie und die allgemeine deutsche Arbeiterverbrüderung ist für die 0:51 praktische Organisation zuständig. Arbeitskampf, dann also Mittel zum Klassenkampf. Stefan Born wendet sich dann allerdings ab vom Kommunismus, 1:01 kommt zu sehr viel gemäßigteren Forderungen. Da fällt dann auch zum ersten Mal der Begriff des Sozialdemokraten 1:07 und es geht mehr um sozialreformerische Ansätze, aber dieses Spannungsverhältnis, einerseits Reforansätze, andererseits 1:15 kommunistische Ideen lässt sich auch später noch verfolgen. Z.B. im Eherforter Parteiprogramm der SPD, das von 1891 ist Karl Kauzi, ist einer ihrer 1:26 Urheber. und erläutert dieses Eirfter Parteiprogramm in einer Schrift von 1892. Habe ich euch hier mitgebracht und das 1:35 ist sehr interessant, was er sagt. Er regt sich also teilweise auf über die Gewerkschaften, dass die viel zu pragmatisch sind, viel zu wenig 1:42 klassenkämpferisch. Und er sagt: "Ein ursprüngliches Kampfmittel des Proletariates ist der Boikott und vor allem der Streik. Aber dabei darf das 1:52 Proletariat nicht stehen bleiben. Seine Kämpfe müssen einen politischen Charakter annehmen, denn wie bereits das kommunistische Manifest sagt, jeder 2:01 Klassenkampf ist ein politischer Kampf." Das heißt, Streik ist hier ausdrücklich ein Mittel zum Klassenkampf. Und wohin führt der Klassenkampf? Das sagt er sehr 2:10 klar. Der Klassenkampf des Proletariats hat zum naturgemäßen Ziel die sozialistische Produktion. Das heißt, dass sämtliche Produktionsmittel in der 2:19 Hand der Proletarier sind. Dieses Spannungsverhältnis liebe Eugel mit kommunistischen Ideen auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber 2:25 Pragmatismus und auch kein Vorgehen gegen den Staat, sondern einfach nur der Versuch, gute Arbeitsbedingungen herzustellen. Vielleicht findet man 2:33 dieses Spannungsverhältnis heute noch zu weilen, wenn manche Gewerkschaftsvertreter ziemlich pragmatisch argumentieren und andere 2:40 doch eine gewisse Ideologie durchschimmern lassen. Ist das nicht spannend? Vielen Dank fürs Zuschauen, abonniert diesen Kanal und bis zum 2:48 nächsten Mal. Yeah.