Warum Frankreich ein Problem hat MrWissen2go https://www.youtube.com/watch?v=iF8crBezySA Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Stellt euch mal ein Land vor, in dem es innerhalb eines Jahres vier verschiedene Regierungen gab, 0:04 in dem die aktuelle Regierung gar keine absolute Mehrheit hat. Ein Land, das hochverschuldet ist, 0:09 und dass seinen Verpflichtungen immer schwieriger nachkommen kann. Welches Land könnte das sein? 0:14 Okay, bei dem Titel des Videos habt ihr's euch gedacht. Aber ganz ehrlich: 0:17 Wusstet ihr, dass Frankreich derart tief in einer Krise steckt? Oder genauer gesagt in mehreren Krisen? 0:24 Unser Nachbarland im Westen ist in Not. Politisch, wirtschaftlich und auch gesellschaftlich. 0:30 Was ist da genau los? Wie konnte es dazu kommen? Und welche Auswirkungen hat das auch auf die Europäische Union 0:37 und damit auf Deutschland? Darum geht's jetzt. 0:40 (Lockere Musik) (Abfallende Klänge) 0:47 Frankreich, das ist die Weltstadt Paris mit dem berühmten Eiffelturm. Das ist der Süden mit seinen malerischen Küsten. 0:53 Und das ist die Provence mit ihren scheinbar unendlichen Lavendelfeldern. 0:56 Ich denke mal, viele von euch haben genau solche Bilder im Kopf, wenn sie an Frankreich denken. Ich auch. 1:01 Aber auch das ist Frankreich. Unruhen und Ausschreitungen in den Vorstädten, den Banlieue. 1:06 Zuletzt 2023. Blockaden in der Nationalversammlung, dem Parlament. 1:11 Und unerbittliche Auseinandersetzungen. Regierungsstürze im Monatstakt und eine Arbeitslosenquote, 1:17 die fast doppelt so hoch ist wie die von Deutschland. In Frankreich kriselt es nicht nur ein bisschen. 1:23 Das Land hat massive Schwierigkeiten. Einige davon haben Ursachen, die länger zurückreichen. 1:28 Andere sind erst in den vergangenen fünf bis zehn Jahren entstanden. Klar ist auf jeden Fall: 1:33 Das Bild vom idyllischen, vom lebensfrohen Frankreich, das wackelt. 1:38 Trotz Serien wie "Emily in Paris", in denen es so aussieht, als wäre nicht nur Paris, 1:43 sondern ganz Frankreich ein einziger Ort der Glückseligkeit. Was ist los bei unseren Nachbarn? Wo liegen die größten Probleme? 1:50 Schauen wir uns das mal etwas genauer an. Und wir starten mit: 1:56 Seit Beginn der sogenannten Fünften Republik in Frankreich, mit der Verfassung von 1958, 2:01 beruht das politische System des Landes vor allem auf einem Prinzip: auf klaren Mehrheiten. 2:07 An der Spitze des Landes steht der Präsident, gewählt vom Volk. 2:11 Unter ihm die Regierung. Beide sind eng verbunden 2:14 und zumindest im Optimalfall so stark in der Nationalversammlung, 2:18 im Parlament, vertreten, dass sie durchregieren können. 2:21 Kompromisse müssen zwar innerhalb der Regierung 2:23 gefunden werden, aber nicht mit der Opposition. 2:26 In Verbindung mit einem Mehrheitswahlrecht, das zwar nicht immer fair ist, dafür aber für klare Verhältnisse sorgt, 2:31 gab es durch dieses Prinzip lange Zeit relativ stabile Verhältnisse in Frankreich. 2:36 Zumindest meistens. Inzwischen ist das aber anders. 2:39 Bis auf wenige Ausnahmen gibt es kaum noch Parteien, die bei nationalen Wahlen komplett allein auftreten. 2:46 Sie hätten dabei nämlich kaum eine Chance. Stattdessen gibt es Bündnisse verschiedener Parteien, 2:50 die mehr oder weniger eng zusammenarbeiten und mehr oder weniger ähnliche Ideen haben. 2:55 Am stärksten in der Nationalversammlung vertreten ist momentan "Nouveau Front populaire". 3:00 Ein Bündnis aus linken Parteien, das man auf Deutsch mit "Neue Volksfront" übersetzen könnte. 3:05 Gegründet wurde dieses Bündnis erst im Jahr 2024, kurz vor der Parlamentswahl damals. 3:10 Allerdings: Eine gemeinsame Fraktion bilden die einzelnen Parteien momentan nicht, 3:15 und sie haben auch keine eigene absolute Mehrheit. Es ist also eher ein Zweckbündnis gewesen, 3:19 um bei Wahlen bessere Chancen zu haben. Und so ist es auch nach wie vor. 3:23 Anders sieht es aus bei "Ensemble pour la République". Auf Deutsch: "Gemeinsam für die Republik". 3:29 Ein Bündnis aus Parteien der Mitte, teilweise auch Mitte rechts und vereinzelt Mitte links. 3:33 Federführend dabei ist vor allem die Partei "Renaissance" von Präsident Emmanuel Macron. 3:38 Ensemble war bei der letzten Wahl zweitstärkste Kraft, hat aber ebenfalls keine absolute Mehrheit im Parlament. 3:44 Dazu kommen verschiedene weitere kleinere Sammlungsbewegungen und eine große und sehr erfolgreiche Partei. 3:50 Der "Rassemblement National". Übersetzt "Nationale Sammlungsbewegung". 3:55 Bis 2018 hieß die Partei noch Front National. Bekannt ist der RN vor allem 3:59 durch seine ehemalige Vorsitzende Marine Le Pen, zu der ihr hier oben auf dem "i" ein Video verlinkt findet. 4:05 Der RN ist eine rechtspopulistische Partei, von einigen auch als rechtsextrem eingestuft, 4:10 die bei der letzten Wahl eigentlich die meisten Stimmen bekommen hat. Allerdings hat es wegen des vorhin schon erwähnten Mehrheitswahlrechts 4:16 in Frankreich nur für den dritten Platz gereicht. Auch hier ohne eigene Mehrheit im Parlament. 4:21 Das heißt: Keiner der genannten drei großen Blöcke hat in der französischen Nationalversammlung 4:26 die absolute Mehrheit. Genau das wäre aber wichtig, 4:29 um in Ruhe regieren zu können, um Gesetze durchbringen zu können. Das Problem dabei ist: 4:34 Eine Zusammenarbeit zwischen diesen drei Blöcken ist nahezu ausgeschlossen. 4:38 Politisch sind sie zu verschieden, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. 4:41 Es gibt also drei nahezu gleich große Blöcke im französischen Parlament, 4:46 die nicht miteinander arbeiten wollen oder nicht miteinander arbeiten können. 4:50 Wie soll man da eine Regierung bilden? Genau vor diesem Problem steht seit der letzten Parlamentswahl 2024 4:55 der Präsident Emmanuel Macron. Denn er muss einen Premierminister finden, 4:58 der eine Regierung zusammenstellt, am besten mit Leuten aus seinem eigenen Lager. 5:02 Im Gegensatz zu Deutschland wird der Regierungschef in Frankreich nicht vom Parlament gewählt, sondern vom Präsidenten ernannt. 5:08 Genau das hat Macron nach der Wahl 2024 auch gemacht, zunächst mit Unterstützung der Partei Les Républicains. 5:14 Allerdings sind seine Regierungschefs, französisch Premierminister, immer wieder gescheitert. 5:18 Michel Barnier, François Bayrou und zuletzt Sébastien Lecornu. 5:23 Alles innerhalb rund eines Jahres. Kurz nachdem Lecornu Anfang Oktober 2025 5:28 seine Regierung vorgestellt hatte, ist er auch schon wieder zurückgetreten. 5:32 Der Gegenwind von den anderen Parteien war einfach zu groß. Emmanuel Macron hat diesen Rücktritt nach einigem Zögern nicht angenommen 5:38 und Lecornu damit beauftragt, noch einmal eine Regierung zu bilden. Das hat er auch gemacht, 5:42 und diese Regierung hält sich seit Mitte Oktober 2025 wackelig im Amt. In Frankreich gibt es momentan keine klaren Mehrheiten im Parlament. 5:49 Die Regierung hat nicht die absolute Mehrheit und kann deshalb auch nicht allein Dinge auf den Weg bringen. 5:55 Emmanuel Macron ist der erste französische Präsident seit 30 Jahren, dem diese Mehrheit fehlt. 6:01 Und dass das so ist, das ist die Ironie der Geschichte, ist die Schuld von Macron. 6:05 Denn der hatte nach der EU-Wahl 2024 die Nationalversammlung aufgelöst. Bis dahin hatte er dort noch eine absolute Mehrheit. 6:13 Danach nicht mehr. Das sorgt für instabile politische Verhältnisse. 6:16 In einer Zeit, in der Frankreich eigentlich eine funktionierende Regierung dringend bräuchte. 6:21 Und es schürt massives Misstrauen in die führenden Politiker. Nur 17 Prozent der Menschen in Frankreich 6:26 vertrauen ihrem Präsidenten. Der bleibt übrigens bis 2027 noch im Amt, 6:30 zumindest möchte er das. Kompromisse, Lösungen, gemeinsame Pläne, 6:34 alles das gibt es in Frankreich politisch kaum. Und das ist fatal. 6:38 Vor allem wegen: Man kann es nicht anders sagen: 6:44 Frankreichs Finanzen sind besorgniserregend. Um es mit den Worten des französischen Nationalbankchefs 6:49 zu sagen: Frankreich ist nicht vom Bankrott bedroht, sondern es droht zu ersticken. 6:53 Der aktuelle Schuldenstand des Landes liegt bei mindestens 3,4 Billionen Euro. 6:58 Das entspricht etwa 114 Prozent des Bruttoinlandsproduktes BIP. Einige Berechnungen 7:03 gehen auch von 115 Prozent aus. Diese Schuldenquote ist die dritthöchste 7:07 innerhalb der Europäischen Union nach der von Griechenland und Italien. 7:10 Und nicht nur das, das Defizit Frankreichs lag im vergangenen Jahr bei knapp sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts. 7:16 Ratingagenturen schlagen deshalb Alarm und entziehen Frankreich teilweise die Bestnoten. 7:20 Das wiederum macht es für das Land künftig teurer, neue Kredite aufzunehmen. 7:24 In der Bilanz steht Frankreich damit nicht gut da. Sowohl bei der Staatsschuldenquote als auch beim Defizit 7:30 liegt Frankreich deutlich über dem, was die Europäische Union in den sogenannten Konvergenzkriterien 7:36 als Grenzwerte festgelegt hat. Das gilt für die Schuldenquote, 7:39 da gibt's eine Grenze von 60 Prozent. Und das gilt auch für das Defizit, 7:43 da gibt es eine Grenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Auch wenn diese Kriterien immer wieder diskutiert werden 7:49 und momentan von einer Reihe an EU-Ländern nicht eingehalten werden können, da gibt es immer wieder Kritik, 7:54 ist klar: Frankreich steuert finanziell nach unten. Das alles wäre vielleicht ein bisschen weniger bedenklich, 8:00 wenn die Wirtschaft des Landes brummen würde. Aber das ist nicht der Fall. 8:04 Das Wirtschaftswachstum in Frankreich ist schon seit einiger Zeit ins Stocken geraten. 8:08 Auch bedingt durch die politischen Unsicherheiten sieht es perspektivisch nicht besser aus. 8:14 Zwar sei Frankreich noch ein gutes Stück von einer Rezession entfernt, also von einem spürbaren großen Abschwung, 8:19 aber die Tendenz geht nach unten, sagen Experten. Das macht sich bemerkbar, vor allem in den strukturschwachen Gegenden. 8:26 Denn auch das ist ein Problem in Frankreich. Während die Pariser Region Île-de-France 8:31 traditionell wirtschaftlich stark ist, sieht es in anderen Teilen des Landes ganz anders aus. 8:37 Immer noch gibt es in Frankreich einen starken Zentralismus, fokussiert auf die Region rund um Paris. 8:42 Würde man Île-de-France aus dem französischen BIP rausnehmen, dann wäre das BIP pro Kopf landesweit um 15 Prozent niedriger. 8:51 Das ist europaweit nicht unbedingt üblich. Die Folgen daraus ergeben sich zum Beispiel auch auf dem Arbeitsmarkt. 8:57 In Lothringen ist die Arbeitslosenquote mit 10,5 Prozent deutlich höher als zum Beispiel in Paris, mit sechs Prozent. 9:03 Das ließe sich natürlich ändern, indem der Staat in genau solchen Regionen investiert 9:07 und diese Regionen fördert, aber dafür ist kein Geld da. Denn Frankreich gibt generell schon sehr viel Geld aus. 9:14 Man könnte sagen, zu viel Geld. Diese Ausgaben müssten runter. 9:17 Nur wie soll das gehen? In der Vergangenheit hat man's andersrum gemacht. 9:21 Man hat versucht, mehr Steuern einzunehmen und die hohen Ausgaben damit auszugleichen. 9:24 Frankreich hat inzwischen die höchste Abgabenquote in ganz Europa. Allerdings, auf Dauer geht das nicht gut. 9:30 Die Alternative ist, die Ausgaben müssen gesenkt werden. Nur wo setzt man da an? 9:36 Und genau diese Frage hat in den vergangenen Monaten immer wieder für großen Streit gesorgt 9:40 und auch Regierungen scheitern lassen. Denn natürlich ist es unpopulär, 9:44 zum Beispiel Sozialleistungen zu kürzen oder an die Rente ranzugehen, das ist völlig verständlich. 9:49 Sogar zwei Feiertage standen zwischendurch mal zur Diskussion, um Geld zu sparen. 9:54 Klar ist, es muss etwas passieren. Nur was genau, darüber sind sich die Parteien bisher nicht einig. 9:59 Die verfahrene politische Situation macht das nicht unbedingt besser. Frankreich scheint wie gelähmt. 10:05 Das ist fatal in so einer Situation. Gleichzeitig verstärkt das alles den nächsten Punkt. 10:10 Nämlich drittens die gesellschaftliche Spaltung. Brüderlichkeit, Fraternité. 10:16 Das war eines der Ideale der Französischen Revolution. Allerdings von einem solchen Zusammenhalt 10:21 ist im Land momentan nicht viel zu sehen. Frankreichs Gesellschaft ist gespalten. 10:26 Und die Spaltung setzt sich immer weiter fort. Zu erkennen ist das zum Beispiel an den vergangenen Wahlergebnissen. 10:32 Am Ende standen eben diese drei Lager, die kaum miteinander arbeiten können. 10:36 Schon seit längerer Zeit arbeitet der rechte Rassemblement National daran, Frankreich komplett umzukrempeln. 10:41 National und auch international. Zum Beispiel in Bezug auf die Europäische Union. 10:45 Auch darum geht es in dem Video über Marine Le Pen. Mit eben dieser Marine Le Pen 10:49 hat die Partei eine erfolgreiche Gegenspielerin zu Emmanuel Macron. Bei der letzten Präsidentschaftswahl 2022 kam Le Pen in die Stichwahl. 10:56 Und 2027 wollte sie es endgültig schaffen und Präsidentin werden. Allerdings, ein Gerichtsurteil hat ihr dabei vorerst 11:03 einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wegen der Veruntreuung von EU-Geldern wurde Marine Le Pen 11:08 im März 2025 nicht nur zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt, 11:12 sondern das Gericht hat festgelegt, dass sie fünf Jahre lang nicht an Wahlen teilnehmen darf. 11:18 Das hat im gesamten rechten Lager und teilweise auch darüber hinaus für große Proteste gesorgt. 11:23 Le Pen geht gegen das Urteil in Berufung. 2026 soll es dann eine Entscheidung geben. 11:27 Und eventuell darf Le Pen dann 2027 doch noch bei der Wahl antreten. Ganz klar ist das noch nicht. 11:33 Aber egal, wie die Entscheidung ausfällt, die gesellschaftlichen Spannungen 11:37 wurden dadurch noch einmal verschärft. Und dass der Rassemblement National so erfolgreich ist, 11:42 das führen Beobachter auch darauf zurück, dass es den Regierungen seit längerer Zeit, 11:46 und das nicht erst seit gestern, sondern schon seit Jahrzehnten, nicht gelingt, die großen Probleme des Landes nachhaltig anzugehen. 11:53 Dazu gehört neben der Wirtschaft auch ein sozialer Faktor. Die soziale Ungleichheit im Land nimmt immer weiter zu. 11:59 Betroffen davon sind vor allem auch Menschen mit Migrationshintergrund, die zum Beispiel in den Vororten französischer Großstädte leben. 12:06 Paris, Marseille, Lyon, sogenannte Banlieue. Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt dazu: 12:42 Die letzten größeren Ausschreitungen in den Banlieue gab es 2023. Und trotz vieler Maßnahmen der Politik 12:48 hat sich an der generellen Situation wenig geändert. Auch die Perspektivlosigkeit ist immer noch da. 12:53 Allgemein hat Frankreich ein Problem mit Ungleichheit. Mit Folgen bis in den Tod. 12:57 Zwischen den ärmsten und reichsten Teilen der Bevölkerung liegt eine Differenz von rund 13 Jahren 13:02 bei der durchschnittlichen Lebenserwartung. Mehr als jeder zehnte Einwohner von Frankreich ist von Armut betroffen. 13:08 Und genau solche Entwicklungen sind sozialer Sprengstoff. Auf der einen Seite sorgen sie dafür, 13:13 dass zum Beispiel muslimische Jugendliche anfällig werden für islamistischen Extremismus. 13:18 Auf der anderen Seite radikalisieren sich sozial benachteiligte Menschen, die sich als wahre Franzosen sehen. 13:24 Rassismus und politischer Fanatismus können die Folgen sein. Und die Auswirkungen können 13:29 bis in die Mitte der Gesellschaft hineinreichen. Das sieht man immer wieder. 13:32 Klar, das ist natürlich kein rein französisches Problem. Auch in anderen Ländern Europas und der Welt lässt sich das beobachten. 13:38 Aber in Frankreich ist das Problem besonders auffällig. Auch wegen der nie richtig aufgearbeiteten 13:43 kolonialen Vergangenheit des Landes. Die CDU-nahe Konrad-Adenauer- Stiftung spricht in einer Analyse 13:48 von einem Zitat, Spaltpilz der Gesellschaft. Mehr dazu hab ich euch unten in der Infobox verlinkt. 13:53 Das wäre eigentlich ein Thema für ein Video allein, weil das so ein großes Thema ist. 13:58 Dazu muss man sagen, spätestens seit der Französischen Revolution von 1789 14:02 gilt Frankreich als ein Land, in dem Teile der Bevölkerung immer wieder versuchen, mit Gewalt für Veränderungen zu sorgen. 14:08 Auch in der jüngeren Vergangenheit. Nicht nur in den Banlieue, sondern auch bei Protesten 14:13 der sogenannten Gelbwestenbewegung in den Jahren 2018 und 2019. Auch darin zeigt sich eine tiefe Spaltung und tiefe Frustration 14:21 innerhalb der französischen Gesellschaft. Ein großes Problem, das immer größer wird. 14:26 Das heißt, nicht nur politisch und wirtschaftlich steht Frankreich vor großen Herausforderungen, 14:30 sondern auch gesellschaftlich. Diese Herausforderungen sind unglaublich groß. 14:35 Und sie lassen sich unter den aktuellen politischen Bedingungen nur schwierig lösen. 14:39 Denn wie vorhin schon angedeutet, das System in Frankreich ist nicht auf Kompromiss ausgelegt, 14:44 sondern darauf, dass eine Seite die Macht hat, Ansagen zu machen. Aber diese Mehrheiten gibt es kaum noch. 14:49 Ohne Zusammenarbeit läuft es nicht. Vermutlich auch nicht ohne Ehrlichkeit und harte Einschnitte. 14:54 Denn dass Frankreich sparen muss, ist vermutlich allen klar. Nur zu dem Wie gibt es bisher keine Einigkeit. 15:00 Genau das wäre aber sehr wichtig, denn Frankreich gilt neben Deutschland 15:03 auch als Motor der Europäischen Union. Schwächelt Frankreich, schwächelt auch die EU. 15:08 Gerade was das Finanzielle angeht. Ein Absturz Frankreichs hätte definitiv Auswirkungen auf den Euro. 15:14 Das würden wir in Deutschland auch zu spüren bekommen. Als mögliche Lösung wird immer wieder eine Neuwahl diskutiert, 15:20 eine vorgezogene, sowohl des französischen Parlaments als auch des Präsidenten. 15:23 Aber ob es danach mehr Stabilität gibt, das ist nicht sicher. Viele bezweifeln das. 15:29 Was könnte noch helfen? Das würde ich gerne von euch wissen. 15:32 Schreibt es gerne unten in die Kommentare. Ich bin sehr gespannt, was ihr dazu zu sagen habt. 15:36 Bin sehr gespannt auf eure Meinungen. Kein einfaches Thema, aber danke fürs Mitmachen. 15:40 Neben mir findet ihr das Video zu Marine Le Pen. Und darunter ein Video zur Geschichte Frankreichs 15:45 nach dem Zweiten Weltkrieg. Also sozusagen die Geschichte Frankreichs der Fünften Republik. 15:49 Auch da gerne mal reinschauen. Danke fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal. Au revoir. 15:53 © funk - von ARD und ZDF