Nachhaltigkeit und Klimawandel - Teil 2 Mai-Magazin 2016 INEC REM https://www.youtube.com/watch?v=hoEc2EQlCFI Transkript (automatisch erstellt) 0:00 weniger ist mehr wird ihnen präsentiert von der psd bank karlsruhe neustadt eb hallo und willkommen zum hochschule pforzheim magazin das vergangene mal 0:23 wollten wir es genau wissen was wird in dem studiengang ressourceneffizienz mensch mensch eigentlich alles gelehrt mit welchen inhalten befassen sich die 0:31 studentinnen und studenten neben den technischen und betriebswirtschaftlichen grundlagen spielen der umweltschutz und die nachhaltigkeit eine große rolle 0:40 professor mario schmidt vom institut für industrial ecology hat er exklusiv für uns eine kleine vorlesung gehalten und einiges über nachhaltigkeit erklärt 0:50 beispielsweise welche eine herausforderung es ist die ziele der weltweiten klimapolitik zu erfüllen das berühmte zwei grad ziehen wonach die 0:59 temperatur weltweit nicht mehr als zwei grad steigen darf diesen globalen blick setzt er heute fort wieder bei uns im studio 1:11 im ersten teil dieser sendung hatten wir uns mit nachhaltigkeit und mit dem klimaschutz befasst das schwierige an der nachhaltigkeit ist 1:18 das zusammenspiel von umwelt wirtschaft und soziales am beispiel der treibhausgasemissionen haben wir gesehen dass sie von der bevölkerungszahl und 1:27 den pro-kopf-emissionen abhängen wir gehen heute aber noch einen schritt weiter und arbeiten die bedeutung des einkommensniveaus heraus diesmal 1:37 berechnen wir die weltweiten treibhausgas aus drei faktoren weltweit werden pro jahr mehr als 44 milliarden tonnen treibhausgase 1:46 freigesetzt sie ergeben sich aus der multiplikation der bevölkerungszahl mit den emissionen die pro dollar güterproduktion 1:54 verursacht werden und dem durchschnittlichen einkommen pro kopf die bevölkerungszahl kennen wir bereits etwas mehr als sieben milliarden 2:04 menschen weltweit tendenz steigend pro dollar rechnet man mit etwa 0 6 kilogramm treibhausgasemissionen bei heutiger produktionstechnologie das 2:16 durchschnittliche einkommen weltweit beträgt großen ordnungsmäßigkeit 1000 dollar pro person und jahr das sind werte aus dem sogenannten 2:25 brutto welt produkt diese darstellung ist interessant weil wir hier die drei entscheidenden einflussfaktoren sehen mit denen die emissionen verringert 2:33 werden könnten durch eine geringere bevölkerungszahl durch eine bessere technische effizienz mit der wir unsere produkte und güter herstellen oder durch 2:43 einen geringeren pro-kopf-konsum in dem also weniger einkommen zur verfügung steht in der politischen 2:50 nachhaltigkeitsdiskussion tauchen diese punkte immer wieder als mögliche lösungsstrategien auf zuerst zu nennen wäre die bevölkerungspolitik in meinem 2:59 eigenen geburts jahr lebten nur drei milliarden menschen auf der erde heute sind es mehr als doppelt so viele im jahr 2050 mehr als dreimal so viele 3:07 fast zehn milliarden menschen trotzdem kann man es als erfolg vermelden dass die wachstumsrate seit 1960 halbiert wurde 3:16 aber erinnern wir uns das wurde teilweise mit so radikalen maßnahmen wieder ein kind von die in china erreicht ein wichtiger 3:25 punkt ist die technische effizienz wieviel umweltbelastungen verursacht die produktion von gütern im wert von einem dollar wieder im durchschnitt in unserem 3:36 fall geht es also um die treibhausgasemissionen durch effizientere technologien oder durch energiesparende maßnahmen können wir 3:44 diesen wert strücken zum beispiel brauchte man 1910 für die produktion von rohstahl fast dreimal so viel energie wie heute und dementsprechend mehr 3:53 emissionen hatte man durch moderne technologien könnte man das deutlich verbessern heute ist der wert allerdings technisch 4:00 ausgereizt eine weitere verringerung der emissionen durch rohstahl erreicht man nur wenn man beispielsweise mehr recycling betreibt diese technischen 4:09 verbesserungspotenziale kennen wir in vielen bereichen denken sie an den kraftstoffverbrauch bei pkws oder an den stromverbrauch von kühlschränken oder 4:17 waschmaschinen wenden wir uns nun einen weiteren punkt zu oft wird das maßhalten gefordert der bewusste und sparsame umgang mit konsum 4:27 oder mit dem materiellen nutzen das fachwort heißt hier suffizienz es geht also nicht um das sparsamere auto sondern darum weniger kilometer 4:38 zurückzulegen es geht nicht um die wärmegedämmte wohnung oder um die energiesparende geräte sondern wie viel quadratmeter ich 4:47 bewohner und ob ich diese geräte überhaupt nutzer oder besitzen muss also geht es hier um das wie viel wie viel konsumieren wie viel nutzen nehme ich in 4:57 anspruch oder nebelig genügsam in unserem diagramm können wir dass da einfach durch das einkommensniveau abbilden 5:06 hätte ich weniger einkommen zur verfügung könnte ich mir weniger materielle güter leisten schauen wir uns nun das einkommen 5:14 genauer an wir haben bisher nur mit globalen durchschnittswerten gerechnet wir wissen aber das ist hier große unterschiede 5:20 gibt schon allein bei uns in deutschland aber erst recht natürlich weltweit verglichen mit anderen regionen dieser welt leben wir weit über unsere verhält 5:29 hier in diesem diagramm sehen wir eine verteilung der pro kopf einkommen nach weltregion wieder sind links die reichen länder mit hohen werten zu sehen 5:39 australien nordamerika europa deutschland liegt bei dem vier bis fünffachen wert des welt durchschnitts deutschland bei über 40.000 dollar pro 5:50 person und jahr rechts dagegen die armen weltregionen mit werten weit oder dem durchschnittswert von 10.000 dollar 5:57 würden alle menschen auf der erde gleich viel einkommen haben dann wählen wir etwa bei diesen 10.000 euro pro kopf und jahr 6:06 stellen sie sich das einmal vor für viele arme regionen wäre das ein segen sie könnten ihr einkommen deutlich erhöhen für viele bliebe es dagegen 6:17 gleich zum beispiel für länder wie in brasilien vor allem aber müssten wir aus den reichen region sehr viel abgeben und zum 6:25 vergleich in den usa liegt die armutsgrenze derzeit bei etwa 12.000 dollar pro jahr und person bei uns in deutschland sogar noch etwas höher 6:34 das heißt wir müssten uns mit einem materiellen verdienst zufriedengeben der sogar unter unserer selbst definierten armutsgrenze liegt 6:42 ob das erstrebenswert ist oder nicht aus moralischen gründen geboten erscheint oder nicht ist dabei zweitrangig es wird vermutlich politisch nicht 6:51 durchsetzungsfähig sein das ist das problem für eine solche politik des radikalen verzicht gebe es keine unterstützung in der bevölkerung 7:00 suchen wir also nach einem anderen weg der umverteilung bei dem folgendes szenario heben wir aus gerechtigkeitsgründen die armen ländern 7:08 mindestens über die armutsgrenze in den usa an die reichen länder müssen nicht auf die armutsgrenze abfallen sondern ihren reichtum nur halbieren 7:17 auch das ist eigentlich utopisch aber was wäre das ergebnis in diesem fall das welt einkommen müsste um circa 30 prozent steigen 7:26 das durchschnittseinkommen pro kopf und jahr läge dann bei circa 13.000 euro in einer sozial gerechteren welt die aber mehr ressourcen als heute beansprucht 7:37 mehr energie benötigt mehr emissionen als heute wir haben jetzt also zwei eckpunkte definiert aus der ökologischen sicht 7:47 halbierung der treibhausgasemissionen bis 2050 und aus der sozialen sicht anheben des welt einkommens auf mindestens 13.000 euro pro kopf und jahr 7:57 und das bei gleichzeitigem anstieg der bevölkerung auf nämlich 97 milliarden menschen wir haben es hier eigentlich mit der 8:07 quadratur des kreises zu tun der einzige freiheitsgrad der uns hier noch bleibt sind die emissionen pro dollar güterproduktion das ist im grunde 8:17 genommen die technische effizienz wie wir produzieren wir müssen den gleichen nutzen mit deutlich weniger treibhausgas emissionen produzieren 8:24 hier müssten wir bis 2050 einen wert von 0,17 kilogramm pro dollar erreichen das ist ein faktor vier weniger als derzeit das heißt bis zum jahr 2050 8:38 bräuchten wir in der wirtschaft eine effizienzsteigerung in der güterproduktion um das vierfache und zwar weltweit also nicht nur in 8:46 hochtechnisierten ländern wie deutschland japan oder den usa sie sehen an diesem beispiel wie umwelt mit den sozialen anforderungen und den 8:56 wirtschaften plötzlich zusammenhängt wenn wir unsere ökologischen lebensgrundlagen global sichern wollen dann hätte das auswirkungen auf den 9:04 sozialen bereich wenn wir hier aus gerechtigkeitsgründen ebenfalls höhere anforderungen stellen dann sind die technischen 9:11 herausforderungen enorm und der adressat ist die wirtschaft und die industrieproduktion eine effizienzsteigerung um einen faktor 4 9:20 ist nicht trivial ist enorm sie wird euch kontinuierliche verbesserung nicht zu erreichen sein es sind besondere anstrengungen 9:29 erforderlich und eine große rolle spielen hierbei meter strategien wie die energiewende oder die kreislaufwirtschaft 9:37 sie stellen innerhalb der technischen strategien effizienz sprünge da also nicht nur kleine veränderungen sondern der übergang zu anderen technischen 9:46 konzepten mit denen deutlich weniger treibhausgas emissionen freigesetzt werden können mit diesen lösungen versucht man 9:54 momentan aus dem klammergriff von ökologischen und sozialen ansprüchen zu kommen sie sind ambitioniert und sie sind auch 10:02 teuer aber es stellt sich die frage wer in der welt soll diese herausforderungen angehen wenn nicht wir und zugleich ist es auch eine wirtschaftliche chance für 10:13 die zukunft wenn wir in deutschland und in europa lösungen für ein globales problem zu bieten haben das war es schon für dieses mal vom hochschule pforzheim 10:25 magazin ich freue mich wenn sie das nächste mal wieder einschalten bis dahin machen sie es gut 10:41 weniger ist mehr wird ihnen präsentiert von der psd bank karlsruhe neustadt eg