Klassiker der Weltliteratur: Homer - Ilias und Odyssee | BR-alpha Klassiker der Weltliteratur https://www.youtube.com/watch?v=h-4VDgm5cdY Transkript (automatisch erstellt) 0:05 im Zentrum unserer heutigen Sendung meine sehr verehrten Damen und Herren steht ein Streit ein gigantischer Streit wenn Sie so wollen für den 0:14 abendländischen Kulturkreis die Mutter aller Streitigkeiten es geht um den Beginn der europäischen 0:23 Literaturgeschichte und es geht um ein Epos von Verrat und liebe es geht um Wache und göttliches Schicksal es geht um Lust um List auch um Lust und es geht 0:34 um kurz Momentes des Glücks die Rede ist von jeden beiden monumentalen Fundamenten unserer Erzählkunst der Ilias und der Odyssee der beiden 0:46 versebten des Homer aus dem sagen wir vorsichtig a jahrhundert vor unserer Zeitrechnung selbstverständlich ich spreche diese Jahreszahl mit einer 0:57 gewissen Zurückhaltung aus weil wir es eher mit einer Entstehungsgeschichte als mit einem Entstehungsdatum zu tun haben diese Geschichte des Kampfes um Troja 1:08 und der Heimkehr des Odysseus greift nämlich auf eine Reihe von Stoffen zurück die alle am Mittelmeer und auf dem Balkan 1:17 kursierten gesungene Helden sagen wenn Sie so wollen die der Dichter Homer aufgriff bearbeitete und wie unter Gelehrten 1:26 jetzt wohl unumstritten ist in schriftlicher Form festhielt haben es somit mit dem ältesten europäischen Werk der Literatur 1:36 zu tun bewegen uns also an der Schwelle als aus mehreren mündlichen Fassungen eine einheitliche schriftliche Form wurde das war nichts weniger als der 1:48 Anfang der Weltliteratur die Geburtsstunde der Literatur hier vollzog sich etwas was wir auch aus anderen Kulturen kennen und was uns noch 1:57 beschäftigen wird ein Vorfall ein ein gutes ein böses ein rätselhaftes Ereignis wird besungen wird durch diesen Gesang im Gedächtnis bewahrt und zwar im 2:09 Gedächtnis des Sängers wie dem seiner Zuhörer dann ausgeschmückt mit anderen Wendungen versehen Teile werden wieder gestrichen es wird mal schlichter mal 2:19 mehr dem Traum verpflichtet mal einer unvergessenen Erfahrung und schließlich in eine unverwechselbare eben die schriftliche Form 2:30 gegeben wir war nun dieser Romer wo wird wo wurde er geboren wo wirkte er damit sind wir beim nächsten Streitfall oder sagen 2:43 wir es höflicher beim nächsten Rätsel angekommen viele Jahrzehnte lang ist nämlich unter den beteiligten Wissenschaftlern unter Altphilologen 2:53 grezisten literaturhistorikern kundigen Schriftstellern darüber gestritten worden ob dieser Homer ursprünglich 3:01 vielleicht gar nicht Homer hieß sondern vielleicht melesigenes das melesigenes käme daher dass er am Ufer des Flusses Melles geboren worden sei oder wäre der 3:15 Melles liegt irgendwo in der Gegend von smirner also am Ostufer des schwarzen Meers das kann sein muss aber nicht sein es kann eben auch sein dass er in der 3:27 dass der geburtsart irgendwo in der Nähe von K also in kelikien Quatsch in kelikien gelegen hat 100 das wä jetzt herte Kilometer weiter 3:36 südlich oder oder oder es gibt sehr viele Möglichkeiten denn sehr früh wurde Homer in Griechenland sehr sehr populär nah zuu jede griechische Stadt die stolz 3:48 auf ihre kulturelle Tradition war beanspruchte irgendwann einmal den Titel geburtsstatt des Homers und da sich bei dem Mann wohl um ein fahrenden Sänger 4:00 auch gehandelt hat kann man auch nicht ganz zu Unrecht sagen wen man ausschließt kann man nicht sagen wie man ausschließen sollte und welche Stadt 4:10 nicht von homh je in ihrer Existenz berührt worden war zu den Mythen des homersers gehört auch dass der Dichter von einem 4:19 unbekannten Vater gezeugt worden sei vielleicht von einem göttlichen Wesen unbekannte Väter das kann ja sein göttliches Wesen da müssen wir 4:30 Sterblichen uns heraushalten der andere Teil des Mythos sagt dass er blind auf diese Welt gekommen sei auch hier fehlt uns die Evidenz um irgendeinen 4:41 Widerspruch zuzulassen oder auch auszu auszuschließen es ist nur um so verwunderlicher wie jemand der blind war all diese Farben beschreiben kann all 4:50 diese wunderbaren geographischen Sonderfälle die Schönheit der Landschaften die Schiffskörper und Waser immer dazu und natürlich die 4:57 Einzelheiten der Schlacht dennch er es gehört haben umgesetzt haben und es aus der Fantasie geschaffen haben verbirgt ist allenfalls das Homer 5:08 und das wissen wir so ein wenig daher wie er seine eben aufgebaut hat selbst ein Mitglied des Adels gewesen sein muss das heißt er kannte sich aus in 5:19 höfischen Verhältnissen und hinzu kommt noch das man aus der Geographie die er am besten beschreibt wohl davon ausgehen muss dass er 5:29 in der ionischen im jonischen Teil des von Kleinasien gewirkt gesungen und gedichtet 5:40 hat das also schließt sich aus seinen dramatischen Schauplätzen und selbstverständlich ä ist dies eine Zeit in der der Adel 5:50 seine erste griechische Adel so langsam die achaische Form abstreift ind dem der Adel ein klein wenig verbürgerlicht demokratisiert wird und indem der Adel 6:02 sich einer besonderen einen besonderen Vergnügen hingibt das ist eben der Gesang das sind die eben die Kunst der Dichtkunst das sind wie gesagt befegen 6:11 wir uns hier so um dem allerspätestens im sech jahrhundert und hier sind die epben bekannt des Homers sie sind wenn ich das mal so sagen darf bei den 6:21 Griechen den gebildeten Griechen zumindest in aller Munde und das ist nun die höchste Zeit einmal ein kleinen Blick auf diese zwei bedeutenden eben zu 6:33 werfen auf die Ilias und auf die Odyssee und wir sind autoritär genug meine Damen und Herren zu sagen es war Homer der sie geschrieben hat es war niemand 6:44 anderes und damit ist es höchste Zeit dass wir uns einem der Ippen zuwenden wir gehen zu Ilias der Titel Ilias steht für die Eroberung von Troja durch die 6:57 Griechen die Rache für die Entführung der schönen Helena das könnte eine militärhistorische Erzählung mäßigen Reizes sein wie sie damals häufiger von 7:09 Männern für Männer vorgetragen wurde pralereien auf dem Schlachtfeld die Ilias gewinnt aber ihren literarischen ihren dramatischen Reiz aus einem 7:19 raffinierten Wechselspiel von bezwingen und bezwungen werden und durch zwei hervorstechende Figuren nämlich einmal durch den mächtigen achil den Held auf 7:31 Erden und durch Zeus den Herrscher des Himmels nur zur Erinnerung besungen beschrieben wird die Eroberung von Troja durch die Griechen eben der Rachezug für 7:43 das Schicksal der Hellena die Griechen werden angeführt von Agamemnon aber dieser Agamemnon hat seinen wichtigsten Krieger achil 7:54 beleidigt ging mE weibergeschichte keine sehr erfreuliche Geschichte jedenfall ist auchil beleidigt und will jetzt am Kampf nicht 8:02 mehr teilnehmen er klagt sein Leid auch seiner Mutter der göttlichen Mutter das ist tes und die bestürmt Zeus dass dieser so in das Schlachtgeschehen 8:12 eingreift dass der den Griechen die Unentbehrlichkeit des archil schmerzhaft klar macht also voraussetzung ist die Götter greifen ein die greifen sind 8:25 parteiisch mal greifen sie für die trujaner ein Mal greifen sie für die Griechen ein aber das Wesentliche ist hier sollen die Griechen nicht dadurch 8:34 geschwächt werden dass man den trujanern etwas Böses tut das soll Zeus nicht machen sondern Zeus soll die Griechen sozusagen so Schwächen soll den 8:42 Agamemnon so schwächen dass er sich der großen Bedeutung von achril wieder besinnt und ihn kniefällig bittet doch endlich in den Kampf einzugreifen achil 8:53 will das aber nicht schickt seinen Freund mit seiner eigenen Rüstung und dieser Freund trifft auf Hektor also Hektor den Sohn des Priam den den Sohn 9:04 des Königs von Troja es kommt zu einem Zweikampf Hektor erschlägt den Freund das ist nun der Moment wo achil eingreift und achil seinerseits den 9:15 Kampf sucht und seinerseits dann eben Hektor erschlägt entscheidend ist nun was in diesem letzten in diesem fünften Teil des Epos stattfindet denn hier geht 9:27 es nicht einfach um das Fortführen einer Schlacht um siegen um sterben um Schmerz selbstverständlich wir erkennen Troja wird untergehen aber es kündigt sich 9:38 noch etwas anderes an es kündigt sich daran an dass über die Leichen über die Toten verhandelt geklagt wird es kündigt sich an dass es zum verzeihen gekommen 9:47 ist oder kommen werden kann und das ist für die griechische Kultur etwas ganz Wesentliches der Respekt vor dem Opfer naturgemäß triumphierend die 9:58 Griechen alles andere hätte Z auch nicht zugelassen doch ihr bitterer Triumph gibt auch noch der Niederlage trujas eine gewisse 10:09 Würde die Odyssee die das zweite und vermutlich nur unwesend jüngere 10:18 Epos erzählt von der Heimkehr des Odysseus König von itak Odysseus das erinnern sie sich noch war der listenreiche Kämpfer der mit dem 10:29 Schiff wenn Sie so wollen er war am Sieg der Griechen natürlich wesentlich beteiligt aber das machte ihn nicht direkt zum Liebling der Götter denn wir 10:38 haben ja vorhin schon drüber gesprochen die Götter waren parteiisch und die Götter ließen sich auch kränken und odyysus hatte so etwas gemacht er hatte 10:47 sich den Zorn des Gottes der Meere den Zorn von Posidon zugezogen und das ließ ihn also den Odysseus 10 Jahre lang kein Glück mehr mit allen nautischen blangen 11:01 haben es ging im Anfang los da wurde eine flotte auseinander gerissen odüus rettete sich dann auf ein Floß das Flo ging zu Bruch und was der Kalamitäten 11:11 damals noch mehr waren in der ges das war schon allein das was auf dem Wasser passierte auf den Inseln ging es ihm 11:20 nicht sehr viel besser es drohten Zyklopen böse Zyklopen und natürlich verführerische nympfen nur zwei der bekanntesten schcknisse oder 11:30 Versuchungen in ihr Gedächtnis zurückzurufen überleben überleben kann der Odysseus schließlich nur durch die Kunst des 11:40 Erzählens und das ist eine ganz witzige Pointe bei Odysseus Odysseus erzählt einem königlichen Gastgeber bei dem er Schutz gefunden hat von seinem Leben und 11:49 der ist so bewegt dass er unseren Helden mit der notwendigen Ausrüstung ausstattet damit dieser heimfahren kann hatten die göt auch hier ihre Hand im 12:00 Spiel na klar die Anregung kam nämlich von allerhöchster Stelle von Palas Athene Palas Athene hat erst diese böse nympfe Calypso entfernt sagen wir es so 12:13 dann hat sie Poseidon besänftigt und schließlich in einer anderen Entscheidung direkt ins Geschehen eingegriffen sie bringt den Sohn des 12:24 odyssos den telemacht dazu nach dem Vater zu suchen das macht auch und auf diese Weise kann Telemach noch mal Teile der Geschichte des Odyseus nacherzählen 12:33 in itaka wartet nun die Gattin des odyssos die Penelope seit 10 Jahren auf die Heimkehr ihres Mannes der königliche Palast ist besetzt wenn Sie so wollen 12:43 mit von freier 88 an der Zahl die es alle darauf abgesehen haben ins Bett der Penelope zu kommen und sich der Schätze des Odyseus bemächtigen zu können denn 12:54 dass der verscholene zurückkommt daran glaubt ja niemand mehr Penelope ist in äußerster Not und hier nun landet Odysseus erkannt von niemanden begibt 13:04 sich an den Hof und tötet als Schweinehirt verkleidet tötet auf diesem Hof alle 88 13:16 freier danach und das ist ein weiterer geschickter schachzuch bringt er sogar soweit das penelop diesmal nicht glaubt der neuankömml sei 13:26 ein weiterer Spuk der Götter oder ein Schabernak sondern das ist nun tatsächlich ihr Mann sonst hat nur ein Hund den Odysseus 13:35 erkannt wir müssen daraus schließen und dürfen darus schließen dass Homer eine gute Beziehung zu Hunden gehabt hat es ist ein glückliches Ende die bösen Gäste 13:44 müssen den hares und da selbst Zeus die Zustimmung zu diesem blutigen Ende gegeben hat bleibt es bei einem guten Ende es gibt meine Damen und Herren 13:55 einen lateinischen Ausspruch der singngemäß sagt nach mE kann man die Literatur vergessen das sollte ein Lob für Homer sein natürlich ist es unsinnig 14:04 die ganze europäische Literatur lebt nach Homer mit Homer von Homer wir können darüber nur homerisches Gelächter anstimmen homerisches Gelächter mein 14:14 Damen und Herren das ist kein Ausdruck einer Spaßgesellschaft sondern so lachten die Götter und sie lachten aber nicht nur über komisches sie lachten 14:21 auch über Unglück und sie lachten über Glück und bewegten dadurch sich und ihre mitgötter wie es die Literatur tut แ