Warum die Bibel Bilder verbietet! Das biblische Bilderverbot verständlich erklärt. einfach.religion https://www.youtube.com/watch?v=gzzJxwtxJ9I Transkript (automatisch erstellt) 0:00 „Du sollst dir kein Bild machen!“ Aber wieso eigentlich nicht? Um diese Frage geht es in diesem Video. Du sollst dir kein Bild von Gott machen. 0:10 Genauer heißt es in 2. Mose 20,4: „Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, 0:24 noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: 5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht!“ Wieso steht dieses Gebot gleich an zweiter Stelle der 10 Gebote? Geht das überhaupt, 0:36 kein Bild von Gott zu haben? Die Bibel selbst kennt und zeichnet doch viele Bilder von Gott. Ein Video zu biblischen Gottesbildern findet ihr übrigens auch auf diesem Kanal. 0:46 Bilderverbot Geht das überhaupt, keine Bilder von Gott zu haben? Die biblischen Gottesbilder zeigen: Ein bildloser Glaube ist ein trostloser Glaube. 0:56 Bilder gehören zur menschlichen Sprachwelt dazu, weil sie vielmehr sagen können, als tausend Worte. Bilder bereichern den menschlichen Glauben und sind grundsätlich nicht verkehrt oder verboten. 1:11 Doch: Wir müssen uns klarmachen: alle Gottesvorstellungen, ob konkret oder abstrakt, sind menschliche Versuche, Gott mit menschlichen Kategorien zu erfassen. Es sind Versuche, 1:24 die niemals gelingen können Gott völlig zu erfassen. Denn Gott übersteigt prinzipiell und grundsätzlich das menschliche Fassungsvermögen. Dass wir Gott nicht auf ein Bild oder ein 1:36 Gleichnis festlegen können wird auch dadurch deutlich, dass die Juden während vieler Jahrhunderte ganz verschiedene Erfahrungen mit Gott gemacht, die sich gegenseitig ergänzen und 1:48 auf den ersten Blick sogar widersprechen können. Auch hier wird deutlich: Gott lässt sich nicht auf ein Bild festlegen. Die Bilder ergreifen einen Zipfel von Gottes Kleid, erfassen ihn aber nie 2:01 vollständig. Daher ist es auch schwierig, von dem biblischen Gottesbild zu sprechen. Genau dieser Umstand lässt sich auch in der Geschichte vom brennenden Dornbusch erkennen. 2:13 Als Mose Gott nach seinem Namen fragt, antwortet Gott: „Ich bin, was ich bin.“ Mose muss ziemlich überrascht gewesen sein. „Ich bin, was ich bin“, das ist 2:25 doch kein Name. „Wieso gibt Gott mir nicht seinen richtigen Namen?“, könnte Mose gedacht haben. Hierzu benötigen wir ein wenig Hintergrundwissen: In alten Erzählungen haben Namen eine besondere 2:37 Bedeutung. Sie dienen nicht nur dazu, jemanden gezielt ansprechen und benennen zu können. Den Namen von jemandem zu kennen, bedeutete gewissermaßen auch Macht über ihn zu 2:49 haben. Dieses Motiv kennen wir auch aus dem Märchen von Rumpelstilzchen. „Ach wie gut, dass keiner weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß.“ Hätte Gott Mose einen konkreten Namen gegeben, 3:09 hätte er gewissermaßen auf einen bestimmten Inhalt, auf bestimmte Eigenschaften, auf ein bestimmtes Bild von ihm festgelegt. Gott behält seine Freiheit. Deswegen will er 3:22 sich auch nicht in einem kostbaren goldenen Stier dargestellt werden, wie es die Israeliten in der Wüste taten. Sie wollten Gott festlegen, man kann sagen sie wollten ihn dingfest machen, 3:34 anstatt seinen Versprechen zu vertrauen. Aber: Wer Gott ist bzw. wie er sich verhält, bestimmt nur Gott selbst. Darauf haben wir Menschen keinen Anspruch. 3:47 Das bedeutet im Umkehrschluss für uns heute: Wir Menschen müssen unsere eigenen Gottesbilder und Vorstellungen von Gott stets hinterfragen. Menschen müssen bereit sein, das eigene Gottesbild 3:59 von Gott, der Bibel und anderen Menschen korrigieren zu lassen. Zu oft haben Menschen viel Unheil mit ihrem starren Gottesbild angerichtet, weil sie keine Freiheiten ertragen konnten. 4:12 Heißt das Bilderverbot nun, dass jeder zum Thema „Gott“ das sagen kann, was ihm gerade so einfällt. Kein Limit, anything goes? Aussagen über Gott sind keinesfalls beliebig. 4:26 Sie lassen sich nicht nur am Bilderverbot, sondern auch an grundlegenden Aussagen der Bibel messen: der Aussage etwa, dass Gott wesentlich Liebe ist. Vor allem aber an der Offenbarung Gottes 4:37 im Menschen Jesus Christus, in der sich Gott den Menschen selbst zu erkennen gegeben hat. Jesus Christus war einmalig und eindeutig. Denn nirgendwo sonst, 4:49 hat Gott sich den Menschen so deutlich gezeigt wie in seinem Sohn. Gott ist also identifizierbar und damit unverfügbar und verfügbar zugleich. Nachtrag: Je nach Tradition oder Kirche wird das 5:28 Bilderverbot ganz unterschiedlich ausgelegt im Hinblick auf die Frage, ob man Bilder von Gott zeichnen darf, oder nicht. Was ist eure Meinung dazu? Schreibt es gerne in die Kommentare.