Englands Königsdynastien – Die Gesamtgeschichte der englischen Monarchie Flüsterchroniken https://www.youtube.com/watch?v=goiULFJO69I Transkript (automatisch erstellt) 0:01 Im frühen Morgen des 24. März 1603 erlosch das Leben von Elisabeth I. im Richmond Palace bei London. Sie war 69 Jahre alt, das letzte Kind 0:15 Heinrichs des und sie starb unverheiratet, ganz so, wie sie es selbst inszeniert hatte, als jungfreuliche Königin eines Reiches, das 0:25 sie über vier Jahrzentelang mit ruhiger Hand geführt hatte. Mit ihrem Tod setzte ein stilles, aber entschlossenes Ringen ein. Boten ritten 0:36 nordwärts über Hügel und Grenzlande hinweg bis nach Schottland. Dort überbrachten sie Jakob dem die Nachricht, dass seine Cousine verstorben 0:46 sei und dass Englands Thron zum ersten Mal seit einer Generation leer stand. Elisabeth hatte nie offen ausgesprochen, wen sie als Nachfolger wünschte. 0:59 Jahrzehntelang hing die Frage der Thronfolge wie ein ungelöster Schatten über ihrem Hof. Und doch geschah nun das Erstaunliche. Während Jakob im späten 1:09 Frühling 1603 nach Süden reiste, [musik] wurde immer klarer, dass er ohne Widerstand als Jakob I. I. von England empfangen werden würde. Mit ihm begann 1:20 die Herrschaft des Hauses Stuart, jenes schottischen Königshauses, das England mehr als ein Jahrhundert lang prägen sollte. bis zum Aufstieg des Hauses 1:30 Hannover im Jahr 1714. Auf den ersten Blick mag es verwundern, dass eine schottische Dynastie England regieren sollte. 1:41 Doch in Wahrheit war die englische Krone schon immer von Fremdeinflüssen durchzogen gewesen. Seit die Herrscher des Hauses Wessex im 1:50 10. Jahrhundert das Land einte, wechselten die Dynastien häufig. Normannische, französische, valisische, später sogar deutsche Ursprunge 2:00 bestimmten das Schicksal der Insel. England war nie ein abgeschlossener Raum, sondern ein Ort, an dem Linien, Sprachen und Kulturen ineinander 2:10 flossen. Um zu verstehen, wie es soweit kommen konnte, muss man zu den Anfängen zurückkehren, zu der Zeit, als England noch gar nicht existierte. 2:21 Der Name England bedeutet das Land der Angeln. Diese germanischen Stämme erreichten im fünften Jahrhundert nach Christus die 2:29 britischen Küsten. Die Römer hatten das Land gerade erst aufgegeben und eine neue unruhige Zeit begann. Mit den Angeln kamen die Sachsen und 2:40 Jüten, Völker aus den heutigen Regionen Norddeutschlands und Dänemarks. Sie ließen sich nieder und über die kommenden Jahrhunderte entstanden in den 2:50 Ruinen der römischen Welt zahlreiche kleine Königreiche Mercia, Northbria, Kent, East Englia und natürlich Wessex. Rom selbst blieb nur noch als ferner 3:02 Erinnerung bestehen und aus diesem Grund empfanden die Bewohner der Insel den Begriff England lange nicht als fest umrissene Identität. Wales etwa bewahrte 3:13 deutlich spürbare vorrömische Traditionen und blieb ein kulturell eigener Raum. Mörsia, das mächtige Reich der Midlands, errichtete im 8. 3:23 Jahrhundert sogar eine lange Grenzbefestigung gegen Wales, Offers Dijk. Ein stiller Hinweis darauf, wie fließend und unsicher die Grenzen dieser 3:32 Welt waren. Trotz aller Bemühungen gelang es keinem angelsächsischen Herrscher, die Insel dauerhaft zu einen, bis eine neue Bedrohung alles 3:45 veränderte. Im neunten Jahrhundert drangen Wikinger aus Skandinavien nach England vor. Was als Raubzüge begann, wurde rasch zu 3:55 einer Welle von Eroberungen. Die sogenannte große heidnische Armee besetzte North Ambria und East Englia, schwächte Mercia und brachte das Land an 4:07 den Rand des Zusammenbruchs. Doch im Süden, im kleinen Königreich Wessex, erhob sich ein junger König, Alfred. 4:18 Im Jahr 878 besiegte er die Dänen bei Eddington und obwohl er das Land nicht vollständig einte, legte er den Grundstein für das 4:29 England, das später entstehen sollte. Alfred der Große gilt heute nicht wegen eines einzigen Sieges als der Große, sondern weil er Ordnung in einem 4:41 erschütterten Land schuf, die Verteidigung organisierte, Bildung förderte und die Voraussetzungen für die spätere Reichseinheit schuf. Nach ihm 4:52 folgten sein Sohn Edward und schließlich Athlston, der 927 als erster unumstrittener König von England auftrat. 5:02 Er war derjenige, der die verstreuten angelsächsischen und dänischen Gebiete tatsächlich unter einer Krone vereinte. Die Dynastie, die Alfred, Edward undstan 5:15 geformt hatten, wurde das Haus Wessex, Englands erste königliche Linie. Doch wie so oft blieb die Herrschaft nicht stabil. Neue dänische Invasionen, 5:28 Machtkämpfe und persönliche Rivalitäten ließen England immer wieder erzittern. Unter König Knut, der sowohl über Dänemark als auch über Norwegen 5:39 herrschte, entstand kurzzeitig ein nordisches Großreich. Erst 104 gelang es, die Linie der Wessex Könige wiederherzustellen. 5:50 Doch diese erneute Blüte dauerte nicht lange. Edward, bekannt als der Bekenner, starb 1066 ohne Erben. Sein Tod löste eine der 6:03 berühmtesten Thronkrisen des Mittelalters aus. Harold, der mächtigste englische Edelmann, ließ sich zum König ausrufen. 6:12 Doch William, Herzog der Normondie, erhob ebenfalls Anspruch auf die Krone und so kam es zu jenem Herbsttag, der die Geschichte Englands für immer 6:24 veränderte. Am 14. Oktober 1066 trafen sich beide Heere bei Hastings. Harold fiel im Kampf und mit ihm endete 6:35 die angelsächsische Welt. Wilhelm der Eroberer begann seine Herrschaft, eine Herrschaft, die Sprache, Recht und Gesellschaft Englands tiefgreifend 6:47 umformen sollte. Aus dem Zusammenstoß zweier Welten entstand das moderne England. weder rein germanisch noch rein romanisch, sondern eine einzigartige 6:59 Mischung aus beidem. Die Normanen prägten das Land so tief, dass noch über 600 Jahre später das Französische die Sprache der englischen Gerichte blieb. 7:11 Adelstitel, Rechtsbegriffe, höfische Etikette und selbst alltägliche Wörter tragen bis heute Spuren dieser Begegnung. Wilhelm starb 1087. 7:23 Seine Söhne folgten ihm und über ganz Europa zog sich die Frage nach Erbe, Nachfolge und Legitimität. Jene stille, unruhige Kraft, die die 7:35 Geschichte der Insel immer wieder neu formte. Als König Heinrich dem Ende seines Lebens näherte, bemühte er sich verzweifelt, seine Adligen davon zu 7:46 überzeugen, daß seine einzige überlebende rechtmäßige Tochter Matilda die Krone erben sollte. Doch in einer Epoche, in der ein König seine Macht 7:57 nicht nur durch Herkunft, sondern durch Führung auf dem Schlachtfeld bestätigte, erschien vielen englischen Adligen die Vorstellung einer weiblichen Herrscherin 8:07 unvereinbar mit der politischen Wirklichkeit. Als Heinrich 1135 starb, brach das aus, wovor er sich gefürchtet hatte, ein 8:18 offener Bürgerkrieg. Die Chronisten jener Zeit nannten diese Jahre schlicht die Anarchie, ein Wort, das die Erfahrung eines ganzen Landes 8:28 treffend wiedergibt. Von 1135 bis 1154 zerfiel England in rivalisierende Herrschaftsgebiete. Matilda hatte treue Anhänger, doch 8:41 ebenso viele Lords stellten sich hinter Stefan von Blois, einen Enkel des Normannenherzogs Wilhelm des Eroberers. Beide Seiten errangen Siege, beide 8:53 nahmen sich gegenseitig gefangen und beide verloren ein Reich, das unter ihren Streitigkeiten verarmte und verwüstet wurde. Die Berichte des 12. 9:04 Jahrhunderts zeichnen ein düsteres Bild. verbrannte Dörfer, verlassene Felder, eine Bevölkerung, die zwischen Fronten zerrieben wurde. Erst als Stefans Sohn 9:16 und designier Thronfolger Eust 1153 unerwartet starb, fand der Konflikt ein Ende. Ein Jahr später folgte Stefan seinem Sohn ins Grab und der Weg war 9:29 frei für Matildas Sohn Heinrich. So bestieg Heinrich II. 1154 den Thron. Er war der erste König des Hauses Plantagen benannt nach dem 9:43 Beinamen seines Vaters Joffrey graf von Anju. Wieder war eine neue Dynastie geboren und wieder war sie französisch geprägt, so wie viele, die zuvor über 9:55 England herrschten. Heinrich II. regierte 35 Jahre lang und setzte tiefe Spuren im Reich. Er strebte nach einer starken 10:06 einheitlichen Krone und legte sich dabei mit der Kirche an. Ein Konflikt, der 1170 in der Ermordung des Erzbischofs Thomas Becket im Dom von Canterbury 10:19 gipfelte. Die Tat erschütterte das christliche Europa und wurde zu einem Symbol königlicher Übermacht und menschlicher Fehlbarkeit. 10:31 Und doch war Heinrich ein Herrscher von außergewöhnlicher Reichweite. Er vereinte England, große Teile Wäs, die Normondie, Anju und durch seine Ehe mit 10:43 Elonore von Aquitanien, riesige Gebiete im Westen Frankreichs. Historiker sprechen heute von einem angewienischen Reich, einem lockeren, 10:54 aber beeindruckendem Geflecht von Territorien, das sich vom irischen Osten bis zu den Weinbergen von Bordeaux erstreckte. Selbst die Könige 11:04 Schottlands und die Herzöge der Britannie rückten unter Henrys Einfluss. Doch große Reiche stehen selten lange. Als Heinrich 1189 starb, übernahm sein 11:17 Sohn Richard, bekannt als Löwenherz, die Krone. Richard jedoch verbrachte kaum Zeit in England. Seine Aufmerksamkeit galt dem dritten Kreuzzug, und seine 11:28 legendären Auseinandersetzungen mit Sultan Saladin prägten das Bild, das von ihm bis heute geblieben ist. In seiner Abwesenheit begann sein Bruder 11:39 Johann Unruhe zu stiften. Sein Versuch, die Kontrolle zu erlangen, schwächte die Krone weiter. Richard kehrte 1194 zurück und bemühte sich, das zersplitterte 11:52 Reich zu stabilisieren. Doch 1199 starb er an einer infizierten Wunde. Nun wurde Johann König, ein Herrscher, dessen Name bis heute ein Symbol für 12:05 politische Fehlentscheidungen ist. Unter seiner Regierung verlor England fast sämtliche französischen Besitzungen der Plantagenetz, darunter auch die 12:15 Normondie. Innenpolitisch zerstritt er sich mit seinen Baronen, belastete sie mit schweren Steuern und legte sich 12:23 zusätzlich mit der Kirche an. Der Konflikt mündete in die Magnakarta, eine Urkunde, die erstmals festschrieb, dass selbst ein 12:35 König Grenzen anerkennen musste. Sie war kein demokratisches Dokument im modernen Sinn, doch sie war der Keim dessen, was späte zu Verfassung, Parlament und 12:47 Rechtsstaat werden sollte. Johann brach die Vereinbarung bald darauf und der Bürgerkrieg flammte erneut auf. 12:56 Als erze an der Ruhe starb, hinterließ er einen neuen Jahre alten Jungen, Heinrich II. Trotz seiner Jugend regierte Heinrich 13:06 bemerkenswert lange, 56 Jahre länger als jeder seiner Vorgänger. Er stabilisierte das Reich und akzeptierte schließlich den Verlust der französischen Gebiete. 13:19 Unter seiner stillen, oftmals unscheinbaren Herrschaft fand England zu einer neuen Ordnung zurück. Als Heinrich 1272 13:29 starb, folgte ihm sein Sohn Edward der I. Ein König. ganz ander Art, entschlossen, militärisch, ehrgeizig. Er unterwarf Wales, drang tief nach 13:41 Schottland vor und festigte Englandseinfluss in Irland. Hätte England seine französischen Besitzungen nie verloren, wäre Edward womöglich der 13:51 Erbauer eines echten angewienischen Imperiums geworden. Doch England blieb ein Reich der Gegensätze. Starke Könige wechselten sich mit Schwachen ab. Nach 14:02 Edwards Tod7 kam sein Sohn Edward I. Thron. Ein Herrscher, dessen Günstlinge, politische Fehlentscheidungen und militärische 14:12 Niederlagen, besonders gegen das erstarkende Schottland unter Robert Bruce, das Land ins Chaos führten. Schließlich wurde Edward II. von seiner 14:22 eigenen Ehefrau Isabella und ihrem Verbündeten Roger Mortimer gestürzt. Ihr Sohn Edward II, gerade einmal 14 Jahre alt, wurde 1327 14:35 König. Als er 1330 die Macht selbst übernahm, begann eine der bedeutendsten Regierungszeiten des Mittelalters. Seine Herrschaft dauerte bis 1377 14:48 und sie leitete Epoche ein, die Europa bis ins 15. Jahrhundert prägen sollte. Im Jahr 137 erhob Edward Anspruch auf den 14:59 französischen Thron, nachdem die Hauptlinie der Kapitäninger erloschen war. Damit begann der hundertjährige Krieg. Ein Konflikt, der nicht nur um 15:09 Land geführt wurde, sondern um Ehre, Identität und die Frage, wem die Geschichte selbst recht geben würde. Als der französische König Karl I. 15:20 männlichen Erben starb, entstand eine Lücke, die ganz Europa beschäftigen sollte. Seine Schwester Isabella war die Mutter des englischen Königs Eduard II. 15:32 Das hieß Eduard war Karls Neffe und konnte für sich beanspruchen, näher mit der alten Kapitingerynastie verwandt zu sein, als der neue französische König 15:43 Philip VI aus dem Haus Valois. Zunächst blieb dieser Anspruch Theorie, doch 1340 entschied sich Eduard ihn offen zu 15:54 erheben. Damit begann, was die Nachwelt den hundertjährigen Krieg nennen würde, eine lange Folge von Feldzügen, Belagerungen 16:04 und Waffenstillständen, in denen englische Könige versuchten, ihre alten Territorien in Frankreich zurückzugewinnen und, wenn möglich, 16:13 sogar die Kronen von England und Frankreich in einer Hand zu vereinen. In den 1340er und 1350er Jahren schien das Ziel zum Greifen nah. Englische 16:27 Heere, verstärkt durch die gefürchteten Langbogenschützen, errangen glanzvolle Siege. Doch je länger der Krieg dauerte, desto zäher wurde er. In der zweiten 16:38 Hälfte des 14. Jahrhunderts verwandelte sich der Konflikt mehr und mehr in einen Abnutzungskrieg. England erhielt zwar bedeutende 16:47 Besitzungen in Nord und Südwestfrankreich rund um die Normandie und Akitanien, doch von einer völligen Vereinigung beider Reiche konnte keine 16:56 Rede sein. Gleichzeitig stand Eduard II. vor einer Gefahr, die keine Ausrüstung und keine Strategie verhindern konnten, der schwarzen Pest. Ab 1346 17:09 breitete sich die Beulenpest über Europa aus und tötete binnen weniger Jahre etwa ein Drittel der Bevölkerung des Kontinents. Auch England blieb nicht 17:19 verschont. Felder lagen brach, Städte lehrten sich, ganze Dörfer verschwanden von der Landkarte. In dieser Zeit der Erschütterung gelang es Eduard dennoch, 17:30 die königliche Verwaltung zu stärken. England entwickelte sich zu einem erstaunlich gut organisierten spätmittelalterlichen Königreich mit 17:39 funktionsfähiger Steuererhebung und Gerichtsorganisation. Wichtiger noch für die weitere Geschichte war Eduards Familie. Mit 17:48 seiner Gemahlin Philippa von Hennegau hatte er 13 Kinder. Einige starben früh oder vielen solchen zum Opfer. Doch mehrere Söhne erreichten das 17:58 Erwachsenenalter und legten damit die Grundlage für spätere Konflikte. Der älteste Eduard, der sogenannte schwarze Prinz, wurde zur Symbolfigur der 18:09 englischen Kriegsführung in Frankreich, starb aber noch vor seinem Vater. Ein anderer Sohn, Johann von G, Herzog von Lenkester, sammelte große Ländereien und 18:20 politische Macht. Aus seiner Linie ging später das Haus Lenkester hervor. Weitere Söhne Leonel von Clarence und Edmund von York begründeten Nebenlinien, 18:31 deren Nachkommen im 15. Jahrhundert eine zentrale Rolle spielen sollten. Als Eduard II 1377 starb, wiederholte sich ein vertrautes 18:41 Muster. Auf einen starken, erfahrenen König folgte ein Schwacher und junger. Sein Nachfolger war nicht ein Sohn, sondern sein Enkel. Richard I. der Sohn 18:53 des schwarzen Prinzen, gerade einmal 10 Jahre alt. Richard wuchs in einer Zeit auf, in der die Wunden der Pest noch frisch waren, die sozialen Spannungen 19:03 zunahmen und die Erinnerung an glanzvoller Siege in Frankreich verblasste. Später neigte er dazu, neue Favoriten an seinen Hof zu ziehen und 19:13 alteingesessene Adelsfamilien zu übergehen. Dieses Verhalten weckte Misstrauen und Widerstand. Bereits in dener Jahren formierte sich eine Gruppe 19:24 mächtiger Adliger, die den König in die Schranken weisen wollte, darunter auch Heinrich Bollingbroke, der Sohn Johanns von Gont. Richard konnte sich eine Zeit 19:34 lang behaupten, doch die Spannungen brachen in den 1390er Jahren erneut auf. Als Johann von Gond9 starb, verweigerte Richard seinem Cousin 19:47 Heinrich das Erbe der gewaltigen lancastrischen Besitzungen. Damit entzog er einem ohnehin mächtigen Mann die rechtliche Grundlage seiner Stellung. 19:58 Heinrich reagierte entschlossen. Während Richard in Irland weilte, landete er mit einem kleinen Heer in England. Der Widerstand gegen ihn blieb gering. 20:08 Richard wurde gefangen genommen, zur Abdankung gezwungen und verschwand wenig später, so gut wie sicher ermordet in Gefangenschaft. Heinrich ließ sich als 20:19 Heinrich den vierten krönen. Damit begann die Herrschaft des Hauses Lenkester, einer Seitenlinie der Plantagenetz. 20:28 Doch es zeigte sich schnell, es ist leichter einen König zu stürzen, als ein zerrissenes Reich zu stabilisieren. Heinrich I. sah sich mit Aufständen in 20:39 Wales unter Owen Glindur, mit Verschwörungen im Adel und mit eigener schwerer Krankheit konfrontiert. Dennoch gelang [musik] es ihm, auf dem Thron zu 20:49 bleiben und die neue Dynastie zu behaupten, wenn auch unter stetigem Druck. 1413 starb er. Körperlich gezeichnet und müde mit noch nicht 21:00 einmal sech Jahren. Sein Sohn Heinrich brachte eine andere Energie mit. Als er mit Mitte 20 König wurde, war er bereits kriegserfahren und politisch versiert. 21:13 Er beendete die valisischen Aufstände und wandte sich bald wieder Frankreich zu. Am 25. Oktober 1415, 21:23 dem Tag des Heiligen Chrispinos, trafen sich englische und französische Heere bei Asenkort. Die stark unterlegenen Engländer, müde, 21:34 krank und numerisch deutlich in der Minderheit, standen einer viel größeren französischen Ritterarmee gegenüber. Doch der Einsatz der englischen 21:45 Langbogen und das schwierige schlammige Gelände brachten den Franzosen eine vernichtende Niederlage. Die Schlacht von Asienkurt wurde zu 21:55 einem der bekanntesten Siege der englischen Geschichte. In den Jahren danach erreichte die englische Position in Frankreich ihren 22:04 Höhepunkt. Mit dem Vertrag von Treuze wurde Heinrich als Thronerbe des geisteskranken französischen Königs Karl VI anerkannt. Er heiratete Karls Tochter 22:18 Katharina von Valois. Die Vorstellung, die Eduard II. einst verfolgte, ein Herrscher über England und Frankreich schien kurz davor Realität zu werden. 22:31 Doch die Geschichte folgt selten geraden Linien. Heinrich starb2 überraschend im Alter von nur 35 Jahren, wahrscheinlich an einer Infektion. 22:45 Sein einziger Sohn Heinrich VI war zu diesem Zeitpunkt noch ein Säugling. Wieder begann eine Regenschaftszeit, in der mächtige Adlige versuchten, im Namen 22:57 eines schwachen oder kindlichen Königs Politik zu machen. Unter Heinrich dem VI wendete sich das Blatt endgültig gegen England. Charismatische Gestalten auf 23:09 französischer Seite, darunter John Dark, stärkten den Widerstand. Schritt für Schritt gingen die englischen Besitzungen auf dem Kontinent verloren. 23:19 1453 endete der hundertjährige Krieg faktisch mit einer französischen Wiederherstellung fast aller verlorenen 23:28 Gebiete. Als die Nachricht der Niederlage nach England gelangte, erlitt Heinrich VI einen seelischen Zusammenbruch und verfiel für Monate in 23:38 Apathie. In diesem Vakuum gewann eine andere Linie der Plantagennetzanbedeutung, das Haus Jork. Sein führender Vertreter 23:48 Richard Herzog von Jork war ein Urenkel Edwards des II und sah sich selbst als den besser geeigneten Hüter der Krone. Die Spannungen zwischen den Anhängern 23:59 des Hauses Lancester mit dem roten Rosenwappen und denen des Hauses Jork mit der weißen Rose mündeten 1455 in eine Reihe von Bürgerkriegen, die als 24:11 Rosenkriege in die Geschichte eingen. Der Konflikt war komplex, vielschichtig und von wechselnden [musik] Allianzen geprägt. Richard von Jork errang 24:22 zunächst militärische Erfolge und wurde zeitweise als Lord Protektor eingesetzt. Doch 1460 [musik] fiel er in der Schlacht von Wakefield. Sein Erbe trat 24:33 sein Sohn an, Eduard, ein junger entschlossener Feldherr. 1461 gewann Eduard eine Reihe von Siegen und ließ sich als Eduard den vier krönen. 24:46 Das Haus Jork hatte die Oberhand. Der lenkestrische König Heinrich VI wurde abgesetzt, später kurzzeitig zurückgebracht und schließlich endgültig 24:56 gestürzt. 1471 starben sowohl er als auch sein Sohn. Damit war die unmittelbare lenkestrische Thronlinie ausgelöscht. 25:07 Unter anderen Umständen hätte das Haus Jork lange herrschen können, doch das Schicksal intervenierte erneut. Eduard I. starb 1483 25:18 überraschend. Sein Erbe Eduard V war noch ein Kind. Sein Onkel Richard Herzog von Gloster übernahm als Vormund die Macht. Kurz darauf verschwanden Edward. 25:31 Jüngerer Bruder in den Mauern des Tauer auf London und wurden nie wieder gesehen. Richard bestieg als Richard I. selbst den Thron, doch der Verdacht, er 25:42 habe seinen Neffen beseitigen lassen, haftete von Anfang an an seiner Herrschaft. Diese moralische Schwäche öffnete die Tür für einen neuen 25:51 Anwärter. Heinrich Tudor, einen jungen Mann mit einem komplizierten, aber nutzbaren Anspruch auf den Thron. Seine Mutter stammte aus der Borfurtlinie, 26:02 einer legitimierten, aber formal vom Thron ausgeschlossenen Nebenlinie der Plantagenetz. Sein Vater war weitgehend walisischer Herkunft. Dennoch nutzte 26:12 Heinrich den Unmut über Richard den I, landete 1485 in Wales, gewann Unterstützer und stellte sich Richard bei Bossworth Field. 26:22 In der Schlacht von Bossworth fiel Richard II im Kampf. Heinrich Tudor ließ sich als Heinrich dem 7 kröen und begründete das Haus Tudor. Um seine 26:34 Stellung zu festigen, heiratete er Elisabeth von Jork, die Tochter Eduards des Vier. So verschmolzen zumindest symbolisch die beiden verfeindeten 26:45 Häuser Jork und Lenkester. Heinrich VI regierte vorsichtig. beinahe misstrauisch. Er unterdrückte mögliche Rivalen, sanierte die königlichen 26:57 Finanzen und baute eine vergleichsweise disziplinierte Verwaltung auf. Sein Ziel war es vor allem, die neue Dynastie zu sichern. Der Glanz war begrenzt, aber 27:08 die Grundlage stabil. Als er 1509 starb, hinterließ er seinen Sohn ein verhältnismäßig wohlhabendes und ruhiges Königreich. Der neue König 27:20 war jung, gut ausgebildet, sportlich und charismatisch. Heinrich der Ich. In den ersten Jahren genoss er hohe Beliebtheit. Seine Ehe mit Katharina von 27:31 Aragon wirkte harmonisch. Das Hofleben war prachtvoll und der neue Herrscher trat selbstbewusst gegenüber dem Ausland auf. England schien in eine strahlende 27:42 Zukunft zu gehen. Doch im Inneren wuchs eine stille Sorge. Die Ehe brachte keinen männlichen Thronfolger hervor. Nur eine Tochter überlebte. In einer 27:54 Welt, in der die Stabilität vieler Reiche am vorhanden Sein eines Sohnes hing, begann sich ein Schatten über die glanzvolle Fassade dieses Königtums zu 28:03 legen. Ein Schatten, der bald Kirche, Politik und Gesellschaft Englands erschüttern würde. Heinrich VI. Anfang der 1530er Jahre vor einem Problem, das 28:18 in den Augen seiner Zeitgenossen alles andere überstrahlte. Er hatte keinen legitimen Sohn. Seine Ehe mit Katharina von Aragon hatte ihm 28:29 nur eine überlebende Tochter gebracht, Maria. Für ein Reich, das noch immer von der Angst vor Bürgerkriegen und Thronstreitigkeiten geprägt war, 28:40 erschien das als zu großes Risiko. In dieser Situation trat Anne Bin sein Leben. Sie war gebildet, selbstbewusst, ehrgeizig. Und Heinrich wurde von ihr 28:54 fasziniert. Aus dieser Faszination wurde bald eine Obsession. Er wollte Katharina loswerden und Anne 29:04 heiraten, überzeugt davon, dass sie ihm den ersehnten männlichen Erben schenken würde. Doch die Ehees Königs war nicht nur eine private Angelegenheit. Sie war 29:16 ein Bündnis, ein kirchlicher Vertrag, ein politischer Pfeiler. Der Papst verweigerte die Annullierung. Schritt für Schritt trennte sich Heinrich 29:27 daraufhin von Rom. Er erklärte sich selbst zum Oberhaupt der Kirche in seinem Reich. So begann die englische Reformation. 29:38 Nicht aus theologischer Überzeugung, sondern aus dynastischer Not. Ironischerweise blieb Heinrich im Herzen ein konservativer Katholik, aber die 29:49 Türen, die er aufgestoßen hatte, ließen sich nicht so leicht widerschließen. Klöster und Ordenshäuser wurden aufgelöst, ihre Ländereien enteignet. 30:00 Ihr Reichtum floss in die königliche Kasse. Ein Jahrhunderte altes religiöses Gefüge zerbrach innerhalb weniger Jahre. Anne Bin jedoch erfüllte die Hoffnungen 30:13 des Königs nicht. Sie brachte eine Tochter zur Welt, Elisabeth. Ein weiterer Sohn blieb aus. Misstrauen, Intrigen und Anschuldigungen wutzen. 30:25 1536 wurde Anne hingerichtet. Heinrich wandte sich neuen Ehen zu. Jane Seore, Anna von Klevf, Katharina Howard, 30:37 Katharina Pa. Sechs Frauen insgesamt, ein Spiegel seiner Unruhe und seines wachsenden Despotismus. Nur Jane Seore schenkte ihm schließlich 30:48 den ersehnten Sohn Edward. Als Heinrich VI im Januar 1547 starb, atmeten viele auf. Hinter der Fassade des glanzvollen Hofes lag ein 31:01 Land, das religiös zerrissen und finanziell belastet war. Auf den Thron folgte nun der Knabe Edward VI, noch zu jung, um selbst zu regieren. Für ihn 31:14 führten mächtige Adlige die Regierungsgeschäfte und sie waren entschieden protestantisch gesinnt. Unter Edward nahm die Reformation einen 31:24 deutlich radikaleren Verlauf. Die lateinische Messe wurde durch einen englischsprachigen Gottesdienst ersetzt, festgelegt im ersten Book of Common 31:34 Prayer. Bilder, Altäre, Heiligenverehrung wurden vieler Orts entfernt oder stark eingeschränkt. England bewegte sich weg von der alten 31:44 Kirche und hin zu einer strengeren von Genf inspirierter Fräumigkeit. Edward war persönlich von diesen Ideen überzeugt, doch seine Zeit war kurz. 31:56 Noch als Jugendlicher erkrankte er schwer und starb 1553. Mit ihm starb die Hoffnung auf eine sanfte, allmähliche Festigung des neuen 32:06 Glaubens. Nun trat Maria, seine ältere Halbschwester, aus Heinrichs erster Ehe mit Katharina von Aragon auf den Plan. 32:16 Sie wurde als Maria die I. Englands erste voll anerkannte Königin. In ihr vereinten sich persönlicher Glaube und biographische Wunde. Sie hatte die 32:27 Scheidung ihrer Eltern miterlebt, die Demütigung ihrer Mutter, die Stigmatisierung ihrer eigenen Stellung. Maria sah ihre Aufgabe darin, England 32:38 zur römischen Kirche zurückzuführen. Ihr Eifer war unerbittlich. Hunderte Protestanten wurden als Ketzer verbrannt. Später nannte man sie Bloody 32:49 Mary. Und doch darf man nicht vergessen, ein großer Teil der Bevölkerung hielt noch an katholischen Vorstellungen fest. Wäre Marias Leben länger gewesen, hätte 33:00 sich die religiöse Landschaft Englands vielleicht in eine ganz andere Richtung entwickelt. Aber auch sie starb früh, 1558 33:10 vermutlich an einer schweren gynäkologischen Krankheit. Die Bühne war nun frei für eine andere Frau, deren Geburt ihren Vater so enttäuscht hatte. 33:21 Elisabeth, die Tochter Ann Bolines. Als Elisabeth den Thron bestieg, war England müde von Religionswechseln und Verfolgungen. Sie entschied sich für 33:33 einen Mittelweg. Unter ihr nahm die anglikanische Kirchegestalt an. Protestantisch in Lehre und Bibelverständnis, doch mit vielen 33:43 äußeren Formen, die an die alte Kirche erinnerten. Dieser Via Media, der mittlere Weg, war weniger ein klarer theologischer Plan, als ein 33:54 pragmatischer Versuch, ein gespaltenes Land zur Ruhe [musik] zu bringen. Elisabeth regierte 45 Jahre lang. In dieser Zeit begannen die Konturen einer 34:05 künftigen Großmacht sichtbar zu werden. Irland wurde mit brutaler Härte unterworfen. Englische Seeleute und Unternehmer erkundeten neue Seewege. 34:16 Männer wie Francis Drake umsegelten die Erde. Walter Riley versuchte Siedlungen in der neuen Welt zu gründen. Zugleich trat England in einen langen Konflikt 34:27 mit Spanien ein, das damals die führende globale Macht war. 88 scheiterte die große spanische Armada bei dem Versuch, England zu erobern. 34:39 Viele spätere Historiker zeichneten Elisabeth als überragende Staatsfrau. Die Wahrheit ist komplizierter. Sie war klug, gebildet, sprachgewandt, aber 34:52 zögerlich, misstrauisch, geprägt von einer Kindheit, in der ihr eigener Vater ihre Mutter hatte töten lassen. Sie heiratete nie, hielt Bewerber aus dem 35:03 Inn- und Ausland über Jahre hinweg in Unsicherheit und nutzte ihre unverheiratete Rolle geschickt als politisches Instrument. Doch eines tat 35:13 sie nicht, für eine klare dynastische Lösung sorgen. Als sie 1603 starb, blieb kein leiblicher Nachfolger zurück. Stattdessen wandte sich der Blick nach 35:24 Norden, nach Schottland. Dort regierte Jakob VI ein Urenkel Heinrichs des VI über seine Großmutter Margarete Tior. Diese Verbindung reichte aus, um ihn als 35:37 logischen Erben erscheinen zu lassen. So ritt Jakob nach Süden, überquerte die Grenze und wurde in London als Jakob der I von England begrüßt. Die Kronen von 35:48 England und Schottland wurden in seiner Person vereint, auch wenn beide Länder formal noch getrennte Staaten blieben. Jakobs Herrschaft war in vieler Hinsicht 36:00 erfolgreich. Unter ihm entstanden die ersten dauerhaften englischen Kolonien in Nordamerika, beginnend mit Jamestown in 36:08 Virginia. Später folgten Siedlungen in Neuengland und in der Karibik. In Irland wurden Gebiete des Nordens mit protestantischen Siedlern aus Schottland 36:19 und England neu besiedelt. Die Folgen dieser Pflanzungen prägen die Geschichte Irlands bis heute. Doch Jakob war auch ein verschwenderischer Herrscher, der 36:31 viel Geld für Hofpracht und Gunstbeweise [musik] an Favoriten ausgab. Sein Sohn Karl I. erbte nicht nur einen Thron, sondern 36:40 auch verschuldete Finanzen und ein hohes Anspruchsniveau. Karl versuchte die Macht des Königtums zu stärken, während viele im Parlament 36:50 auf wachsender Mitsprache bestanden. Er regierte über Jahre hinweg ohne Parlament, versuchte neue Steuern ohne Zustimmung zu erheben und wollte 37:01 religiöse Einheit in allen drei Reichen, England, Schottland und Irland durchsetzen. Dieser Drang zur Kontrolle traf auf 37:10 entschiedenen Widerstand. Die Spannungen entluten sich ab 1642 in Bürgerkrieg. Königstruppen und Parlamentarier standen sich gegenüber. 37:21 In Schottland und Irland tobten eigene, aber verbundene Konflikte. Man spricht heute von den Kriegen der drei Königreiche. 37:31 Am Ende triumphi nicht die Anhänger der alten Ordnung, sondern eine radikalere Strömung innerhalb des Parlaments. Karl I. wurde gefangen genommen, vor Gericht 37:43 gestellt und 1649 in London öffentlich hingerichtet. Es war ein unvorstellbarer Bruch mit der Vorstellung, der König sei von Gott 37:54 eingesetzt und stehe über allen anderen. In den folgenden Jahren war England keine Monarchie, sondern eine Republik, geleitet vom Rat des Staates und 38:06 faktisch beherrscht von Oliver Cromwell, der den Titel Lord Protector annahm. Diese Phase dauerte etwas mehr als ein Jahrzehnt und blieb ein Ausnahmezustand 38:18 in der langen Geschichte der englischen Krone. Nach Cromwells Tod bröckelte die Ordnung der Republik. 1660 kehrte Karl II. Der 38:30 Sohn des hingerichteten Königs, aus dem Exil zurück. Die Monarchie wurde restauriert, aber in veränderter Form. Niemand hatte die Ereignisse der 1640er 38:42 Jahre vergessen. Der König regierte nun in einem System, in dem das Parlament deutlich selbstbewusster geworden war. Die Zeit Karls des II. war von 38:53 Lebenslust, Theater, Wissenschaft und Geselligkeit geprägt, insbesondere in London. Doch unter der Oberfläche blieben Spannungen, vor allem in 39:04 religiösen Fragen. Karls Bruder und Thronfolger Jakob, Herzog von Jork, war bekennender Katholik. Als Karl 1685 starb und Jakob II. den Thron bestieg, 39:17 wurde diese Tatsache zu einem politischen Problem. Viele einflussreiche Kreise wollten keinen katholischen König an der Spitze eines 39:27 überwiegend protestantischen Staates akzeptieren. Als Jakob versuchte Katholiken in Ämter zu bringen und religiöse Grenzen zu 39:35 lockern, wuchs die Sorge, er werde eine Art katholische Gegenerformation in England betreiben. 1688 lut eine Gruppe führender englischer 39:47 Politiker Wilhelm von Oranien ein, den Gatten von Jakobs protestantischer Tochter Maria. Wilhelm war Stadthalter der Niederlande, ein erfahrener 39:57 Staatsmann und Militär. Er landete mit Truppen in England. Jakobs Unterstützung brach schnell zusammen. Er floh nach Frankreich und das Ereignis ging unter 40:08 dem Namen glorreiche Revolution in die Geschichte ein. Weil es vergleichsweise wenig Blut vergaß, aber die Machtverhältnisse grundlegend änderte. 40:19 Wilhelm und Maria bestiegen gemeinsam den Thron als Wilhelm II und Maria I. Entscheidender als ihre Personen war jedoch ein Dokument, das 1689 40:34 verabschiedet wurde, die Bill of Rights. Sie legte fest, dass der König nicht mehr allein regieren konnte, dass bestimmte Rechte und Verfahren 40:45 eingehalten werden mussten und dass das Parlament eine zentrale [musik] Rolle im Staatsgefüge spielte. Was mit der Magna Kart als Schutz der Rechte einiger 40:56 weniger begonnen hatte, entwickelte sich nun zu einer dauerhafte Begrenzung der königlichen Macht. Im frühen 18. Jahrhundert veränderte sich die 41:08 politische Landkarte noch einmal grundlegend. 1707 wurden die Parlamente von England und Schottland durch den Act of Union 41:17 vereinigt. Aus zwei Königreichen unter einem Herrscher wurde ein neuer Staat, das Königreich Großbritannien. Kurz darauf starb die letzte 41:29 Stuartmarchin, Königin Anna, ohne überlebende Kinder. Nach den Bestimmungen des Thronfolgegesetzes fiel die Krone an einen entfernten Verwandten 41:40 aus Deutschland, Georg von Hannover. 1714 bestieg er als Georg. Den britischen Thron. Mit ihm begann die Herrschaft des 41:51 Hauses Hannover, einer Dynastie, die über ein zunehmend parlamentarisch geprägtes Königreich regierte. Aus einem zersplitterten Mosaik 42:01 angelsächsischer Kleinkönigreiche war damit über viele Jahrhunderte und unzählige Konflikte hinweg ein verfassungsstaatliches Königreich 42:11 entstanden, das auf dem Weg zu einem Weltreich war. Die Krone war noch da, aber nicht mehr allmächtig, und die Geschichte Englands war längst zur 42:23 Geschichte Großbritanniens geworden. Als Maria I und später Wilhelm II. kinderlos starben, rückte eine andere Frau in den Mittelpunkt. N, eine weitere Tochter des 42:36 Hauses Stuart. 1702 bestieg sie den Thron als Königin Ann und wurde damit die letzte Herrscherin dieser Dynastie. Ihr persönliches Schicksal war von 42:48 tiefer Tragik geprägt. Ann erlitt zahlreiche Fehlgeboten und Kindstode. Aus 17 Schwangerschaften überlebte kein einziges Kind bis ins Erwachsenenalter. 43:00 Hinter der Macht einer Königin stand so eine Frau, die immer wieder Hoffnung und Verlust erlebte. Als sie 1714 starb, erlosch damit die direkte Linie der 43:11 Stuarts. Die Krone ging nun an einen Mann, der viele Meilen entfernt geboren worden war. Georg, Kurfürst von Hannover im Norden des Heiligen Römischen 43:22 Reiches. Über seine Mutter war er ein Urenkel Jakobs des und damit der nächste protestantische Verwandte, der nach den Bestimmungen der englischen Thronfolge 43:33 in Frage kam. Als Georg. Bestieg er den britischen Thron und begründete das Haus Hannover. Mit dieser Dynastie trat Großbritannien 43:44 in eine neue Phase. Die Herrscher aus Hannover waren geographisch und kulturell zunächst fremd, aber sie lenkten ein Reich, das sich rasch zu 43:53 einer globalen Macht entwickelte. Im 18. Jahrhundert entstanden aus den verstreuten Kolonien in Nordamerika, der Karibik, Afrika und Indien, die ersten 44:05 Konturen eines Weltreiches. Gleichzeitig veränderte sich der Charakter der Monarchie selbst. Der König war nicht mehr die unangefochtete 44:16 Quelle aller Entscheidungen. Das Parlament gewann an Gewicht. Kabinette und Minister übernahmen immer mehr die praktische Regierungsarbeit. 44:26 Die Krone blieb wichtig, doch sie war nun eingebunden in ein Gefüge von Gesetzen, Institutionen und Gewohnheitsrechten. 44:35 Wenn man die Geschichte Englands vom 10. Jahrhundert bis zum frühen 18. Jahrhundert betrachtet, sieht man kein gerades übersichtliches Band, sondern 44:45 ein Geflecht aus Linien. Haus Wessex, Dänenkönige, Normannen, Plantagenetz, Lenkaster, Jork, Tudos und schließlich die Hanoaner. 44:56 Einige dieser Dynastien waren nur kurze Episoden, andere prägten Jahrhunderte. Viele hatten ihre Wurzeln außerhalb Englands, in Dänemark, in der Normandie, 45:07 in Enjou, in Wales, in Schottland, in deutschen Fürstentümern. Und doch wurden sie im Laufe der Zeit alle zu Trägern derselben Krone. Jede 45:19 dieser Herrscherfamilien stand vor ihren eigenen Herausforderungen. Invasionen, Bürgerkriege, religiöse Umbrüche, Hungersnöte, Aufstände, 45:29 Kolonialprojekte. Unter ihnen wandelte sich England von einem von Wikingern bedrohten Inselreich zu einem Staat mit entwickelter 45:38 Verwaltung, Rechtssicherheit und einer zunehmend selbstbewussten politischen Öffentlichkeit. Was vielleicht am meisten ins Auge 45:47 fällt, ist dies: England wurde nicht zur Großmacht, weil eine einzige Dynastie außergewöhnlich weise oder tugendhaft gewesen wäre. 46:00 Viel mehr entstand seine Stärke aus der Spannung zwischen Krone und Parlament, aus der allmählichen Begrenzung königlicher Macht und der wachsenden 46:10 Rolle von Händlern, Finanziers, Rädereien und Kolonialunternehmern. Am Ende dieser Entwicklung stand kein allmächtiger König, sondern eine 46:22 Monarchie, die eingebettet war in eine verfassungsmäßige Ordnung. Aus dem mittelalterlichen Königreich England war ein britischer Staat geworden, der sich 46:34 anschickte, im 18. und 19. Jahrhundert zur führenden Weltmacht aufzusteigen mit allen Licht und Schattenseiten, die wir heute mit dem Begriff Empire verbinden. 46:48 Und so kann man kurz bevor man die Augen schließt an all diese Namen denken. Alfred, Atelstein, Wilhelm, Heinrich, Eduard, Elisabeth, Jakob, Anne und 47:02 daran, dass hinter jeder Krone Menschen standen mit Ängsten, Hoffnungen, Fehlern und Träumen. Die Dynasten wechselten, doch das Land, 47:14 das sie regierten, überdauerte sie alle und formte sich mit jeder Generation ein Stück weiter zu dem, was wir heute Großbritannien nennen. 48:01 [musik] [musik] 48:37 [musik] [musik] 48:54 [musik] [musik] 50:23 เฮ [musik] 51:13 [musik] [musik] 51:31 [musik] [musik] 52:49 [musik] [musik] 53:24 [musik] [musik] 53:55 [musik] [musik] 54:21 [musik] เฮ 55:22 [musik] [musik] 55:45 [musik] [musik] 57:20 เฮ [musik] 57:39 [musik] [musik] 57:58 [musik] [musik] 58:22 [musik] [musik] 59:49 เฮ [musik]