Physiker findet Sinn des Lebens | Glaube und Wissenschaft | "Mensch, Gott!" ERF Mensch Gott https://www.youtube.com/watch?v=gOz6StVFM5M Transkript (automatisch erstellt) 0:04 >>SIGRID RÖSELER: Schon als Kind ist sich Albrecht Kellner sicher: es muss mehr geben, als man sehen und anfassen kann. Seine Sinnfragen führen ihn in die Wissenschaft und er wird 0:12 Doktor der Physik. Welche Antworten er da gefunden hat, das frag ich ihn jetzt. Herzlich willkommen bei Mensch Gott, Dr. Albrecht Kellner. 0:19 >>ALBRECHT KELLNER: Hallo. >>SIGRID RÖSELER: Hallo. Ja, als Physiker waren Sie auf der Suche nach Sinn. Das würde 0:24 man bei einem Wissenschaftler jetzt nicht unbedingt sofort vermuten oder? >>ALBRECHT KELLNER: Doch, doch viele Wissenschaftler sind eigentlich auf der Suche nach 0:33 dem Sinn und deswegen geht’s in die Naturwissenschaft, weil sie meinen, dass man dort Antworten bekommt auf diese Frage. So war es eben auch bei mir. 0:41 >>SIGRID RÖSELER: Das heißt, Sie haben auch andere Wissenschaftler getroffen, die dieselben Fragen hatten wie Sie? 0:45 >>ALBRECHT KELLNER: Ja, im Grunde genommen ist ja in der, am Grunde jeder Naturwissenschaft diese Frage: woher kommen wir eigentlich und wohin gehen wir? Vielleicht nicht so explizit 0:55 bewusst aber letztlich rumort es bei allen Wissenschaftlern im tiefsten Innersten. >>SIGRID RÖSELER: Sinn des Lebens oder die Frage danach, das ist so allgemein. Welche 1:04 Fragen hatten Sie denn genau konkret? >>ALBRECHT KELLNER: Ja, im Grunde genommen: was machen wir in diesem Weltall, nicht. Also 1:10 je mehr man als Naturwissenschaftler in die Natur eindringt und zum Beispiel die Größe des Weltalls sieht, das wir hier auf unserem Planeten eine Atombombe umkreisen in einer 1:22 Entfernung von 150 Millionen Kilometer, das muss ja eigentlich zu gewissen Fragen führen. Also zumindestens ich hatte die, nicht, die Frage: was machen wir auf diesem Planeten, 1:32 in diesem riesigen Weltall? >>SIGRID RÖSELER: Sie haben schon als Kind diese Fragen gehabt, was ich total außergewöhnlich 1:39 finde, ungewöhnlich finde, dass ein Kind sich Gedanken um den Sinn des Lebens macht. Wie kam das? 1:45 >>ALBRECHT KELLNER: Ja, ich führ das immer darauf zurück, dass, vielleicht ist es so, dass ich Namibia geboren bin und dort allerhand gewaltige Naturphänomene immer mal wieder 1:55 vor Augen hatte. Zum Beispiel den Namibianischen Nachthimmel, den Sternenhimmel. Das ist so gewaltig, das ist also was ganz anderes als das, was man hier hat an Sternenhimmel, dass 2:05 diese Fragen eben fast natürlich kam, ne. Was geht hier vor sich, wozu sind wir da, was machen wir hier? 2:12 >>SIGRID RÖSELER: Ihre Eltern sind dahin ausgewandert nach dem ersten Weltkrieg. Sie haben dort Ihre Jugendzeit verbracht. Warum haben Sie sich dann ausgerechnet die 2:20 Physik ausgesucht? Sie hätten ja auch Philosophie oder Theologie studieren können. >>ALBRECHT KELLNER: Ja, die Philosophie war mir zu spekulativ und die Theologie ebenso. 2:29 Nee, für mich war die Naturwissenschaft konkret und handfest. Und normalerweise denkt man ja auch, dass die moderne Physik irgendwann, wenn sie es nicht jetzt schon hat, wirklich 2:40 die Antworten auf die letzten Frage hat. Und das war eben meine Hoffnung. >>SIGRID RÖSELER: Ja. Wie sah das aus dann für Sie, das Studium der Physik? Haben Sie 2:48 die Fragen beantworten können? >>ALBRECHT KELLNER: Ja, aber gerade nicht. Also spätestens zum Vordiplom war ich sehr 2:54 enttäuscht, weil ich feststellte, die Physik ist zwar eine fantastische Wissenschaft, also die macht mir heute sogar noch Spaß, aber sie beschreibt nur. Also sie kann nicht erklären. 3:04 Also sie stellt fest, es gibt Gesetze, es gibt Phänomene und kann diese Gesetze in mathematische Formeln packen aber woher die Gesetze kommen und wie das alles zusammenhängt, 3:15 was der Ursprung ist, was der ontologische Hintergrund sozusagen, das beantwortet sie nicht. Das ist auch gar nicht ihre Zielsetzung. Und das war eben die Enttäuschung, als ich 3:24 dann feststellte: achso, das geht ja gar nicht weiter, so wie ich mir das eigentlich ausgedacht hatte. 3:29 >>SIGRID RÖSELER: Sie haben aber trotzdem weitergemacht mit Physik. >>ALBRECHT KELLNER: Ja. 3:34 >>SIGRID RÖSELER: Ihre Suche war damit aber nicht beendet. Warum nicht? >>ALBRECHT KELLNER: Keinesfalls, im Gegenteil. Jetzt war also die Erkenntnis: die Naturwissenschaft 3:41 bringts nicht. Und die Frage war: wie geht’s denn weiter? Also mir wurde deutlich, dass das Bewusstsein eigentlich der Schlüssel sein könnte. Also nicht der Verstand, der 3:54 ja eigentlich nur immer Bewusstseinsinhalte strukturiert und in den Kontext zueinender bringt, sondern das Bewusstsein ist ja sozusagen an vorderster Front und insofern war für 4:05 mich die Frage: kann man dieses Bewusstsein vielleicht etwas schärfen oder erweitern oder fokussieren. 4:10 >>SIGRID RÖSELER: Ja, und wie haben Sie das versucht? >>ALBRECHT KELLNER: Also ich hab’s dann versucht mit einer gewissen indischen Pflanze, 4:18 der man solche magischen Eigenschaften zusprach. Und das war also auch sehr interessant, brachte mich aber trotzdem nicht weiter. 4:27 Man bekam Phänomene aber nicht das, was dahinter steckte, nicht. Genauso wie in der Physik, da hat man Phänomene, da hat man Gesetzmäßigkeiten, das ist alles ganz 4:35 wunderbar. Aber woher kommt das, was steckt dahinter, was bedeutet das für mich? >>SIGRID RÖSELER: Also jetzt noch mal platt ausgedrückt, Sie haben Drogen genommen… 4:43 >>ALBRECHT KELLNER: Richtig. >>SIGRID RÖSELER: Und haben das ausprobiert. 4:46 >>ALBRECHT KELLNER: Aber nur eine ganz milde. >>SIGRID RÖSELER: Und was haben Sie dann erlebt oder nicht erlebt? Also Sie haben es 4:52 dann wieder gelassen, warum? >>ALBRECHT KELLNER: Ja, letztlich war das so, dass ich zunächst in einem, in einer 4:59 Art psychischen Labyrinth landete, weil man nicht mehr wusste: wo ist eigentlich die Realität. Also es geht einher mit so einem gewissen Realitätsverlust. Und vor allen Dingen ist 5:10 es so, die Bewusstseinsschärfung, die dadurch entsteht, kann man auch nach innern kehren und die Defekte, die jeder Mensch hat, die werden überdeutlich sichtbar. Das heißt, 5:20 man hatte dann plötzlich n Problem mit sich selbst und kam nicht mehr raus. Man wollte immer das noch verbessern und optimieren und brauchte die Droge immer wieder. Und insofern 5:30 ist das also eine ganz gefährliche Angelegenheit. Ich kam dadurch raus, dass ich dann an die transzendentale Meditation kam. Und in dem Moment, wo die, dieser Zustand einsetzte, 5:41 merkte ich, das ist der gleiche Zustand nur viel schwächer. Aber jetzt brauch ich die teure Droge nicht mehr, jetzt kann ich das auch selber kontrollieren. Ich bin also letztlich 5:48 durch die transzendentale Meditation von dieser Geschichte abgekommen. Was ich nicht wusste, dass ich von ner, jetzt in ne noch, noch schwierigere Situation gekommen war. 5:59 >>SIGRID RÖSELER: Also das Bewusstsein hatte sich nicht erweitert, sondern fokussierte sich nur und Sie sind jetzt irgendwo gelandet, was noch schlimmer war als vorher. Warum? 6:07 >>ALBRECHT KELLNER: Weil es jetzt nicht mehr den Anschein hatte, dass das etwas Künstliches war, sondern etwas Natürliches. Und die ganze Methode der transzendentalen Meditation war 6:19 untermauert mit einem theoretischen Gebäude, was mich als Physiker natürlich interessierte. Und in sofern hatte ich das Gefühl, jetzt bin auf den, auf dem richtigen Weg. Und hatte 6:30 nicht, wie bei den Drogen, das Gefühl, eigentlich ist das nicht gut, sondern ich dachte, es wär hier gut. Trotzdem war ich in der gleichen Falle, denn das war die, die gleiche Sensibilisierung 6:41 auch Bezug, im Bezug auf die eigenen Defekte. Das heißt, man war immer noch gefangen in sich selbst. Man war ständig mit sich selbst beschäftigt. 6:47 >>SIGRID RÖSELER: Ja. Sie haben aber währenddessen trotzdem noch Ihr Physikstudium weiter verfolgt. Ja, das haben Sie noch auf die Reihe gekriegt, weil das hört sich... 6:54 >>ALBRECHT KELLNER: Das hab ich noch auf die Reihe gekriegt, ja, ja. >>SIGRID RÖSELER: Sie haben ursprünglich gesagt, Sie wollten das nicht mehr mit der 7:02 Logik weiter betreiben, sondern auf die, sind auf diese sinnliche Erfahrung dann gegangen, mit den Drogen und der Meditation. Es hat nicht das gebracht, was Sie sich gewünscht 7:14 haben. Sind Sie dann wieder zum Verstand zurück? >>ALBRECHT KELLNER: Das würde ich nicht sagen, sondern ich bin im Grunde genommen immer mit 7:22 der Erkenntnis weitergelaufen: Der Verstand reicht nicht. Wie gesagt, zunächst sind ja die Erfahrungen das Maßgebliche, das was man im Bewusstsein hat. Der Verstand denkt 7:34 nach. Das sieht man auch an dem Wort, ne. Es kommt, er kommt immer hinterher. Er sitzt sozusagen in der zweiten Reihe. Ganz vorne ist das Bewusstsein. Also insofern war mir 7:44 nach wie vor klar: das Bewusstsein muss irgendwie den Weg bahnen, wenn man so will. Der Verstand muss das nachher ordnen und er tat es dann auch später. Das ist also ganz wichtig. Den 7:53 Verstand kann man auf keinen Fall irgendwie außen vor lassen. Aber das Bewusstsein ist vorne weg. Das war für mich immer klar, ne. 8:00 >>SIGRID RÖSELER: Ja. Also Sie haben das weiter betrieben, haben das trainiert, haben Ihre Wahrnehmung trainiert sozusagen. Sie wollten ne immer reinere Wahrnehmung bekommen. 8:10 Was wäre denn dann gewesen, wo, also wozu haben Sie das gemacht? Was wäre gewesen, wenn Sie das geschafft hätten, was haben Sie sich davon versprochen? 8:17 >>ALBRECHT KELLNER: Ich hatte die wage Hoffnung, dass man auf diese Weise irgendwann zu einer Erkenntnis kommen würde, ne. Vielleicht noch ein bisschen beeinflusst durch den Buddhismus, 8:26 durch den Hinduismus, wo es ja darum ging schließlich durch die Meditation in ein Erleuchtungserlebnis zu kommen, in den so genannten Satori. Das hat ich so irgendwie ganz wage vor Augen. 8:37 Wie das gehen würde, wusste ich natürlich nicht, ne. Aber die Hoffnung, die blieb, ne. >>SIGRID RÖSELER: Ihre Wege führten Sie nach Amerika dann. Sie haben ein Stipendium 8:46 bekommen, haben dort dann gelebt in der Sonne Kaliforniens. >>ALBRECHT KELLNER: Wunderbar. 8:50 >>SIGRID RÖSELER: Und viele Gleichgesinnte getroffen. >>ALBRECHT KELLNER: Ja. 8:53 >>SIGRID RÖSELER: Wie ging Ihre, kamen Sie dort mit Ihrer Sinnsuche weiter voran? >>ALBRECHT KELLNER: Zunächst nicht. Also es ging dann weiter in der transzendentalen 9:01 Meditation, wie viele es damals auch machten. Es war ja die Zeit der Flower Power. Übrigens alle suchten da irgendwie, ne, das passte irgendwie in die Zeit. Und ich machte dann 9:11 die Bekanntschaft mit den Lehren eines englischen Philosophen Namens Krishnamurti, indischer Abstammung, der davon sprach, dass man sozusagen die Dinge betrachten sollte, ohne die Konditionierung. 9:23 Das heißt, ohne dass man sie von vornherein klassifiziert, zum Beispiel ein Baum, das man sagt: „das ist ein Baum“, sondern dass man ihn anguckt, als ob man ihn zum ersten 9:31 Mal sehen würde. Und das war faszinierend und interessant und ich guckte, versuchte also die Bäume anzugucken, als würde ich sie zum ersten Mal sehen. Aber richtig weiter 9:40 kam ich dadurch auch nicht. >>SIGRID RÖSELER: Sie waren praktisch enttäuscht auch von der, von der Meditation. Wie sind 9:46 Sie dann mit der Enttäuschung umgegangen? >>ALBRECHT KELLNER: Ja, also richtig enttäuscht war ich eigentlich nicht, sondern ich war 9:52 eigentlich ständig unterwegs und war noch guter Dinge. Ich dachte, da kommt noch was, nicht. Jetzt muss ich noch ein bisschen suchen. Und das hatte ja dann dazu geführt, dass 10:00 ich mir gesagt hab: „das Studium bringst eigentlich nicht“. Und an der Uni wurde sehr hart gearbeitet. Also die Amerikaner sind da etwas fleißiger offenbar als die 10:11 Deutschen. Also son 17 Stunden Tag war keine Ausnahme. Und irgendwann hab ich mir gesagt: Das muss ich mir nicht antun, nicht, wenn ich nicht weiß, wozu ich studiere, diesen 10:21 Aufwand. Und hab dann mein Stipendium zurückgegeben und wurde so, ein so genannter Dropout. >>SIGRID RÖSELER: Dropout? 10:27 >>ALBRECHT KELLNER: Ein Dropout, ja. >>SIGRID RÖSELER: Ja, okay. 10:29 >>ALBRECHT KELLNER: Zunächst war es, war mein Anliegen jetzt, mein Lebensunterhalt zu verdienen. Und das war also auch ein Erlebnis. Ich hatte ja mein Diplom in, in der Physik 10:40 aber die, das konnte ich hier nicht anwenden. Ich hatte ja in Amerika keine Anstellung und musste mir ne Arbeit suchen. Und hab dann alles Mögliche versucht. Hätte nie gedacht, 10:50 dass ich mich darin wieder finden würde. Ich hab versucht Staubsauger zu verkaufen. Ich hab keinen einzigen verkauft. Ich glaube, ich kann das nicht. Vielleicht nur ganz kurz, 11:00 ich bin dann in einer Sprachschule gelandet als Lehrer zunächst mal. Und dann nach kurzer Zeit war ich Direktor der Schule, das ist in Amerika möglich. Und damit war meine materielle, 11:10 meine materiellen Fragen gelöst. >>SIGRID RÖSELER: Ah, okay. 11:12 >>ALBRECHT KELLNER: Aber meine Sinnfrage noch nicht. >>SIGRID RÖSELER: Ja. Die hatten Sie immer noch. 11:15 >>ALBRECHT KELLNER: Und die hatte ich immer noch. Und jetzt kam etwas sehr Interessantes. Es gab einen Konflikt mit meiner damaligen Freundin und die führte mich zu einem ja, 11:24 Counceler. Also damals lag halb Amerika irgendwo auf Sofas und beichteten ihre Sünden irgendwelchen Beratern oder Councelern. 11:32 >>SIGRID RÖSELER: Also ist das ein Psychologe. >>ALBRECHT KELLNER: Und das dachte ich. Kam hin, stellte fest, war ein Pastor. Und das 11:39 war dann vielleicht das entscheidendste Erlebnis meines Lebens. >>SIGRID RÖSELER: War das okay für Sie, dass der sich als Pastor entpuppt? 11:46 >>ALBRECHT KELLNER: Das spielte für mich eigentlich keine Rolle. Also Christsein hatte ich nie auf meinem Radar, meinem Suchradar. Obwohl evangelisch getauft und konfirmiert 11:59 und auch ab und zu in die Kirche gegangen aber das hier Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens zu finden sind, das hatte ich nie gehört. Und insofern war es mir egal, 12:09 was der war, ob Pastor oder nicht, ne. >>SIGRID RÖSELER: Ja, Sie sind dann mit Ihrer Freundin dahin gegangen und dann ging es gar 12:14 nicht mehr um Ihre Beziehung oder wie? Oder worum ging es dann? >>ALBRECHT KELLNER: Richtig. Ja, ja. Ich hab dem Pastor, als ich hörte, das ist ein Pastor, 12:20 hatte ich also um das Gespräch einzuleiten gesagt: „Also Sie als Mann Gottes, was würden Sie denn sagen, ist der wichtigste Satz in der Bibel?“. Ich dachte, das wäre ein sehr 12:29 schlaue Frage. Daraufhin sagte der: „Jeder Satz“, klappte seine zerfledderte Bibel auf und fing dann an vorzulesen, nicht. Und da war diese eigentliche Sinngebung oder eigentliche 12:42 Zielsetzung dieses Gesprächs perdü und er las mir aus der Bibel vor. Wir hatten und vielleicht ne viertel Stunde lang, viertel Stunde vorher kennen gelernt. Und das waren 12:50 Sätze, die ich so noch nie gehört hatte. >>SIGRID RÖSELER: Können Sie sich noch dran erinnern, was er da zitiert hat? 12:56 >>ALBRECHT KELLNER: Ja, zum Beispiel: „wen da dürstet, der komme zu mir und trinke“. Und ich wusste in dem Moment, was er meint mit Durst. Meine Sinnsuche, genau das, ne. 13:05 „Und wer mir nachfolgt wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben“. Und ich wusste, was mit Finsternis gemeint war. 13:12 >>SIGRID RÖSELER: Das sind Sätze, die in der Bibel standen? >>ALBRECHT KELLNER: Absolut, ja. Und so ging es immer weiter und ich merkte, das traf wie 13:18 Hammerschläge. Und ja, ich hatte die vorher noch nie gehört und. >>SIGRID RÖSELER: Das heißt, Sie haben den total ernst genommen diesen Mann? 13:27 >>ALBRECHT KELLNER: Ja, vor allen Dingen die Worte eigentlich. Der Mann, der las die ja vor. Aber die Worte waren das, die mich rafen, ne. 13:34 >>SIGRID RÖSELER: Wie entwickelte sich das dann weiter? >>ALBRECHT KELLNER: Und es war dann so, dass ich sagte, wenn er jetzt so weiter vorliest, 13:41 also dann brech ich hier noch zusammen. Und glücklicherweise hörte er rechtzeitig auf und guckte auf und sagte: „Albrecht, ich weiß, du bist ein Suchender und was du suchst, 13:53 kannst du jetzt haben, willst du es haben?“. Und daraufhin sagte ich natürlich: „Ja“. Und dann passierte etwas, was ich nicht erwartete. Er sagte dann: „lass uns beten“. Und das 14:05 war dann der, der entscheidende Moment meines Lebens. Er bat mich, ihm Satz für Satz ein Gebet nachzubeten, das ich nie vergessen werden. im einzelnen Wortlaut vielleicht nicht aber 14:16 inhaltlich. Das ist diese Aussage eben: „Jesus, ich komm jetzt zu dir“, obwohl ich also bis dato mit Jesus nichts anfangen konnte, „ich komme jetzt zu dir, ich bekenne, dass 14:26 ich ein Sünder bin“. Okay, das konnte ich in etwa noch akzeptieren oder schon akzeptieren. „Und vergib mir alle meine Schuld jetzt und danke, dass es passiert ist und führe 14:37 mein Leben von nun an, Amen“. Das war’s und danach haben wir uns verabschiedet. Das eigentliche Thema, weshalb wir gekommen waren, das war gar nicht mehr der Rede Wert. Ich 14:50 fuhr nach Hause und hab mich gefragt: was ist denn jetzt passiert? Und hatte das Gefühl, ich wusste zwar nicht, was das war aber eins wusste ich: im Vergleich zu meinen allen, 15:00 mei, all meinen vorherigen Versuchen, war das etwas Gutes. >>SIGRID RÖSELER: Haben Sie sich dann auch so ne Bibel besorgt oder hatten Sie eine? 15:08 >>ALBRECHT KELLNER: Ja. Er hatte gesagt, also bevor wir gingen, zeigte er seine zerfledderte Bibel und sagte: „Albrecht, das musst du essen“. Und dann hab ich gesagt: „Das 15:16 essen?“. Aber ich hab mir gesagt, ich hab ja während … >>SIGRID RÖSELER: Wie meinte er das? 15:20 >>ALBRECHT KELLNER: Ja, in sich einverleiben, lesen, ne. Und mir wurde das insofern klar, als ich ja während meines Studiums oder insbesondere am Anfang Mathematikbücher und Bücher der 15:33 theoretischen Physik mir einverleiben wollte, die ich zunächst überhaupt nicht verstand. Und man blieb aber dran und so nach sechs bis neun Monaten wurde es plötzlich transparent. 15:44 Dann hatte ich gesagt: „wenn ich das mit diesen Büchern gemacht hab, dann kann ich es auch einmal mit der Bibel machen“. Und das war dann meine Zielsetzung, die wollte 15:52 ich jetzt mal richtig durcharbeiten, auch wenn ich sie zunächst nicht verstand. Die beste Entscheidung meines Lebens. 15:58 >>SIGRID RÖSELER: Ja. Sie, Sie sind da dran geblieben aber es, es fiel Ihnen nicht, nicht leicht. Was war da son Hindernis für Sie? 16:05 >>ALBRECHT KELLNER: Ja, zunächst war das Problem, dass ich eben eigentlich die biblischen Aussagen mit meiner Interpretation belegte und dann diese Interpretation ablas als das, 16:16 was da stand. Also ich drang eigentlich nicht richtig durch zu dem, was da stand. >>SIGRID RÖSELER: Haben Sie ein Beispiel? 16:21 >>ALBRECHT KELLNER: Ja, zum Beispiel war für mich die Kreuzigung Jesu eine Allegorie auf den Meditationsprozess, wo man eben auch in der Meditation allmählich vom Äußerlichen 16:32 sich entkleidet, wenn man so will und immer mehr ins, ja, ins Reinesein entschwindet und sich stirbt sozusagen, ne. Also das war für mich ne Allegorie. So hab ich das gesehen. 16:44 Oder „wer glaubt hat ewiges Leben“. Das hab ich so verstanden im Faustschen Sinne, wer immer strebend sich bemüht, der wird eines Tages mal erlöst werden, so ne. 16:56 >>SIGRID RÖSELER: Und wie verstehen Sie es heute, der Tod Jesu oder das mit dem Glauben? >>ALBRECHT KELLNER: Ja, also dieses, also für mich war entscheidend der Satz: „Wer 17:02 glaubt HAT ewiges Leben“. Als ich das begriff und zwar eingedenk der Krischna Moodischen Aussage: Man muss direkt drauf gucken, nicht die Interpretation, nicht kategorisieren, 17:13 sondern direkt. Das brachte mich dazu, an einen Punkt, wo ich sagte: „Jetzt guck ich mal ganz direkt“. Und da steht: „Wer glaubt HAT etwas“, und zwar nicht morgen oder übermorgen, 17:23 sondern jetzt. Und da hab ich gesagt: „Wenn das stimmt“, und das kam zum ersten Mal in mein Bewusstsein, das da ja steht „hat“, dann kann ich es ausprobieren, dann mach ich das. 17:33 >>SIGRID RÖSELER: Und das haben Sie auch gemacht. Wie? >>ALBRECHT KELLNER: Ja, also der, der nächste Schritt, als ich feststellte: Okay, hier wird 17:42 was angeboten, was man haben kann, was immer das ewige Leben ist, hatte keine Ahnung, dann will ich das mal ausprobieren. Was ist die Bedingung dafür? Und da stand: „wer glaubt“. 17:52 Das glaubte ich nicht, sondern dachte, das muss komplizierter sein, da muss man meditieren, da muss man fasten und sonst was. Und das führte mich zu der ersten gründlichen Analyse 18:02 des Neuen Testaments. Für mich war die Frage dann: was ist Glaube. Und ich hab tagelang mich, mir den Kopf zerbrochen, was Glaube ist, bis ich erkannte, dass ich mir den Kopf 18:13 zerbrach, das war schon Glaube. Ich hab mich eingelassen auf Jesus. Und in dem Moment entstand das, was für mich ganz entscheidend war, sonst wär ich nie Christ geworden. Es setzte 18:22 diese Erfahrung ein. Ich habe. Und zwar wusste ich noch nicht ganz genau, was das ewige Leben ist aber ich wusste: jetzt hab ich’s. Und das entfaltete sich dann, diese Erkenntnis 18:32 im zunehmenden Maße. Und für mich ist entscheidend: Christsein ist nicht Glaube Punkt, sondern man kommt zum Glauben zu einer inneren Erfahrung. Wenn ich die nicht gehabt hätte, dann wär 18:40 ich als Physiker niemals Christ geworden im Sinne von: ich muss was für wahr halten, was ich nicht beweisen kann, das geht gar nicht. 18:47 >>SIGRID RÖSELER: Ja. Das heißt, sind jetzt alle Fragen für Sie beantwortet oder gibt’s noch offene Fragen? >>ALBRECHT KELLNER: Die Grundfrage meines Lebens, die ist in dem Sinne beantwortet, 19:00 dass ich jetzt weiß, wo es lang geht, hier bin ich richtig. Und viele Dinge öffnen sich. Also insbesondere die Erkenntnis des Wesens Gottes, nämlich Gott ist Liebe. Aber es gibt 19:11 viele Fragen, gerade im naturwissenschaftlichen Bereich, ich war sogar ein bisschen enttäuscht. Ich dachte, irgendwann werde ich doch mal sehen, warum es die Sonnen gibt, warum es 19:19 die Sterne gibt, warum es die Galaxien gibt. Keine Antwort bislang. Das hoff ich, also wird sich dann später mal zeigen, wenn ich auf der anderen Seite dieses Lebens bin, ne. 19:28 >>SIGRID RÖSELER: Ich mach jetzt mal irgendwie n wilden Vergleich, also Albert Einstein hat ja auch an Gott geglaubt oder er glaubte an ne höhere Macht, was ist jetzt der Unterscheid 19:38 zwischen Ihnen und Herrn Einstein? >>ALBRECHT KELLNER: Ja, ich glaube der ist gewaltig. Einstein war ein Genie und hat uns 19:45 eine gewaltige Erkenntnis gebracht, gerade des Wunderbaus der, dieser Schöpfung, ne. Aber viele Physiker wissen ja, dass es einen Schöpfer gibt, ist gar keine Frage. Allerdings 19:58 diese Erfahrung, von der ich gesprochen habe, die das Christsein überhaupt ausmacht, die hatte zum Beispiel Einstein nicht. Ich möchte dazu noch mal sagen, dass Neue Testament spricht 20:08 immer vom Erkennen. Jesus sagt: „wer in meinem Wort bleibt, der wird die Wahrheit nicht glauben, sondern erkennen“. Und diese Erkenntnis ist so mächtig, dass es ihn freisetzt, 20:17 dass eine Befreiung stattfindet. Das Wort Erkennen ist auf fast jeder zweiten Seite zu finden und trotzdem weiß man es kaum, trotzdem wird es von den kanzeln kaum gepredigt. 20:27 Das Erkennen ist das Entscheidende. Und ein Einstein hat, hat großen Respekt vor der Schöpfung gehabt und auch vor dem Alten, wie er ihn genannt hat, aber er hat ihn leider 20:36 nie persönlich kennen gelernt in diesem Sinne, ne. >>SIGRID RÖSELER: Also ein Theist ist noch lange kein Christ, ja, 20:42 >>ALBRECHT KELLNER: Richtig, ja. Sie begegnen vielen Theisten. 20:44 >>SIGRID RÖSELER: Sie halten heute im, im Ruhestand noch Vorträge über Wissenschaft und Glaube. Was ist, wozu, was ist Ihre Botschaft dabei? 20:52 >>ALBRECHT KELLNER: Ja, das Erstaunliche ist ja, das man den Sinn des Lebens tatsächlich finden kann. Das hät ich ja nie für möglich gehalten. Ich hatte es gehofft und bin dann 21:01 tatsächlich fündig geworden. Aber die, die Botschaft, die das ermöglicht ist völlig verdeckt. Kaum einer weiß das noch. Und deswegen ist unsere Zielsetzung, ich arbeite ja im 21:14 Rahmen der IVCG, der internationalen Vereinigung christlicher Geschäftsleute und Führungskräfte, das anderen weiterzugeben. Und wir erleben es immer wieder, wenn Leute sagen: „ach 21:24 so, das ist das Evangelium, das wussten wir ja gar nicht“, und machen den gleichen Schritt, wie ich damals, kommen sie zu der gleichen Erfahrung. Die Sinnsuche ist zu Ende, sie 21:32 haben gefunden, ne. Und das ist natürlich unser Anliegen. >>SIGRID RÖSELER: Das Evangelium ist Ihre Botschaft. 21:37 >>ALBRECHT KELLNER: Ja. >>SIGRID RÖSELER: Was ist das in einem Satz? 21:41 >>ALBRECHT KELLNER: Folgendes: Der Mensch ist, wie ich schon sagte, auf auf Beziehung geschaffen und er kommt zur Ruhe dann, er hat den Sinn gefunden, wenn 21:50 er die Beziehung mit dem Höchstmöglichem Gegenüber eingegangen ist und das ist der Schöpfer. Der ist nun glücklicherweise absolut gut, absolut heilig, absolut Liebe, absolut 22:01 Gerechtigkeit, absolut Wahrheit. Der Mensch, das kann jeder erkennen, allerdings nicht. Und um diese Gemeinschaft zu bewerkstelligen, muss der Blödsinn, den man so verzapft hat, 22:12 die Schuld, die muss erst weg, die muss raus. Und das Evangelium ist die einzige Botschaft auf diesem Planten, die sagt: „das kann kein Mensch, der Standard Gottes ist viel 22:21 zu hoch, es muss ihm geschenkt werden, es muss bezahlt werden, Schuld muss bezahlt werden“. Und die Botschaft, die zentrale Botschaft des Evangelium ist: Jesus ist am Kreuz nur, 22:32 um dieses, um diese Schuld zu bezahlen. Seine letzten Worte wahren: „Es ist alles vollbracht“ oder eine andere Übersetzung: „Es ist alles bezahlt“. Und wer, wer das erfasst für 22:42 sich persönlich, der erlebt diesen Durchbruch zu dieser Erfahrung, von der ich gesprochen habe. Das heißt, die zentrale Botschaft ist: Jesus am Kreuz hat alles bezahlt. 22:51 >>SIGRID RÖSELER: Vielen Dank für Ihre Geschichte, für die Erklärung des Evangeliums. Danke für den Besuch. 22:58 >>ALBRECHT KELLNER: Gerne. >>SIGRID RÖSELER: Das war Albrecht Kellner, ein Physiker, der nach Gott suchte. Und eine Geschichte, 23:04 die ein "Like" verdient, oder? Für weiter Storys einfach hier ins nächste Kästchen klicken oder 23:09 am besten gleich den ganzen Kanal abonnieren. "Mensch, Gott!" freut sich auf Sie. Bis dann.