Inflation und Deflation einfach erklärt | Wirtschaft Schweiz Fastlearn Armin https://www.youtube.com/watch?v=gArYcInUcHY Transkript (automatisch erstellt) 0:08 Das Preisniveau ändert sich von Jahr zu Jahr. In den 50er Jahren kostet 1 lit Milch noch 50 Rappen, während der Preis heute etwa 1 Franken 50 beträgt. 0:19 Diese Prozess des steigenden Preises nennt man Inflation. Wenn diesen kleinen Schritten erfolgt, also pro Jahr in wenigen kleinen Prozenten, ist dies für 0:27 das Land und dessen Wirtschaft unproblematisch. Wenn dies jedoch im Jahr sich um mehr als 10% verändert, kann das zu 0:35 wirtschaftlichen Komplikationen führen. Inflation oder auch Teuerung genannt bedeutet eine laufende Steigerung des allgemeinen Preisniveaus. Wenn das 0:44 Preisniveau steigt, sinkt somit auch die Kaufkraft des Geldes. Dies führt dazu, dass ich mit dem gleichen Geldbetrag weniger kaufen kann. 0:54 Eine wichtige Eigenschaft der Inflation ist, dass alle Preise über eine längere Zeit steigen. Sind es nur wenige Preise, spricht man von einer generellen 1:02 Preissteigerung. Es ist praktisch nicht möglich, das Preisniveau aller Güter eines Landes direkt zu beobachten. 1:10 Deshalb muss man dieses herleiten, indem man verschiedene Gütepreise in einem sogenannten Warenkorb zusammenfasst. Man berechnet den Preis des Warenkorbs 1:19 und bildet daraus einen Index von 100. Das heißt, dass wir beispielsweise sagen, 1000 Franken sind der Index 100. Dieser Index wird dann als Ausgangslage 1:29 für die Zukunft genommen. Der warenkorb entspricht denschlichen Ausgaben eines Haushaltes während eines bestimmten Zeitrahmes. 1:38 Wenn wir jetzt ein paar Jahre später wieder denselben Warenkorb zusammenstellen und der Preis sich über 1000 Franken befindet, ist der Index 1:45 nicht mehr 100, sondern vielleicht 102. Somit können wir sagen, dass eine Inflation stattgefunden hat. In der Schweiz nennt man den Preis 1:54 dieses Warenkorbs den sogenannten Landesindex der Konsumentenpreise LK abgekürzt. Da sich das Kaufverhalten der Kunden 2:02 Jahr für Jahr ändert, passt man die Zusammensetzung des Warenkorbs alle 5 Jahre an. Natürlich ist der Relica nicht übermäßig 2:11 genau, da nicht jedes Einzelprodukt enthalten ist oder auch Qualitätsverbesserungen schwierig zu erfassen sind. 2:18 Wenn wir heute ein Handy kaufen, ist dieses technologisch viel weiter als ein Handy vor 5 Jahren. Also bezahlen wir denselben Preis für viel mehr Leistung. 2:28 Berechnen wir doch gleich anhand eines Beispiels Inflation. Beginnen wir zuerst mit der Indexberechnung. 2:35 Hier müssen wir zuerst den Preis des Warenkorbs des Beobachtungsjahres durch den Preis des Warenkorbs des alten Jahres mal 100 rechnen. Im nächsten 2:44 Schritt können wir nun die Teuerungsrate anhand der Veränderung der Indexpunkte ablesen. Die Teuerungsrate wird immer in Prozent angegeben. 2:54 Hierfür berechnen wir folgendes: neuer Index-ter Index durch den alten Index mal 100. Machen wir hier für ein Beispiel. Hier sehen wir die 3:05 verschiedenen Jahre und ihre entsprechenden Konsumentenpreise. Zuerst die Frage, um wie viele Punkte hat der Index zwischen 2000 und 2010 3:14 zugenommen? Es sind 12 Indexpunkte und zwar es ist die Differenz zwischen 88 und 100. Dann die zweite Frage: Um wie viel 3:25 Prozent hat demnach die Teuerung zwischen 2000 und 2010 zugenommen? Wir wissen jetzt, dass die Veränderung 12 Punkte betrug. Das Basisjahr ist 2010 3:36 und hat somit 100. Die Differenz zum Jahr 2000, welches 88 Punkte hat, beträgt zwar mit 12. Jetzt können wir die Teuerungsrate 3:46 berechnen. Hierfür nehmen wir die Berechnung neuer Index- alter Index durch den alten Index mal 100. Also in unserem Fall 100 - 88 dur 88* 100. Dies 3:59 ergibt 13,63 %, also auf ganze Zahlen gerundet 14%. Bei der Inflation spricht man häufig davon, dass die Ursachen entweder von 4:09 der Angebotsseite oder von der Nachfrageseite kommen können. Es gibt verschiedene Ursachen für die Inflationen. Eine Angebotsinflation 4:18 zeichnet sich dadurch aus, dass Preise von Produktionsfaktoren wie Rohstoffen oder Lohn und Lohnebenkosten steigen. Das macht den Herstellungsprozess vieler 4:28 Güter teurer. Deshalb erhören Unternehmen die Preise für ihre Produkte und geben so die Mehrkosten an die Verbrauchen weiter. Infolg dessen sinkt 4:37 die Kaufkraft über einen gewissen Zeitraum, denn Konsumenten erhalten für die Geld weniger als zuvor und schieben z.B. 4:44 kostspielige Investitionen auf die Ursachen der Angebotsseite. Das höfigste Beispiel sind wohl Krieger und Missernten. Diese führen dazu, dass die 4:53 Rohstoffpreise erhört werden. Dies führt zu einer teureren Produktion. Auch gesetzliche Auflagen können die Produktion verteuen, damit mehr Auflagen 5:01 in der Regel auch die Produktionskosten steigen. Streikes können dazu führen, dass das allgemeine Angebot knapper wird, da die 5:09 Produktion abnimmt oder auch die Verkürzung der Arbeitsset, ohne dass entsprechende Lohnanpassungen vorgenommen werden. Diese bewirken auch 5:18 höhere Produktionskosten. Dann von der Nachfrageseite her. Bei einer Nachfrageinflation entsteht eine Preissteigerung, weil Konsumenten 5:27 häufiger nach bestimmten Güten oder Dienstleistungen verlangen. Übersteigt aber die Nachfrage des Angebot und herrscht gleichzeitig Vollbeschäftigung. 5:36 Was bedeutet, dass Unternehmen die erhöhte Nachfrage nicht durch Produktionssteigerung befriedigen können? steigen die Verbraucherpreise. 5:44 Dies geschieht vor allem in Hochkonjunkturphasen. Beispiele: Durch allgemeine Einkommensteigerungen wollen die 5:52 Haushalte mehr Waren und Dienstleistungen kaufen. Die Nachfrage wird erhört oder durch tiefe Zinsen haben die 5:59 Haushalte eine höhere Möglichkeit Kredite aufzunehmen und diese für den Konsum auszugeben. Dies erhört somit ebenfalls die 6:06 Nachfrage. Was es auch noch gibt, ist die sogenannte importierte Inflation. Wenn beispielsweise die Schweiz Rohstoffe aus 6:14 dem Ausland importiert und diese Rohstoffe im entsprechend Land aufgrund einer Inflation verteurden, importiert die Schweiz ein verteuertes 6:23 Produkt. Auch eine langfristige Ursache der Inflation ist die Erhöhung der Geldmenge. 6:29 In der VWL geht man davon aus, dass eine starke Erhöhung der Geldmenge längefristig immer zu einer Erhöhung des Preisniveaus und somit zu einer 6:37 Inflation führt. Dies kann passieren, wenn beispielsweise die Nationalbank zu viel neues Geld in 6:45 den Umlauf bringt, indem sie die Zinsen zu Zief setzt und somit die Nachfrage nach Krediten bei den Banken steigt. Die Lohnpreisspirale 6:54 stellen wir uns folgende Situation vor. Die Löhne steigen. Dies führt zu einer teureren Produktion. Da die Produktion teurer wird, steigen 7:03 die Preise ja ebenfalls. Da die Preise gestiegen sind, nimmt die Kaufkraft der Arbeitnehmenden ab. Sie können ja somit weniger kaufen. Deshalb 7:13 verlangen sie höhere Löhne. Dies führt zu einer Endlusschleife, welche nur sehr schwer zu bremsen ist. Dies ist die sogenannte Londonpreisspirale. 7:22 Die Folgen der Inflation. Die Folgen einer Inflation sind in der Regel nicht so offensichtlich, da sie schleichend nach vorne geht. Sie wird erst sichtbar, 7:31 wenn sie eine bestimmte Höhe erreicht hat. Es gibt jedoch auch Ausnahmen mit dem Namen Hyperinflation. Bei diesen handelt es sich um monatliche 7:39 Inflationsraten von mindestens 10 Prozent. Diese gab es beispielsweise in Deutschland im Jahr 1923. 7:47 Dies war eine Spätfolge des Ersten Weltkrieges. Das deutsche Reich musste damals sogenannte Reparationszahlungen den 7:54 Siegermächten überweisen. Deshalb beschloss die Regierung mehr Geld zu drucken. Für das in Umlauf gebrachte Geld konnten sich die Menschen 8:03 nichts kaufen, weil es keine Konsumgüter in ausreichender Menge gab. Das Geld wurde somit immer weniger wertvoll. Dies führte von der Inflation zu einer 8:12 Hyperinflation. Machen wir noch ein Beispiel zur Inflation. Stellen wir uns folgendes vor. Ein Maler verdient im Jahr 2021 pro 8:22 Monat 4800 Schweizer Franken. Die Preise steigen nun im Jahr 2022 aufgrund derinflation um 4%. Wie hoch muss nun der Lohn sein, damit der Maner 8:33 mit seinem Gehalt gleich viel kaufen kann wie vorher? Hierfür rechnen wir einfach folgendes. Wir rechnen 4800 x 104%. 8:42 Dieser gibt 492. Ganz wichtig, wenn man jemandem so viel Lohn gibt, damit diese Person genau dasselbe wie letztes Jahr kaufen kann, 8:52 spricht man von einem Teuerungsausgleich. Man will also die Teuerung ausgleichen. In unserem Beispiel wäre also der 8:59 Teuerungsausgleich 192 Franken pro Monat. Kommen wir zu den Folgen der Inflation. Da werden zuerst die Transaktionskosten. 9:10 Sobald die Inflation eine gewisse Höhe erreicht hat, wollen sich die Leute gegen die Geldentwertung schützen. Sie werden versuchen, möglichst wenig 9:18 Bargeld zu halten, da es laufend an Wert verliert und hingegen das Geld auf dem Bankkonto zu lassen, da man dort durch die Zinsen noch etwas besser geschützt 9:27 ist. Dies führt dazu, dass die Leute häufiger zur Bank gehen, um kleine Beträge abzuheben, was wiederum dazu führt, dass 9:35 die Transaktionskosten zunehmen, welche entstehen, wenn man Geld abhebt. Ebenso kommt es zu einer Flucht in Sachwerte. Man kauft vermehrt Sachwerte 9:45 wie Gold oder Immobilien, da diese weniger an Geld verlieren. Die Kosten der Unsicherheit. Wenn man weiß, dass die Inflation stabil ist und 9:53 jährlich gleichmäßig steigt, kann sich die Wirtschaft darauf einstellen und beispielsweise in alle langfristigen Verträge einen sogenannten 10:02 Teuerungsausgleich einbauen, um die Inflation ausgleichen zu können. Jedoch haben hohe Inflationsraten das Problem, dass sie meistens von Jahr zu Jahr sehr 10:11 stark schwanken. Deshalb kann man diese nicht in die Verträge einberechnen und eben diese Verträge verlieren somit an 10:18 Attraktivität, weil sie unsicher sind. Die Verzehrung des relativen Preises. Die Inflation ist zwar als Erhöhung alle Preise bekannt, jedoch steigen nicht 10:29 alle Preise genau gleich stark. Es gibt gewisse Preise, die sich jede Sekunde anpassen, wie z.B. der Preis für Erdöl. Jedoch gibt es auch gewisse Preise, die 10:39 sich nur jedes halbes Jahr anpassen, wie z.B. Preise in Katalogen. Dies führt zu eine Verzerrung der Preise. Eine Ware, dessen Preis sich schnell erhört, wird 10:50 als knappes Gut bewertet, was dazu führt, dass man viel von diesem gut produziert. Die Wirtschaft gerät aus dem Gleichgewicht. 10:59 Entschädigung der Kreditgeber. Kreditgeber leider in der Regel stark unter einer Inflation. Stellen wir uns folgendes vor. Ein Kreditgeber vergibt 11:08 einen Kredit von 1000 Franken und man einigt sich auf eine jährliche Zinszahlung von 10% des Kreditbetrags, also 100 Franken. 11:17 Wenn jetzt die Inflation eintrifft und diese 100% beträgt, ist die Zinszahlung von 100 Franken nur noch die Hälfte wert. Dies gilt übrigens auch für den 11:27 Kredit von 1000 Franken, welcher aufgrund der Inflation an Kaufkraft verloren hat. Die Kreditgärbe versuchen somit sich zu schützen, indem sie höhere 11:36 Zinsen verlangen, was jedoch dazu führt, dass die Kredite an Attraktivität verlieren. Kosten der Kartenprogression. 11:45 Wie wir wissen, ist die Einkommenssteuer progressiv ausgestattet. Das heißt, je mehr jemand verdient, umso mehr Steuern muss er zagen. Stellen wir 11:53 uns vor, jemand verdient pro Jahr 100.000 Franken und bekommt aufgrund der Inflation eine Lohnerröhung von 10%. Also hat er einen Lohn von taus Franken. 12:04 Sein reales Einkommen hat sich somit nicht verändert, da die taus Franken immer noch gleich viel Kaufkraft wie die 100.000 Franken haben. Jetzt jedoch 12:14 steigt der Arbeitnehmer in eine höhere Lohnklasse auf und muss somit mehr Steuen bezahlen. Nachdem wir nun die Inflation 12:22 kennengelernt haben, befassen wir uns mit der Deflation. Wie man es schon vermuten kann, handelt es sich hier um den genau umgekehrten Effekt. Das 12:30 Preisniveau nimmt hier stätig ab und die Kaufkraft zu. Die Def kommt in der Wirtschaft selten vor, ist jedoch nicht weniger 12:38 gefährlich. Es sinken ebenfalls die Preise über eine längere Zeit in konstanten oder steigenden Raten. Die Ursache einer Deflation kann sein, 12:48 wenn die Nationalbank zu wenig neues Geld in Umlauf bringt oder wenn die Nationalbank die Zinsen zu hoch ansetzt. und somit die Kreditnachfrage abnimmt, 12:57 weil Kredite unattraktiver werden. Dem diesen beiden Ursachen gibt es noch drei weitere Entwicklungen, welche eine Deflation verursachen können. 13:06 Wenn die gesamtwirtschaftliche Nachfrage sinkt, wenn die Produktion bzw. Weise der Güterstör stark ansteigt oder wenn die Preise der Importgüter sinken. 13:17 Diese sind jedoch harmloser, dass ich die Deflation nach einer gewissen Zeit legt. Vorausgesetzt, die Nationalbank würde nicht so wenig Geld in Umlauf 13:25 bringen oder die Zinsen anheben. Die Folgen einer Deflation. Eine Deflation hat schlimmere Auswirkungen als eine Inflation. Sie kann zu einer 13:34 schweren Wirtschaftskrise führen und ist sehr schwierig zu beheben. Der Ursprung liegt darin, dass eine Deflation selbstverstärkend ist. Wenn die Preise 13:43 während einer längeren Zeit sinken, führt dies falsche Erwartungen beim Volk. Es geht davon aus, dass die Preise weiter sinken werden und kauft deshalb 13:51 weniger ein. Die allgemeine Nachfrage senkt. Man geht davon aus, dass man die Güter in Zukunft noch günstiger kaufen kann. Wenn sich viele Personen so 14:01 verhalten, führt es dazu, dass die gesamte wirtschaftliche Nachfrage sehr stark abnimmt. Dies führt dazu, dass die Unternehmen weniger Umsatzwirtschaften 14:09 und so Leute entlassen und Preise senken müssen. Kommen wir zur Stagflation. Dies ist eine Mischung aus Inflation und Stagnation. 14:18 Jetzt haben wir ja die Lohnpreisspirale kennengelernt. Diese treibt die Inflationsrate stetig nach oben. In diesem Moment muss der 14:26 Staat eingreifen, damit das Ganze nicht aus dem Ruder gerät. Der Staat muss die Geldmenge verknappen. Dies führt zu einer Senkung der gesamtwirtschaftlichen 14:35 Nachfrage. Dies führt jedoch auch weiter zu einer Rezession, also zu einer wirtschaftlichen Abschwörung sowie zu 14:43 steigender konjunkturellen Arbeitslosigkeit. Eine hohe Inflation lässt sich nicht sofort eindämmen. [musik] Somit kann es 14:50 dazu kommen, dass die Wirtschaft in Folge der Inflationsbekämpfung in einen Abschung gerät und gleichzeitig auch noch eine Inflation hercht. 15:00 Dieser Zusammenfall von Rezession und Inflation bezeichnet man als Starkflation. Somit kann man sagen, dass die Bekämpfung einer Inflation mit hohen 15:09 gesamtwirtschaftlichen Kosten in Form von Rezessionen und höherer Arbeitslosigkeit verbunden ist. Kurz gesagt, Stagflation bedeutet, dass die 15:18 Preise steigen, obwohl die Konjunktur und somit die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen entweder stagniert oder durchläufig ist.