#gis – Einführung in die Funktionstheorie Hochschule für Musik und Theater München https://www.youtube.com/watch?v=eXNoHm0mijE Transkript (automatisch erstellt) 0:02 [Musik] Einführung in die 0:13 Funktionstheorie die Funktionstheorie ist eine Methode zur Analyse der Harmonik in tonaler Musik die Anfänge liegen bei Hugo riann er lebte von 0:26 1849 bis 1919 Wilhelm mer und Dieter de laamot haben die Theorie später weiterentwickelt neben der 0:37 Funktionstheorie gibt es auch andere Methoden zur Beschreibung der Harmonik in 0:44 Generalbass und die Stufentheorie die Stufentheorie zeigt welcher tonleiterton der Grundton des 0:57 Akkords ist und welche relation die Akkorde zueinander haben die Funktionstheorie aber bestimmt die Funktion also die Aufgabe oder die 1:10 Rolle die die Akkorde in der Musik haben anders als in der Stufentheorie mit sieben Stufen gibt es in der Funktionstheorie nur drei Funktionen 1:23 Tonika Subdominante und dominante man bezeichnet die Funktionen mit den 1:31 Anfangsbuchstaben t S und D die Funktion der toniker ist Stabilität sie hat kein Bedürfnis nach Auflösung die Funktion der dominante ist 1:47 es zur Tonika zu führen sie hat ein starkes Bedürfnis nach Auflösung zur Tonika hin die Funktion der Subdominante ist es 1:58 zur dominante zu führen sie kann aber auch direkt zur Tonika zurückführen das Standardschema ist die vollständige Kadenz aus 2:11 tsdt auch nur TDT oder TST sind möglich die Tonika am Anfang kann auch fehlen diese Kadenzen kommen extrem häufig in der Musik vor oder 2:30 vereinfacht Musikstücke bestehen aus mehreren solcher Kadenzen hintereinander wie verhalten sich diese Funktionen zu den Stufen der 2:45 Stufentheorie die Tonika entspricht der ersten Stufe die Subdominante der vierten Stufe und die dominante der fünften 2:58 Stufe man nennt diese drei Akkorde Hauptfunktionen die anderen Stufen der Tonart sind mit den Hauptfunktionen 3:08 verwandt und übernehmen deren Funktion man nennt sie Nebenfunktionen sehen wir uns drei Beispiele an die alle das Schema 3:21 tsdt verwenden eine standardkadenz in cdur das bekannte cdur präud von Bach und ein Koral von 3:37 Bach in der standardkadenz werden die Hauptfunktionen als Dreiklänge in Grundstellung 3:46 [Musik] präsentiert sehr ähnlich klingt das bekannte zedur Präludium von Bach 3:59 [Musik] nach der Stufentheorie ist der zweite Akkord aber ein sekundakkord der zweiten Stufe die zweite Stufe übernimmt also 4:25 die Funktion der Subdominante im Koral oh Welt ich muss dich lassen hören wir gleich zweimal hintereinander 4:37 das Modell [Musik] 4:51 tsdt fast alle Akkorde sind Hauptfunktionen nur der dritte Akkord ist nach der Stufentheorie ein ord der siebten Stufe er hat hier die Funktion 5:03 der dominante er klingt also [Musik] dominantisch wir haben also gesehen nicht nur die erste vierte und fünfte 5:17 Stufe übernehmen die Funktionen Tonika Subdominante und dominante schauen wir uns nun an wie die anderen Stufen die Hauptfunktionen ersz 5:31 könen bei den Bezeichnungen der Funktionen unterscheidet man das Tongeschlecht durch Groß und Kleinschreibung z.B bezeichnet ein 5:40 großes T eine durtonicaa in cur ein kleines t bezeichnet die moltonika in cmol zu jeder Hauptfunktion kann man parallelklänge und gegenklänge bilden in 5:58 du sind par und gegenklang mollklänge in Moll sind sie durklänge sie haben also das andere Tongeschlecht als die 6:11 Hauptfunktion den Begriff paralleltonart kennt man aus dem Quintenzirkel wie dort liegt der Grundton des parallelklangs in Dur eine 6:22 kleine Terz unter dem Grundton der Hauptfunktion in Moll liegt er eine kleine Herz über dem Grundton der Hauptfunktion parallelklang und 6:35 Hauptfunktion haben zwei gemeinsame Töne der Grundton des gegenklangs liegt jeweils eine große Terz in der anderen Richtung auch gegenklang und 6:47 Hauptfunktion haben zwei gemeinsame Töne parallel und gegenklang bekommen die Buchstaben P und G auch hier unterscheidet man Dur und Moll 7:02 durch Groß und Kleinschreibung das T zeigt an dass der Klang zur Dur oder zur moltoniker 7:13 gehört wir haben also gesehen in du ist die tonikerparallele die sechste Stufe und der toniker gegenklang die dritte Stufe sie übernehmen so die Funktion der 7:26 tonik in Moll ist die tonik parallele die dritte Stufe und der toniker gegenklang 7:36 die sechste Stufe Parallelen und gegenklänge gibt es zu allen Hauptfunktionen also auch zur 7:46 Subdominante und zur dominante in Dur ist die subdominantparallele die zweite Stufe und der subdominant gegenklang die sechste Stufe 8:00 wir sehen also manche Akkorde können verschiedene Funktionen einnehmen in diesem Fall muss man auch auf den Kontext achten in dem der Akkord 8:10 erklingt er entscheidet ob eine sechste Stufe wie eine tonik parallele oder wie ein subdominant gegenklang klingt die 8:23 dominantparallele ist die dritte Stufe der dominant gegenklang ist hier h Moll also kein Leiter eigener Dreiklang 8:36 dominant gegenklänge sind aber sehr selten viel häufiger kommt die leitereigene siebte Stufe vor diese ist aber ein verminderter Dreiklang sie kann 8:48 deshalb nicht als parallel oder gegenklang erklärt werden wir kommen darauf später noch einmal zurück in Moll kommt die fünfte Stufe 8:59 eigentlich nur als duakkord vor von der Moll varariante der dominante kann man aber die dritte und die siebte Stufe ableiten diese können so die Funktion 9:13 der dominante übernehmen die siebte Stufe als dominant parallele und die dritte Stufe als dominant 9:25 gegenklang die subdominantparallele ist in mol die sechste Stufe der subdominant gegenklang ist kein leitereigener 9:37 Dreiklang er kommt meistens als sexakkord vor diese ernirigte zweite Stufe ist vor allem als neapolitanaer 9:51 bekannt sie wird deshalb selten als subdominant gegenklang bezeichnet sondern mit dem Funktion Symbol 10:03 SN wir können jetzt fast alle leitereigenen Dreiklänge den drei Funktionen zuordnen die zweite Stufe in Moll und 10:13 die siebte Stufe in du sind verminderte Dreiklänge man kann sie also nicht als parallel oder gegenklang erklären damit wir ihre Funktion 10:25 bestimmen können müssen wir uns zuerst anschauen wie man in der Funktionstheorie Ziffern verwendet anders als die Ziffern im 10:36 Generalbass und in der Stufentheorie beziehen sich die Ziffern in der Funktionstheorie immer auf den Grundton des 10:45 Akkordes deshalb schreibt man bei allen Umkehrungen eines setakkordes die Ziffer 7 oben an das 10:55 funktionssymbol die basöne bezeichnet man mit einer z unter dem funktionssymbol wichtig sind auch die Veränderungen der Subdominante denken 11:08 wir nun in cedur nach der Stufentheorie ist der Akkord fad eine zweite 11:19 Stufe als Quint se Akkord der Grundton ist d die Bezifferung bezieht sich aber auf den Baston 11:32 nach der Funktionstheorie ist f der Grundton des Akkordes der Ton D ist dann eine hinzugefügte sechste eine sogenannte six 11:44 auti s56 bedeutet also Subdominante mit Sixt ajuti eine Variante dieses Akkordes haben wir schon gesehen der zweite Kord 11:59 des cedur präudiums ist eine Subdominante mit Sixt ajute hier liegt die Quinte im 12:10 Bass auch den sechstakkord der zweiten Stufe beschreibt man in der Regel als eine Subdominante bei der die sechste statt der Quinte 12:23 erklingt die zweite Stufe in Dur kann also nicht nur subdominantpallele sein sondern auch als S6 bezeichnet 12:32 werden so können wir nun auch die zweite Stufe in Moll als Subdominante mit sechste statt Quinte beschreiben hier liegt die sechste im 12:45 Bass nun fehlt nur noch die Funktion der siebten Stufe in du im Koral oh Welt ich muss dich lassen haben wir schon gehört dass sie 12:59 dominantisch klingt wenn wir die siebte Stufe mit einem dominantbtakkord vergleichen finden wir alle Töne der siebten Stufe 13:08 auch im dominantbtakkord deshalb erklärt die Funktionstheorie die siebte Stufe als einen 13:18 dominanteptakkord bei dem der eigentliche Grundton fehlt den fehlenden Grundton zeigt man an indem man das funktionssymbol durchstreicht man nennt 13:28 eine dominante ohne Grundton verkürzte dominante setakkorde der siebten Stufe sind in der Funktionstheorie also verkürzte Set 13:42 nonakkorde diese kommen besonders häufig mit der kleinen n vor deshalb gibt es für dieses komplizierte funktionssymbol eine 13:59 Abkürzung man nennt den Akkord DV das V bezeichnet den akkordtyp einen verminderten 14:16 setakkord jetzt haben wir die Funktionen von allen leitereigenen Dreiklängen bestimmt wenn akkordtöne alteriert sind heißt das auch Erweiterung der 14:30 Tonalität die häufigste Erweiterung ist die sogenannte zwischendominante in dieser Kadenz in cdur folgt auf einen adur septakkord ein 14:42 dmol Dreiklang in dmol ist adur die dominante man hat aber hier nicht das Gefühl dass demol die neue Tonart ist die Kadenz moduliert also nicht nach 14:54 demol der demol Dreiklang klingt immer noch wie eine subdominantparallele sie weicht nur kurz nach dmol 15:05 aus der adueptakkord kommt also aus der Tonart der subdominantparallele dort hat er die Funktion der 15:16 dominante deshalb nennt man ihn hier zwischendominante zur subdominantparallele Funktionssymbole die in Klammern stehen beziehen sich 15:27 immer auf das folgende Funktion Symbol man kann zwischendominanten zu allen leitereigenen Dreiklängen bilden 15:40 die Dur oder mollreiklänge sind [Musik] die zwischendominante zur dominante ist 16:07 so wichtig dass Sie eine eigene Bezeichnung erhalten hat sie heißt 16:17 doppeldominante eine andere Erweiterung der Tonalität sind Klänge die man aus der sogenannten varianttonart übernimmt die varianttonart ist die Tonart mit dem 16:30 gleichen Grundton aber dem anderen Tongeschlecht Stücke in Moll Enden z.B häufig mit einer verdurten Tonika man nennt diese auch Tonika mit 16:45 pikardischer Terz hören wir uns als Beispiel das Ende des bachkorals hilft mir Gotts Güte 16:56 Preisen an [Musik] in durstücken kommen vor allem vermollte subdominanten immer wieder 17:19 vor z.B im Trio der ersten Klaviersonate von Franz Schubert wir fassen noch einmal zusammen in der Funktionstheorie werden alle Akkorde den 17:45 drei Hauptfunktionen Tonika Subdominante und dominante zugeordnet sie erscheinen in unterschiedlichen 17:57 Formen f F alle anderen leiteeigenen Dreiklänge kann man als parallel oder gegenklänge der Hauptfunktionen erklären zu allen parallel und 18:09 gegenklängen können zwischendominanten gebildet werden