Welche Rechtsform wählen? Unterschiede von Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften JL Education https://www.youtube.com/watch?v=dK2Q7m_1gpc Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Wenn du eine Businessidee hast, wirst du dich zu Beginn fragen müssen, ob du diese alleine als Einzelunternehmer umsetzen möchtest, zusammen mit weiteren 0:08 Personen als Personengesellschaft oder ob du eine Kapitalgesellschaft gründest. Die Entscheidung für die passende Rechtsform ist extrem wichtig. Du legst 0:17 damit die Rechtsverfassung deines Unternehmens fest und das hat Auswirkung von der Gründung über die Geschäftsführung und Vertretung bis hin 0:24 zur Gewinnverteilung. Um die richtige Wahl zu treffen, musst du die Merkmale verstehen, in denen sich die Rechtsform unterscheiden. Ich bin Lukas, dein 0:31 Wingman Verwirtschaft und in diesem Video legen wir die Grundlagen für deine Rechtsformentscheidung. Bereits bei der Gründung gibt es die ersten 0:38 Unterschiede. Personengesellschaften bestehen aus mindestens zwei Gesellschaftern. Im Innenverhältnis entsteht die Gesellschaft durch den 0:45 Abschluss eines Gesellschaftsvertrags. Dieser regelt die Rechtsbeziehungen zwischen den Gesellschaftern. Also das, was hinter verschlossenen Türen gilt. 0:54 Bei Personengesellschaften kann dieser Vertrag grundsätzlich formfrei geschlossen werden, also auch mündlich oder durch konkludentes Handeln. Werden 1:02 allerdings Grundstücke oder GmbH-Anteile eingebracht, gibt es strenge Formvorschriften. Im Außenverhältnis, also im Verhältnis zu Dritten, entsteht 1:11 die Personengesellschaft grundsätzlich erst mit der Eintragung ins Handelsregister. Nur wenn die Gesellschaft ein Handelsgewerbe betreibt 1:18 und schon vor der Eintragung die Geschäfte aufnimmt, kann sie im Außenverhältnis bereits vorher entstehen. Eine Kapitalgesellschaft kann 1:25 auch von nur einer Person alleine gegründet werden. Der Gesellschaftsvertrag einer Kapitalgesellschaft muss immer notariell 1:32 beurkundet werden. Kapitalgesellschaften gelten als juristische Personen. Da sie nicht selbst handeln können, müssen Organe bestellt werden, die das 1:40 übernehmen. Daneben gibt es Pfichteinlagen, die geleistet werden müssen, bevor die Kapitalgesellschaft durch die Eintragung ins Handelsregister 1:48 im Außenverhältnis entsteht. Unter dem Begriff Firma versteht man den Namen, unter dem ein Kaufmann seine Geschäfte betreibt, unterschreibt und verklagt 1:57 werden kann. So wie sich der Name eines Menschen aus zwei Teilen zusammensetzt, setzt sich auch die Firma aus zwei Teilen zusammen. Dem Namen, dem Kern und 2:06 dem Rechtsformzusatz, der die gewählte Rechtsform sichtbar macht. Man unterscheidet verschiedene Firmenarten danach, ob sie den Namen der 2:14 Gesellschafter, den Unternehmenszweck, einen Fantasiebegriff oder eine Mischform daraus enthalten. Der Rechtsformzusatz entspricht dabei der 2:22 gängigen Abkürzung der gewählten Rechtsform. Auch die Kapitalaufbringung ist ein wesentliches Unterscheidungskriterium. Bei 2:29 Einzelunternehmen und Personengesellschaften stehen die Personen im Mittelpunkt. Es gibt hier kein gesetzlich vorgeschriebenes 2:36 Mindestkapital für die Gründung. Anders sieht es bei Kapitalgesellschaften aus, bei denen das Kapital im Mittelpunkt steht. Diese müssen mit einem gesetzlich 2:45 festgelegten Mindestkapital ausgestattet sein, welches zu einem bestimmten Teil eingezahlt sein muss, bevor die Gesellschaft durch die Registerintragung 2:53 entsteht. Eigenkapital kann durch Einzahlungen auf das Geschäftskonto oder durch Sacheinlagen erfolgen. Im letzten Fall spricht man von einer Sachgründung. 3:02 Diese ist vor allem bei Kapitalgesellschaften aufwendiger, da hier genaue Bewertungsfragen geklärt werden müssen. Die 3:08 Geschäftsführungsbefugnis gilt im Innenverhältnis zwischen den Gesellschaftern. Sie regelt also die Rechtsbeziehungen innerhalb des 3:16 Unternehmens, das operative Dürfen. Wer darf und muss das Unternehmen leiten, operative Entscheidungen treffen und Anordnungen erteilen. Bei einem 3:26 Einzelunternehmer ist das der Inhaber selbst. Bei Personengesellschaften sind es die Gesellschafter. wobei es Sonderfälle geben kann, bei denen 3:33 Gesellschafter nur Einlagen einbringen und von der Geschäftsführung grundsätzlich ausgeschlossen sind. Da Kapitalgesellschaften juristische 3:41 Personen sind, können sie nicht selbst entscheiden. Daher werden Organe bestimmt wie der Geschäftsführer oder Vorstand, die diese Aufgaben übernehmen. 3:49 Von der Geschäftsführung zu trennen ist die Vertretung. Sie betrifft das Außenverhältnis und regelt die Rechtsbeziehungen zu Dritten. Hier geht 3:58 es um die Frage, wer kann für die Gesellschaft rechtlich bindende Verträge abschließen? Während die Geschäftsführung im Innenverhältnis das 4:05 Dürfen festlegt, regelt die Vertretung im Außenverhältnis das rechtliche Können. Die Vertretungsmacht ist oft umfangreicher als die Geschäftsführung, 4:14 um den Rechtsverkehr zu schützen. Es kann also vorkommen, dass ein Gesellschafter etwas tut, was er intern eigentlich nicht darf. sein Handeln die 4:22 Gesellschaft nach außen hin, aber trotzdem wirksam verpflichtet. Einer der wichtigsten Gründe für die Rechtsformwahl ist die Haftung für 4:29 Schulden. Hat ein Dritter gegenüber einer Personengesellschaft eine Forderung, dann haftet ihm das Gesellschaftsvermögen. Er kann sich aber 4:36 auch direkt an die Gesellschaft erwenden, da diese unbeschränkt und gesamtschuldnerisch haften und zwar auch mit ihrem Privatvermögen. Bei 4:44 Kapitalgesellschaften ist die Haftung der Gesellschaft dahingegen auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. Im schlimmsten Fall verliert man seine 4:51 Einlage. Das Privatvermögen bleibt jedoch geschützt. Kurz gesagt, das Gesellschaftsvermögen haftet immer, aber Personengesellschafter haften zusätzlich 5:00 privat, Kapitalgesellschafter hingegen nicht. Die Gewinn und Verlustbeteiligung ist beim Einzelunternehmer simpel, da ihm alles alleine gehört. Bei 5:09 Personengesellschaften wurde die Gewinnverteilung durch das Gesetz zur Modernisierung des Personesellschaftsrechts 5:15 neu geregelt. Gewinne und Verluste werden grundsätzlich mit den Anteilen der Gesellschafter verrechnet. Maßgeblich sind primär die im 5:22 Gesellschaftsvertrag vereinbarten Quoten oder falls nichts vereinbart wurde, die Beteiligungsverhältnisse. Bestimmte Gesellschafter, die nur 5:30 Einlagen erbringen, erhalten ihre Gewinnanteile grundsätzlich als Verzinsung ihrer Einlage ausgezahlt. Bei Kapitalgesellschaften entscheidet primär 5:39 der Kapitalanteil über die Gewinnbeteiligung. Außerdem gibt es gesetzliche Vorschriften wie Rücklagenbildung, welche bestimmte 5:46 Gewinnanteile für eine Ausschüttung sperren können. Wenn du tiefer in die Welt der Rechtsform einsteigen möchtest, dann lass mir gerne ein Abo da und 5:52 checke immer auch meine Videobeschreibung. Hilfreiche Playlisten findest du auch auf meinem YouTube-Kanal. Ciao, ciao undel Spaß 5:58 beim Lernen.