Der Erste Weltkrieg kompakt, Teil 1: Ursachen und Hintergründe Dein Geschichtslehrer – Geschichte verstehen https://www.youtube.com/watch?v=ch7aj-ZE_A8 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Vielen Forschern gilt der erste Weltkrieg als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, als Vorbedingung nicht nur für die Doppelrevolution 1917 in 0:08 Russland, sondern auch für den Zusammenbruch der großen Monarchien in Europa und die Krisen der 20er und 30er Jahre. In diesem Video möchte ich euch 0:16 die historischen Vorbedingungen erläutern, vor deren Hintergrund eine von internationalen Spannungen und krisengeprägte Lage zu einem Weltkrieg 0:25 eskalierte. Da das Thema natürlich sehr umfangreich und überaus komplex ist, kann ich euch hier natürlich nur eine Einführung ins Thema geben. Wer findet 0:33 ihr in der Videobeschreibung hilfreiche Links zu weiterführenden Seiten sowie zu spannenden Podcasts zum Thema und ein paar Literaturtipps. Zückt also die 0:41 Stifte, holt die Notizzettel raus, los geht's. Der erste Weltkrieg fiel nicht einfach so vom Himmel. Er entstand nicht aus dem 1:02 Nichts heraus. Und kein einzelnes Ereignis und kein einzelner Aspekt kann erklären, warum aus einem regionalen Konflikt zwischen Österreich, Ungarn und 1:12 Serbien innerhalb weniger Wochen ein europäischer und schließlich sogar ein globaler Krieg wurde. Wir müssen tiefer graben, um uns ein halbwegs 1:20 differenziertes Bild von dem komplexen Ursachengeflecht zu machen, vor dessen Hintergrund der Erste Weltkrieg ausbrach. Bei der Analyse der 1:28 Kriegsursachen sind zwei Grundsätze sehr wichtig. Erstens dürfen wir historische Entwicklungen und Ereignisse nicht nur auf einen einzelnen Grund zurückführen, 1:37 denn ihnen liegen immer vielfältige Ursachen zugrunde. Diesen Grundsatz nennt man Multikausalität. Und zweitens müssen wir darauf achten, dass wir das 1:46 Geschehen nicht nur aus der deutschen Perspektive betrachten, sondern auch andere Perspektiven einbeziehen. Diesen Grundsatz nennt man Multiperspektivität. 1:55 Beides. Multikausalität und Multiperspektivität solltet ihr auf jeden Fall verinnerlichen, denn sie helfen uns historische Themen besser und 2:02 wenigstens im Ansatz differenziert zu verstehen. Lass uns jetzt einen Blick auf die langfristigen Ursachen, mittelfristigen Entwicklung und die 2:10 politisch militärischen Konstellation der Jahre vor 1914 werfen. Dabei sollten wir versuchen, nicht nur aus der nationalen Perspektive auf den Beginn 2:19 und auf die Hintergründe des Ersten Weltkriegs zu schauen, sondern wir müssen versuchen, das komplexe Ursachengeflecht zu analysieren. Und wir 2:28 dürfen auch nicht vergessen, dass wir aus einer gegenwärtigen Perspektive auf die Vergangenheit zurückblicken. Wir wissen, dass infolge der Bündnissysteme 2:35 und unterschiedlichen Koalitionen in Europa 1914 ein Weltkrieg ausbrach, in dessen Folge die Weltwirtschaft in den 20er Jahren in eine große Krise 2:45 schlitterte. Wir wissen, wie die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kam. Den Zeitgenossen von 1914 war dies alles natürlich noch nicht klar 2:53 wie uns. Sicherlich konnten einige erahnen, welche gravierenden Folgen ein großer europäischer Krieg nach sich ziehen würde, aber die konkreten 3:02 Entwicklung konnte man natürlich nicht vorhersagen. In diesem Video gehe ich vor allen Dingen auf die mittelfristigen Kriegshintergründe ein und widme mich 3:09 dabei insbesondere dem europäischen Imperialismus, den daraus erwachsenen Bündnissystem, den zunehmenden Militarismus in Zentraleuropa und den 3:19 Krisen auf dem Balkan. Die Frage, wie sehr jeder einzelne dieser Aspekte dann zum Kriegsausbruch beitrug, ist unter Historikern umstritten und wird es wohl 3:26 immer bleiben. Die von mir jetzt behandelten Aspekte gehören aber unmittelbar zur Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs, ohne dass wir sagen können, 3:34 dass jeder diese Aspekte zwangsläufig in einen großen Krieg hätte münden müssen. Gehen wir zuerst kurz auf die europäischen Bündnissysteme und den 3:42 europäischen Imperialismus im Vorfeld des Ersten Weltkriegs ein. Bismark hatte nach der Reichsgründung 1871 eine Bündnispolitik betrieben, die 3:51 vor allem das Ziel hatte, Frankreich zu isolieren und einen zweifenkrieg Deutschlands gegen Frankreich und Russland zu verändern. Zu diesem Ziel 3:58 hatte das Kaiserreich noch unter Bissmarks Regierung ein geheimes Defensivbündnis, den sogenannten Zweibund mit Österreich-Ungarn 4:05 geschlossen, das 1882 mit dem Beitritt Italiens zum Dreibund erweitert worden war. Mit Russland war Deutschland ein Rückversicherungsvertrag eingegangen, 4:14 mit dem man sich gegenseitige Neutralität zusicherte. Nach dem Regierungsantritt Wilhelms des II. Entlassung Bismarks fuhr das Kaiserreich 4:22 einen neuen konfrontativen außenpolitischen Kurs, der Deutschland nicht nur zur europäischen Hegemonialmacht führen, sondern seinen 4:31 Anspruch als Weltmacht durchsetzen sollte. Das rief in London, Paris und St. Petersburg natürlich große Sorgen hervor, zumal das Kaiserreich den 4:39 Rückversicherungsvertrag nicht verlängerte. 1893 schlossen dagegen Frankreich und Russland einen Allianzvertrag, indem sie sich 4:47 gegenseitigen Beistand im Falle eines Angriffs durch den Dreibund zusicherten. 1904 ging dann Großbritannien und Frankreich an folgenreiches Abkommen 4:57 ein, die Cordial, die zunächst nur die Interessensphären beider Länder in Afrika abgrenzen sollte. Das Abkommen war aber außenpolitisch insofern ein 5:06 Einschnitt, als Großbritannien und Frankreich eine bis ins Mittelalter zurückreichende Feindschaft trennte, von der Deutschland zuvor profitiert hatte. 5:14 Und diese Feindschaft wurde mit diesem Abkommen überwunden. Gleichzeitig gab Großbritannien mit der An cordial seine außenpolitische Maxime der Splendid 5:24 Isolation auf. Als sich dann auch Russland und Großbritannien in einem informellen Abkommen annäherten, wonach die neue Konstellation zwischen 5:31 Großbritannien, Frankreich und Russland Triple entantieß, hatten sich plötzlich zwei verfeindete Machtblöcke in Europa herausgebildet. Der Dreibund mit 5:40 Deutschland, Österreich, Ungarn und Italien und die Triple Town mit Großbritannien, Frankreich und Russland. Vergessen dürfen wir aber nicht, dass 5:47 diese Bündnisse und Abkommen zunächst als reine Defensivbündnisse bzw. nicht primär als Militärbündnisse gegründet worden waren, aber durch die 5:57 bündnispolitische Verflechtung der politisch und militärisch bedeutendsten Staaten Europas und der Welt mit Ausnahme zunächst der USA drohte jeder 6:06 militärische Konflikt zwischen diesen Mächten sich zu einem großen europäischen Krieg zu entwickeln. Aus Defensivbündnissen bzw. Also reinen 6:14 Kolonialabkommen waren verfeindete Blöcke geworden und die Verteidigungspläne und Aufrüstungsaktivitäten des einen Landes 6:22 wurden in feindlichen Staaten als offensiv und aggressiv wahrgenommen. Dabei wurde diese angespannte Lage durch den deutschen Flottenbau und die 6:30 imperialistischen Ambitionen des Kaiserreichs zunehmend verschärft. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die europäischen Großmächte, vor allem 6:38 Großbritannien und Frankreich, große Teile Afrikas und Asiens unter sich aufzuteilen. Die Europäer beanspruchten in diesem Scramble for Africa nahezu 6:47 alle noch nicht von ihnen besetzten Gebiete und fügten sie ihren Kolonialreichen zu. Aus den europäischen Großmächten wurden allmählich 6:54 Weltmächte. Russland hingegen weitete seinen Einfluss in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Zentralasien und vor allem auf dem Balkan aus. Das 7:04 Zarenreich verstand sich dabei im Geiste des Panslavismus immer mehr als Schutzmacht aller slawischen Völker. Das erst 1871 gegründete deutsche 7:13 Kaiserreich trat dagegen vergleichsweise spät als Kolonialmacht auf, wollte aber in der Phase des Hochimperialismus Ende der 1890er Jahre ebenfalls eine 7:22 führende Rolle in der Weltpolitik spielen. Damit wandte sich das Kaiserreich von Bismarks zurückhaltender und auf ausgleichzielenden Außenpolitik 7:30 ab und schwenkte auf eine aggressive imperialistische Weltmachtpolitik um. Das Kaiserreich wollte in Europa zur Hegemonialmacht und global zu einer 7:39 Weltmacht aufsteigen. Dabei waren die Voraussetzung einerseits durch Erfolge in der Rüstungspolitik und die Kapazitäten der deutschen Industrie 7:48 günstig. Andererseits fehlte es dem Reich an Geld und an verlässlichen Bündnispartnern. Vom Zarenreich hatte man sich 7:56 entfremdet. Großbritannien und Frankreich schienen, wie ihr wisst, ebenfalls als Bündnispartner aus. Was blieb? waren zunächst noch Italien und 8:04 Österreich-Ungarn, dass sich für die weltpolitischen Ambitionen Deutschlands kaum begeistern konnte. Der Imperialismus jedenfalls verschärfte die 8:12 Konkurrenz zwischen den Staaten und schürte gleichzeitig eine Mischung aus Angst und Bedrohung durch gegnerische Mächte. Doch diese Lage musste natürlich 8:20 nicht zwangsläufig zu einem Weltkrieg führen. Koloniale Krisen wie die Marokkokrisen konnten noch diplomatisch gelöst werden. Auch Staaten, die in 8:28 Übersehen miteinander konkurrierten, wie z.B. wie Frankreich und Großbritannien waren in Europa nicht automatisch militärische Gegner. Trotzdem entstand 8:37 eine politische Kultur, in der internationale Beziehung zunehmend als Kampf um Macht, Einflussgebiete und Ansehen verstanden wurden. 8:45 Außenpolitische Erfolge des einen Staates wurden in den öffentlichen Medien gerne als Niederlage anderer Staaten dargestellt. Hinzu kam ein 8:53 gesteigerter Rassismus und die sozialdawinistische Überzeugung, dass sich im Wettbewerb der Nation nur die stärksten, das heißt vor allem 9:00 außenpolitisch und militärisch überlegenen Mächte behaupten würden. Deutschland trat in dieser Hinsicht besonders aggressiv und fordernd auf. 9:09 Kaiser Wilhelm II. und führende Politiker forderten für Deutschland einen Platz an der Sonne. Das Reich sollte nicht mehr nur europäische 9:16 Großmacht, sondern Weltmacht sein. Ein sichtbares Zeichen dieses Anspruchs war der Aufbau einer großen deutschen Kriegsflotte, eines der Prestigeprojekte 9:24 des Deutschen Kaisers. Für Großbritannien, dessen Weltmachtstellung auf der Überlegenheit seiner eigenen Flotte beruhte, stellten die deutschen 9:32 Bestrebung daher eine unmittelbare Herausforderung und Bedrohung da. Die deutsche Führung hoffte, Großbritannien werde wegen der wachsenden deutschen 9:40 Stärke früher oder später ein Bündnis oder zumindest eine Verständigung mit dem Reich suchen. Tatsächlich trat aber das Gegenteil ein. Der deutsche 9:48 Flottenbau und die fordernde aggressive deutsche Außenpolitik trugen dazu bei, dass Großbritannien seine Konflikte mit Frankreich und Russland beilegte und 9:56 sich ihnen außenpolitisch annäherte. Davon abgesehen blieb die deutsche Schlachtflotte der Britischen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs unterlegen. 10:04 Schon 1910 war deutschen Militärs klar, dass es dem Reich an finanziellen Mitteln fehlte, die britische Flotte an Größer und militärischer Schlagkraft zu 10:11 übertreffen. In der Folge versuchten die militärischen Befehlshaber die Landstreitkräfte vor allem zu stärken, um immerhin zu Land der Trippelont etwas 10:20 entgegensetzen zu können. Aber nicht nur der forcierte Flottenbau und die Aufrüstung der Landstreitkräfte machten die Regierung in Europa unruhig. Schon 10:28 in den Marokkokrisen von 1905 und 1911 trat die deutsche Regierung außenpolitisch ungeschickt auf, indem sie versuchte Deutschlands 10:37 Großmachtanspruch zu untermauern und die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Großbritannien und damit die kurze vorgeschlossenen Ort Cordial zu brechen. 10:48 Diese Krisen endeten zwar ohne einen Krieg, Deutschland erreichte aber nicht das erhoffte Zerwürfnis seiner Gegner. Ganz im Gegenteil, die Kooperation 10:57 seiner Feinde wurde enger. Während in Großbritannien das Ziel, eine deutsche Hegemonie auf dem Kontinent zu verhindern und sich dazu mit Frankreich 11:05 und Russland zu verbünden in den Vordergrund trat, verstärkte sich in der deutschen Öffentlichkeit und in Teilen der politischen Führung das Gefühl von 11:14 feindlichen Mächten eingekreist zu sein. Diese vermeintliche Einkreisung war dabei zu einem nicht unerheblichen Teil eine Reaktion auf die deutsche Weltmacht 11:23 und Flottenpolitik. Die Zuspitzung der politischen Lage in Europa und in Kolonien war also eine direkte Folge der neuen aggressiven Politik des 11:31 Kaiserreichs. Und obwohl schon zu dieser Zeit die Sorge vor einem großen europäischen Krieg in Politik und Öffentlichkeit weit verbreitet war, gab 11:40 es immer noch politische Bestrebung, eine militärische Konfrontation zu verhindern. In einer Zeit, in der jedoch Politik und Gesellschaft immer stärker 11:49 von Militarismus und Nationalismus durchdrungen waren, wurde es aber immer schwieriger, befürworter diplomatischer Lösung zu finden. 11:58 Aufrüstung und Wettrüsten der europäischen Mächte und Militarismus in der Gesellschaft verstärkten sich Ende des 19. Jahrhunderts gegenseitig. 12:07 Hochimperialismus und Hochindustrialisierung fielen historisch zusammen. Erst die Industrialisierung ermöglichte eine 12:14 massenhafte Aufrüstung und die Ausstattung von Armeen nie dagewesener Größe. Die europäischen Mächte vergrößerten ihre Armeen, weiteten 12:22 teilweise die Werrpflicht aus und entwickelten detaillierte Mobilmachungs und Invasionspläne, wie z.B. Deutschlands Schliefenplan oder den 12:30 russischen Plan Nummer 19. Deutschland und Großbritannien konkurrierten beim Bau moderner Schlachtschiffe. Frankreich und Russland intensivierten ihre 12:39 militärische Zusammenarbeit. Eisenbahnnetze wurden so ausgebaut, dass in kurzer Zeit Millionen Soldaten verlegt werden konnen. Ganz Europa 12:47 bereitete sich also auf einen möglichen Krieg vor. Ganz nach der Devise: "Wenn du Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor." Das Militär wurde in vielen 12:55 europäischen Staaten zu einer entscheidenden politischen und gesellschaftlichen Größe. Militärisches Denken und militärische 13:02 Organisationsform durchdrang immer mehr Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Im Zusammenspiel mit nationalistischen Denken wurde vielfach die Überlegenheit 13:12 der eigenen Nation propagiert und Politik und Gesellschaft auf einen möglichen Krieg vorbereitet. Die Armee sollte zur Schule der Nation werden. 13:21 Jungen und junge Männer wurden von Kindheit an auf den Militärdienst vorbereitet. Selbst in Alltag und Freizeit spielte der Militarismus eine 13:29 große Rolle. Auf dem Kurfürstendam z.B. in Berlin konnten Familienveranstaltung besuchen, in denen mit Modellschiffen Kriegsszenen gespielt wurden. 13:38 Schokoladentafeln von Stollwerk lagen z.B. Sammelkarten mit deutschen Kriegsschiffen bei. Der Verkauf von Kriegsspielzeug nahm immer mehr zu. 13:47 paramilitärische Gruppierung wurden zu einem Massenphänomen in Kaiserreich. Das heißt, dass die gesellschaftliche und politische Haltung zum Krieg vor 1914 13:55 gänzlich andere war als heutzutage. Trotzdem dürfen wir nicht so weit gehen, dass die Mehrheit der Deutschen grundsätzlich absolut kriegsbegeistert 14:03 war. fest steht, aber das aggressive Außenpolitik, Militarismus und Nationalismus einen festen Platz in Politik, Öffentlichkeit und Alltag 14:11 hatten und bei vielen eine Haltung begünstigten, die einen Krieg nicht nur als legitimes politisches Mittel ansah, sondern ihnen teilen sogar herbeizusehen 14:20 schien. Und dieses Wechselspiel aus Imperialismus und militanten Nationalismus, deutscher Weltmachtpolitik und verfeindeten 14:28 Bündnisblöcken der Großmächte machte den Frieden in Europa äußerst fragil und krisenanfällig. Ausschlaggebender Anlass für die 14:37 militärische Eskalation waren schließlich die multiethnischen Krisen, die schon seit langem auf dem Balkan schwählten. 14:44 Denn zum gefährlichsten Krisenhert Europas entwickelte sich der Balkan, wo die langjährige Vormacht, das Osmanische Reich seit dem 19. Jahrhundert zunehmend 14:53 an Einfluss verlor, was ihm den Spotnamen Krankermann am Bosporos einbrachte. Dort entstanden jetzt neue Nationalstaaten wie Serbien, Bulgarien, 15:02 Griechenland und Rumänien und die erweiterten ihre Gebiete. Russland und Österreich aber versuchten im Zuge des allmählichen Niedergangs des Osmanischen 15:10 Reiches ihren Einfluss auf dem Balkan auszudehnen. Besonders fragil war die Situation im Viel Völkerstadt Österreich, Ungarn und in den Gebieten, 15:17 die sich vom Osmanischen Reich losgelöst hatten. In der Donaum Monarchie lebten unter anderem Deutsche Ungarn, Tschechen, Slowaken, Polen, Ukrainer, 15:25 Kroaten, Slowen, Rumänen und Serben. Österreich-Ungarn grenze zudem an das junge Serbien, das erst Ende des 19. Jahrhunderts vom Osmanischen Reich 15:33 unabhängig geworden war und sich als Zentrum einer möglichen Vereinigung der Südslaven betrachtete. In diesem Zusammenhang versuchte Serbien, 15:41 unterstützt von Russland, seinen Einfluss auf dem Balkan auszudehen und die nationalistischen Strömungen der Serben in Österreich, Ungarn zu fördern. 15:49 Die Schwäche des Osmanischen Reiches machte sich zur gleichen Zeit Österreich-Ungarn im Jahr 198 Nutze, als es Bosnien und Herzegovina, die zuvor 15:59 noch zum Osmanischen Reich gehörten, aber bereits seit 1878 von Österreich-Ungarn besetzt und verwaltet wurden, schließlich annektierte. Damit 16:08 brach Österreich-Ungarn nicht nur bestehende internationale Verträge, sondern heizte auch die schwelenden Krisen auf dem Balkan an. Russland und 16:16 Serbien sahen diesen Schritt als Vertragsbruch und als Vertrauensverlust, mußten die Annextion aber schließlich hinnehmen. 1912 eskalierte die Lage in 16:25 dieser Region, als der Balkanbund im sogenannten ersten Balkankrieg das Osmanische Reich nahezu aus ganz Europa verdrängte. Zwischen den Staaten des 16:34 Balkanbundes brachen aber schnell Konflikte um Territorien und Einflussgebiete aus, die 1913 in einem zweiten Balkankrieg zwischen Bulgarien 16:41 und den übrigen Staaten des Balkanbundes gipfelten, der dann mit der schnellen Niederlage Bulgariens endete. Serbiens Macht war dadurch für die benachbarte 16:49 Donaum Monarchie zu einer immer größeren Bedrohung geworden. Diese Krisen und Kriege auf dem Balkan verhärteten einerseits die Feindschaft zwischen 16:58 Serbien und Österreich-Ungarn. Sie verschärften aber zugleich die Rivalität zwischen Russland und der Habsburger Monarchie. 17:06 Andererseits zeichneten sich hier bereits ethnische Konflikte und Formen nationalistischer Gewalt ab, die Europa während der beiden Weltkriege sowie in 17:15 der Zwischen und Nachkriegszeit immer wieder prägten und teilweise bis heute nachwirken sollten. Ihr seht, dass die Lage in Europa von 17:24 1914 von erheblichen Spannungen, Konflikten, Ängsten und Bedrohungsgefühlen geprägt war. Trotzdem war ein großer Krieg nicht 17:33 unausweichlich. Keine dieser Krisen musste für sich zwangsläufig in einen Weltkrieg führen. Warum dann die Situation von Juni bis Ende Juli 1914 17:43 von einem regionalen Konflikt zu einem Weltkrieg wurde? Das werde ich euch im nächsten Video erläutern. Und wenn ihr Fragen zu diesem Thema habt, schreibt 17:51 sie gerne in die Kommentarschap. Passt bis dahin gut auf euch und aufeinander auf und tschüss.